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Schluss mit Mythen: 3 Fakten zu Rheuma

Mediziner sprechen bei Rheuma von einer entzündlichen Erkrankung des Bewegungsapparates (Gelenke, Muskeln, Sehnen), die hauptsächlich auf eine Autoimmun-Ursache zurückzuführen ist. Eine rheumatische Erkrankung begleitet die Betroffenen meist ihr Leben lang.

Fakt 1: „Das“ Rheuma gibt es nicht

„Rheuma“ ist ein gängiger Begriff der Umgangssprache. Er steht aber nicht für ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern dient als Oberbegriff für über 100 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Daher sprechen wir auch vom „Rheumatischen Formenkreis“. Die degenerativen Erkrankungen von Gelenken und Wirbelsäule (vor allem die Arthrose) haben mit Rheuma im eigentlichen Sinn nichts zu tun. Sie sind hauptsächlich Folge von genetischen Veranlagungen, von Lebensstil und Unfällen.

Mediziner unterscheiden bei Rheuma vier große Hauptgruppen:

  1. entzündlich-rheumatische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, chronische Polyarthritis, Morbus Bechterew)
  2. Weichteilrheumatismus (z. B. Lupus erythematodes, Polymyalgie, Sjögren-Syndrom)
  3. Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (z. B. Gicht, Hämochromatose)
  4. infektionsbedingte rheumatische Erkrankungen (Arthritiden)

Fakt 2: „Abwehr auf Abwegen“ löst Rheuma aus

Die genaue Ursache rheumatischer Erkrankungen ist bislang nicht bekannt. Vermutlich treffen verschiedene Faktoren zusammen (Genetik, besondere Eigenschaften des Immunsystems) sowie Einflüsse von außen (Infektionen, Unfälle, psychische Belastungen), die für die Entstehung einer rheumatischen Erkrankung verantwortlich sind. Vorbeugende Maßnahmen sind zurzeit nicht bekannt.

Bei den eigentlichen rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis (Gelenkentzündung) handelt es sich um Autoimmunerkrankungen: Das körpereigene Abwehrsystem richtet sich plötzlich gegen Zellen des eigenen Körpers. Dabei können Gelenke betroffen sein: Anfangs oft die Mittelhand-Fingergelenke (chronische Polyarthritis), die Wirbelsäule (Morbus Bechterew) oder auch Weichteilstrukturen (Bindegewebe, Blutgefäße). Erste Anzeichen für eine rheumatoide Arthritis sind oft allgemeine Symptome einer Entzündung: Müdigkeit, Appetitlosigkeit und/oder leichtes Fieber. Nach einiger Zeit können sich Beschwerden wie gerötete, geschwollene oder überwärmte Gelenke entwickeln. Typisch ist eine zunehmende Einsteifung einzelner Gelenke, die Sie oft zunächst am Morgen spüren.

Fakt 3: Rheuma ist (noch) nicht heilbar

Ärzte können Rheuma nicht heilen, auch nicht durch teure moderne Medikamente. Sie können aber die Schmerzen lindern und die Zerstörung der Gelenke aufhalten.

Rheumakranke Gelenke brauchen Training

Auch wenn Ihre Gelenke schmerzen, ist es wichtig, sie in Bewegung zu halten. Ansonsten verschlimmert sich der Zustand: Schmerzen und Steifigkeit nehmen zu. Das gilt für eine Arthrose (Gelenkabnutzung) genauso wie für entzündliche Gelenkerkrankungen. Ideal ist ein spezielles Funktionstraining (Krankengymnastik und/oder Ergotherapie), das gezielt auf Strukturen wie Muskeln oder Gelenke einwirkt, oft besonders wirksam im warmen Wasser.

Die Deutsche Rheumaliga hat in Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten ein spezielles Funktionstraining für kranke Gelenke entwickelt. Ihr Hausarzt kann Ihnen dieses Training verordnen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.


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Diese Sportarten halten Ihre Gelenke beweglich

Gönnen Sie Ihrem Körper bei einem akuten Schub etwas Bettruhe. Ansonsten lautet die Empfehlung: Werden Sie gegen die Schmerzen aktiv. Vermeiden Sie beispielsweise längeres Sitzen und versuchen Sie, öfter zu stehen und zu gehen.

Bewegung stärkt Ihre Muskeln: Je stärker sie sind, desto besser sind Ihre Gelenke geschützt. Vermeiden Sie schmerzhafte ruckartige Bewegungen. Daher sind Sportarten wie Squash, Badminton, Tennis, Fußball und Handball nicht günstig. Rhythmische Bewegungsformen (zügiges Gehen, Laufen, Schwimmen) bieten hingegen große Vorteile. Bei rheumatischen Erkrankungen besonders geeignete Sportarten sind unter anderem:

  • Ballwerfen und -fangen (z. B. mit der Familie): Verwenden Sie einen weichen Schaumstoffball, das schont Ihre Finger- und Handgelenke.
  • entspanntes Federballspielen: Achten Sie darauf, dass Sie den Ball vornehmlich von unten schlagen. Überkopfschläge können Ihre Schultergelenke belasten. Vermeiden Sie Sprints und abrupte Stopps.
  • Radfahren: Wählen Sie einem niedrigen Gang. Vermeiden Sie Stoßbelastungen und fahren Sie auf ebenen Wegen. Dicke Reifen, Federungen vorn und hinten („Fully“/Full Suspension Bike) sowie gefederte Sattelstützen geben zusätzlichen Komfort.

Kühlung hilft bei akut geschwollenen Gelenken

Leiden Sie unter einem akut entzündeten und geschwollenen Gelenk, kann Kühlung für Sie eine sehr wirksame Behandlung sein. Das Kühlen drosselt Ihren Stoffwechsel in dem betroffenen Gelenk, lindert die Reizung Ihrer Gelenkschleimhaut und wirkt damit abschwellend und schmerzstillend.

Aber Vorsicht: Zu langes und zu tiefes Abkühlen kann zu Erfrierungen führen. Wickeln Sie Ihr Kühlgut daher immer in ein Tuch, bevor Sie es auf der Haut anwenden. Noch einfacher ist kaltes, fließendes Wasser. Dies ist dazu noch nahezu kostenfrei.

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