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Heilfasten: So wird Ihre Fastenkur zu Hause ein voller Erfolg

Sie haben noch nie gefastet? Das stimmt mit Sicherheit nicht! Denn wir fasten täglich, nämlich während unserer nächtlichen Schlafphasen. Dann schöpft der Körper neue Kraft, und vor allem Magen und Darm können sich regenerieren, weil dann die Verdauungstätigkeit ruht.

Sehr treffend bezeichnet man das Frühstück im Englischen deshalb auch als „Breakfast“, und das lässt sich wortwörtlich schlicht und einfach als „Fastenbrechen“ übersetzen. Das freiwillige Heilfasten über mehrere Tage hingegen ist ein bewusst gewählter Prozess, der an religiöse Traditionen angelehnt ist.

Zwar gehen die österlichen Fastentage gerade zu Ende, aber das Frühjahr ist noch so jung, dass es für eine Fastenkur längst nicht zu spät ist. Gönnen auch Sie Ihren Organen – vor allem Magen und Darm – nach den winterlichen Schlemmereien den wohlverdienten Urlaub und lesen Sie hier, was das Fasten für Ihre Gesundheit tun kann.

Jeder gesunde Mensch kann selbständig heilfasten

Im Prinzip kann jeder Mensch fasten. Allerdings sollte eine selbständige Fastenkur auf eine Woche beschränkt bleiben. Wenn Sie an chronischen Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Darmentzündungen und Gicht sowie unter Essstörungen leiden, sollten Sie nur unter ärztlicher Aufsicht fasten. Die notwendigen Medikamente können aufgrund des veränderten Stoffwechsels während einer Fastenkur eine völlig andere Wirkung entfalten.

So wirkt eine Fastenkur auf Ihre Gesundheit:

  • Gewebe und Lymphbahnen werden entstaut (z. B. Abbau von Cellulite)
  • Unterstützung der Therapie von ernährungsbedingten Stoffwechselerkrankungen (z. B. Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin- und Fettwerte, Diabetes)
  • Abbau überflüssiger Pfunde (Entlastung von Herz, Kreislauf und Gelenken)
  • Impulsgeber für eine Ernährungsumstellung (z. B. bei Genussmittelabhängigkeit)
  • Stärkung des Selbstwertgefühls, mehr Lebensenergie und seelisch-geistiger Ausgleich
  • Verzögerung von Alterungsprozessen (z. B. Arteriosklerose, Fetteinlagerungen)

Neben diesen Vorteilen berichten „Heilfasten-Fans“ immer wieder von den positiven Auswirkungen auf die Psyche. Sie erleben in der Fastenzeit wahre Hochgefühle und sind noch Wochen später voll neuer Energie und Tatendrang. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, weil es gelingt, die allgegenwärtige „Esslust“ zu überwinden.

Der eigene Wille „besiegt“ den Zwang zur Nahrungsaufnahme, und das macht innerlich stark. Es gibt zahlreiche Formen des Fastens, wobei sich in der Praxis das Tee-Saft-Fasten nach Buchinger besonders für Anfänger bewährt hat und deshalb zu empfehlen ist.

Während des Fastens verändert sich Ihr Stoffwechsel

Während Sie fasten, kommt es in Ihrem Körper zu einer Reihe zum größten Teil hormonell bedingter Stoffwechselveränderungen. Im Laufe des ersten Tages werden die in der Leber als Glykogen gespeicherten Zuckerreserven zur Energieversorgung herangezogen.

Dann kommt es zu einem kurzfristigen Abbau von Körpereiweiß, bis schließlich ein Stadium erreicht wird, in dem primär Fette verbrannt werden. In den ersten drei Tagen Ihrer Fastenkur verlieren Sie vor allem Wasser, und das anfängliche Hungergefühl legt sich. Bevor Sie mit dem Fasten beginnen, sollten Sie einen Entlastungstag einplanen.

Das bedeutet, einfach und weniger zu essen. Legen Sie an diesem Tag entweder einen Obst-, Reis-, Gemüse- oder Rohkosttag ein und essen Sie zu jeder Mahlzeit einen Esslöffel Leinsamen oder trinken Sie morgens 2 TL Flohsamenschalen in 500 ml Flüssigkeit. Letztere quellen im Darm und fördern die Ausscheidung.

Das benötigen Sie für Ihre Fastenkur:

  • Kartoffeln, Gemüse und Kräuter für eine Gemüsebrühe (ohne Salz)
  • frisch gepresste Säfte (alternativ: salzfreie fertige Gemüsesäfte)
  • 3 l kohlensäurefreies und mineralarmes Wasser täglich
  • verschiedene Kräutertees
  • Einlaufgerät (evtl. Glaubersalz, F. X.-Passage-Salz, Bittersalz)

Am ersten Tag (und danach alle zwei Tage) sollten Sie den Darm gründlich entleeren, denn im Darm verbleibende Verdauungsreste können Giftstoffe entstehen lassen. Machen Sie dazu einen Einlauf mit 1 l abgekochtem, körperwarmem Wasser gemischt mit Kamillentee (kein reines Leitungswasser verwenden).

Wer zu Verstopfung neigt, kann auch 40 g Glaubersalz in 0,75 l Wasser mit einem Schuss Zitrone oder 5 TL F. X.-Passage-Salz (erhältlich im Reformhaus) in 0,25 l Wasser trinken.

Aber überfordern Sie sich nicht! Brechen Sie die Fastentage sofort ab, wenn Ihr Kreislauf zu sehr geschwächt wird (Schwindel, Sehstörungen) oder wenn chronische Krankheiten wieder auftreten, z. B. Allergien, Kopfschmerzen.

Nicht üppig, aber gesund: So sieht Ihr Fastenmenü aus

Vormittags sollten Sie 2 Tassen Kräutertee sowie 1 bis 2 l Wasser trinken. Am Mittag nehmen Sie 0,25 l selbst zubereitete salzfreie (!) Gemüsebrühe zu sich oder trinken 0,25 l Gemüsesaft, verdünnt mit Wasser.

So versorgen Sie Ihren Körper mit wichtigen basischen Mineralien. Sie sollen die durch das Fasten vermehrt freigesetzten Säuren (Stoffwechselabbauprodukte) im Blut und Urin neutralisieren.

Zwischendurch trinken Sie reichlich Wasser und Kräutertees. Abends gönnen Sie sich erneut eine Gemüsebrühe oder Gemüsesaft. Meiden Sie Obstsäfte, da diese durch ihren hohen Gehalt an natürlichem Zucker die Insulinausschüttung anregen und so unerwünschte Hungergefühle auslösen können.

Unterstützen Sie Ihren Körper bei der Entgiftung

Gönnen Sie sich anfangs viel Ruhe, schlafen Sie, wenn Sie sich schlapp und müde fühlen, und bewegen Sie sich täglich an der frischen Luft. Wenn Ihnen nach mehr Bewegung zumute ist, sollten Sie diesem Bedürfnis auch gerecht werden.

Ausdauersportarten (z. B. Walking, Joggen, Radfahren) sind dabei zu bevorzugen, da diese den schwachen Fasten-Kreislauf weniger beanspruchen als z. B. Ballsportarten wie Volleyball oder Tennis. Die Leber, das Hauptentgiftungsorgan, sollte beim Fasten besonders unterstützt werden.

Machen Sie deshalb während der mittäglichen Ruhe einen heißen Leberwickel und trinken Sie täglich eine Tasse bitteren Tausendgüldenkrauttee (z. B. aus Drogerie oder Apotheke; etwa 1 TL mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 5 bis 10 Min. ziehen lassen; dann abseihen und lauwarm trinken).

Eine tägliche 15-minütige Ölziehkur vor dem Zähneputzen sollte ebenfalls fester Teil Ihrer Fastenroutine werden. Sie unterstützt die Entgiftung der Lymphe und die Ausscheidung über Zunge und Mundschleimhaut.

Als wohltuend erweist sich auch das morgendliche Trockenbürsten des Körpers in kreisförmigen Bewegungen: Es regt die Durchblutung und Ausscheidung über die Haut an.

Fastenbrechen – das richtige Essen nach dem Heilfasten

Das richtige Essen nach dem Heilfasten ist sehr wichtig und gleichzeitig für viele das Schwierigste am Fasten. Die Vorfreude auf das Essen ist oft so groß, dass man schnell über die Stränge schlägt. Seien Sie deshalb wachsam und bauen Sie die Kost langsam schrittweise auf, damit es nicht zu Magenkrämpfen oder Übelkeit kommt.

Grundsätzlich sind zwei Aufbautage pro Fastenwoche einzuplanen. Beginnen Sie mit einem geriebenen oder gedünsteten Apfel am Vormittag. Richten Sie dabei Ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Essen und kauen Sie jeden Bissen ca. 35- mal. Sie werden feststellen, welch ein Geschmackserlebnis ein Apfel sein kann.

Mittags gönnen Sie sich dann einen Teller Gemüse-Kartoffel-Suppe und abends gedünstetes Gemüse mit geschrotetem Leinsamen. Am zweiten Tag dürfen Sie dann schon etwas mehr essen, unter anderem etwas Fett sowie Vollkorngetreide oder -brot.

Diese Tipps werden Ihnen helfen, Ihre Fastenkur erfolgreich zu beenden. Aber das Wichtigste ist und bleibt der stete Gedanke, dass Sie Ihrem Körper etwas Gutes tun. Das ist die beste Garantie, die Kur tatsächlich durchzuhalten.

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