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Gefährlicher Tributylzinn: Das sollten Sie beim Fischkonsum beachten

Es ist erschreckend, was eine Chemikalie alles anrichten kann: Tributylzinn (TBT) ist eine zinnorganische Verbindung und gilt als eine der gefährlichsten Substanzen überhaupt. Jahrelang wurde der Stoff in Schiffsfarben verwendet. Der Zusatz sollte verhindern, dass sich Muscheln und Algen am Schiffsrumpf festsetzen. Das allerdings hatte weitreichende Folgen für alle Meeresbewohner.

Als endokriner Disruptor, also als eine Substanz, die das Hormonsystem beeinflussen kann, ist Tributylzinn dafür verantwortlich, dass sich bei weiblichen Meerestieren mitunter männliche Geschlechtsorgane ausgebildet haben. Mittlerweile ist TBT für Schiffanstriche verboten. Dennoch lässt sich die Substanz noch immer in unseren heimischen Gewässern nachweisen, denn der Stoff wird nur schwer abgebaut und reichert sich in der Umwelt an. Hinzu kommt, dass einige Schiffe noch immer illegal mit TBT-haltigen Farben angestrichen werden. Die Folge: In vielen Fischen und Meeresfrüchten, die vielleicht auch regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen, lässt sich TBT nachweisen.

In diesen Nahrungsmitteln konnte TBT nachgewiesen werden

  • Muscheln
  • Flundern
  • Schollen aus Nord- und Ostsee
  • Hering
  • Thunfisch
  • Garnelen

Der Verzehr kann sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken: Aufgrund der hormonellen Wirkung steht die Verbindung beispielsweise im Verdacht, für Unfruchtbarkeit bei Männern verantwortlich zu sein. Bereits kleinste Mengen TBT können zudem Ihr Immunsystem schwächen: Die Substanz stört die Funktion der Abwehrzellen. Es drohen häufige Infekte. Zellbiologische Untersuchungen haben einen solchen Zusammenhang bereits aufzeigen können.

TBT fördert Übergewicht

TBT gilt sogar als ein Obesogen. So werden Substanzen bezeichnet, die Fettleibigkeit begünstigen. Forscher der Universität von Kalifornien, Los Angeles (USA) fanden heraus: TBT fördert das Wachstum von Fettzellen. Eine Untersuchung der Universität von Xiamen in China zeigte 2011 außerdem, dass Ratten, die regelmäßig TBT ausgesetzt sind, deutlich an Körpergewicht zulegen.

Mögliche Gesundheitsrisiken durch TBT

  • Fettleibigkeit
  • Unfruchtbarkeit
  • geschwächtes Immunsystem
  • Reizung der Augen und Atemwege

Was Sie tun können: Beobachten Sie Ihren Körper sehr genau. Konsumieren Sie regelmäßig Fisch oder Meeresfrüchte und leiden Sie zudem unter einem geschwächten Immunsystem oder unter unerklärlichem Übergewicht, dann ziehen Sie TBT als mögliche Ursache in Betracht.

Meiden Sie in diesem Fall die oben genannten Speisen oder greifen Sie alternativ ausschließlich zu Fischen, die aus Gewässern ohne oder mit nur geringem Schiffsverkehr stammen (fragen Sie gezielt bei Ihrem Fischhändler nach).

Achtung: Auch im Alltag begegnet Ihnen TBT häufig

Auch wenn der Einsatz größerer Mengen mittlerweile verboten ist: Im Alltag kommen Sie in vielfältiger Weise mit TBT in Kontakt. Die Verbindung steckt mitunter in Sportbekleidung, Socken und Schuhen und soll dort die Geruchsbildung verhindern.

Achten Sie deshalb beim Einkauf von Textilien grundsätzlich auf schadstoffgeprüfte Materialien. Meiden Sie außerdem lackierte Möbel, denn auch diese könnten Tributylzinn enthalten. TBT ist darüber hinaus in Schädlingsbekämpfungs- und Antischimmelmitteln zu finden. Vermeiden Sie es, Dämpfe dieser Mittel einzuatmen; Ihre Augen und Atemwege könnten gereizt werden.

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Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

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