MenüMenü

Oligo-Fruktose: Der vielseitige Ballaststoff

Als Oligo-Fruktose werden langkettige Moleküle bezeichnet, die aus etwa einem Dutzend Fruktoseeinheiten aufgebaut sind. Diese süß-schmeckenden Kohlenhydrate sind unverdauliche Ballaststoffe: Sie erreichen also nicht wie konventioneller Zucker Ihre Blutbahn und erhöhen daher weder Ihren Blutzuckerspiegel noch Ihr Körpergewicht.

Eventuell ist Ihnen Oligo-Fruktose auch schon einmal unter einem anderen Namen begegnet, zum Beispiel als Fructo-Oligosaccharid oder kurz FOS genannt. Auch einen ähnlich aufgebauten Ballaststoff kennen Sie womöglich: das Inulin. Es besteht jedoch nicht nur aus einem Dutzend, sondern etwa 100 Fruktoseeinheiten.

Machen Sie nach einer Antibiotika-Therapie eine FOS-Kur

Oligo-Fruktose unterstützt als Präbiotikum Ihre Darmflora, denn die Zuckerketten werden im Dünndarm nicht verdaut. Sie erreichen deshalb Ihren Dickdarm, wo sie als Nährstoff für Darmbakterien dienen. Gefüttert werden vor allem die guten und nützliche Darmbewohner wie Bifidobakterien und Lactobazillen. Schädlichen Darmbakterien indes, wie beispielsweise Clostridien, können FOS nicht verwerten. Deshalb ist Oligo-Fruktose ideal, um die gesunde Darmflora beispielsweise nach Durchfallerkrankungen oder Antibiotika-Behandlungen wieder aufzubauen.

Weiterer Pluspunkt: Verzehren Sie Nahrungsmittel mit viel Oligo-Fruktose, dann wird Ihre Darmflora regelrecht „gemästet“. Die Folge: Die Zahl der Dickdarmbakterien nimmt zu und Ihre Verdauung wird dadurch angekurbelt. Sie haben häufiger Stuhlgang. Mit FOS-reichen Nahrungsmitteln können Sie also sogar einer Verstopfung entgegenwirken.

Diese Lebensmittel enthalten viel Oligo-Fruktose

  • Bananen
  • Roggen
  • Hafer

  • Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

    Prima Checkliste gibt einen schnellen Überblick . . .

    Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


  • Tomaten
  • Spargel
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • rote Bete
  • Chicorée

Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Und noch ein Vorteil: im Darm binden lösliche Ballaststoffe wie die Oligo-Fruktose überschüssige Fette und transportieren sie unverdaut hinaus. Die Folge: Ihre Blutfettwerte (Triglyceride) sinken. Das hat für Sie nur Vorteile: Erhöhte Triglyceridwerte erhöhen nämlich Ihr Risiko für eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und damit auch für deren Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Osteoporose: FOS verbessern die Kalziumaufnahme

Auch um Ihre Knochen zu stärken, können Sie Oligo-Fruktose nutzen. Das ist zum Beispiel wichtig, um einer Osteoporose vorzubeugen oder um die Therapie zu unterstützen. Genauer gesagt: Wenn die guten Darmbakterien die FOS verdauen, setzen sie Essig- und Milchsäure frei. Dieses saures Milieu verbessert unter anderem die Aufnahme von Kalzium. Das zeigte beispielsweise eine Untersuchung des Baylor Colleges in Houston aus dem Jahr 2002. Bei 60 Studienteilnehmern verbesserten täglich 8g FOS-Pulver die Kalziumaufnahme um 30 Prozent.

Sorgen Sie also dafür, dass Sie reichlich FOS-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen. Das könnten beispielsweise Bananen oder Chicorée sein. Aber Vorsicht: Leiden Sie unter einem Reizdarmsyndrom, könnten FOS die Beschwerden verstärken. Testen Sie in diesem Fall zunächst, ob Sie FOS-haltige Lebensmittel vertragen.

So versorgen Sie sich mit Oligo-Fruktose

  • Oligo-Fruktose-Sirup: Oligo-Fruktose besitzt 30 bis 50 Prozent der Süßkraft von Haushaltszucker (Saccharose). Oligo-Fruktose-Sirup können Sie also beispielsweise auch zu Hause zum Backen verwenden. Probieren Sie es aus: Letztendlich könnten Sie damit in einem Rezept komplett den Zucker ersetzen. Ihr Blutzuckerspiegel und langfristig auch Ihre Körperwaage werden es Ihnen danken. Am besten verwenden Sie Yaconsirup als Oligo-Fruktose-Quelle. Die Wurzelknolle des südamerikanischen Astergewächs ist sehr reich an Oligo-Fruktose. Sie erhalten den Sirup in gut sortierten Supermärkten, Reformhäusern und Drogerien (z. B. von nu3, Sanct Bernhard, The Row Food World).
  • Oligo-Fruktose-Pulver erhalten Sie in Drogerien oder im Internethandel (z. B. Doc Morris, Spinnrad, 100 g ca. 3 €). Das Pulver ist kalt löslich und eignet sich ebenfalls als Zusatz für Speisen. Verzehren Sie täglich 8g des Pulvers beispielsweise verrührt unter eine Suppe, eine Soße oder unter einen Salat.
  • Oligo-Fruktose-Präparate: Speziell zum Aufbau Ihrer Darmflora (z. B. nach einer Antibi-otika-Behandlung) konzipiert ist Florachron® von Vita-Basix. Nehmen Sie morgens zwei Tabletten (sie enthalten probiotische Bakterien) und abends zwei Kapseln (sie enthalten Präbiotika, vor allem Oligo-Fruktose und Inulin; Monatskosten ca. 80 € in Apotheken). Ähnlich zusammengesetzt, jedoch mit einem Monatspreis von etwa 30 € deutlich preiswerter, ist das Präparat Lactobact omni FOS® (ebenfalls in Apotheken).
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

Regelmäßig Informationen über Ernährung erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Christine Pauli. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!