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Rotwein: Ein Wundermittel mit Risiken

„Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben.“

Damit könnte Wilhelm Busch durchaus Recht behalten. Rotwein gilt als beste Quelle für den Pflanzenstoff Resveratrol, der nachweislich vor Wohlstandsleiden wie Diabetes, Herzinfarkt oder Krebs schützt. Sie müssen dafür nicht zum Rotwein-Trinker werden: Es gibt darüber hinaus andere Resveratrol-Quellen und Forscher testen bereits die ersten Resveratrol-Präparate.

Dass ein hoher Obst- und Gemüseverzehr gesund ist und darüber hinaus vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs schützt, ist längst bekannt. Im Rotwein entdeckt man immer mehr Stoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung. Es handelt sich um Polyphenole, die zu den so genannten sekundären Pflanzenstoffen zählen.

Rotwein, rotweingläser© Brent Hofacker - Adobe Stock

Nutzen Sie die positiven Eigenschaften des Rotweins

Als Richtwert gelten für gesunde Männer pro Tag bis zu 20 g Alkohol als unbedenklich. Bei Frauen liegt die Grenze der gesundheitlichen Verträglichkeit bereits bei 10 g pro Tag. 20 g Alkohol entsprechen dabei etwa einem Viertelliter Wein, 10 g sind demnach in einem kleinen Glas Wein enthalten.

Ein Glas Rotwein enthält bis zu 6 mg Resveratrol. Kein anderes Lebensmittel ist annähernd so reich an diesem wichtigen Schutzstoff für Herz und Kreislauf.

Rotwein verbessert die Durchblutung

Dass in Frankreich die Herzinfarktrate deutlich niedriger als in Deutschland ist, wird immer wieder auf die Liebe unserer Nachbarn zum Rotwein zurückgeführt. Professor Serge Renaud von der Universität Bordeaux war der erste, der 1991 anhand der berühmten Nancy-Studie den Rotwein zu einem wirksamen Herz- und Kreislaufschutz erhob.

In dieser Studie waren 34.000 Männer mit unterschiedlich hohem Weinkonsum 16 Jahre lang beobachtet worden. Unter den gemäßigten Weintrinkern, die bis zu 48 g Alkohol pro Tag tranken, lag die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 % niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Weitere Studien ergaben sogar eine Senkung des Herzinfarktrisikos durch Rotwein auf die Hälfte.

Tatsächlich haben schon kleine Mengen Alkohol – ob in Wein, Bier oder Schnaps – eine deutlich blutverdünnende Wirkung. Das verbessert die Fließeigenschaften und damit die Durchblutung des Körpers. Außerdem schützt dünneres Blut vor der Bildung von Blutgerinnseln, die tödliche Auswirkungen (z. B. Herzinfarkt, Lungenembolie) haben können.

Kleinere Mengen Alkohol schützen vor:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Thrombose
  • Alzheimer-Krankheit
  • Osteoporose
  • Gallen- und Nierensteinen
  • Infektionen

Doch diese positiven Wirkungen werden durch die negativen gleich wieder zunichte gemacht.

Warum Wein vor freien Radikalen schützt

Ende der 1970er-Jahre entdeckte die Wissenschaft ein merkwürdiges Phänomen: Franzosen ernähren sich reichhaltig, rauchen und trinken täglich Wein zu den Mahlzeiten und dennoch haben sie deutlich weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle als die übrigen Westeuropäer.

Anfang der 1990er Jahre konnte der französische Mediziner Serge Renaud das französische Paradox erstmals erklären: Es ist der regelmäßig genossene Wein, der vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.

Diese Tatsache ist als französisches Paradoxon in die Literatur eingegangen und legt die Vermutung nahe, dass ein gelegentliches Gläschen Rotwein tatsächlich eine sinnvolle Anti-Aging-Maßnahme sein kann. Denn Wein enthält mit seinen Polyphenolen hochwirksame Antioxidantien, die aggressive freie Sauerstoffradikale unschädlich machen können.

Dabei wird die schützende Wirkung für das Herz und die Blutgefäße vor allem dem in den Traubenschalen enthaltenen Resveratrol zugeschrieben, das allerdings erst in Kombination mit dem Alkohol seine volle Wirksamkeit entfaltet.

So wirkt Wein auf das Herz-Kreislauf-System

  • er senkt die Cholesterinwerte
  • er schützt vor Arteriosklerose
  • er senkt den Blutdruck
  • er erweitert die Gefäße
  • er vermindert die Blutgerinnung

Der größte gesundheitliche Nutzen wird dem Rotwein zugeschrieben. Er enthält mit etwa 1.000 mg pro Liter eine 20-fach höhere Polyphenolkonzentration als der weiße Rebensaft. Das liegt daran, dass für einen Rotwein die ganze Traube mitsamt der Schale gepresst wird.

Außerdem verfügt Rotwein im Gegensatz zu Weißwein zusätzlich zum Resveratrol noch über weitere zu den Polyphenolen gehörende Substanzen: Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe finden sich in allen blauen, roten und violetten Früchten und geben ihnen ihre Farbe. Anthocyane zählen zu den stärksten Antioxidantien und können die menschlichen Körperzellen daher vor vorzeitiger Alterung und Entartung schützen.

Wein kann Allergien auslösen und verschlimmern

Rote Augen, Niesanfälle, Magenprobleme und Atemnot – mit diesen Symptomen reagieren manche Menschen auf ein Glas Wein. Schuld daran sind die Inhaltsstoffe des Getränks: Trauben, Tyramine, Histamine, Ethanol.Wein kann Allergien auslösen und verschlimmern

Hinzu kommen die Stoffe, die bei der Herstellung von Wein hinzugefügt werden. Hierzu gehören die Eiweiße, die zur Filterung nötig sind, genau so wie Sulfite, die zur Konservierung eingesetzt werden. Rotwein enthält zusätzlich noch Tyramin, was zu heftigen Kopfschmerzen führen kann.

All diese Stoffe können zu leichten Beschwerden führen, bei empfindlichen Menschen aber auch einen allergischen Schock auslösen. Dieser kann lebensgefährlich sein.

Aber nicht nur die Inhaltsstoffe können gefährliche Allergiereaktionen auslösen. Auch der Alkohol selbst kann schuld an den Symptomen sein. Er ist in der Lage, Allergiesymptome zu verschärfen – dies ist besonders dann der Fall, wenn Sie bereits unter Nahrungsmittelallergien leiden.

Der Glühwein und seine Folgen

Überall auf den Weihnachtsmärkten duftet es verführerisch nach dem heißen Getränk. Aber was ist eigentlich dran an der Behauptung, dass Glühwein schneller betrunken macht?

Macht Glühwein wirklich schneller betrunken als normaler Wein?

Tatsächlich kann das durchaus sein. Begründen lässt es sich damit, dass warme Getränke von unserem Körper besser aufgenommen werden als kalte. Das fängt schon im Mund an.

Auch die Magenschleimhaut kann einen Teil des Alkohols besser aufnehmen. Dann gelangt das heiße Getränk schneller vom Magen in den Darm – und von hier aus rasch ins Blut. So kann es besser zu einem Rausch kommen, als bei normal temperiertem Wein.

Auch deutlicher spürbare Folgen als bei normalem Wein

Aber auch die Folgen einer lustigen Glühweinrunde auf dem Weihnachtsmarkt sind stärker als die eines netten Beisammenseins mit Wein, der eine übliche Temperatur hat.

Denn die Kopfschmerzen danach können deutlich stärker ausfallen. Schuld sind wahrscheinlich die vielen Beimischungen im Glühwein. Hierzu gehören Fuselöle, aber auch Aldehyde und Zucker. Diese können vergären und so starke Kopfschmerzen auslösen.

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