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Achtung Statine: Cholesterinsenker können gefährlich für Sie sein

Hier in diesem Beitrag möchte ich Ihnen zunächst eine ganz private Frage stellen: Kennen Sie Ihre Cholesterinwerte? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch. Sie wissen, ob Sie sich einer Gesundheitsgefahr aussetzen, denn immerhin sind erhöhte Blutfettwerte Vorläufer vieler Erkrankungen, die heute als Zivilisationskrankheiten zu unserem täglichen Leben gehören.

Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Arteriosklerose – sie alle werden durch erhöhte Cholesterinwerte ausgelöst. Aber ich möchte gleich noch Frage 2 und 3 anschließen: Sind Ihre Cholesterinwerte zu hoch? Und erhalten Sie eventuell sogar Statine, also Cholesterinsenker?

Funktion der Statine

Aufgabe der Statine, also der Cholesterinsenker, ist es, in der Leber die Bildung von Cholesterin zu hemmen – dazu verhindern sie, dass das Enzym, das für diese Cholesterinbildung nötig ist, arbeiten kann.

Diese Medikamente sind mittlerweile ein gewaltiger Markt. Schon im Jahre 2002 wurden die 8 bekanntesten Cholesterinsenker 12 Millionen Mal verschrieben – gezählt wurden die Verschreibungen für gesetzlich versicherte Patienten. Seitdem wird die Zahl noch gestiegen sein, denn immerhin gelten die CSE-Hemmer, also Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer, als DIE Behandlung schlechthin gegen erhöhte Cholesterinwerte.

Was bringen Statine?

Aber sind Cholesterinsenker wirklich so erfolgreich? Um den Erfolg eines Medikaments zu überprüfen, werden Studien durchgeführt. Die erste wirklich wichtige Studie zum Thema „Cholesterinsenker“ war die 4S-Study, die Scandinavian Simvastatin Survival Studie Group. Sie zeigte, dass täglich 20 bis 40 mg eines Statins die Gesamtsterblichkeit deutlich senkte – das Todesrisiko ging um 30 % zurück.

Gar nicht so beeindruckend aber sieht das Ergebnis aus, wenn man diese Zahlen aufdröselt: Es waren 4.444 Patienten an dieser Studie beteiligt. Von diesen erhielten 2.221 das Statin, 2.223 Studienteilnehmer bildeten die Beobachtungsgruppe. Sie wurden nicht mit Cholesterinsenkern behandelt. In dieser Gruppe, die keine Medikamente erhielt, starben im Untersuchungszeitraum von 5,4 Jahren 256 Menschen. In der Gruppe, die behandelt wurde, war das Risiko eines Todesfalles um 30 % niedriger – das macht in Zahlen genau 74 Menschen weniger, die an Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnlichen Cholesterinfolgen starben.

Statine sind nicht ohne

Vergessen wird übrigens gerne eines: Statine sind nicht harmlos. Früher wurden sie oft mit so genannten Fibraten kombiniert. Diese Kombination, die durch Lipobay eine traurige Berühmtheit erlangt hat, begünstigt die Auflösung von Muskelgewebe. Zudem fördert diese Stoffgruppe Magen- und Darmprobleme sowie Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen. Aber auch die Statine ohne Fibrate, die heute verschrieben werden, können starke Nebenwirkungen hervorrufen. Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Leber- und Nierenschäden sind nur einige der Probleme, die sie verursachen können.

Sie sollten daher, wenn Ihnen Statine verschrieben werden, auf jeden Fall mit Ihrem Arzt ein intensives Gespräch führen. Vielleicht gibt es für Sie auch andere Methoden, mit denen Sie Ihren Cholesterinspiegel effektiv senken können.

Cholesterin: Gesunde Ernährung senkt den Spiegel

Erhöhte Blutfettwerte führen zu verschiedenen Fettstoffwechselstörungen, wenn ein bestimmtes Maß überschritten ist. Zu den Blutfetten gehören Triglyceride und Cholesterin. Damit der Körper Blutfette in der wässrigen Blutflüssigkeit transportiert, müssen sie sich mit bestimmten Eiweißen (Lipoproteinen) verbinden. Daraus resultieren die Transport-Komplexe LDL- und HDL-Cholesterin.

LDL-Cholesterin bezeichnet man als das schlechte Cholesterin, denn eine Erhöhung stellt einen Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Darüber hinaus sollten die Triglyceride bestimmte Werte nicht überschreiten, während die Werte für das HDL-Cholesterin möglichst hoch liegen sollten. Um eine Fettstoffwechselstörung festzustellen, bestimmt eine Blutuntersuchung die Konzentration der Fette.

Krankheiten durch erhöhte Blutfettwerte

Fettstoffwechselstörung und Ernährung hängen in vielen Fällen zusammen: Nicht selten wirkt sich eine langjährige Fehlernährung negativ auf die Blutfettwerte aus. Medikamente zur Beeinflussung des Fettstoffwechsels führen unter Umständen ebenfalls zu einer Erhöhung der Blutfettwerte.

Darüber hinaus kann eine nicht richtig eingestellte Diabeteserkrankung bei einer Fettstoffwechselstörung zu den Ursachen gehören.

Aus erhöhten Blutfettwerten resultieren möglicherweise Folgeerkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt. Je nach Ursache der Fettstoffwechselstörung bewirken Veränderungen in den Lebensgewohnheiten viel. Bei einer Fettstoffwechselstörung ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, die körperliche Aktivität zu steigern und auf Nikotin und Alkohol zu verzichten.

Was ist gesund und was nicht?

DieDeutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE Bonn) empfiehlt, den Verzehr von Fleisch und Fleischwaren, fetten Käsesorten, Eiern und Sahne sowie von Kokos- und Palmkernfett zu reduzieren. Bei der Nahrungszubereitung sollte man Linolensäure-reiche Pflanzenöle wie Walnuss-, Raps- und Sojaöl sowie Olivenöl voller einfach ungesättigter Fettsäuren verwenden.

Vor und parallel zu einer medikamentösen Behandlung empfiehlt sich in Absprache mit dem behandelnden Arzt eineErnährungs- und Bewegungstherapie. Insgesamt rät man eine fett- und cholesterinarme, ballaststoffreiche Ernährung an. Mageres Fleisch, Fisch, Gemüse, Geflügel ohne Haut und Milchprodukte mit reduzierter Fettstufe stehen hier auf dem Speiseplan.

Bei der Zubereitungsform ist Grillen und Dünsten dem Braten vorzuziehen. Darüber hinaus sollte nach Ansicht der DGE Seefisch mit seinem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Lösliche Ballaststoffe in Obst, Gemüse, Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten üben ebenso wie mit Phytosterolen angereicherte Streichfette einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel aus.

Diese Nahrungsmittel senken den Cholesterinspiegel

  • Äpfel
  • Olivenöl
  • Rapsöl
  • Leinöl
  • Haferkleie
  • Nüsse (v. a. Walnüsse)
  • Sellerie
  • Sojaprodukte
  • Zwiebeln

Vitalstoffe:

  • Niacin (1,5 mg pro Tag, z. B. Niaspan®, rezeptpflichtig)
  • Vitamin C (200 bis 500 mg pro Tag) zusammen mit
  • Vitamin E (70 bis 140 mg)

Auch wenn die Laienpresse es häufig behauptet: Fischöle allein haben keinen großen Einfluss auf die LDL-Cholesterinwerte. Sie haben ihr Haupteinsatzgebiet bei erhöhten Triglyzeridwerten, die sie um bis zu 25 Prozent senken.

Butter vs. Margarine

Häufig taucht die Frage auf: Was ist gesünder hinsichtlich des Cholesterins, Butter oder Margarine? Jeder Mensch in Deutschland nimmt durchschnittlich pro Tag 7.000 Milligramm Cholesterin zu sich, doppelt so viel wie medizinisch vertretbar ist.

9 Prozent davon stammen von der Butter und 43 Prozent aus Wurst und Fleisch. Die Butter ist also nicht der Übeltäter. Das Kunstprodukt Margarine mit seinen gehärteten Fetten empfiehlt sich nicht.

Fischöl und Knoblauch als Alternative?

Fischöl und Knoblauch empfiehlt man gerne, wenn es darum geht, den Cholesterinspiegel zu senken. Aber was ist dran an diesen beiden natürlichen Cholesterinsenkern?

  • Fischölkapseln bewirken in der Cholesterintherapie nur eines: Sie erinnern an den großen Löffel Lebertran in Ihrer Kindheit. Nur in sehr hoher Dosis senken diese Kapseln den Cholesterinspiegel und das auch nur geringfügig. Sie steigern das HDL nicht und der Effekt auf Ihren Cholesterinquotienten ist gleich Null.
  • Knoblauchkapseln bewiesen sich in der Cholesterintherapie noch gar nicht. Es gibt keinen Nachweis dafür, dass sie überhaupt das Cholesterin verändern. Lediglich frischer Knoblauch senkt das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt.

Die umstrittene Wirkung von Knoblauch

Zwei Studien erschienen 1993 in der Oktober-Ausgabe der Annals of Internal Medicine. Sie legen nahe, dass eine Ergänzung der Ernährung mit Knoblauch oder dem faserhaltigen Psyllium den Blutcholesterinspiegel senkt.

Während zunächst nur die Knoblauchstudie Beachtung fand, rückt jetzt der Psylliumbericht ins Blickfeld der Öffentlichkeit. In den letzten zwei Jahrzehnten mehrten sich die Hinweise, dass Knoblauch die Blutcholesterinwerte verbessert. Die Mengen an Knoblauch zur Verminderung des Blutcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegels schwankten jedoch zwischen einer und 28 Zehen pro Tag.

Im Bericht der Annals überprüften die Wissenschaftler 28 Studien. Davon wählten die Autoren fünf für eine statistische Analyse aus. Die übrigen Studien wiesen ernsthafte Mängel hinsichtlich ihrer Vorgehensweise auf. Die fünf von den Autoren untersuchten Studien unterschieden sich in der Anzahl der Personen, der Zubereitung des Knoblauchs (in Tabletten-, flüssiger oder trockener Form) und der Menge des Knoblauchs.

Aufgrund der Studienergebnisse schätzten die Autoren, dass eine halbe bis ganze Knoblauchzehe pro Tag den Blutcholesterinspiegel um 9 Prozent senkt. Dennoch war die Qualität der in dieser Analyse berücksichtigten Studien zu unterschiedlich, um sich aufgrund der Resultate ein verlässliches Urteil zu bilden. Die Folge: Der Beweis, dass der Verzehr von Knoblauch den Blutcholesterinspiegel konsequent absenkt, steht noch aus.

Der Zusatzstoff Psyllium

Im Gegensatz dazu bestärkt der zunächst weniger beachtete Bericht über Psyllium und den Blutcholesterinspiegel die bereits nachgewiesenen gutartigen Wirkungen dieses faserhaltigen Zusatzstoffs. Diese gut konzipierte und kontrollierte Studie untersuchte mehr als 100 Erwachsene mit hohen Blutcholesterinwerten (über 220 mg/dl). Einige Frauen und Männer aßen eine hoch fetthaltige Kost (mehr als 40 Prozent der Gesamtkalorien).

Andere verzehrten eine weniger fetthaltige Nahrung (nicht mehr als 30 Prozent der Gesamtkalorien). Die Wissenschaftler verglichen daraufhin die Auswirkungen eines Zusatzes von täglich zweimal 1,5 Päckchen Psyllium (Metamucil) mit den Auswirkungen einer Nichteinnahme von Psyllium.

Nach achtwöchiger Einnahme des Psylliumpräparats war eine geringe, aber signifikante Absenkung des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins zu verzeichnen. Dies geschah unabhängig vom Fettgehalt der Nahrung. Die Gesamtcholesterinwerte fielen um 4,7 Prozent, die von LDL-Cholesterin um 6,6 Prozent. Resultat: Wenn Sie einen hohen Blutcholesterinspiegel aufweisen, fragen Sie Ihren Arzt nach den positiven Wirkungen einer mit Psyllium angereicherten Kost mit niedrigem Fettgehalt. Damit verzögern oder vermeiden Sie den Einsatz cholesterinsenkender Medikamente.

Psyllium ist ein in den USA geläufiger Produktname. Der Wirkstoff stammt aus der Samenschale der indischen Pflanze Plantago ovata (Flohsamen).

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