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Prostatakrebs: Lassen Sie sich durch den PSA-Test nicht verunsichern

Jährlich erkranken in Deutschland über 30.000 Männer an Prostatakrebs. Damit ist diese Krebsart inzwischen der häufigste Tumor des Mannes. Wird die bösartige Veränderung der Prostata in einem frühen Stadium entdeckt, so kann dieser Krebs – wie fast jede andere Krebserkrankung auch – geheilt werden.

In vielen Arztpraxen wird heute zur Früherkennung der so genannte PSA-Test angeboten. Doch ist er wirklich eine sinnvolle Untersuchung? Wir sagen Ihnen, weshalb Sie sich zumindest nicht allein auf diesen einfachen Bluttest verlassen sollten und was ein erhöhter Wert tatsächlich für Sie bedeutet.

Nur jeder 15. Patient stirbt an dem Tumor

Ein Prostatakarzinom vor dem 50. Lebensjahr ist selten, und viele Tumore wachsen sehr langsam. Aufgrund von Gewebeuntersuchungen weiß man, dass etwa jeder zweite Mann über 80 Jahren einen Prostatakrebs in sich trägt, der aber keinerlei gesundheitliche Folgen hat und deshalb unentdeckt bleibt. Auf der anderen Seite kommen jedoch auch schnell wachsende, aggressive Tumore bei jüngeren Männern vor.

Dieser Facettenreichtum macht es schwierig, die Diagnose „Prostatakrebs“ richtig einzuordnen. Ist es eine gefährliche Erkrankung oder können Sie nach der Diagnose die Hände in den Schoß legen und erst einmal abwarten, wie sich die Erkrankung weiter entwickelt?

Die Antwort auf diese Frage wird sehr von Ihrem Naturell abhängen, und es kann keine allgemein gültige Empfehlung geben. Allerdings sollten Sie wissen, dass nur etwa 7 % der Patienten tatsächlich an ihrem Krebs sterben. Das durchschnittliche Alter der Prostatakrebsopfer in Deutschland liegt bei 77,6 Jahren und damit deutlich über dem allgemeinen Sterbealter.

Alarmzeichen sind Blut im Urin, Impotenz oder Rückenschmerzen Ist es bei dieser Sachlage überhaupt notwendig, zur Früherkennungsuntersuchung beim Urologen zu gehen?

Ab 45 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten für diese Untersuchung, bei der Ihr Arzt vom Enddarm her die Prostata abtastet. Wir meinen: Ja, gehen Sie hin! Denn nur wenn die Krankheit erkannt ist, haben Sie es selbst in der Hand, das weitere Geschehen zu bestimmen.


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Das sind die Anzeichen für einen Prostatakrebs:

  • Blut im Urin
  • plötzliche Impotenz
  • plötzlich auftretende Rückenschmerzen
  • übermäßiger Harndrang
  • unvollständige Blasenentleerung
  • schwacher Harnstrahl

Nur bei einem bestehenden Krebsverdacht übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen Labortest auf das so genannte PSA (prostataspezifisches Antigen). Das ist ein Eiweißstoff, der von den Tumorzellen ins Blut abgegeben wird.

Der Test kostet etwa 20 bis 30 €. Er ist seit 1999 verfügbar und hat verschiedene Vorteile, aber auch ganz erhebliche Nachteile. Wir können Ihnen daher weder ab- noch zuraten, sondern wollen Ihnen kurz das Für und Wider schildern.

PSA-Test: keine 100 %ige Sicherheit

Für den PSA-Test spricht: Mit dem Test erkennt Ihr Urologe einen Krebs möglicherweise früher als durch die Tastuntersuchung. Seit der Einführung des PSA-Tests stieg der Anteil der noch lokal begrenzten und damit heilbaren Tumore von 30 auf etwa 60 %. Der Anteil der fortgeschrittenen Tumore sank von 30 auf 6 %.

Gegen den PSA-Test spricht: Er kann nicht unterscheiden, ob ein Tumor aggressiv oder harmlos ist. Die meisten Männer, bei denen ein Krebs entdeckt wird, sind dadurch weder beeinträchtigt noch gefährdet. Trotzdem werden viele dann unnötigerweise operiert. Und das mit nicht unerheblichen Folgen: Bis zu 85 % haben nach der Operation Potenzstörungen, und mindestens 10 % leiden unter Inkontinenz

Weiterer Nachteil: Nur einer von drei Männern mit einem auffälligen PSA-Wert hat tatsächlich Krebs. Denn auch andere Faktoren können den Wert in die Höhe treiben.

In diesen Fällen kann der PSA-Wert erhöht sein:


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  • bei entzündlichen Prozessen (z. B. Fieber, Infektionen)
  • bei Verstopfung
  • bei gutartiger Prostatavergrößerung (BPH)
  • nach einer Fahrradtour
  • nach einem Samenerguss

Falls bei Ihnen ein erhöhter PSA-Wert festgestellt wird, ist es ratsam, den Test zu wiederholen und vorher 2 Wochen Antibiotika einzunehmen. So lässt sich eine Entzündung als Ursache ausschließen, und möglicherweise bleibt Ihnen eine Biopsie erspart.

Gesunde Ernährung ist wichtiger als ein PSA-Test

Ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Prostatakrebs haben Sie, wenn Verwandte 1. Grades (Vater, Bruder) daran erkrankt sind. Dagegen erhöhen eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) oder (wie des Öfteren behauptet) eine Sterilisation Ihr Risiko für Prostata-Krebs nicht. Sehr wohl scheint allerdings Ihre Ernährung eine Rolle zu spielen. So erkranken in Japan 10-mal weniger Männer an Prostatakrebs als in Europa oder den USA.

Bei Japanern, die in die USA einwandern und die dortigen Ernährungsgewohnheiten annehmen, erhöht sich prompt das Risiko für Prostatakrebs.

In Studien hat sich herausgestellt, dass der reichliche Verzehr von Gemüse, insbesondere Tomaten, Leinsamen, Soja und Hülsenfrüchten, vor Prostatakrebs schützen kann. Offensichtlich vermindern so genannte sekundäre Pflanzenstoffe wie Isoflavone, Lignane und ganz besonders der rote Tomatenfarbstoff Lycopin das Prostatakarzinomrisiko.

Ebenfalls schützend wirken tägliche Dosen von Vitamin E (150 bis 600 I.E.), Vitamin C (500 bis 1.000 mg), Vitamin D (100 bis 400 µg) und Selen (50 bis 200 µg). Dagegen erhöhen Milch, Fett und rotes Fleisch Ihr Krebsrisiko.

Wir haben für Sie die wichtigsten Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung gegen Prostatakrebs zusammengestellt. Wenn Sie sich daran halten, können Sie Ihr Risiko um bis zu 50 % senken. Ob Sie sich darüber hinaus für einen PSA-Test entscheiden, hängt stark von Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

Diese Ernährung schützt Sie vor Prostatakrebs

  • rote Fleischsorten (Rind, Wild, Schwein): Ernährungshäufigkeit: weniger als 2-mal wöchentlich
  • Fisch: 2-mal wöchentlich
  • Tomatenprodukte, Soja, Obst, Gemüse: mindestens 5-mal täglich
  • tierische Fette (z. B. Butter): weniger als 20 g täglich
  • pflanzliche Fette (z. B. Raps-, Olivenöl): mindestens 30 g täglich
  • Alkohol: höchstens 2 Gläser pro Tag
  • grüner Tee: mehrmals täglich
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