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Salz - Über das meistgenutzte Gewürz beim Kochen

Salz (Speisesalz, Kochsalz oder Tafelsalz) verwenden wir für unsere menschliche Ernährung. Es ist der vom Menschen am meisten konsumierte Mineralstoff. Es besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid, dem Natriumsalz der Salzsäure. Seine chemische Formel ist NaCl. Es kommt in der Natur in großen Mengen vor, sowohl im Meersalz gelöst als auch im Mineral Halit gebunden.

Meersalz auf Holzlöffel und Bastmatte© Birgit Kutzera – Fotolia

Mehr als ein Gewürz

Salzgewinnung ist in vielen Zivilisationen des Altertums bezeugt. Schon für das alte Babylon können Wissenschaftler die Nutzung von Salz für die Konservierung für Nahrungsmittel nachweisen. Es galt lange Zeit als kostbares Handelsgut und machte ganze Städte reich. Salz spielt eine lebenswichtige Rolle für den menschlichen Körper. Es reguliert den Wasserhaushalt und beeinflusst das Nervensystem, die Verdauung und den Knochenaufbau. Der Körper eines Erwachsenen enthält bis zu 300 Gramm Salz. Täglich scheidet man davon ein bis drei, unter extremen Umständen sogar bis zu 20 Gramm aus, die man von außen wieder zuführen muss.

In der Vergangenheit machten Forscher eine salzreiche Ernährung für Bluthochdruck und daraus resultierende Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Tatsächlich senkt eine Reduzierung der Salzaufnahme den Blutdruck wirksam. Neue Langzeitstudien deuten jedoch darauf hin, dass eine Mangelversorgung mit Salz einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Bei einer Überdosierung wird Salz zum Gift. Für einen Erwachsenen beträgt die tödliche Dosis etwa 50 Gramm, weshalb Unfälle ausgeschlossen sind. Für unseren Organismus ist Salz unverzichtbar, denn es wird für die Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen benötigt.

Wozu benötigt der Körper Salz?

  • Regulierung des Wasserhaushalts
  • Produktion der Magensäure
  • Bewegung der Muskeln
  • Reizübertragung von Nerv zu Nerv
  • Aktivierung von Stoffwechselvorgängen

Welche verschiedenen Salzarten gibt es?

Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich bei Salz (NaCl) um einen anorganischen (unbelebten) Mineralstoff aus einer Verbindung der Elemente Natrium (Na) und Chlor (Cl). Wir kennen grundsätzlich drei verschiedene Salzarten, die immer in der gleichen Zusammensetzung aus Natrium und Chlor vorkommen: Siedesalz, Steinsalz und Meersalz. Je nach Art der Gewinnung gibt es feine Unterschiede:

Siedesalz

Siedesalz wird aus Sole durch das Verdampfen des Wassers gewonnen. Die Sole entsteht dadurch, dass Salz, das tief im Felsen gebunden ist, durch Grundwasser gelöst wird. Es entstehen unterirdische natürliche Solequellen wie zum Beispiel in Bad Reichenhall. In modernen Salinen wird das Siedesalz in geschlossenen Verdampferanlagen gewonnen. Sie haben im Vergleich zu Steinsalz und Meersalz den höchsten Reinheitsgrad.

Steinsalz

Der große Unterschied zwischen Siedesalz und Steinsalz ist die Art der Gewinnung. Steinsalz wird als festes Salz aus den Tiefen der Erde gewonnen. Was früher mit Hammer und Meißel mühsam von Hand im Berg abgebaut wurde, geschieht heute mit Hilfe von Spreng- und Bohrarbeiten.

Dabei werden Salzlagerstätten erschlossen, die bis zu mehrere hundert Meter tief unter der Erde liegen. In der Weiterverarbeitung werden die Steinsalzbrocken grob gebrochen und dann fein gemahlen. Bei der anschließenden Reinigung werden die unerwünschten Bestandteile wie zum Beispiel Ton beseitigt.

Meersalz

Meersalz entsteht durch das Verdunsten von Meerwasser. Damit ist die Gewinnung von Meersalz im Vergleich zu Siede- oder Steinsalz deutlich weniger aufwändig. Industriell wird Meersalz heute in natürlichen und künstlich angelegten offenen Becken (Salzgärten) gewonnen.

Vor allem in südlichen Ländern wird das ungefilterte Meerwasser durch Sonneneinwirkung und Wind verdunstet. Was zurück bleibt, ist nur zu 80 Prozent Natriumchlorid, der Rest sind Salzverbindungen und andere Stoffe, zum Beispiel Gips.

Gourmetzutat Salz

In den letzten Jahren entdeckten Sterneköche und Hobbygourmets das Salz für sich. Im Angebot sind die verschiedensten Sorten, vom französischen Fleur de Sel, einer besonders feinen Sorte Meersalz, über dessen spanisches Pendant Flor de Sal bis zu zartrosafarbenem Himalaya-Steinsalz oder pastellblauem Salz aus dem Iran.

Salz ist in Bioqualität erhältlich und der Feinschmecker unterscheidet deutliche Geschmacksnuancen. Hochwertige Salze, die auch in der Neuzeit teuer sind, verwendet man nicht zum Kochen. Man streut es vielmehr als Tüpfelchen auf dem i über die fertigen Gerichte, damit das feine Aroma nicht verloren geht.

Ist Meersalz wirklich ist gesünder als Tafelsalz?

In vielen Rezepten finden Sie inzwischen die Vorgabe, mit Meersalz zu kochen. Meersalz klingt nach Natur, Mittelmeerkost und damit mehr Gesundheit. Und obwohl das Salz aus Meerwasser gewonnen wird, ist es trotzdem nicht reich an Jod. Erst durch den Zusatz von Jod wird es für Ihre Gesundheit so wertvoll wie „normales“ jodiertes Kochsalz. Auch sehr teure Salze aus fernen Ländern sind in der Regel nicht hochwertiger als einfaches Haushaltssalz. So lautet das Fazit einer Untersuchung von Stiftung Warentest. Die Lebensmittelprüfer nahmen 36 Speisesalze, darunter 7 Fleur de Sel und 8 Steinsalze unter die Lupe. Geruch und Geschmack, chemische Qualität, Verpackung und Kennzeichnung standen auf dem Prüfstand.

Es zeigte sich, dass es zwischen den Salzen kaum chemische Unterschiede gibt. Zu 93 bis 99,9 Prozent bestehen sie aus Natriumchlorid, also schlicht Kochsalz. Der Rest sind beispielsweise schwer lösliche Sulfate und Karbonate, die Ihrem Körper keine Vorteile bieten. Der hohe Natriumchloridanteil in den einfachen Salzen spricht für hohe Reinheit, die durch eine mehrstufige Reinigung erreicht wird. Naturbelassene Steinsalze und Fleur de Sel enthalten noch verschiedene Elemente wie Brom und Strontium, aber nur in Spuren. Manche Anbieter werben mit besonders vielen Elementen. In den teuren Spezialsalzen fanden die Tester jedoch nur einen Bruchteil der angepriesenen 80 Mineralien und Spurenelemente. Einfaches Haushaltssalz erhalten Sie schon für günstige 4 Cent pro 100 Gramm und es ist auch qualitativ eine gute Wahl. Teure Spezialsalze sind allenfalls als Zweitsalz zu empfehlen, um beim Kochen farbige und geschmackliche Akzente zu setzen. Gesundheitliche Vorteile haben diese Salze für Sie nicht.

Achtung beim Kauf von Jodpräparaten!

In der Apotheke erhält man Tabletten mit 100 oder 200 µg Jod (z. B. Jodid-ratiopharm® oder Jodid-hexal®). Wer so gut wie gar kein Jodsalz oder keinen Fisch verzehrt, sollte 200 µg täglich zuführen. In anderen Fällen genügen 100 µg. Die Monatstherapiekosten liegen bei 2 bis 3 Euro.

Mit Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen, allerdings kann man in seltenen Fällen eine bisher versteckte Schilddrüsenüberfunktion durch das zusätzliche Jod verstärken. Jod beeinträchtigt unter Umständen die Wirksamkeit von Diuretika (Wassertabletten), Schilddrüsenhormone oder Epilepsiemitteln. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie solche Medikamente einnehmen und zusätzlich Jod-Tabletten benötigen. Nehmen Sie eine Tablette täglich mit einem Glas Wasser zu einer Hauptmahlzeit ein.

Noch ein Argument für weniger Salz …

Wenn Sie Bluthochdruckpatient sind, dann ist das eine wichtige Nachricht für Sie: Wissenschaftler vermuten, dass mehr als 30 Prozent aller Bluthochdruckpatienten nicht auf die blutdrucksenkenden Medikamente ansprechen, weil ein überhöhter Salzkonsum dieWirksamkeit der Blutdrucksenker hemmt. Subjektiv nehmen die Patienten wenig Salz zu sich. Misst man es in Gramm, so liegen die Werte im Durchschnitt bei 11,6 Gramm und damit deutlich über dem Richtwert der Weltgesundheitsorganisation mit 5 Gramm.

Achten Sie besonders auf Fertigprodukte und darin versteckte Salze. Diese machen krank und hemmen darüber hinaus die Wirkung der Blutdrucksenker, die Sie eventuell einnehmen. Steigen Sie aus diesem Teufelskreis aus und versuchen Sie es ohne Salz.

Salzkonsum: Achtung, Ausnahme!

Es gibt zwei Situationen, in denen Sie auf Natrium nicht verzichten dürfen: Wenn Sie Sport treiben und viel schwitzen, verlieren Sie über Ihren Schweiß viel Natrium. Vielleicht erlebten Sie das schon einmal, wenn Sie bei Hitze ein dunkles T-Shirt trugen. Auf diesem zeichneten sich weiße Salzränder ab.

Die andere Situation ist, wenn Sie unter Durchfall leiden. Dann verlieren Sie ebenfalls viel Natrium, aber auch andere Mineralstoffe. Nehmen Sie in diesen beiden Situationen kein reines Salz zu sich. Es empfiehlt sich ein leicht gesalzener Gemüsesaft. Dieser füllt alle Mineralstoffspeicher wieder auf.

Die besten Hausmittel mit Salz

Salz kann mehr als Würzen und ist bestens dazu geeignet, Hausmittel gegen die unterschiedlichsten Beschwerden daraus herzustellen.

Inhalieren mit Salz befreit die Atemwege

Für die Herstellung von Hausmitteln sollten Sie möglichst unbehandeltes Salz wie Meersalz, Steinsalz oder unjodiertes Haushaltssalz verwenden. Das damit zubereitete Salzwasser können Sie vielseitig einsetzen. Salzwasser bringt Ihnen Linderung bei:

Außerdem können Sie aus Salzwasser Salzsocken herstellen, die sich bei schmerzhaften Gichtanfällen bewährt haben.

So inhalieren Sie richtig mit Salz

Bei Erkältungskrankheiten und den damit verbundenen Beschwerden sind Inhalationen mit Salzwasser ein wahrer Segen. Sie beruhigen und befeuchten die Schleimhaut in den Atemwegen und regen zur Schleimbildung an, sodass die Sekrete abgehustet werden können.

Lösen Sie für eine solche Inhalation 9 Gramm Salz in einem Liter Wasser auf und bringen Sie das Salzwasser zum Kochen. Füllen Sie es dann in eine Schüssel, beugen Sie Ihren Kopf über die Schüssel und bedecken Sie Ihren Kopf mit einem Handtuch. Atmen Sie ruhig ein und aus und inhalieren Sie die aufsteigenden Salzdämpfe fünf bis zehn Minuten lang.

Ein Solebad stärkt das Immunsystem

Solebäder mit einem Salzgehalt von bis zu 6 Prozent lindern Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte und wappnen das Immunsystem gegen Erkältungskrankheiten. Bei einem solchen Bad kommt es zu einem Stoffaustausch (Osmose) zwischen Körper und Salzwasser, bei dem Giftstoffe an das Badewasser abgegeben und gleichzeitig Mineralien und Spurenelemente vom Körper aufgenommen werden. Auf diese Weise wird der Organismus entschlackt und die Abwehr gekräftigt.

Ein Solebad bereiten Sie sich zu, indem Sie ein Kilogramm Salz (vorzugsweise Meersalz) in Ihre Badewanne schütten und die Wanne dann mit etwa 37 °C warmem Wasser volllaufen lassen. Baden Sie bis zu 30 Minuten in der Sole, tupfen Sie sich anschließend nur trocken und ruhen Sie nach dem Bad noch mindestens eine halbe Stunde.

Junge Frau trocknet sich mit Handtuch nach dem Bad ab© Dmitriy Melnikov – Fotolia

Gurgeln Sie mit Salzwasser

Salzwasser desinfiziert den Rachenraum, lässt die Schleimhaut abschwellen und lindert die Schmerzen bei Halsentzündungen. Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Viertelliter warmem Wasser und gurgeln Sie damit.

Regenerieren Sie Ihre Nasenschleimhaut mit Salzduschen

Aus dem Hatha-Yoga und der asiatischen Medizin stammen die Nasenduschen mit einem kleinen Keramikkännchen (Neti, im Fachhandel oder im Internet um 10 €). Diese Duschen befeuchten, reinigen und regenerieren die entzündete Nasenschleimhaut.

  • Füllen Sie das Kännchen mit lauwarmem Wasser, in dem Sie Meersalz gelöst haben. Die Salzkonzentration sollte dabei der von Tränen entsprechen (ein halber Teelöffel Salz auf 250 ml Wasser).
  • Neigen Sie den Kopf über dem Waschbecken leicht zur Seite und atmen Sie entspannt mit geöffnetem Mund.
  • Setzen Sie das Nasenstück des Kännchens an einem Nasenloch an, sodass die Salzlösung in die Nase laufen kann.
  • Lassen Sie die Lösung durch das andere Nasenloch wieder hinauslaufen.
  • Wechseln Sie anschließend die Seite.

Eine solche Nasenspülung können Sie unbedenklich mehrmals täglich durchführen.

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