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Alkohol: So reagiert Ihr Körper

Für viele gehört er einfach dazu: der Alkohol. Der eine liebt sein Feierabend-Bier, der andere genießt gern ein Glas guten Wein oder trinkt beim Feiern den einen oder anderen süßen Cocktail. Verständlich denn Alkohol zählt zu den beliebtesten Genussmitteln der Deutschen.

Alkohol ist ein umstrittenes Thema. Einerseits ist er ein Zellgift, kann Ihre Organe schädigen und das Risiko für Krebserkrankungen deutlich erhöhen. Zahlreiche Studien zeigen dennoch: Menschen, die moderat Alkohol trinken, leben angeblich länger als diejenigen, die komplett auf Alkohol verzichten. Dies soll unter anderem daran liegen, dass sich der Alkohol positiv auf den HDL-Cholesterinspiegel auswirkt und die Gerinnungsneigung des Blutes reduziert. Aber überwiegen diese positiven Eigenschaften wirklich?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Kann Alkohol gesund sein?
  2. So wirkt Alkohol im Körper
  3. Kater: Was passiert am Morgen danach?
  4. Neues Arzneimittel gegen Alkoholsucht
  5. Achtung: In diesen Lebensmitteln versteckt sich Alkohol

Alkoholische Getränke© Adobe Stock – draghicich

Kann Alkohol gesund sein?

Besonders dem Rotwein sagt man nach, er habe gesundheitsfördernde Wirkung. Das ist auch richtig, sofern man ihn in Maßen genießt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass geringe Mengen Rotwein die Cholesterinwerte und den Blutdruck senken und vor Arteriosklerose schützen können. Grund dafür ist das im Rotwein enthalteneResveratrol und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Sie zählen zu den stärksten Antioxidantien, die wir kennen und sorgen dafür, dass unsere Körperzellen nicht entarten.

Von dieser positiven Wirkung des Rotweins kann aber nur profitieren, wer nicht mehr als ein Glas Wein pro Tag zu sich nimmt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Männer maximal 20 g Alkohol pro Tag (0,25 ml Wein), während für Frauen nur die Hälfte erlaubt ist. Alles, was darüber hinaus geht, schadet der Gesundheit.

Warum trinken Abstinenzler nicht?

Mit dieser Frage haben sich Forscher der University of Victoria befasst. Sie haben fast 90 Studien analysiert, die sich mit den Themen Alkoholkonsum und Lebenserwartung befasst haben. Dabei ging es unter anderem um eine wichtige Frage: Mit wem wurden die moderaten Trinker in den Studien (die positive Wirkungen erfahren haben) verglichen? Denn eines wurde in den meisten Studien vernachlässigt: Der Punkt, warum die Abstinenzler, die als Vergleichsgruppen dienten, keinen Alkohol tranken.

Dieser aber ist von großer Bedeutung. Viele Menschen verzichten auf Alkohol, weil sie nicht wirklich gesund sind. Besteht aber eine Vergleichsgruppe aus schon angeschlagenen Menschen, erklärt sich zum Beispiel hierdurch, dass sie eine geringere Lebenserwartung haben und nicht dadurch, dass andere moderat trinken und der Alkohol sich positiv auswirkt. Und in der Tat: Studien, bei denen der Gesundheitszustand der Abstinenzler berücksichtig wurde, konnten keinen lebensverlängernden Effekt bei denen nachweisen, die moderat tranken.

Jeden Abend oder wenige Male im Monat?

Die Forscher deckten noch etwas auf: Diejenigen, die wirklich am längsten lebten, waren nicht die, die jeden Abend das „mäßige, gesundheitsfördernde“ Gläschen tranken. Vielmehr waren es die, die nur gelegentlich tranken. Und unter „gelegentlich“ versteht man in dem Falle weniger als einmal in der Woche. Dann aber spielt die aufgenommene Alkoholmenge rein biologisch gesehen keine Rolle mehr. Hinzu kommt: Menschen, die so selten zum Alkohol greifen, haben sehr häufig einen generell gesunden Lebensstil, der dann wieder für das längere Leben verantwortlich ist. Und auf noch etwas wiesen die Forscher hin.

Gerade Rotwein wird immer wieder als gesund hervorgehoben, soll sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Doch es ist gar nicht der Alkohol selbst, der diese positiven Effekte hat. Vielmehr sind es die im Rotwein enthaltenen Polyphenole, die sich so gesundheitsfördernd auf das Herz auswirken. Diese Polyphenole sind aber unter anderem auch im roten Traubensaft enthalten. Dieser würde daher genau so positiv auf das Herz wirken, noch dazu hätte er nicht die negativen Auswirkungen auf die restliche Gesundheit wie Rotwein. Die Wissenschaftler weisen nachdrücklich darauf hin, dass sich inzwischen die Annahme verbreitet habe, Alkohol in Maßen sei gesund für uns Menschen. Einfach, weil es immer und immer wieder zu lesen ist. Dennoch sollten Sie, so die Forscher, hier misstrauisch bleiben. Denn wird sauber wissenschaftlich untersucht, sehen die Ergebnisse ganz anders aus.

Alkohol zur Entspannung?

Rund 20 Prozent aller Männer haben den falschen Begriff von „Entspannung“. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben: Jeder fünfte Mann stimmt der Aussage zu, sich mit Alkohol von Stress oder Ärger zu entspannen. Wein, Bier und Schnaps stehen dabei hoch im Kurs.

Bei dieser Befragung zeigte sich, dass Frauen auch hier gesundheitsbewusster sind. Nur rund 8 Prozent der befragten Frauen gab an, Alkohol zur Entspannung zu nutzen. Die anderen wählten Ausspannen auf dem Sofa, Joggen oder das Lesen eines guten Buchs, um „runterzukommen“. Dabei ist Joggen sicherlich die effektivste Art, Stresshormone abzubauen; aber auch das bloße Liegen auf der Couch ist gesünder, als gezielt Alkohol gegen den Stress zu trinken.

So wirkt Alkohol im Körper

Alkohol ist ein Zellgift, das im ganzen Körper Spuren hinterlässt. Der größte Teil des aufgenommenen Alkohols geht nach dem Trinken sofort in den Blutkreislauf, der das Gift in allen Organen verteilt. Über die Blut-Hirn-Schranke gelangt der Alkohol ins Hirn und verändert dort die Nervenzellen.

Man schätzt Entfernungen schlechter ein, man kann sich nicht konzentrieren, wird insgesamt langsamer und grobmotorischer und neigt dazu, sich zu überschätzen. Langfristiger, übermäßiger Alkoholkonsum schädigt das Hirngewebe, sodass unter anderem Gedächtnisprobleme auftreten können.

Magen und Darm

Auch Speiseröhre, Magen und Darm werden von zu häufigem Alkoholkonsum beeinträchtigt. Auf Dauer kann das Zellgift zu Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes führen. Auch werden Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr ausreichend aufgenommen und verarbeitet.

Leber

Die Leber übernimmt den Abbau des Alkohols im Körper. Dabei schafft sie es, pro Stunde nur etwa 0,1 Promille Alkohol abzubauen. Es dauert also lange, bis man nach einer durchzechten Nacht wieder Auto fahren kann. Wer langfristig zu viel Alkohol trinkt, schädigt seine Leber nachhaltig und riskiert massive Schäden wie Leberentzündung, Fettleber, Leberschwellung oder die lebensbedrohliche Leberzirrhose.

Schon wenig Alkohol schädigt die Gehirnzellen

Selbst kleine Alkoholmengen, wie sie in einem Glas Wein enthalten sind, können bei täglichem Konsum das Gehirn schädigen. Diese Aufsehen erregende Entdeckung veröffentlichte im Jahr 2003 ein Forscherteam der Psychiatrischen Universitätsklinik in Erlangen.

Während große Alkoholmengen die Gehirnzellen direkt vergiften, schädigen kleine Alkoholmengen unsere Schaltzentrale im Kopf auf indirektem Weg: Der Alkohol treibt die giftigen Homozysteinwerte in die Höhe, die die Hirnzellen angreifen und zu einem Hirnschwund führen. Schon ein tägliches Glas Wein oder Bier erhöhe den Giftspiegel im Blut, erklärte dazu der Teamleiter, Privatdozent Dr. Stefan Bleich.

Kater: Was passiert am Morgen danach?

Das Katergefühl trifft Sie am heftigsten, wenn der Alkoholgehalt in Ihrem Blut wieder auf Null geht. Jetzt haben Sie unter seinen Nachwehen zu leiden: Kopfweh, Übelkeit, Schwindelgefühle, Zittern und ein abgrundtief mieses „Ganzkörpergefühl“. Manch einen packt das Gefühl der Reue über Dinge, die er zuvor unter Alkoholeinfluss gesagt oder getan hat. Da ist auch der Filmriss nicht gerade eine Erleichterung. Ihr Körper leidet zudem unter Wassermangel. Denn der Alkohol blockiert ein Hormon, das den Harndrang begrenzt. Sie müssen öfter auf die Toilette und scheiden damit zu viel Flüssigkeit aus.

Das Gefühl der Puddingbeine und der Blutleere im Gehirn ist wahrscheinlich der Tatsache zu verdanken, dass der Alkohol den Blutzuckerspiegel erniedrigt. Quälen tun Sie überdies Abbauprodukte des Alkohols, die giftiger sind als der Alkohol selbst. Auch Ihre Wahrnehmung ist noch lange beeinträchtigt: Ihre Reaktionszeiten sind länger und manches können Sie sogar doppelt sehen. Deswegen sollten Sie nicht nur abends, sondern auch am Tag danach das Auto unbedingt stehen lassen.

Kater durch Alkohol© Adobe Stock – Focus Pocus LTD

Was Ihren Kater beeinflusst bzw. verstärkt

  • wenn Sie zusätzlich noch andere Drogen genommen haben, wozu auch das Rauchen gehört
  • welche Art von Alkohol Sie getrunken haben (dunkle Alkoholika wie Rotwein oder Whisky haben durch Verunreinigungen mehr „Dröhnpotenzial“ als Weißwein beispielsweise)
  • wenn Sie nicht genügend gegessen haben
  • wenn Sie in schlechter Verfassung sind oder mit den falschen Leuten gezecht haben
  • welches Geschlecht Sie haben (Frauen haben weniger Wasser in ihrem Körper gebunden, zudem schütten sie ebenso wie Asiaten kleinere Mengen eines Enzyms aus, das den Alkohol abbaut)
  • wenn Sie normalerweise eher wenig Alkohol trinken

„Bier auf Wein, das lass sein“: Doch nur ein Mythos?

Wahrscheinlich stammt der gut gemeinte Ratschlag aus dem 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit trank das gemeine Volk meist Bier; denn teurere Weine konnten sich nur wenige leisten. Wer sich aber doch mal einen edlen Tropfen gönnte, wollte sich das erlesene Geschmackserlebnis nicht im Nachhinein verderben und schon gar nicht durch das Getränk der ärmeren Bevölkerung. Leider ist das Sprichwort nur ein Mythos. Es bringt Ihnen also keine Vorteile und vertreibt auch den Kater am Morgen nicht.

In anderen Ländern ist diese Trinkempfehlung völlig unbekannt. Die Franzosen nehmen hier beispielsweise das Durcheinandertrinken von Rot- und Weißwein unter die Lupe: Weiß auf Rot ist gesund für den Magen, während es bei der umgekehrten Reihenfolge zur Rebellion Ihrer Innereien kommen soll. Leider können Sie mit diesen schlauen Sprüchen weder den Kater noch die Kopfschmerzen nach einer durchzechten Nacht vermeiden. Ausschlaggebend ist hier die Reinheit des Alkohols und welche Menge Sie davon trinken. Auch Ihr Geschlecht spielte eine Rolle, da Sie als Frau einfach weniger Alkohol vertragen als Männer.

So schützen Sie sich vor dem Kater

Die beliebten Alkopops, aber auch preiswerter Wein oder Schnaps und Fruchtliköre enthalten oft besonders hohe Mengen an Fuselalkoholen, die bei Ihnen zu leichten Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit führen können. Auch stark geschwefelter Wein führt leicht zu Unwohlsein. Am bekömmlichsten sind klare Schnäpse wie Wodka oder Doppelkorn. Alkohol entzieht Ihrem Körper aber auch große Mengen an Wasser. Das merken Sie daran, dass Sie beim Genuss öfter die Toilette aufsuchen müssen. Beachten Sie eine einfache Regel: Trinken Sie keinen Alkohol auf leeren Magen, denn dadurch gelangt er besonders schnell in Ihr Blut. Eine gute Grundlage schaffen Sie mit Kartoffelsalat, Reis- oder Nudelgerichten.

Trinken Sie zwischendurch immer wieder ein Glas Mineralwasser oder Apfelschorle. So behalten Sie einen klaren Kopf und gleichen Ihren Flüssigkeitshaushalt aus. Bleiben Sie während der Feier möglichst einer Alkoholsorte treu. Denn unterschiedliche Getränke überfordern Ihren Körper, da er viele verschiedene Wirkstoffe verarbeiten muss. Helle alkoholische Getränke wie Weißwein und Bier sind übrigens verträglicher als dunkle Sorten wie Rotwein. Sie enthalten mehr Begleitstoffe, die bei empfindlichen Personen leichter zu Übelkeit und Kopfschmerz führen. Wenn die fünfte Jahreszeit ihren Höhepunkt erreicht oder bei anderen festlichen Anlässen, blickt so mancher schnell mal zu tief ins Glas. Doch nicht jede feucht-fröhliche Feier muss auch wirklich mit einem Kater enden.

Und wenn der Kater trotzdem kommt?

Wenn Sie am nächsten Morgen dennoch etwas verkatert aufwachen, gibt es viele Geheimrezepte. Manche vertrauen auf die heilende Wirkung des Rollmopses, andere greifen eher zur Kopfschmerztablette. Und dann gibt es noch den Tipp für die ganz Hartgesottenen: Mit dem anfangen, womit man aufgehört hat. Ob das hilft, ist fraglich. Schlimmstenfalls wird Ihnen furchtbar übel. Es gibt aber Methoden, die Ihren Kater tatsächlich lindern können. Die folgenden Tricks helfen Ihnen wieder auf die Sprünge, wenn Sie doch mit einem dicken Kopf aufwachen:

  • Trinken Sie reichlich Mineralwasser: Das löscht den Nachdurst und fördert die Ausscheidung des Alkohols. Dieser führt dazu, dass Sie entwässern. Sie sollten daher schon bevor Sie schlafen gehen am besten noch eine große Portion kohlensäurearmes Wasser trinken. Morgens greifen Sie am besten auch gleich zum Wasserglas. Wasser ist übrigens besser als Kaffee, der noch mehr entwässert und Ihrem Körper darüber hinaus auch noch Vitalstoffe raubt.
  • Der Rollmops kann tatsächlich helfen. Denn durch Alkohol scheiden Sie auch Vitalstoffe aus. Daher helfen salzige Speisen, denn Sie führen diese Stoffe wieder zu. Auch Vollkornbrot oder Eier mit Speck liefern Salz und andere Mineralstoffe, Obst versorgt Sie mit Vitaminen. Aber hören Sie bitte auf Ihren Magen: Auch wenn Sie dringend Vitalstoffe auffüllen müssen, sollten Sie auf Obst und Eier mit Speck verzichten, wenn Ihr Magen signalisiert, dass ihm noch nicht danach ist. Diese Lebensmittel versorgen Ihren Körper mit Mineralstoffen, die er durch den Alkoholkonsum verloren hat: Saure Gurken, Matjes, Rollmops, Gemüsebrühe, Gemüsesaft, Früchtemüsli.
  • Wenn Sie sich an der Luft bewegen, vergehen Kopfschmerzen schneller. Ein Spaziergang regt Ihren Kreislauf an und hilft Ihrem Körper dabei, den Alkohol schneller abzubauen. Ein Spaziergang am Morgen bietet sich also an. Scheint die Sonne, greifen Sie ruhig zur Sonnenbrille. Denn das Licht kann Ihre Kopfschmerzen unter Umständen verschlimmern. Machen Sie darüber hinaus gleich nach dem Aufstehen die Fenster auf und atmen Sie tief durch, damit Ihr Körper so viel Sauerstoff wie möglich erhält.
  • Am besten kochen Sie sich zusätzlich noch eine ordentliche Brühe, die Sie mit einer Extraportion Salz zu sich nehmen. Das füllt Ihre durch den Alkohol ausgedörrten Flüssigkeitsspeicher wieder auf. Trinken Sie das heiße Gebräu in gemütlicher Position Schluck für Schluck. Die Brühe enthält alle Stoffe, die Ihrem Körper vermutlich jetzt fehlen.
  • Stirn und Schläfen mit Pfefferminzöl oder Minzöl einmassieren oder ein eisgekühltes Kirschkernkissen auf die gemarterte Stirn legen.
  • Bei geschwollenen Augen hilft eine kleine Lymphdrainage: Von der Nasenwurzel am Oberlid sanft zum Gesichtsrand hin ausstreichen, so lange es Ihnen gut tut.
  • Bekämpfen Sie Ihren Kater mit einem Ingwer-Trank. Dessen sekundäre Pflanzenstoffe (Gingerole) ähneln in ihrer Wirkung der des Aspirins. Kochen Sie sich einen Viertelliter Wasser, geben Sie einen gehäuften Teelöffel frisch geraspelte Ingwerwurzeln hinein und lassen Sie dieses Gemisch zehn Minuten ziehen, bevor Sie es abseihen. Wenn Sie den Trank etwas abkühlen lassen, können Sie noch eine Magnesium-Brausetablette hinein geben und ihn nach Belieben mit etwas Honig süßen.
  • Sie können dem morgendlichen Kater auch vorbeugen, indem Sie vor dem Zubettgehen noch zwei oder mehr Gläser Mineralwasser trinken und eine Tablette mit Acetylsalicylsäure (z. B. Apirin) einnehmen. Mit etwas Glück wachen Sie am nächsten Morgen ohne Brummschädel auf.
  • Kater-Kopfschmerzen nach feuchtfröhlichen Gelagen sollen sich von Honig in Schach halten lassen. Das berichtet die amerikanische Nationale Kopfschmerz-Stiftung. Ratsam ist es nach ihrer Erfahrung, bereits vor dem ersten Glas Alkohol etwas Honig auf einem Stück Brot zu sich zu nehmen. Im Gegensatz zu normalem Zucker enthält der Honig Fruktose, die im Stoffwechsel mit dem Alkohol konkurriert. Dies erklärt Dr. Merle Diamond von der Kopfschmerzklinik in Chicago. Der „Wettbewerb“ verhindert rasche Veränderungen des Alkoholspiegels, die am Morgen danach zu den stechenden Kopfschmerzen führen.
  • Wenn Ihr Kreislauf es zulässt, gehen Sie so heiß wie möglich duschen. Damit entgiften Sie Ihre Haut und vertreiben beim Zähneputzen gleich den hässlichen Geschmack aus dem Mund.
  • Wenn die Kopfschmerzen gar nicht weichen wollen, versuchen Sie es mit einer Tasse sehr starkem Kaffee.

Eine italienische Variante gegen den Katzenjammer

Als bewährtes Mittel gegen Kopfschmerzen gilt Espresso mit Zitrone. Die Kombination dämpft das Schmerzempfinden. Das wiese Wissenschaftler der Uniklinik Freiburg in einer Studie nach. Wie das funktioniert? Sowohl das Koffein als auch die Zitronensäure blockieren die Bildung eines Enzyms, das die Freisetzung von Prostaglandinen steuert.

Prostaglandine bezeichnen hormonähnliche Substanzen, die an der Weiterleitung von Schmerzen beteiligt sind. Ein zusätzlicher Effekt: Koffein verstärkt der Studie nach des Weitere die Wirkung einfacher Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure. Das gehört zu den am häufigsten verwendeten Anti-Kater-Selbsthilfemaßnahmen.

Rezept für eine leichte Kater-Brühe

  • 2 l selbst gekochte Hühnerbrühe
  • 2 Stangen Zitronengras
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 30 g frische, geraspelte Ingwerwurzel
  • 2 bis 4 Chilischoten
  • 1 Hand voll getrocknete Steinpilze
  • 1 geschälte Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • Sellerie nach Belieben

Die Brühe zusammen mit allen Zutaten eine Stunde köcheln lassen, abseihen und abkühlen lassen, entfetten. Mit Salz abschmecken. Nach Geschmack beim Aufwärmen Pilz- oder Selleriescheiben darin gar ziehen lassen.

Neues Arzneimittel gegen Alkoholsucht

Jedes Jahr behandeln die Krankenhäuser in den USA mehr als eine Million Menschen wegen Alkoholabhängigkeit. Etwa die Hälfte von ihnen ist innerhalb weniger Monate wieder rückfällig. Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren müssten sich 2,5 Millionen Deutsche einer Behandlung wegen ihrer Alkoholkrankheit unterziehen. Deutschland nimmt im Alkohol-Pro-Kopf-Verbrauch weltweit den Spitzenplatz ein. An den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums sterben in Deutschland jährlich 30.000 bis 40.000 Menschen.

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ließ vor einiger Zeit zum ersten Mal seit 40 Jahren ein Medikament zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit zu. Naltrexon (in Deutschland seit 1989 als Nemexin im Handel) scheint das Verlangen nach Alkohol zu dämpfen und die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass aus einem „kleinen Schluck“ übermäßiger Alkoholkonsum entsteht.

Alkoholmissbrauch© lassedesignen – Fotolia

Wie wirken die neuen Medikamente?

Seit 1984 verordnen Ärzte Naltrexon in den USA (Handelsname: Revia) zur Therapie von Rauschgiftabhängigkeit (z. B. Heroin). Forscher sind der Meinung, dass Naltrexon die durch Alkohol aktivierten Rezeptoren des Gehirns blockiert. Auf diese Weise verhindert Naltrexon, dass sich beim Alkoholkranken die euphorische Wirkung des Alkohols entfaltet. Zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit ist Naltrexon in Deutschland bisher nicht zugelassen. Naltrexon kommt jedoch seit 1989 unter dem Handelsnamen Nemexin in Deutschland als Antagonist zur Therapie Opiatabhängiger zum Einsatz.

Disulfiram erhält man unter dem Namen Antabus. Mediziner setzen es seit 1948 zur Behandlung von Alkoholkranken ein. Es führt unter Umständen innerhalb weniger Minuten nach dem Alkoholkonsum zu ernsthaften Gesundheitstörungen. Das Acetaldehydsyndrom besteht aus Kopfschmerzen, Herzklopfen (Tachycardie), Blutdruckabfall (Hypotonie), Atembeschleunigung, Übelkeit, Erbrechen, Hitzegefühl und Schwitzen. Der Wirkungsmechanismus von Disulfiram besteht in einer Hemmung der Aldehyddehydrogenase (Oxidation des Alkoholabbauproduktes Acetaldehyd). Dadurch setzt es im Sinne einer negativen Verstärkung einen Lernprozess in Gang.

Kombination mit anderen Therapieverfahren

Die Einnahme eines Medikaments wie Naltrexon oder Disulfiram zeigt einem Alkoholkranken auf schmerzliche Weise, dass er nüchtern bleiben muss. Diese starke Motivation gilt als einer der Gründe, weshalb Naltrexon so erfolgversprechend ist. Dies behauptet Dr. Michael A. Palmen, ein Psychiater und Spezialist für Suchtkrankheiten. Naltrexon reduziert das Verlangen nach Alkohol. Der Einsatz dieser Substanz lohnt sich bei noch sozial integrierten Alkoholikern. Die Nebenwirkungen fallen im Gegensatz zu Disulfiram relativ milde aus: Durchfall, Übelkeit, Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Leberenzymanstieg.

Naltrexon kann bei Alkoholkranken nützlich sein, die nach einer traditionellen Therapie weiterhin alkoholabhängig sind. Das Medikament ist in dieser Hinsicht erfolgreich, betont Dr. Palmen. Jedoch eignet es sich weniger als Langzeitlösung, wenn man es nicht zusammen mit anderen Therapieverfahren wie Beratung oder Gruppentherapie einsetzt.

Achtung: In diesen Lebensmitteln versteckt sich Alkohol

Für Haushalte mit Kindern oder Suchtkranken gilt, nur Lebensmittel auf den Tisch zu bringen, die keinerlei Alkohol enthalten. Jeder Tropfen und allein schon der Geruch und Geschmack alkoholischer Essenzen kann für einen Suchtkranken einen Rückfall bedeuten. Bei Kindern kann die Hemmschwelle zum Ausprobieren von „richtigem“ Hochprozentigem herabgesetzt werden. Auch werdende Mutter müssen einen Bogen darum machen.

Am besten ist es, wenn Sie alles frisch kochen. So können Sie selbst steuern, ob Sie Alkohol für Ihre Gerichte verwenden oder nicht; etwa ob Sie einen Risotto-Reis mit Wein ablöschen oder gleich mit Brühe arbeiten beziehungsweise ob Sie einen Braten in Rotwein schmoren oder Ihr Dessert mit Marsala zubereiten. Doch in vielen fertigen Nahrungsmitteln ist Alkohol enthalten, ohne dass dieses sich immer auf dem Etikett erkennen lässt.

So deuten Sie die Kennzeichnung richtig

Alkohol muss auf der Zutatenliste ausgewiesen sein. Sie finden ihn auf den Etikettierungen unter verschiedenen Bezeichnungen:

  • Äthylalkohol oder Ethylalkohol
  • Äthanol oder Ethanol
  • Weingeist
  • C2H5OH (das ist die chemische Formel)

Doch Alkohol muss erst ab einer Menge von 1,2 Volumenprozent angegeben werden. Unter 0,5 Volumenprozent dürfen die Nahrungsmittel sogar als „alkoholfrei“ bezeichnet werden. Wird er als Zutat verwendet, muss er gekennzeichnet sein, doch es gibt eine Reihe von Ausnahmen.

Hier bestehen Kennzeichnungslücken

  • bei Gerichten in Restaurants und Kantinen wie Soßen, flambierte Gerichte oder Obstsalate
  • bei lose verkauften Lebensmitteln wie Schwarzwälder Kirschtorte oder Eisbecher in Eiscafés, Wurst und Käse
  • bei Süßwaren wie Marzipanprodukten oder Pralinen
  • bei Kleinverpackungen wie Ostereiern mit Füllung oder kleinen Portionspackungen mit Konfitüre
  • bei Fruchtauszügen oder Aromen mit Alkohol als Lösemittel

In diesen Lebensmitteln könnten Sie auf Alkohol treffen

  • In Nahrungsmitteln wie Essig, Kefir, Brot und naturtrüben Säften ist in winzigen Mengen Alkohol vorhanden, der durch die natürlichen Gärungsprozesse entsteht.
  • Auch im Teepilz Kombucha ist Alkohol in Spuren enthalten.
  • In etlichen fertigen Nahrungsmitteln wird Alkohol als Geschmacksträger oder Konservierungsmittel eingesetzt. Dazu können Süßspeisen, Süßigkeiten, Suppen, Fischgerichte, Soßen und Konfitüren gehören.
  • In vielen Arzneimitteln ist Alkohol in gar nicht mal so kleinen Mengen vorhanden, weil sich darin beispielsweise die heilenden Inhaltsstoffe von Heilpflanzen lösen. Auch in manchen „Stärkungsmitteln“ ist Hochprozentiges enthalten. Der Effekt dieser Mittel beruht dann unter anderem darauf, dass die Verwender nach der Einnahme auf nüchternen Magen heiter gestimmt sind. Melissengeist beispielsweise kann 79 Volumenprozent enthalten, Lecithin Tonikum 16 und Ginsengtropfen 17.

Wie schädlich ist er in Lebensmitteln?

Im Prinzip ist Alkohol in kleinen Mengen unbedenklich, da unser Körper auch an geringe Dosen aus natürlichen Gärprozessen gewöhnt ist. Zudem wird Ethanol auch im Körper selbst gebildet. Das Risiko durch alkoholhaltige Nahrungsmittel ist zu vernachlässigen. Sie brauchen deswegen darauf keine unnötigen Gedanken zu verschwenden, die womöglich Ihren Genuss beeinträchtigen. Dennoch sollten Schwangere, Stillende, Kinder und Suchtkranke natürlich auf solche Lebensmittel verzichten.

Kein Alkohol in alkoholfreien Bieren?

Nur einige der als alkoholfrei bezeichneten Biere enthalten exakt 0,0 Volumenprozent (% vol.) Alkohol. Im Durchschnitt enthalten alkoholfreie Biere etwa 0,35 % vol. Generell gilt: In Deutschland werden Getränke bis zu einem Gehalt von 0,5 % vol. als „alkoholfrei“ bezeichnet. Die Bezeichnung bei Bier ist bisher weder in der Bierverordnung noch in den Leitsätzen der Deutschen Lebensmittelbuchkommission geregelt. Grundsätzlich muss der Alkoholgehalt in Getränken angegeben werden, wenn er mehr als 1,2 % vol. beträgt.

Brauereien, die zum Deutschen Brauer-Bund (DBB) gehören, kennzeichnen den Restalkoholgehalt in ihrem alkoholfreien Bier inzwischen. Den Hinweis auf den Gehalt finden Sie leider meist nur auf der Rückseite der Flaschen. Auch Fruchtsäfte können Alkohol enthalten, wenn das verwendete Obst beispielsweise angefault war. Daher ist ein niedriger Alkoholgehalt in Fruchtsäften ein Qualitätskriterium und wird durch Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs geregelt. Bis zu 3 Gramm pro Liter (0,38 % vol.) dürfen in handelsüblichen Säften vorkommen.

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