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Untergewicht - wann ist es zu wenig?

Für die meisten Menschen stellt Übergewicht eher ein Problem dar als zu wenig auf den Hüften zu haben. Trotzdem gibt es sie auch: Die Menschen, die verzweifelt versuchen zuzunehmen, es aber beim besten Willen nicht schaffen. Untergewicht gilt als ebenso störend und unangenehm wie Übergewicht und auch Untergewichtige kämpfen mit Vorurteilen.

Sehr schlank oder Untergewicht?

Als Untergewicht bezeichnet man ein Gewicht, das in Relation zur Körpergröße zu niedrig ausfällt. Es kennzeichnet sich durch den Schwund von Fett- und Muskelgewebe. Zur Definition von Untergewicht benutzt man verschiedene Berechnungsformeln. Dazu gehören beispielsweise der Broca-Index, der Body-Mass-Index (BMI), der Ponderal-Index, das Verhältnis von Taille zu Hüfte oder die simple Vermessung des Bauchumfangs.

Es besteht kein medizinischer Konsens darüber, wo das wünschenswerte Gewicht eines Menschen liegt. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist der Body-Mass-Index und der persönliche Wohlfühlfaktor. Beim Body-Mass-Index gilt je nach Definition ein Wert von unter 18 bzw. 19 als untergewichtig. Berechnen Sie Ihren BMI mit unserem BMI Rechner und schauen Sie nach, ob Sie laut BMI untergewichtig sind.

Ursachen und Folgen von Untergewicht

Untergewicht entsteht, wenn der Körper im Vergleich zum Verbrauch zu wenig Kalorien aufnimmt. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  1. ungenügende Nahrungszufuhr: z. B. es steht nicht genügend Nahrung zur Verfügung, der Patient leidet unter Appetitlosigkeit, die durch körperliche Aktivität verbrauchten Kalorien überschreiten die zugeführten, bei Nahrungsverweigerung aufgrund psychischer Störungen
  2. Nährstoffverlust: z. B. bei krankheitsbedingter mangelhafter Aufspaltung der Nahrung im Verdauungstrakt oder von Darm- oder Nierenerkrankungen verursachter Verlust von Eiweiß
  3. erhöhter Abbaustoffwechsel: genetisch bedingt oder hervorgerufen durch eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus Typ I oder Nebenniereninsuffizienz
  4. Essstörung wie Bulimie oder Magersucht: neben den hier genannten Faktoren gibt es natürlich eine Reihe individueller Ursachen für Untergewicht, die in der persönlichen Konstitution des Menschen liegen

Untergewicht gefährdet nicht zwangsläufig die Gesundheit. Es gilt als gefährlicher, je stärker es ausgeprägt ist, insbesondere in Kombination mit einer Mangel- oder Fehlernährung. Bei fortschreitendem Untergewicht beginnt der Körper mit der Aufzehrung von Muskelmasse und dem Herunterfahren des Stoffwechsels zwecks Schonung.

Dadurch sinkt der Blutdruck. Es kommt zu Kreislaufbeschwerden, das Immunsystem ist angegriffen und es entsteht eine Neigung zu Osteoporose, weil die Knochendichte nachlässt. Extremes Untergewicht führt zu Multiorganversagen und zum Tod.

Essstörungen beginnen oft mit Diät

Den Grundstein für ein lebenslanges anomales Essverhalten legt der Mensch in der Jugend. Dies bestätigt eine neue australische Studie. Prof. G. C. Patton und Kollegen der Universität von Parkville/Victoria befragten und beobachteten 2023 Schülerinnen und Schüler drei Jahre lang regelmäßig. Ihr Ergebnis: Am Anfang von Essstörungen steht die Diät.

Gerade bei jungen Mädchen liegt das Dünnsein an der Grenze zum Untergewicht voll im Trend. Die Angst vor dem Zunehmen sorgt dafür, dass man das Essen drastisch einschränkt. Ein BMI von 18 scheint erstrebenswert und die Mädchen zählen jede Kalorie. Eine Diät folgt der nächsten und Abnehmen entwickelt sich zum Lebensinhalt.

Zu Beginn der Untersuchung litten 3 Prozent der Mädchen und 0,3 Prozent der Jungen an einer Essstörung. Im weiteren Verlauf zeigten alle Mädchen, die strenge Diäten durchführten, ein 18-mal höheres Risiko für eine Essstörung als Schülerinnen mit normalem Essverhalten. Wer hin und wieder fastete, wies ein fünffaches Risiko für eine bleibende Essstörung auf.

Im Krankenhaus gibt es oft zu wenig zu essen

Bei einem Aufenthalt in der Klinik nehmen die meisten Menschen ab. Ernährungsmediziner der Universität Kassel untersuchten die Ernährungssituation von etwa 2.000 Patienten in mehreren deutschen Kliniken. Etwa 75 Prozent verloren im Krankenhaus an Gewicht. Das steht einem zügigen Genesungsprozess entgegen.

Die Speisepläne sind nicht auf die Bedürfnisse der Kranken abgestimmt. Zum Teil enthalten die Mahlzeiten zu wenig Kalorien, Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, um den Tagesbedarf der Kranken zu decken.

Die meisten Krankenhäuser beauftragen Cateringunternehmen mit der Verköstigung ihrer Patienten, weil diese preiswerter arbeiten. Damit haben sie keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Nahrung. Dieses Problem ist zu wenig bekannt. Jeder vierte Erkrankte war bei der Einlieferung mangelernährt, bei den über 65-Jährigen sogar jeder zweite.

Da ist es besonders gefährlich, wenn weiterer Gewichtsverlust droht. Oft brauchen ältere Menschen im Krankenhaus Hilfe beim Essen, wenn sie Kauprobleme haben oder nicht eigenständig essen. Dafür fehle jedoch in den meisten Kliniken das Geld, die Zeit und das Personal, monieren die Wissenschaftler.

Untergewicht: So bekommen Sie wieder mehr auf die Rippen

Die meisten Menschen klagen über ein paar Pfund zu viel – oder mehr. Doch es gibt auch eine Reihe von Menschen, die sich immer und ewig mit Untergewicht plagen. Das kann wegen der Mangelerscheinungen schneller gefährlich werden als Übergewicht. Gesund zuzunehmen ist mindestens ebenso schwierig, wie richtig abzunehmen.

Jedes zusätzliche Pfund ist ein harter Kampf. Denn einfach jeden Tag einen Becher Sahne trinken oder ein dickes Butterbrot mehr essen – das hilft nicht. Der untergewichtige Körper muss sich erst an solche Mengen Fett gewöhnen, und damit tut er sich meist schwer. Das kann dann unter Umständen zu schweren Durchfällen führen.

Dabei wird jedes einzelne Pfund gebraucht. Denn Untergewichtige sind weniger belastbar und resistent gegen Erkrankungen. Sie erholen sich selbst nach leichteren Erkältungen wesentlich schlechter als Normalgewichtige. Sie zehren schneller aus und leiden unter Mangelerscheinungen. Deshalb gehören Sie auch unbedingt in die Behandlung eines Arztes, wenn Sie untergewichtig sind.

Dieser muss zunächst einmal kontrollieren, was hinter Ihrem extremen Untergewicht steckt. Nicht immer muss es eine Essstörung oder Fitness-Wahn sein – wie es häufig bei Jugendlichen der Fall ist. Auch eine Magen- und Darmerkrankung wie Zöliakie oder Morbus Crohn kann zu Untergewicht führen. Ebenso wie eine Überfunktion der Schilddrüse. Außerdem führen unerkannte Tumorerkrankungen nicht selten zur Auszehrung.

Ohne Geduld schaffen Sie es nicht

Für jede Untergewichtige muss ein eigener Weg gefunden werden, wie sie wieder zunehmen kann. Das kann manchmal länger dauern als erwartet und viel „Überredungskünste“ gegenüber dem Stoffwechsel erforderlich machen. Das Essen muss deshalb schmackhaft und an Ihrem Appetit orientiert sein.

Es sollte nicht zu ballaststoffreich und nicht zu fett sein. Manchmal bieten sich auch fertige Trinklösungen an, die jedoch nicht besonders gut schmecken. Ob Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, entscheidet Ihr Arzt anhand von Vitamin- und Mineralstoffanalysen.

So überlisten Sie Ihren Körper, mehr Nahrung anzunehmen:

eiweiß

  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und essen Sie nicht nebenbei.
  • Drei Hauptmahlzeiten sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen.
  • Versuchen Sie, einigermaßen feste Zeiten zum Essen einzuhalten.
  • Sie dürfen essen, ohne Kalorien zu zählen. Dennoch sollte Ihre Kost ausgewogen sein und ausreichend von allen Nährstoffen enthalten.
  • Reichern Sie Suppen und Saucen mit Sahne, Butter oder Pflanzenöl an.
  • Greifen Sie ruhig zu herzhaften Brotbelägen wie Wurst, Käse oder Nussmus.
  • Sorgen Sie für Abwechslung.
  • Peppen Sie Salate mit Nüssen und üppigen Saucen auf.
  • Wählen Sie bei Milchprodukten die höheren Fettstufen.
  • Blähende Speisen sind ungünstig, da sie den Appetit hemmen.
  • Meiden Sie kalorienarme Gemüse, Salate und Obst.
  • Probieren Sie es mit Malzbier, Saft oder Milchshakes. Bei Gemüsesäften geben Sie einen Schuss Öl hinzu.

Leichter Sport fördert übrigens die Gewichtszunahme, denn er regt den Appetit an. Ansonsten hilft Ihnen vor allem Geduld. Ein Kilogramm Gewichtszunahme im Monat gilt bereits als Erfolg.

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