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So beugen Sie einer lebensgefährlichen Unterernährung vor

Die meisten Menschen achten ihr Leben lang auf ihr Körpergewicht und investieren viel Geld und Energie, um überflüssige Pfunde schnell wieder los zu werden. Von Untergewicht oder Unterernährung ist so gut wie nie die Rede. Jetzt schlägt ein Mediziner des Berliner Universitätsklinikums Charité Alarm: Professor Herbert Lochs stellte fest, dass mehr als die Hälfte aller über 70-jährigen Patienten, die in ein Krankenhaus überwiesen werden, unterernährt sind. Schlimmer noch: Zahlreiche alte Menschen bleiben durch die Unterernährung dauerhaft geschwächt und sterben sogar daran. Denn nach der Entlassung aus der Klinik hätten sie eine viermal so hohe Sterblichkeit wie ihre normalgewichtigen Altersgenossen. Warum aber ist das so und was können Sie dagegen tun?

Unterernährung lässt sich auf zweierlei Wegen feststellen. Ein wichtiger Indikator ist das Körpergewicht in Bezug zur Körpergröße. Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine Zahl, die sich ergibt, wenn Sie Ihr Körpergewicht (kg) durch das Quadrat Ihrer Körpergröße (m) dividieren. Wiegen Sie beispielsweise 77 kg und sind 1,83 m groß, so ist der BMI 77 : (1,83 x 1,83), also ca. 23. Ein BMI zwischen 19 und 25 ist normal, unter 19 beginnt das Untergewicht. Ein weiterer Indikator für Unterernährung sind Mangelsymptome wie Muskelabbau oder Wundheilungsstörungen. Solche Symptome wurden nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik bei 83 % der älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen diagnostiziert. Ebenso bei 31 % aller zu Hause lebenden Senioren. Zwar benötigt ein 60-Jähriger mit 1.700 kcal pro Tag etwa 25 Prozent weniger als ein 30-Jähriger, dennoch reduzieren viele Senioren ihre Nahrungsaufnahme auf ein weit geringeres Maß. Das hat verschiedene Ursachen:

  • Viele Senioren leben allein. Da treiben sie oft weniger Aufwand mit der Essenszubereitung oder lassen ganze Mahlzeiten einfach aus. Außerdem fehlt der Appetit, denn zu zweit schmeckt es nun mal besser.
  • Die Geschmacksnerven sind nicht mehr so sensibel, das Essen will nicht so recht schmecken, daher wird weniger gegessen.
  • Ältere Menschen fühlen sich schneller satt. Auch das begrenzt die Nahrungsaufnahme.
  • Oft spielt auch die schlechte soziale Situation älterer Menschen eine Rolle, die sich ihren Unterhalt buchstäblich vom Munde absparen.
  • Das Hunger- und Durstgefühl ist nicht mehr so ausgeprägt wie in jungen Jahren. Dadurch sinkt zusätzlich auch die Flüssigkeitsaufnahme.
  • Erkrankungen, wie Kau- oder Schluckbeschwerden, lassen die Nahrungsaufnahme zu einer beschwerlichen Last werden.

Wie können Sie der gefährlichen Unterernährung gegensteuern?

Grundsätzlich gilt: Gesunde ältere Menschen brauchen weder eine Sonderernährung noch Schonkost. Wenn Sie Ihr Essen selbst zubereiten, sollten Sie auf die Schmackhaftigkeit und Bekömmlichkeit achten. Auf schwer verdauliche oder blähende Nahrungsmittel wie grobe Vollkornprodukte, frisches Brot, Hefekuchen und Kohl sollten Sie ganz verzichten. Gewürze fördern die Bekömmlichkeit. Besonders geeignet sind Kümmel, Fenchel. Koriander, Anis und Wacholderbeeren sowie Nelken, Zimt und Ingwer. Sie fördern gleichermaßen Ihren Appetit und auch die Verdauung. Bei Kau- oder Schluckbeschwerden sollten Sie darüber hinaus auch auf ausreichende Feuchtigkeit Ihrer Nahrung achten. „Gut rutschende“ Nahrungsmittel sind z.B. Gemüse und Kartoffelpüree, Milch- und Quarkspeisen sowie Suppen. Wenn Sie zunehmen müssen, können Sie Ihre Speisen mit einem Ei oder einem Esslöffel Pflanzenöl anreichern. Ebenso geeignet sind Sahne oder Sauerrahm. Ganz wichtig, damit Sie nicht „austrocknen“: Trinken Sie täglich 1,7 bis 2,2 Liter Flüssigkeit zusätzlich zu der Flüssigkeit, die bereits in der Nahrung enthalten ist.

Spezielle Aufmerksamkeit sollten Sie Ihrer Eiweißversorgung widmen. Eiweißmangel kann schnell zu massiven und gesundheitsbedrohenden Symptomen führen. Von den insgesamt 20 eiweißbildenden Aminosäuren kann der Körper zwölf selbst herstellen. Die übrigen acht muss er täglich mit der Nahrung aufnehmen (so genannte essenzielle Aminosäuren).

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