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Gichtanfall: Das hilft Ihnen gegen die Schmerzen

Der Gichtanfall: Alles war so schön – der Gänsebraten ist gelungen, Sekt, Rotwein oder ein paar Gläser Bier rundeten das Festmahl perfekt ab.

Doch in der Nacht kommt dann oft das böse Erwachen: Ihre Zehen sind dick und gerötet. Schon die sanfteste Berührung löst plötzlich sehr heftige Schmerzen aus – ein akuter Gichtanfall meldet sich zu Wort.

Gicht ist die Folge von dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegeln im Blut. Liegt der Wert höher als 6,5 mg/dl, kristallisiert die Harnsäure in Ihren Geweben, Gelenken und den Nieren aus. Vor allem das Großzehengelenk meldet sich bei Ihnen dann mit Rötungen und heftigen Schmerzen.

Das Tückische: Eine Weile, zum Teil über Jahre, bemerken Sie gar nicht, dass Ihre Harnsäurewerte zu hoch sind.

Dann ist es der gute Braten oder ein Glas Alkohol zu viel und die Entzündung wird akut und der Gichtanfall ist da Etwa eine Woche halten diese Beschwerden dann bei Ihnen an. Suchen Sie jetzt unbedingt Ihren Hausarzt auf, denn ohne Behandlung kann Ihre Gicht zu chronischen Gelenkveränderungen führen.

Außerdem steigt die Gefahr, dass sich in Ihren Nieren Harnsäuresteine entwickeln.

Die besten Naturrezepte gegen einen Gichtanfall

Schmerzstillender Holunderessig: Übergießen Sie 15 getrocknete Holunderblüten (aus der Apotheke) mit ¼ l Weinessig und lassen Sie den Ansatz 2 Wochen lang ziehen. Nach dem Abseihen können Sie bei Gichtanfällen täglich 2 EL davon nehmen. In einer dunklen Flasche ist der Essig etwa ein halbes Jahr lang haltbar.

Entzündungshemmende Beinwell-Auflage: Verrühren Sie 4 EL getrocknete und pulverisierte Beinwellwurzel (aus der Apotheke) in einer kleinen Schüssel so lange mit heißem Wasser, bis ein dicker Brei entsteht. Bestreichen Sie ein Mullläppchen damit und legen Sie es über Nacht auf das entzündete Gelenk auf und fixieren Sie es mit einem Söckchen oder Handschuh.

Salzsocken neutralisieren die Harnsäure: Ein bewährtes Hausmittel zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung sind dann Salzsocken, denn sie neutralisieren die Harnsäure. Dazu benötigen Sie:

  • ein Paar Baumwollsocken
  • ein Paar Wollsocken
  • 50 g Kochsalz
  • 1 l zimmerwarmes Wasser

Stellen Sie in einer Schüssel aus dem Wasser und dem Salz eine Sole her und tauchen Sie eine Baumwollsocke in die Lösung. Ziehen Sie die getränkte Socke nach dem Auswringen an den erkrankten Fuß und streifen Sie eine Wollsocke darüber.

Lassen Sie die Salzsocke etwa eine Stunde lang einwirken und spülen Sie den Fuß anschließend mit lauwarmem Wasser ab. Diese Anwendung können Sie bei Bedarf bis zu dreimal täglich durchführen.

Wacholderbeeren erhöhen die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren. Um bei erhöhten Harnsäurewerten einem Gichtanfall vorzubeugen, hat sich daher eine Wacholderbeeren-Kur bewährt. Essen Sie dazu am 1. Tag vier Beeren und am zweiten Tag fünf.

Steigern Sie dann die Einnahme täglich um eine weitere Beere, bis Sie am 12. Tag bei 15 angekommen sind. Nun reduzieren Sie in den folgenden Tagen die Einnahme jeweils wieder um eine Beere. Die ganze Kur dauert demnach 23 Tage.

Quark wirkt kühlend und entzündungshemmend. Streichen Sie Magerquark aus dem Kühlschrank fingerdick auf eine Kompresse, und legen Sie diese auf das schmerzende Gelenk. Fixieren Sie die Auflage z. B. mit einer Binde, und lassen Sie den Quark 20 Minuten lang einwirken. Sie werden merken, dass der Gichtanfall sich beruhigt.

Beinwell hemmt die Entzündung im Gelenk. Rühren Sie 4 EL pulverisierte Beinwellwurzel (aus der Apotheke) mit heißem Wasser zu einem dicken Brei an. Bestreichen Sie eine Kompresse mit dem Beinwell-Brei, und legen Sie die Auflage über Nacht auf das betroffene Gelenk.

Diese Heiltees verscheuchen Harnsäure aus Ihrem Blut

  • Birkenblätter-Tee: Übergießen Sie zwei Esslöffel grob zerschnittene Birkenblätter (aus der Apotheke) mit einer Tasse kochendem Wasser, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich eine Tasse. Birkensaft aus der Apotheke (200 ml etwa 12 Euro) können Sie kurmäßig vier bis sechs Wochen lang zwei- bis dreimal täglich (einen Teelöffel) einnehmen. Birkenblätter wirken schmerzlindernd und harntreibend.
  • Bohnen-Tee: Übergießen Sie einen Esslöffel getrockneter Bohnenschalen (aus der Apotheke) und -hülsen mit einer Tasse kaltem Wasser und lassen Sie dies acht Stunden lang ziehen. Danach einmal kurz aufkochen, abseihen und über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken.
  • Knöterich-Tee: Überbrühen Sie einen Esslöffel Knöterich (aus der Apotheke) mit einer Tasse Wasser und trinken Sie die Mischung kalt am Morgen auf nüchternen Magen.
  • Rosmarin-Tee: Bringen Sie einen Teelöffel Rosmarinnadeln mit einer Tasse Wasser zum Kochen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und vor jeder Mahlzeit eine Tasse trinken.
  • Wacholderbeeren-Tee: Bringen Sie einen Teelöffel angedrückte Wacholderbeeren mit einer Tasse Wasser zum Kochen, fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen, zwei- bis dreimal täglich eine Tasse trinken. Bei längerer Anwendung von Wachholderbeeren wurden Nierenschädigungen beschrieben. Daher sollten Sie diesen Tee nur kurweise für etwa vier bis sechs Wochen verwenden. Bei einer entzündlichen Nierenerkrankung oder Schwangerschaft ist dieser Tee für Sie tabu.
  • Tee aus Löwenzahnkraut und -wurzel: Erhitzen Sie zwei Teelöffel Löwenzahnkraut und -wurzel mit einem halben Liter Wasser langsam zum Sieden, zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Acht Wochen lang morgens und abends eine Tasse Tee trinken. Frische Blätter können Sie auch als Gewürz in Suppen, Salaten oder auf dem Butterbrot verwenden. Die Kräuter wirken stoffwechselaktivierend und harntreibend.
  • Brennnessel-Tee: Übergießen Sie zwei Teelöffel mit einem halben Liter kochendem Wasser, fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Vier Wochen lang drei Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten trinken. Brennnesselblätter erhöhen die Harnsäure-Ausscheidung.

Homöopathische Helfer bei einem Gichtanfall

Wählen Sie unter den folgenden Medikamenten das am besten passende aus, und machen Sie sich mit 5 Globuli in der Potenz C30 eine Wasserauflösung in einem Glas stillem Wasser (Verklepperung). Trinken Sie davon in 5-minütigem Abstand bis zur Besserung.

  • Apisbei starker Schwellung des betroffenen Gelenks und stechenden Schmerzen wie nach einem Bienenstich.
  • Acidum benzoicum bei reißenden Schmerzen in der großen Zehe und übel riechendem Urin.
  • Belladonna, wenn der Zeh hellrot verfärbt ist und eine spürbare Hitze abstrahlt.
  • Colchicum bei großer Berührungsempfindlichkeit des betroffenen Gelenks, reißenden Schmerzen und gleichzeitiger Übelkeit bei dem Gedanken an Essen.

Weitere nützliche Tipps gegen Gicht

Brennnesseln sind sehr kaliumreich, wirken dadurch harntreibend und erhöhen die Harnsäureausscheidung.

Trinken Sie daher täglich eine Tasse Brennnesseltee, den Sie sich aus getrockneten Blättern (aus der Apotheke) leicht selbst herstellen können. Alternativ eignet sich auch ein Brennnesselfrischsaft.

Forscher der Universität von Kalifornien in Davis/USA entdeckten die entzündungshemmende und harnsäuresenkende Wirkung von Kirschen.

Sie hatten in einer kleinen Studie zunächst das Blut von 10 Frauen auf den Harnsäuregehalt untersucht, und ihnen danach ca. 560 g Kirschen zu essen gegeben. Eine anschließende Blutuntersuchung ergab, dass die Harnsäurewerte um 1,5 mg/dl gesunken waren.

Eine Studie der Universität von British Columbia in Vancouver/Kanada mit 46.000 Männern zeigte, dass Vitamin C die Aufnahme der Harnsäure in die Nieren erhöhen und damit das Gicht-Risiko senken kann.

Die Forscher fanden in einer 20-jährigen Beobachtung heraus, dass die Probanden, die pro Tag mindestens 500 mg Vitamin C zu sich genommen hatten, ein um 17 % geringeres Gichtrisiko hatten als die Studienteilnehmer, deren Vitamin-C-Aufnahme geringer war.

Bei den Männern, die täglich 1.500 mg Vitamin C einnahmen, war das Erkrankungsrisiko sogar um 47 % niedriger als bei den „Vitaminmuffeln“.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Ted schrieb am 21.01.2015, 10:15 Uhr

    Perilla ocymoides D 3 = tägl. 3 x 5 Globuli hilft auch sehr gut

  • Brigitte Galow schrieb am 21.01.2015, 10:59 Uhr

    Dieser Bericht hat mich sehr interessiert. Meine Frage: Ich nehme seit 1 1/2 jahren Aromatasehemmer, die das Östrogen im Körper abbauen (Brustkrebs) Verstärkt bilden sich an beiden Zeigefingern unter dem Nagel am Gelenk dicke Knuppel, die auch rot werden können. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt.Bilden sie sich wieder zurück, wenn eine spezielle Behandlung erfolgt? Ich esse bis auf kleine Ausnahmen kein Fleisch, viel Gemüse und nur mäßig Milchprodukte. Haben Sie einen Rat? Danke! B. Hauser-Galow