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Haarausfall durch Eisenmangel

Frauen mit einem Eisenmangel müssen mit vermehrtem Haarausfall rechnen. Französische Wissenschaftler kamen zu diesem Ergebnis: Knapp 60 Prozent der Teilnehmerinnen ihrer Studie, die unter starkem Haarausfall litten, hatten einen eklatanten Eisenmangel. Die haarbildenden Follikel sind jedoch auf diesen Mineralstoff angewiesen.

So macht sich Eisenmangel bemerkbar

Eisenmangel macht sich normalerweise mit Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kreislaufstörungen, Herzbeschwerden, dünnen brüchigen Haaren und splitternden Fingernägeln bemerkbar. Auch aufgeplatzte Mundwinkel, die nur langsam heilen wollen, sind ein ziemlich sicheres Anzeichen für fehlendes Eisen.

Eisen ist ein Baustein des Blut- und Muskelfarbstoffs sowie von Enzymen. Es ist bei der Regulation der Blutreaktion von großer Bedeutung.

So viel Eisen braucht ein gesunder Mensch

Ein gesunder Mensch braucht etwa 18 bis 20 Milligramm dieses lebenswichtigen Mineralstoffes aus der Nahrung, um immer wieder rote Blutkörperchen bilden zu können. Frauen brauchen dabei etwa mehr, weil sie mit dem Menstruationsblut Eisen ausscheiden. Frauen, die starke Regelblutungen haben, rutschen schnell in einen allmählichen Eisenmangel hinein.

Einen erhöhten Bedarf haben auch Schwangere, Kinder vom ersten bis dritten Lebensjahr, Mädchen in der Pubertät und Blutspender. Infektionskrankheiten und Fieber wirken sich ebenfalls eisenzehrend aus.

Verbraucht der Körper mehr Eisen als er aufnimmt, zapft er zunächst seine sprichwörtlichen eisernen Reserven an. Das sind etwa 27 Prozent des gesamten Eisenvorrates im Körper von 4 bis 5 Gramm.

Wenn die aufgebraucht sind, liegt eine so genannte Eisenmangelanämie vor – die man früher bei den Damen der höheren Gesellschaft vornehm Bleichsucht nannte. Irrtümlicherweise wird es auch manchmal Blutarmut genannt. Tatsächlich aber handelt es sich nicht um zu wenig Blut, sondern um zu wenig rote Blutkörperchen.

Haben Sie genügend eiserne Reserven?

Leider ist es nicht ganz einfach, den Organismus vorsorglich mit Eisen zu bestücken, denn das Dosieren des lebenswichtigen Minerals hat durchaus seine Tücken. Einmal verwertet der Körper je nach Bedarf mal einen größeren, mal einen kleineren Teil des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens – die Menge ist also nur schwer zu berechnen.

Außerdem ist pflanzliches Eisen für den Körper längst nicht so gut verwertbar wie das Eisen aus Fleisch.

Zieht der Arzt eine Eisen-Therapie in Betracht, muss er zunächst anhand des Blutbildes ernsthaftere Krankheiten ausschließen. Es könnte nämlich sein, dass der Mangel auf eine Eisenverwertungsstörung im Darm oder auf versteckte innere Blutungen im Darm zurückzuführen ist.

Auch bei einer Krebserkrankung kann es nämlich zu ungewöhnlichen Eisenverschiebungen kommen. Verschreibt der Arzt ein zweiwertiges Eisenpräparat, sollten Sie zur Einnahme keinesfalls Kaffee oder Tee trinken. Diese hemmen die Aufnahme des Minerals.

Eisen wird von Ihrem Körper unterschiedlich gut verwertet

Pflanzliches Eisen aus Gemüse, Obst und Vollkorn ist „dreiwertig“ (FE III). Solche Eisenverbindungen werden im sauren Magensaft für die Darmschleimhaut unlöslich, der Körper kann also wenig damit anfangen. Der Organismus nutzt nur etwa ein bis fünf Prozent des rein pflanzlichen Eisens aus.

Eine Ausnahme bilden dabei Bohnen, Sojabohnen und Sojaprodukte, dieses Eisen wird doppelt so gut genutzt.

Die so genannte Bioverfügbarkeit bessert sich, wenn zusätzlich größere Menschen Vitamin C gegessen oder getrunken werden (bis zu einem Gramm täglich).

Dann kann mehr Eisen verwertet werden. Ein besonders schlechter Eisenspender ist der Spinat. Er enthält ebenso wie Rhabarber Oxalsäure, die das vorhandene Eisen vollends unverwertbar macht. Damit ist auch die Mär vom Spinat als Eisnespender vom Tisch.

Eisen (FE II) tierischer Herkunft dagegen ist „zweiwertig“. Es bleibt auch im Magen gelöst und ist daher besser verwertbar. Immerhin wird tierisches Eisen bis zu 30 Prozent ausgewertet, der Nutzen ist zehnmal höher als der des pflanzlichen Eisens. Eine Ausnahme ist interessanterweise Leber: Sie enthält zwar sehr viel Eisen, aber leider dreiwertiges.

Deshalb sollten Sie zu einem Lebergericht beispielsweise einen Vitamin-C-reichen Paprikasalat essen oder ein großes Glas Orangensaft trinken. Drei Orangen als Nachtisch tun es auch.

Eine ausgewogene Mischkost enthält sämtliche lebenswichtigen Nährstoffe. Bei praktisch jeder Diät müssen Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge zusätzlich eingenommen werden. Vor allem leidenschaftliche Anhänger einer rein vegetarischen Ernährung können trotz ihrer sonst an sich gesunden

Nahrungsmittel mit der Zeit einen ausgeprägten Eisenmangel entwickeln. Sie müssen auf alle Fälle nach Absprache mit ihrem Arzt ein zusätzliches Eisenpräparat einnehmen.

Frieren: Oft ein hausgemachtes Frauenproblem

Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass Frauen wirklich schneller frieren als Männer und oft sogar selbst daran schuld sind.

Logisch auf den ersten Blick erscheint, dass Menschen schneller frieren, die klein und schlank sind. Da haben Frauen schon mal einen Minuspunkt. Aaaber: Das Problem ist oft hausgemacht, denn Frauen sind eigentlich von Natur aus besser isoliert als Männer. Sie haben normalerweise eine dickere Unterhautschicht.

Das gilt aber nur für die Rubensfrau – wer sich dem heutigen Schlankheitsideal angepasst hat, hat diesen natürlichen Vorteil verspielt.

Hinzu kommt, dass ständiges Frieren auch durch Eisenmangel hervorgerufen werden kann. Und auch da sind Frauen wieder im Nachteil: Durch die Monatsblutung verlieren sie nicht nur Blut, sondern auch Eisen. Wenn Sie ständig frieren, sollten Sie also einmal bei Ihrem Arzt Ihren Blut-Eisengehalt überprüfen lassen.

So bekämpfen Sie eine Eisenmangelanämie in den Wechseljahren

Die meisten Frauen haben ihre letzte Monatsblutung im Alter zwischen 50 und 54 Jahren. Ihr voraus geht oft eine längere Zeit mit unregelmäßigen Blutungen.

Dazu gehören besonders starke Blutungen, verlängerte Blutungen oder Schmierblutungen. Diese können unter Umständen zum Problem werden, denn mit dem Blut verliert Ihr Körper auch Eisen.

Er muss folglich auf seine „eisernen Reserven“ zurückgreifen. Die Eisenspeicher leeren sich langsam, und es kann sich eine Eisenmangelanämie ausbilden. Typische Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsprobleme.

Ihr Arzt kann mit Hilfe einer Blutuntersuchung feststellen, ob bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegt. Aufschluss darüber geben der Hb-Wert, der das Hämoglobin im Blut bestimmt, und der Serum-Ferritin-Wert. Dieser gibt an, ob Ihre Eisenspeicher bereits abgenommen haben oder sogar schon geleert sind.

Ist das der Fall, wird er Ihnen möglicherweise ein Eisenpräparat verordnen. Sie können jedoch auch mit Ihrer Ernährung gegensteuern: Eisen steckt vor allem in Fleisch und Innereien.

Dies ist besser verwertbar als pflanzliches Eisen. Es ist aber auch möglich, Ihren gesteigerten Eisenbedarf mit Pflanzen zu decken: Rote Bete, Mangold, Schwarzwurzeln, Hülsenfrüchte, Schnittlauch, Petersilie, Pistazien und Sonnenblumenkerne enthalten beispielsweise relativ viel gut verwertbares Eisen.

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