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Mundhygiene als Gesundheitsvorsorge

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Mundhygiene als Gesundheitsvorsorge

Den meisten Menschen ist nicht bewusst, in welchem engen Zusammenhang die eigene Mundhygiene mit dem gesamten Organismus steht. Erst jüngst hat der weltweite Verband der Zahnärzte veröffentlicht, dass weltweit durch mangelnde Mundhygiene mehr als 50 Millionen Schulstunden versäumt werden würden.

Mundhygiene, Zähneputzen
Mindestens zwei Mal am Tag die Zähne zu putzen gilt als Voraussetzung für eine angemessene Mundhygiene. Doch das allein reicht nicht aus. © bernardbodo - Adobestock

Wie Bakterien im Mund den gesamten Körper belasten

In der Mundhöhle befinden sich ungefähr 700 verschiedene Bakterienarten, insgesamt wird von 50 Milliarden Bakterien ausgegangen. Nicht alle davon sind schädlich, viele von ihnen schützen den Körper vor Infektionen und wehren Krankheitserreger ab. Bei einer angemessenen Mundhygiene ist die Mundflora im Gleichgewicht, wird diese allerdings vernachlässigt, kann sie kippen. Bereits nach wenigen Tagen, in denen die Mundhygiene vernachlässigt wurde, sind erste negative Auswirkungen im Bereich der Mundflora nachweisbar.

Oberflächlich betrachtet macht sich die mangelnde Mundhygiene nur als Problem im Bereich der Zähne bemerkbar. Doch die Entzündungen belasten das gesamte Immunsystem und schwächen den Körper. Gleichzeitig können durch Zahnentzündungen und damit verbunden offene Wunden Krankheitserreger in den Organismus eindringen. Als Transportsystem dient den Bakterien Blut. Insbesondere ein Keim, der bei der Parodontose in den Blutkreislauf gelangen kann, soll durch Ablagerung in den Blutgefäßen das Herz-Kreislauf-System erheblich schwächen können.

Neben der Parodontose können aber schon bereitsPlaque und Zahnstein Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Wer häufig mit Halsschmerzen und Mandelentzündungen zu kämpfen hat, sollte daher seine Mundhygiene kritisch hinterfragen. Die Bakterien in der Mundhöhle gelangen häufig in den Rachenraum und können dort zu Rachen- und Mandelentzündungen führen.

Selbst wenn diese Entzündungen sich nur auf einen kleinen Bereich wie die Mandeln auszuwirken scheint, hat der gesamte Organismus mit dieser Erkrankung zu kämpfen und wird geschwächt.

Bakterienfilm sichtbar machen mit Plaque-Färbetabletten

Das Bild von lila eingefärbten Zähnen erinnert an einen Zahnarztbesuch aber Sie können ihn auch Zuhause durchführen und erkennen an welchen Stellen Sie gründlicher Zähneputzen müssen. Zahnärzte erkennen mit der Methode bestimmte Bakterien die beispielsweise für Parodontitis verantwortlich sind. Mit sogenannten Plaque-Tabletten aus der Apotheke können Sie einen ähnlichen Test auch selber und von Zuhause aus durchführen. Dieser dient jedoch nicht als Bakterientest wie beim Zahnarzt, sondern macht lediglich Plaque sichtbar, welchen Sie mit bloßem Auge nicht erkennen können.

Plaque ist verantwortlich für Kariesbildung und Zahnfleischerkrankungen, daher kann es wirklich nützlich sein den Test zu machen und herauszufinden, ob Ihre Mundhygiene noch verbesserungsbedarf hat. Die Tabletten färben Ihre Zähne ein. Die dunklen Stellen zeigen älteren Zahnbelag und die helleren Verfärbungen zeigen neuen Plaque auf.

Achtung: Bei einer Jodallergie dürfen Sie keine Plaque-Tabletten anwenden. Aufgrund des darin enthaltenden Jods darf die Anwendung von Plaque-Tabletten außerdem nicht öfter als einmal in 14 Tagen stattfinden.

Mundhygiene umfasst nicht nur das Zähneputzen

Dass es neben dem Zähneputzen eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen gibt, um die Mundhygiene zu optimieren, ist nicht vielen Menschen bekannt. Zweifelsohne gehört die tägliche Zahnpflege mit Zahnpasta und Zahnbürste, mindestens zweimal am Tag, zu den elementaren Pflegemaßnahmen im Bereich des Mundes.

Wichtig ist außerdem, dass Sie Ihre Zähne richtig putzen. Bakterien sammeln sich nämlich dort im Mund, wo sie Essensreste finden und verbreiten sich dort. Um das zu verhindern reicht es nicht aus zwei mal am Tag schnell ihre Zähne zu putzen, sondern hier gilt langes und kontrolliertes putzen.

Merken Sie sich: Vom Zahnfleisch zum Zahn putzen. Am Zahnfleisch ansetzen, nach links und rechts putzen und anschließend zum Zahn hin wegwischen. Doch Zähneputzen allein reicht trotzdem nicht aus, um die bösartigen Bakterien loszuwerden.

Zahnseide
Bei Essensresten in den Zahnzwischenräumen kann eine Zahnbürste oft nicht weiterhelfen. Für eine gute Mundhygiene ist daher die Verwendung von Zahnseide sehr wichtig. © Maksymiv Iurii - Adobe Stock

Zahnseide und Interdentalbürsten

Neben der Nutzung von Zahnpasta empfiehlt sich regelmäßig die Säuberung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder sogenannten Interdentalbürsten. Besonders in diesen schwer zugänglichen Stellen im Mundraum siedeln sich eine Reihe von Bakterien an. Kann der Körper sie nicht mehr bekämpfen, kippen sie schnell zu Ungunsten der Zahngesundheit. Zahnfleischentzündungen und Parodontitis können die Folgen sein. Wird der Knochen angegriffen und die Zähne verlieren als Folge ihren Halt, hilft oft nur noch der Besuch einer Klink, z.B. der Zahnklinik Hamburg.

Zunge

Neben den Zähnen sollte auch die Zunge regelmäßig mit einer speziellen Bürste von Belägen befreit werden. Zuvor sollte sich allerdings genauer untersucht werden, da der Zungenbelag ein hilfreicher Indikator für vorliegende Erkrankungen sein kann. Im gesunden Zustand sollte die Zunge blassrosa und glatt sein, Verfärbungen deuten auf Probleme und mögliche Erkrankungen hin.

Neben der Zunge und den Zähnen kann die gesamte Mundhöhle mit regelmäßigen Spülungen von unerwünschten Bakterien befreit werden.

Schlechte Mundhygiene führt zu Mundgeruch

Mundgeruch ist keine schöne Angelegenheit – nicht nur für Sie selber sondern auch für Ihre Mitmenschen. Dass regelmäßiges Zähneputzen dagegen hilft, ist kein Geheimnis, doch oft leiden Menschen dennoch häufig unter Mundgeruch. Wichtig ist hier auf eine wirklich gründliche Mundhygiene zu achten – gerne wird zum Beispiel die Zunge vergessen zu putzen, auf der sich dann ein Belag bildet, der für den unangenehmen Geruch verantwortlich ist.  Die zuvor genannten Tipps könnten Ihnen bereits helfen. Nehmen Sie sich für Ihre Mundhygiene etwas mehr Zeit morgens und abends. Seien Sie streng mit sich selber und führen Sie eine angemessene Putz-Routine ein. Es könnte zu Beginn lästig erscheinen, doch denken Sie daran, was Sie damit bewirken. Eine Stoppuhr zu verwenden hilft den meisten bereits dabei ihre Routine durchzuziehen.

Tee mit Zitrone und Pfefferminze
Zitronenwasser hilft bei Mundgeruch. Probieren Sie auch eine Tasse heißes Wasser mit einer Scheibe Zitrone und Pfefferminze. Er schmeckt nicht nur lecker sondern liefert auch noch wichtige Vitamine und Nährstoffe! © baansilk - Adobe Stock

Kleine Alltagshelfer mit großer Wirkung

  • viel Wasser trinken, um einen trockenen Mund zu verhindern. Dieser kann zu Mundgeruch führen
  • Mundspülung benutzen, wirkt desinfizierend und sorgt für einen angenehmen Geruch
  • Kräuter, Gewürze und Tee-Sorten, wie Beispielsweise: Petersilie, Zimt,Kümmel oder Pfefferminztee, Schwarzer Tee und Grüner-Tee – sie lindern die bösartigen Bakterien im Mund
  • Frisches Zitronenwasser, nicht nur vitaminreich sondern hilft auch gegen Mundgeruch
  • Ölziehen – eine altbewährte Methode bei Mundgeruch, bei der Sie einen Esslöffel Olivenöl für einige Minuten im Mund hin und her spülen, dann ausspucken und anschließend Ihren Mund mit warmen Wasser ausspülen. Das Öl bindet die Giftstoffe und hemmt das Wachstum von Bakterien
  • Äpfel wirken antibakteriell und helfen so auch gegen Mundgeruch
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