Kohlenhydrate: Industriezucker führt zu Diabetes
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Kohlenhydrate stecken von Natur aus in jeder gesunden Ernährung, ganz gleich, ob Sie zu Obst, Gemüse oder Vollkorn greifen. Und nur sie sorgen dafür, dass Ihrem Gehirn ausreichend Energie in Form von Zucker zur Verfügung steht. Was aber ist mit den Kohlenhydraten, die viel leckerer schmecken? Die aus Schokolade, Keksen und Weißbrot? Ich erkläre Ihnen, warum diese so schädlich für Sie sind.
Seit rund 200 Jahren haben die natürlichen Kohlenhydrate starke Konkurrenz bekommen. Seitdem gibt es industrielle Kohlenhydrate, die zur Verarbeitung durch Menschenhand gehen. Vertreter dieser Kohlenhydrate, die Ihnen in Ihrem Alltag am häufigsten begegnen, sind Industriezucker und Weißmehl. Denn diese beiden Komponenten finden sich nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Tütensuppen, Essiggurken oder Wurst. Sie können ihnen kaum entkommen, leider aber auch den Folgen nur schwer: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Übergewicht resultieren aus jahrelangem Konsum falscher Kohlenhydrate.
Industriezucker führt Sie in den Diabetes
Was aber macht die industriellen Kohlenhydrate so schädlich für Ihren Körper? Das Geheimnis liegt in der molekularen Struktur. In den industriellen Kohlenhydraten liegt Zucker als Molekülpaar vor, als so genannte Saccharose. Die Molekülpaare gelangen ungeschützt in den Darm und werden hier schnell von den Verdauungsenzymen gespalten. Dadurch strömt eine große Menge an Zucker ins Blut und lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Ihr Körper reagiert, indem er eine große Menge Insulin ausschüttet. Insulin greift den Zucker sofort an, lagert ihn in Muskelzellen ein oder wandelt ihn in Fett um. Das können Sie nach und nach sogar sehen – auf Ihren Hüften.
Die Folge der Insulinausschüttung: Ihr Blutzuckerspiegel sinkt zu schnell und zu tief. Ihr Gehirn bekommt nicht genug Zucker ab, Sie werden rasch müde. Und in dem Moment, in dem der Blutzuckerspiegel unter seinen Ausgangswert fällt, bekommen Sie Heißhunger. So provozieren Sie neuerliche Blutzuckerspitzen, die Ihr Körper auf Dauer nicht vertragen kann. Es kommt zu einer Insulinresistenz und damit verbundenem Diabetes.
Nur komplexe Kohlenhydrate sind gute Kohlenhydrate
Gute Kohlenhydrate dagegen sehen anders aus. Es gibt einfache Kohlenhydrate – dazu gehört Fruktose, die im Obst vorhanden ist. Wenn Sie diese Kohlenhydrate zu sich nehmen, dann wird die Fruktose vom Darm ins Blut weitergeschleust. Darüber gelangt sie in die Leber. Dort wird sie in Glukose umgewandelt – genau in den Stoff, den das Gehirn dringend braucht. Ihr Körper wird durch diesen Vorgang nicht belastet, weil er sehr langsam abläuft.
Genauso empfehlenswert sind die so genannten Polysaccharide. Das sind Kohlenhydratmoleküle, die sich zu Gruppen zusammengeschlossen haben. Sie kommen zum Beispiel in Vollkornbrot vor. Ernähren Sie sich von solchen Lebensmitteln, müssen die Kohlenhydratketten im Darm durch Enzyme erst einmal zerkleinert werden. Das dauert einige Zeit, nach und nach gelangen die einzelnen Kohlenhydrate ins Blut.
In beiden Fällen steigt Ihr Blutzuckerspiegel langsam an. Dem Körper reicht es, eine kleine Menge Insulin freizusetzen. Das kann seiner Aufgabe nachgehen, die entstandene Glukose in die Zellen zu schleusen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Ihrem Gehirn genug Energie zur Verfügung steht.