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Nesselsucht: Ursachen

In weniger als 10 Prozent der Fälle findet man den wahren Grund für den Ausschlag. Chronische Urtikaria steht nicht in Zusammenhang mit Allergenen. Studien deuten darauf hin, dass dieser Erkrankung eine Wechselwirkung zwischen Genen, Umwelt und Immunsystem zugrunde liegt.

In manchen Fällen kommt es zu Schwellungen in Gesicht und Zunge (Angioödem). Die gibt es bei akuter und chronischer Urtikaria. Sie gilt als Warnsignal für kommende Komplikationen wie eine Kehlkopfschwellung (Larynxödem). Weil sich nur selten eine Ursache für die chronische Nesselsucht finden lässt, bekämpft die Behandlung oft nur die Symptome.

Die Ursache

Bei leichten Quaddeln müssen Sie vermutlich keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Neben der Vermeidung von Stoffen, auf die Sie allergisch reagieren, lindern Sie den Juckreiz. Dies geschieht zum Bespiel durch eine kalte Dusche, kalte Kompressen, luftige Kleidung und die Einnahme rezeptfreier Antihistaminika. Wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen, kann Ihr Arzt Sie bitten, ein ausführliches Tagebuch anzulegen, in dem Sie über zwei bis vier Wochen den Kontakt mit möglichen Allergenen aufschreiben. Nennen Sie Ihrem Arzt alle Medikamente, die Sie zurzeit einnehmen, inklusive der rezeptfreien und pflanzlichen Wirkstoffe. Dies gilt selbst wenn Sie diese nicht täglich brauchen.

Ihr Arzt empfiehlt darüber hinaus einen Allergietest. Antihistaminika gehören zu der Standardtherapie von Nesselsucht. Einige ältere Mittel wie Diphenhydramin (Dolestan® u. a.), Chlorpheniramin (Chlortrimeton®) und Hydroxyzin (Atarax® u. a.) verursachen Schläfrigkeit und Schwindel. Die Wirkstoffe Loratadin (Lisino® u. a.), Cetrizin (Zyrtec® u. a.) und Fexofenadin (Telfast®) belasten weniger. Antihistaminika setzt man manchmal in Kombination mit einem H2-Antagonisten ein, der die Histaminwirkung auf andere Weise blockiert. Zu dieser Medikamentengruppe gehören Cimetidin (Tagamet®) und Ranitidin (Zantac®, Sostril®). Bei schwerer Nesselsucht verschreibt Ihnen Ihr Arzt Kortikosteroidtabletten wie Prednison, die Schwellung, Rötung und Juckreiz herabsetzen. Eine schwere Urtikaria-Attacke gilt als medizinischer Notfall. Aus dem Grund ist im Notfall eine Adrenalinspritze angebracht.

Magenmedikament bei hartnäckigem Nesselausschlag

H2-Blocker sind Medikamente, die normalerweise Sodbrennen oder Magenerkrankungen lindern oder verhüten, die durch überschüssige Magensäure entstanden. Sie gehören zur Gruppe der Antihistaminika. Sie hemmen die Salzsäureproduktion in der Magenschleimhaut. Ihr Arzt verschreibt Ihnen allerdings auch einen H2-Blocker (z.B. Tagamet®, Zantic®), wenn Sie an chronischem (mehr als sechs Wochen anhaltendem) Nesselfieber (Urticaria) leiden. Ein Nesselausschlag entwickelt sich, wenn der Körper Histamin zusammen mit anderen Substanzen in der Haut freisetzt. Das führt zu erhabenen, roten und oft juckenden Quaddeln. Die Histaminfreisetzung hat eine Reihe von Ursachen, die man oft nicht entdeckt. Dazu gehören zum Beispiel Nahrungsmittel- und Medikamentenallergien.

Antihistaminika gelten als Standardtherapie bei Nesselausschlag. Allerdings reagiert der Nesselausschlag nicht immer befriedigend auf die üblichen Antihistaminika, zum Beispiel solchen, die die Wirkstoffe Diphenhydramin oder Chlorphenamin enthalten. Wenn Sie starken Nesselausschlag haben oder dieser bereits länger als vier bis sechs Wochen anhält, suchen Sie Ihren Arzt auf. Bei einigen Patienten unterdrückt eine Kombination aus einem H2-Blocker und einem der Standardantihistaminika die Histaminwirkungen. Nesselausschlag ist im Allgemeinen harmlos, wenn er ein paar Wochen anhält. Sie sollten jedoch eine Notfallambulanz aufsuchen, wenn Sie Nesselausschlag haben und gleichzeitig an Atemnot oder einer Schwellung im Hals leiden. Das weist auf eine lebensbedrohliche, allergische Reaktion hin. Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn sich ein Nesselausschlag direkt nach Einnahme eines neuen Medikaments einstellt.

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