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Ingwer - die gesunde Wurzel gegen Erkältung

Inhalt
Ingwer Wirkung
Ingwer gilt vor allem im Kampf gegen Erkältungs-Symptome als Wunderwaffe, nicht zuletzt dank ihrer antibakteriellen Wirkung auf den Organismus.

Bekannt sind sicherlich auch Ihnen die gängigen Anwendungsgebiete der scharf schmeckenden Ingwerwurzel: Erkältung oder Übelkeit. Darüber hinaus werden derzeit viele weitere Wirkungen erforscht. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Die Knolle kann Ihnen bei Rückenschmerzen genauso helfen wie auch bei Diabetes mellitus.

Der wissenschaftliche Name für den Ingwer lautet Zingiber officinale. Alternativ ist er unter den Bezeichnungen Ingwerwurzel, Immerwurzel sowie Ingber und Imber im deutschsprachigen Raum bekannt.

Die Römer verlangten Steuer für die heilende Wurzel, so lieb und teuer war ihnen der Ingwer. Heute findet er auch bei uns in Medizin wie Küche mehr und mehr Wertschätzung. Seine exotischen Blüten können Sie sogar in der Blumenvase bewundern. Doch die Hauptanwendung der Pflanze liegt in der Heilung.

Die Herkunft der Ingwerstaude

Die Ingwerstaude stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Südasien. Um etwa 2700 v. Chr. erklärte Shen Nung, damals Kaiser von China, Ingwer zu einer königlichen Pflanze: Man sagte dem Gewächs nach, es könne die Lebenskraft fördern. Im Fernen Osten schätzte und schätzt man die Wurzel noch heute als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden.

Sie ist dort deshalb in vielen traditionellen Mahlzeiten zu finden. Auch die Chinesen vertrauten seinen Heilwirkungen und im Ayurveda galt er als Universalheilmittel. Im Orient wurde der Ingwerwurzel eine sexuell anregende (aphrodisierende) Wirkung zugeschrieben. Noch vor dem Mittelalter gelangte sie nach Europa und wurde für eine Weile ein Tischgewürz, das wie Salz benutzt wurde. Allerdings zunächst nur von sehr wohlhabenden Menschen.

Ingwerknolle, -scheiben und -stückchen, Ingwer Wirkung
Ingwer hat eine Vielseitige gesundheitliche Wirkung auf unseren Körper! © WavebreakmediaMicro – Fotolia

Erst ab dem 17. Jahrhundert war Ingwer insbesondere in England weit verbreitet. Was sich noch heute anhand zahlreicher Delikatessen ausmachen lässt: Vom Ginger Ale über Ginger Bread bis hin zu Ingwerkeksen. Anfang der 1990er Jahre machte die Wurzel dann nochmals einen „kulinarischen Karriereschritt“: Nicht nur hierzulande interessierten sich immer mehr Menschen für gesunde Ernährung. Einmal mehr besann man sich auf die Wirkung von Ingwer. So wird die Wurzel heute auf fast jedem Markt oder in Gemüse-Abteilungen angeboten und sie ist Bestandteil vieler Würzmischungen wie Curry.

Die wirkungsvollen Inhaltsstoffe

Verantwortlich für die Hauptwirkungen des Ingwers sind die zu den Scharfstoffen gehörenden Gingerole und das ätherische Öl.

Gingerol – Wunderstoff Ingwers

Die Scharfstoffe regen die Magensaftproduktion an und bringen dadurch die Verdauung in Schwung.

Studien konnten zeigen, dass Gingerole viele bedeutende Eigenschaften haben:

  • entzündungshemmende
  • schleimlösende
  • schmerzstillende

Wirkung von Gingerol

Nicht ohne Grund: Die chemische Struktur von Gingerol ähnelt der von Aspirin. Ingwer steigert außerdem Ihren Speichelfluss, die Magensaftsekretion, den Gallenfluss und aktiviert Ihre Darmperistaltik. Daher hilft die Wurzel auch bei Verdauungsbeschwerden. Sie sehen: Der Verzehr lohnt sich!

So wirkt die gesunde Ingwerwurzel

  • Übelkeit beseitigend (auch Reiseübelkeit)
  • Brechreiz lindernd
  • anregend auf die Verdauung
  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend
  • gegen Erkältung
  • vertreibt Kopfschmerzen und Migräne
  • lindert Husten und Bronchitis
  • appetitanregend
  • gegen Muskelkater
  • gegen Gelenkschmerzen (z. B. bei Arthrose oder Rheuma)
  • lindert Menstruationsbeschwerden

Für den typischen Geruch der Ingwer-Wurzel ist das Zingiberol verantwortlich, ein ätherisches Öl. Am besten ist die Wirkung von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen belegt.

Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben entschlüsseln können, worauf diese Wirkung beruht. Die Inhaltstoffe docken an den Rezeptorstellen eines Nervenbotenstoffs (Serotonin) auf den Nervenzellen an. So kann das Brechzentrum im Gehirn nicht aktiviert werden und die Übelkeit bleibt aus. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Ingwerwurzel als wärmendes Heilmittel. Die TCM setzt die Pflanze daher auch gegen Erkältungskrankheiten ein.

Ingwer senkt Ihren Blutzuckerspiegel

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist ein Zeichen dafür, dass Glukose nicht in genügendem Maße in die Körperzellen eingelagert werden kann und deshalb in erhöhter Konzentration im Blut zirkuliert. Forscher der Universität Sydney fanden heraus, dass aus der Ingwerwurzel gewonnene Extrakte die Aufnahme des Blutzuckers in die Zellen unterstützt und den Blutzuckerspiegel senkt. Dies ist möglicherweise ein vielversprechender Therapieansatz beim Diabetes mellitus.

Ursächlich für diese Wirkung sind ebenfalls die Gingerole. Diese veranlassen bestimmte Proteine, an die Muskelzellen anzudocken und den Glukose-Transport in die Zellen zu ermöglichen. In weiterführenden klinischen Studien soll jetzt geprüft werden, ob dieser Effekt zur Therapie von Diabetes-Patienten eingesetzt werden kann.

Das sagt die aktuelle Forschung über Ingwer

Es gibt eine Menge von Forschung-Teams, die vielseitige Wirkungen von Ingwer unter die Luppe genommen haben. Hier sind ihre Ergebnisse:

  • wirkt genauso gut wie ein Migränemittel:

Forscher der Zanjan Universität im Iran verglichen 2014 Ingwer mit dem Migränehemmer Sumatriptan. Das Ergebnis: Beide wirken gleich. Ingwer hatte zudem weniger Nebenwirkungen.

Im Jahr 2012 zeigte eine Studie der Thammasat Universität in Bangkok (Thailand), dass bei Knie-Arthritis eine sechswöchige Behandlung mit Ingwergel genauso schmerzlindernd ist wie 1% Diclofenac-Gel.

Ebenfalls 2012 zeigte eine Studie der Universität von Rochester in New York (USA), dass Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung einer Chemotherapie bei einer täglichen Einnahme von 0,5 Gramm Ingwer um 40 Prozent zurückgehen.

Forscher der Griffith Universität im australischen Nathan zeigten 2014, dass Auftragen von Ingwer-Öl auf eine schmerzende Rückenpartie genauso effektiv ist wie eine traditionelle Thaimassage.

  • hilft gegen Muskelschmerzen:

Forscher der Universität von Georgia Milledgeville (USA) fanden 2010 heraus: zwei Gramm der gesunden Wurzel reduzieren Muskelschmerzen nach sportlicher Betätigung um etwa 25 Prozent.

  • senkt den Zuckerspiegel bei Diabetikern:

Eine Studie der Universität von Yazd im Iran zeigte 2014, dass Ingwer Diabetikern eine wertvolle Hilfe sein kann: Insgesamt 88 Menschen mit Diabetes Typ II bekamen über acht Wochen hinweg dreimal täglich eine 1-Gramm-Ingwerkapsel oder ein wirkstofffreies Placebo. In der Ingwergruppe reduzierte sich der Blutzuckerspiegel um 10,5 Prozent. In der Placebo-Gruppe stieg er dagegen um 21 Prozent an. Auch der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) konnte durch die Wurzel deutlich gesenkt werden. Der Grund: Ingwer-Inhaltsstoffe unterstützen die Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen unabhängig von einer Insulingabe.

Wie wird Ingwer verwendet?

In der asiatischen Küche ist Ingwer ein gängiges Gewürz. Aber auch unseren europäischen Gerichten kann die Wurzel mit ihrem leicht scharfen und aromatischen Geschmack das gewisse Etwas verleihen. Verwendet wird die geschälte Wurzel in frischer oder pulverisierter Form. Sie riecht und schmeckt unverwechselbar würzig.

Wertvolle Eigenschaften von Ingwer

  • anregend
  • blähungstreibend
  • krampflösend
  • schweißtreibend.

Er lindert Durchblutungsstörungen, Bauchkrämpfe und Fieber. Der Kreislauf wird ebenso sanft stimuliert wie die Gebärmutter. Ingwer fördert die Menstruation, wenn sie sich verspätet, lindert Regelschmerzen und stärkt allgemein die Fortpflanzungsorgane. Die Wurzel beruhigt die Nerven und vertreibt sorgenvolle Gedanken. Auf jeden Fall wirkt keine andere Heilpflanze so gut gegen Reiseübelkeit. Darüber hinaus wirkt die Wurzel schmerzlindernd.

In der Küche kann man Ingwer so verwenden

Die Wurzel ist vor allem reich an ätherischen Ölen wie Zingiberen, Zingiberol, Phellandren, Borneol, Cineol und Zitral. Unter anderem benutzt man Ingwer:

  • für Desserts und zum Backen
  • für Chutneys und asiatische Pfannengerichte.
  • in Sushi und Sashimi. Die beliebten Sushis und Sashimis enthalten fast alle Ingwer.
  • in Bier. In England sind Ingwerbier (Ginger ale) und -plätzchen (Gingerbread) beliebt.

Nutzen Sie die Wurzel in der Küche entweder zerrieben oder in Scheiben geschnitten beispielsweise zu Fleisch- oder Fischgerichten. Ingwer passt aber auch zu Gemüsebeilagen und Aufläufen.

Zubereitungstipps und wertvolle Rezepte mit Ingwer

Ingwer-Tee ist vielleicht die bekannteste Zubereitungsvariation. Aber die Wurzel ist ein Bestandteil von so vielen tollen Rezepten.

Ingwer-Tee gegen Erkältungen und Verdauungsschwäche

Profitieren können Sie von Ingwer außerdem als Vitamin-C-Lieferant:

  1. Schneiden Sie ein daumengroßes Stück frischen Ingwer in dünne Scheiben.
  2. Übergießen Sie diese mit 1 Tasse kochendem Wasser.
  3. Lassen Sie den Tee etwa10 Minuten zugedeckt ziehen, bevor Sie ihn möglichst heiß in kleinen Schlucken vor, zum oder nach dem Essen trinken.
  4. Trinken Sie bei einer aufkommenden Erkältung beispielsweise über den Tag verteilt 2 bis 3 Tassen Ingwertee.

Dieser Tee hilft bei allen Verdauungsbeschwerden und machtfettreiche Nahrung bekömmlicher. Frische Ingwerwurzel öffnet die Oberfläche und ist leicht warm. Geröstete Ingwerwurzel wirkt im Inneren des Körpers sehr warm und scharf.

Ingwertee mit Zitrone, Wirkung Ingwer
Ingwer Tee unterstützt Ihre Verdauung. © Hetizia – Fotolia

Bei einer beginnenden Erkältung mit Kopf- und Gliederschmerzen trinken Sie rasch hintereinander ein bis zwei Tassen mit Honig gesüßten Ingwertee, bis Ihnen innerlich richtig warm ist. Schlafen Sie anschließend einige Stunden.

Ingwer-Sirup befreit Ihre Nase

  1. Köcheln Sie 2 Teelöffel frischen, klein gehackten Ingwer etwa30 Minuten in 200 ml Wasser.
  2. Geben Sie 100 g braunen Zucker sowie zwei Gewürznelken hinzu.
  3. Lassen Sie das Ganze eindicken.

Bei Halsschmerzen und verstopfter Nase nehmen Sie den Sirup teelöffelweise pur oder in heißem Tee ein. Im Kühlschrank hält sich dieser Sirup etwa 2 Monate.

Ingwer-Walnuss-Elixier löst Bronchitis

  1. Zerkleinern Sie 50 g frischen, geschälten Ingwer und50 g Walnusskerne im Mixer.
  2. Geben Sie 50 g braunen Zucker sowie1 Esslöffel abgekochtes Wasser hinzu.
  3. Mixen Sie, bis die Mischung schaumig aussieht.

Nehmen Sie morgens und abends einen Esslöffel des Elixiers in heißem Wasser ein, bis Ihr Vorrat aufgebraucht ist. Bewahren Sie das Mittel im Kühlschrank auf.

Ingwertee mit Orangensaft

Wollen Sie gezielt Ihre Abwehrkräfte stärken? Dann profitieren Sie von Ingwer als Vitamin-C-Quelle: Auf 100 g Wurzel kommen etwa 6.000 mg Vitamin C. Wenn Sie bedenken, dass Ernährungsmediziner täglich zur Immunstärkung 100 Milligramm Vitamin C empfehlen, dann würden Sie bereits mit 2 Gramm Ingwer-Wurzel Ihren Tagesbedarf decken. Probieren Sie zur Stärkung Ihrer Abwehrkräfte doch Ingwer-Tee kombiniert mit Orangensaft:

  • 1 Liter Wasser
  • ein etwa 5 cm großes Stück einer Ingwerwurzel
  • 3 Orangen
  • brauner Zucker oder Honig

Zubereitung:

  1. Zerschneiden Sie die Ingwerwurzel in kleine Stücke oder Scheiben.
  2. Bringen Sie den Ingwer mit einem Liter Wasser in einem Topfzum Kochen.
  3. Lassen Sie dann 10 bis 20 Minuten köcheln lassen (je länger Sie köcheln lassen, umso intensiver wird später der Geschmack).
  4. Geben Sie anschließend den Saft von 2 ausgepressten Orangen hinzu.
  5. Lassen Sie alles 10 Minuten ziehen.
  6. Seihen Sie den Tee ab.

Falls gewünscht können Sie den Tee mit braunem Zucker oder Honig süßen.

Ingwer-Möhren-Suppe

Ingwer-Möhren-Suppe, Ingwer Wirkung, wirkungsvoller Ingwer
Ingwer- Möhrensuppe – ein vitaminreiches Rezept. © Adobe Stock – sp4764

In der asiatischen Küche ist Ingwer ein beliebtes Gewürz. Aber auch unseren europäischen Gerichten kann die Wurzel mit ihrem leicht scharfen und aromatischen Geschmack das gewisse Etwas verleihen. Nutzen Sie sie in der Küche entweder zerrieben oder in Scheiben geschnitten, beispielsweise zu Fleisch- oder Fischgerichten. Fein gerieben schmeckt Ingwer beispielsweise auch zu Gemüsegerichten und Aufläufen. Ganz besonders empfiehlt sich diese leckere Ingwer-Möhren-Suppe:

  • 60 g frischer Ingwer
  • 400 g Möhren
  • 50 g Butter
  • 1 EL Zucker
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Kokosmilch
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Schälen Sie den Ingwer und zerschneiden Sie ihnin kleine Würfel.
  2. Schälen Sie die Möhren ebenfalls und schneiden sie in dünne Scheiben.
  3. Schwitzen Sie alles in einem Topf mit Butter an.
  4. Streuen Sie dann den Zucker darüber und lassen alles leicht karamellisieren.
  5. Löschen Sie mit Gemüsebrühe und Kokosmilch ab.
  6. Lassen dann alles aufkochen.
  7. Lassen Sie die Suppe bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln.
  8. Pürieren Sie anschließend alles fein.

nach Geschmack schmecken Sie die Suppe mit Salz und Pfeffer ab.

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