MenüMenü

Die besten Wickel gegen Halsschmerzen, Husten und Nebenhöhlenentzündungen

Thymian und Lavendel lindern Hustenreiz. Leinsamen und Ingwer lösen fest sitzende Sekrete in Brust und Nase.

Wer einmal die heilende Kraft eines Hals- oder Brustwickels am eigenen Leib erlebte, möchte dieses einfache Mittel nie mehr missen. Ob eine schmerzhafte Nebenhöhlenentzündung, akutes Halsweh oder eine fest sitzende Bronchitis: Gegen alle Beschwerden wenden Naturärzte seit jeher mit großem Erfolg die verschiedensten Wasser- und Kräuterauflagen an.

Der einfachste Kneipp Wickel ist ein Seidenschal

Opernsänger tragen gerne einen Seidenschal um den Hals. Das stellt keineswegs dandyhaftes Getue dar. Seide schützt die empfindlichen Stimmbänder vor kaltem Luftzug und Heiserkeit.

Dieser einfachste aller Gesundheitswickel hilft Ihnen, wenn Sie zu Heiserkeit neigen oder beruflich viel sprechen. Darüber hinaus verhindern Sie beim ersten leichten Halskratzen mit einem schnell angelegten dünnen, aber breiten Seidenschal Schlimmeres.

Hat es Sie jedoch richtig erwischt, brauchen Sie einen echten Heilwickel. Diesem setzen Sie je nach Ihren Beschwerden die verschiedensten heilenden Substanzen von Zitronensaft über Eukalyptusöl bis hin zu Ingwersud zu.

Was können Wickel?

  • Sie regulieren die Durchblutung.
  • Sie steigern die lokalen Abwehrkräfte.
  • Sie lindern Schmerzen, Schwellungen und Schluckbeschwerden.
  • Sie erleichtern die Atmung.
  • Sie lösen fest sitzende Nasenund Bronchialsekrete.
  • Sie fördern den Schlaf.

Bei akuten Entzündungen sind kühlende Wickel angezeigt, bei chronischen dagegen wärmende. Das ist jedoch keine eherne Regel – es kommt darauf an, dass Sie sich wohl fühlen.

Wickel bei Atemwegsbeschwerden

Es gibt kaum ein Erkältungssymptom, das Sie nicht mit einem passenden Wickel behandeln.

  • Erkältungsschnupfen
  • Nebenhöhlenentzündung
  • akute Halsentzündung
  • Ohrenschmerzen
  • Heiserkeit und akuter Husten
  • chronische Bronchitis

Bei starkem Krankheitsgefühl und hohem Fieber wenden Sie warme Wickel nur auf Anordnung Ihres Therapeuten an. Diese Anwendungen überlasten unter Umständen Ihren Kreislauf.

Wickeln Sie Ihre Fußsohlen bei Schnupfen!

Zwiebelsocken eigenen sich hervorragend bei akutem Schnupfen, Nebenhöhlenkatarrh und Blasenreizung durch Verkühlung. Hacken Sie pro Fuß zwei Zwiebeln grob und schlagen Sie sie in einem 25 mal 30 cm großen Baumwolltuch ein. Erwärmen Sie die Auflage auf dem umgedrehten Deckel eines Topfes mit heißem Wasser, legen Sie sie dann unter Ihre Fußsohle und ziehen Sie dicke Wollsocken darüber.

Tragen Sie diesen Wickel über Nacht. Achten Sie darauf, dass er stets warm bleibt. Verwenden Sie dafür eventuell eine Wärmflasche.

Leinsamen bei verstopften Nebenhöhlen

Kneipp Wickel Leinsamen© Marek - Fotolia

Kochen Sie 300 g Leinsamen mit 1/2 l Wasser kurz auf und bestreichen Sie sechs bis acht kleine Gazetücher (20 mal 30 cm) fingerdick mit dem Brei. Schlagen Sie die Ränder der Gaze zu einem Päckchen zusammen und legen Sie diese zwischen zwei heiße Wärmflaschen zum Warmhalten auf ein Tablett.

Gehen Sie nun zu Bett und legen Sie sich 1 Leinsamenpäckchen möglichst heiß auf die schmerzhafte Stelle über der entzündeten Nebenhöhle. Decken Sie ein Wolltüchlein darüber. Nehmen Sie das Päckchen nach vier bis fünf Minuten ab und legen sie ein neues warm gehaltenes auf.

Fahren Sie fort, bis alle Päckchen verbraucht sind bzw. solange Ihnen die Auflagen angenehm sind. Ruhen Sie anschließend eine Stunde im Liegen, damit Sie sich nicht erneut erkälten. Dieser durchwärmende Leinsamenwickel fördert die Durchblutung und löst den Schleim aus den Nebenhöhlen.

Zitronenwickel gegen Halsschmerzen

2 halbe Zitronen vor weißem Hintergrund© produktfotos-de - Fotolia

Schneiden Sie eine ungespritzte Zitrone in vier bis sechs Scheiben. Legen Sie sie nebeneinander in die Mitte eines 20 mal 25 cm großen Baumwoll- oder Leintuchs. Legen Sie den oberen bzw. unteren Rand über die Scheiben und schlagen Sie mit der Faust darauf, damit der Saft austritt.

Legen Sie das Tuch mit den umgeschlagenen Rändern nach außen so um Ihren Hals, dass die Zitronenscheiben von Ohr zu Ohr liegen. Befestigen Sie den Wickel mit einem Wollschal.

Lassen Sie den Wickel eine Stunde wirken und schützen Sie anschließend Ihren Hals mit einem Seidenschal. Bei empfindlicher Haut verwenden Sie verdünnten Zitronensaft (Saft von 1/2 Zitrone auf 4 EL lauwarmes Wasser), tränken das Innentuch damit und tragen den Wickel maximal eine halbe Stunde. Dieser Wickel wirkt kühlend und abschwellend.

Thymianöl gegen Reiz- und Krampfhusten

Schneiden Sie den Zwickel einer alten Strumpfhose aus (Baum-)Wolle so heraus, dass Ihr Kopf durch die Öffnung passt. Kürzen Sie die Beine auf ca. 20 cm und ziehen Sie die Hose wie ein Hemd an. Falten Sie ein 40 mal 40 cm großes Baumwolltuch auf eine Größe von 20 mal 20 cm und beträufeln Sie es mit 1 EL handwarmem Thymianöl.

Legen Sie diese Kompresse unter der Strumpfhose auf Ihre Brust und darauf eine große Hand voll Rohwolle oder Watte aus Baumwolle. Ziehen Sie einen Wollpullover darüber.

Dieser Wickel beruhigt akuten Reizhusten nicht nur über die Haut, sondern auch über die Nase, weil die heilsamen Öle durch die Körperwärme verdampfen. Sie tragen ihn mehrere Stunden bzw. über Nacht. Bei Unruhe verwenden Sie Lavendelöl, da dieses beruhigend auf die Sinne und somit schlaffördernd wirkt.

Ingwer löst fest sitzenden Schleim

Ingwerknolle, -scheiben und -stückchen© WavebreakmediaMicro - Fotolia

Hacken Sie ein 3 cm langes Stück frischen Ingwer klein, setzen Sie es mit 3/4 l kaltem Wasser auf und köcheln Sie das Ganze 45 Minuten mit geschlossenem Deckel. Tränken Sie ein mehrfach zusammengelegtes Baumwolltuch mit dem Sud, drücken Sie es aus und legen Sie es möglichst warm auf Ihre Brust. Decken Sie die Auflage schnell mit einem Moltontuch und einem Wolltuch ab. Zur Wirkungsverstärkung legen Sie eine nicht zu heiße Wärmflasche auf.

Lassen Sie den Wickel 15 bis 40 Minuten einwirken, bevor Sie ihn abnehmen und Ihre Haut mit einem milden Öl (z.B. Mandelöl) einreiben. Dieser Ingwerwickel fördert die Durchblutung und löst feste Sekrete aus den Bronchien. Er gilt als sanfte Alternative zum bekannten Senfwickel, der die Haut und Nieren stark reizt und daher nur vom Therapeuten aufgelegt werden sollte.

Zwiebeln gehören auf’s Ohr

Bei Ohrenschmerzen (etwa durch kalten Wind) erstickt ein Zwiebelwickel eine Mittelohrentzündung im Keim. Halbieren Sie eine zimmerwarme Zwiebel und schlagen Sie die beiden Hälften in einem 25 mal 30 cm große Stück Gaze ein. Drücken Sie die Zwiebelhälften mit der Hand flach, damit der Saft austritt.

Legen Sie dieses Zwiebelpäckchen mit der Innenseite auf das schmerzende Ohr, sodass es 4 cm über das Ohr nach hinten reicht. Packen Sie eine Hand voll Baumwollwatte als Wärmeschutz darüber und befestigen Sie es mit einem Stirnband. Sie können auch erst das Band anziehen und dann das Päckchen darunterschieben.

Lassen Sie diesen Wickel mehrere Stunden bzw. über Nacht wirken, damit die Wärme und das antibiotische Allicin der Zwiebel ihre heilende Kraft entfalten.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten