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Glühwein: So bleibt der Verzehr auf dem Weihnachtsmarkt gesund

Ein Becher Glühwein, getrunken in geselliger Runde auf einem Weihnachtsmarkt, gehört für die meisten Menschen zu einer gelungenen Adventszeit dazu. Glühweingewürze lösen über ihre ätherischen Öle sogar positive Gefühle aus. Kein Wunder also, dass die Weihnachtszeit trotz Feiertagsstress für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres ist.

Glhwein© Adobe Stock

Nutzen Sie Glühwein nicht als Wärmespender!

Aber Vorsicht, das Weihnachtsgetränk hat auch seine Schattenseiten: So trinken viele Menschen einen Glühwein, um sich aufzuwärmen. Das allerdings könnte Ihnen an kalten Tagen zum Verhängnis werden. Der Alkohol erweitert nämlich Ihre Blutgefäße. Die Folge: Ihr Körper gibt unweigerlich Wärme ab. Trinken Sie einen Glühwein, so wird Ihnen zwar kurz heiß, danach aber beginnen Sie zu frieren. Wollen Sie einen schönen Abend auf dem Weihnachtsmarkt verbringen, dann sorgen Sie dafür, dass Sie warm angezogen sind. Der Glühwein wird Ihnen keinen Wärmeschutz spenden.

Darüber hinaus ist das Weihnachtsgetränk eine der größten Kalorienbomben überhaupt: Zwischen 80 und 100 Kalorien stecken in 100 ml Glühwein. Trinken Sie einen Becher von 0,25 Litern, dann kommen Sie schnell auf über 200 Kilokalorien. Da es meist nicht bei einem Becher bleibt, sollten Sie dafür sorgen, dass Sie die Kalorien wieder abbauen, beispielsweise bei einem ausgedehnten Abendspaziergang.

Unterschätzen Sie den Alkoholgehalt nicht!

Alles andere als gesund ist auch der hohe Alkoholgehalt mit immerhin 7 Volumenprozent. Besonders fatal: Glühwein schmeckt süß, wird deshalb hinsichtlich seiner Alkoholwirkung von vielen Menschen unterschätzt. Aufgrund des hohen Zuckergehalts geht der Alkohol zudem besonders schnell ins Blut über. Der Zucker sorgt nämlich dafür, dass die Darmschleimhaut den Alkohol effizient aufnimmt.

Und es dauert, bis Ihr Körper den Alkohol wieder abgebaut hat: Etwa 20 Gramm reinen Alkohol nehmen Sie mit 0,25 Litern Glühwein zu sich. Pro Stunde baut Ihr Körper 0,1 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht ab. Ein 80 Kilo schwerer Mann bräuchte also 2,5 Stunden, bis er wieder nüchtern ist. Das heißt: Nach dem Weihnachtsmarktbesuch sollten Sie sich nicht ans Steuer Ihres Fahrzeuges setzen und auch keine anderen Dinge erledigen, die eine hohe Konzentration erfordern.

Achten Sie auf Qualität!

Was Sie vielleicht auch noch nicht wussten: Es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede beim Glühwein. Wurde der Wein beispielsweise auf über 80 °C erhitzt, dann bildet sich das Zuckerabbauprodukt Hydroxymethylfurfural, das als krebserregend gilt.

Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, dann fragen Sie direkt am Glühweinstand nach: Wurde eine Temperatur von über 80 °C erreicht? Will oder kann man Ihnen hierzu keine Auskunft geben, dann verzichten Sie besser. Mancherorts wird der Glühwein zudem über Stunden hinweg immer wieder aufgewärmt. Solange bis er eine braune Farbe annimmt. Auch das ein Zeichen dafür, dass sich dieser Standbesitzer nicht besonders viel Mühe gibt. Frischen Glühwein erkennen Sie immer an der roten Farbe.

So erkennen Sie qualitativ hochwertigen Glühwein

  • Glühwein wurde nicht über 80 °C erhitzt.
  • Im Glühwein sind keine Fuselöle enthalten.
  • Der Glühwein hat eine rote Farbe.

An einigen Glühweinständen kommt zudem minderwertiger Wein in den Topf. Gewürze und vor allem viel Zucker sollen über die schlechte Qualität hinweg täuschen. Durch die alkoholische Gärung bilden sich dann Fuselöle. Und genau die können für einen sehr unangenehmen Kater sorgen. Fuselöle baut Ihr Körper nämlich zu Giftstoffen ab, die unter anderem dazu führen, dass Ihr Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit sind dann nur einige der unangenehmen Folgen. Auch hier lohnt es sich, direkt am Stand nachzufragen, welcher Wein verwendet wird. Burgunder könnte eine Antwort sein, die auf Qualität schließen lässt.

Achtung: Krankheitserreger am Glühweinbecher

Ein weiteres Gesundheitsrisiko sind übrigens die Gefäße. Glühwein wird meist in Keramikbechern angeboten. Fatal: Bei großem Andrang am Glühweinstand spült so mancher Standbesitzer den Becher nur kurz aus. Für eine gründliche Reinigung mit Seife bleibt keine Zeit.

Der Becher wird schnell wiederverwendet und der nächste Kunde nippt am Becherrand. Schnell macht so beispielsweise eine Herpesinfektion die Runde. Um dem vorzubeugen, wischen Sie den Rand des Bechers mit einem hautverträglichen Desinfektionsmittel ab. Oder noch besser: Bringen Sie Ihren eigenen Becher mit.

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Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

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