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Ein gesundes Herz: Tipps für Ernährung und Bewegung

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie funktioniert das Herz?
  2. Gesundes Herz – gesunder Mensch
  3. Diagnose durch Echokardiographie
  4. So unterstützen Sie Ihr Herz homöopathisch
  5. Ein neuer Wirkstoff verringert heftige Herzattacken
  6. Herz-OP: Zuversicht beeinflusst die Genesung
  7. Bewegungstherapie für Ihr Herz
  8. Wie die Körpergröße Ihr Herz krank machen kann

Das Herz gilt als das wichtigste menschliche Organ. Es versorgt den gesamten „Rest“, indem es Sauerstoff und Nährstoffe durch den Körper pumpt. Das Herz ist ein Hohlmuskel und im Schnitt 300 Gramm schwer. Über 100.000 Mal pro Tag zieht es sich zusammen, um unseren Kreislauf in Gang zu halten. Mit jedem Herzschlag befördert es zwischen 70 und 100 ml Blut aus jeder Herzkammer. Das Herz besteht aus zwei Hälften, welche die Herzscheidewand trennt.

Das Herz ist das wichtigste Organ© Sebastian Kaulitzki – Fotolia

Wie funktioniert das Herz?

Jede Herzhälfte ist in einen muskelschwächeren Vorhof (Atrium) und eine muskelstärkere Herzkammer (Ventrikel) unterteilt. Der rechte Vorhof nimmt das aus dem Körper kommende sauerstoffarme (venöse) Blut auf und leitet es in die rechte Herzkammer weiter. Diese pumpt es durch die Lungenarterien in die Lungen. Dort „betankt“ der Körper es mit frischem Sauerstoff. Das sauerstoffreiche (arterielle) Blut gelangt von hier aus in den linken Vorhof und anschließend in die linke Herzkammer. Diese pumpt es durch die große Körperschlagader (Aorta) durch den ganzen Körper.

Im Herzen fließt das Blut in eine Richtung, da sich zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern die Herzklappen befinden. Sie verhindern das Rückströmen und sorgen wie Ventile für den Fluss des Blutes in die richtige Richtung. Das Herz selbst versorgen die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) in einem eigenen Kreislauf. Im rechten Vorhof des Herzens gibt es ein Steuerzentrum (Sinusknoten). Er ist der natürliche Taktgeber für das Herz und gibt regelmäßig schwache elektrische Impulse ab. Diese leitet der Körper an die Herzmuskulatur weiter. Sie zieht sich zusammen und pumpt das Blut weiter. Man bezeichnet dieses regelmäßige Zusammenziehen als Herzschlag.

Gesundes Herz – gesunder Mensch

Vier bis sechs Liter Blut pumpt Ihr Herz durch Ihr Herz-Kreislauf-System; und das 70- bis 80-mal pro Minute. Ein so leistungsstarker Motor ermüdet irgendwann, wenn man ihn nicht bestens versorgt, pflegt, unterstützt und mit allem möglichen „schmiert“. Wie so oft macht man sich um seine Gesundheit erst dann Gedanken, wenn sie einen Knacks hat. Darum ist es so wichtig, Ihr Herz in jedem Alter zu unterstützen.

Eigentlich gilt: Ab dem 35. Lebensjahr sollte jeder regelmäßig zum Herz-TÜV. Wer früh vorsorgt, erkennt Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder einen zu hohen Cholesterinspiegel rechtzeitig und kann handeln. Wenn Sie ein paar Tage älter sind als 35 Jahre, dann nutzen Sie die heilende Kraft der Bewegung.

Kaltes Wetter lässt besonders Männer leiden

Herzkranken Männern macht Kälte mehr zu schaffen, Frauenherzen leiden dagegen mehr bei heißem Wetter. Das fand die Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (DGPMR) in Jena in einer Studie an 870 Herzpatienten während eines Reha-Aufenthalts heraus. Die Patienten im Alter von 21 bis 84 Jahren erlitten zum Teil schon Herzinfarkte. Männerherzen reagierten vor allem unter Belastung stark auf abkühlendes Wetter, wie die Studienleiterin Dr. Alexandra Henneberger im Juni 2005 in einer Pressemitteilung der Gesellschaft erläuterte.

Sank beispielsweise die Lufttemperatur um 10 °C, verdoppelte sich das Risiko einer Sauerstoffunterversorgung. Bei den herzkranken Frauen bewirkten Wetterveränderungen in Ruhe zunehmende Beschwerden: Ihre Herzfrequenz und damit ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhte sich deutlich, je wärmer und schwüler es war. Planen Sie als Herzpatient Ihre Aktivitäten möglichst nach dem Wetterbericht und meiden Sie körperliche Anstrengungen bei großer Hitze, Kälte oder Schwüle.

Gute und schlechte Nachrichten über Herzerkrankungen

Die gute Nachricht: In den letzten Jahren sank die Todesrate infolge von Herzerkrankungen um 25 Prozent. Wie erklärt sich dieser Rückgang? Eine Antwort auf diese Frage liegt im Fortschritt der medizinischen Behandlung und einer gesundheitsbewussteren Lebensweise.

Die schlechte Nachricht betrifft den Anstieg bei Herz(-pump)versagen. Bei kongestivem Herzversagen vergrößert sich das Herz und pumpt das Blut weniger effektiv durch den Organismus. Flüssigkeit sammelt sich in den Lungen, im Bauchraum und in den Beinen an.

Zukunftstendenzen in der Kardiologie

Da sich das Durchschnittsalter in Westeuropa und den USA erhöht, nimmt der Anstieg der Todesrate durch das meist chronisch kongestive Herzversagen wahrscheinlich weiter zu. Eine Umkehr dieser Tendenz ermöglicht unter Umständen der frühzeitigere und häufigere Einsatz des Hemmers des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer). In den letzten Jahren entwickelte sich diese Medikamentengruppe zu bevorzugten Mitteln bei kongestivem Herzversagen.

Sie wirken vor allem in zweifacher Weise: Einerseits hemmen sie die Ausschüttung von Angiotensin. Dabei handelt es sich um ein Hormon, das die Blutgefäße verengt und somit den Blutdruck erhöht. Dies entlastet das Herz. Andererseits reduzieren sie die Ausschüttung von Aldosteron. Dies ist das Hormon, das den Körper veranlasst, Natrium und Wasser zu speichern. Die ACE-Hemmer sind möglicherweise in der Lage, beschädigte Herzmuskelzellen (Myozyten) zu regenerieren und auf diese Weise ein Herzversagen zu verhindern.

Diagnose durch Echokardiographie

Die Echokardiographie gilt als eine der gängigsten Methoden in der Herzdiagnostik. Zum Ultraschallgerät gehört ein stabförmiger Schallkopf (Tranducer). Der Arzt positioniert ihn auf der Brust des Patienten, um Ultraschallwellen in Richtung Herz zu senden. Das Herz reflektiert das Schallsignal (wie ein Echo) und gelangt so durch die Brustwand zurück zum Schallkopf. Die Schallwellen wandeln sich dann in elektronische Signale um, um Videobilder vom schlagenden Herzen (Ultraschallechokardiogramm) zu erhalten.

Unter Umständen verwendet Ihr Arzt eine spezielle Ultraschallmethode, den Doppler-Ultraschall. Diese Technik liefert Informationen über die Blutfließgeschwindigkeit und die Richtung des Blutflusses. Bei einer Aortenstenose öffnet sich die Aortenklappe nicht so weit, wie sie sollte. Das erschwert den Blutfluss vom Herzen in die Aorta und es entstehen Wirbel in der Blutströmung. Es kommt zu einem Herzgeräusch. Mit einer Doppler-Untersuchung stellt Ihr Arzt fest, wie schnell Ihr Blut durch die Aortenklappe und die Blutgefäße fließt. Er spürt so krankhafte Veränderungen des Herzens auf.

Herz-EKG© psdesign1 – Fotolia

Bald dreidimensionale Bilder möglich

Ist die Aortenklappe wie bei der Aortenstenose verengt, arbeitet das Herz mehr. Dadurch verdickt sich der Herzmuskel unter Umständen. Defekte Klappen schließen eventuell nicht mehr perfekt, sodass das Blut zurückfließt. Ein Herzultraschall trägt dazu bei, herauszufinden, ob eine Klappe ernsthaft verengt ist oder stark leckt.

In beiden Fällen sollte man eine Aortenklappenreparatur oder einen Austausch der Klappe erwägen. Zurzeit liefert die Ultraschallkardiographie zweidimensionale Bilder des Herzens. Die technischen Fortschritte ermöglichen auch dreidimensionale Bilder, was für die Herzdiagnostik ein großer Vorteil ist.

Faserstoffe schützen vor Herzkrankheiten

Nach einer neuen Studie reduziert eine körnerreiche Ernährung das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dafür benötigt man nicht einmal eine drastische Umstellung: Zwei zusätzliche Scheiben Vollkornbrot täglich setzen Ihr Risiko herab. Die Studie erschien in der Aprilausgabe 2003 vom Journal of the American Medical Association. Sie beinhaltete 3.588 Patienten über 65 Jahre mit einer diagnostizierten kardiovaskulären Erkrankung zu Beginn der Untersuchung. Die Teilnehmer dokumentierten Ihre Ballaststoffaufnahme aus unterschiedlichen Quellen. Eine dieser Quellen waren Körner, die Faserstoffe (v. a. Zellulose) enthalten. Sie sind Bestandteil von Weizen-, Roggen- und Pumpernickel-Broten und kommen ebenso in faserreichen Müslizutaten wie Haferflocken vor.

Man begleitete die Teilnehmer im Durchschnitt über neun Jahre. Die Personen mit dem höchsten Faserstoffverbrauch erkrankten um 21 Prozent seltener an kardiovaskulären Erkrankungen als Patienten mit dem niedrigsten Faserverbrauch. Der Unterschied in der Ernährung war gering. Durchschnittlich zwei Scheiben Vollkornbrot am Tag lagen zwischen der Gruppe mit dem höchsten und geringsten Erkrankungsrisiko. Vorangegangene Studien zeigten, dass faserreiche Kost in Verbindung mit einer fettarmen Ernährung möglichst ohne gesättigte Fettsäuren wichtige Blutwerte verbessert: Sie senkt Cholesterin-, Blutdruck- und Blutzuckerwerte, die alle einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellen. Bislang ist nicht bekannt, warum Faserstoffe aus Körnern einen besseren Schutz gegen Herzkrankheiten als andere Ballaststoffe bieten.

So unterstützen Sie Ihr Herz homöopathisch

Wenn die Pumpleistung des Herzens zu gering ist, um die vom Organismus benötigte Blutmenge zu befördern, spricht man von einer Herzinsuffizienz. Durch das unzureichende Blutangebot im Körper entsteht eine Unterversorgung mit Sauerstoff, die zu Atemnot und Leistungsschwäche führt.

Anzeichen einer Herzinsuffizienz

  • nachlassende körperliche Belastbarkeit
  • Atemnot bei leichter Belastung (z. B. Treppensteigen)
  • Schweregefühl in den Beinen mit Schwellungen an den Knöcheln
  • häufiger nächtlicher Harndrang

Zwar kann sich der geschwächte Herzmuskel nicht wieder vollständig erholen, er kann jedoch unterstützt werden, sodass die Lebensqualität deutlich verbessert wird. Dabei sind Medikamente oft unumgänglich. Diese Arzneimittel sollten Sie auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, die gleichzeitige Einnahme homöopathischer Mittel ist jedoch empfehlenswert.

Die wichtigsten Mittel bei Herzinsuffizienz

  • Carbo vegetabilis bei Altersherzschwäche mit ständigem Frösteln und Verlangen nach frischer Luft
  • Apocynum bei Wassereinlagerungen mit Ödemen, wenn Sie zusätzlich unter Kopfschmerzen und Müdigkeit leiden
  • Crataegus, wenn Herzklopfen, Unruhe und Schlaflosigkeit die Herzschwäche begleiten
  • Laurocerasus ist besonders bei einer Rechtsherzinsuffizienz mit Blaufärbung der Lippen angezeigt

Ein Angina-pectoris-Anfall fühlt sich bedrohlich an

Wenn durch Arteriosklerose verengte Herzkranzgefäße nicht mehr in der Lage sind, das Herz ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen, spricht man von einer Koronaren Herzkrankheit. Dann löst die durch die Unterversorgung entstehende Übersäuerung des Herzmuskelgewebes die typischen Symptome einer Angina pectoris (lat. = Brustenge) aus.

So äußert sich ein Angina-pectoris-Anfall:

  • Engegefühl im Brustkorb
  • Schmerzen in der Brust
  • Atemnot
  • Angstgefühle
  • Schwindel

Diese Beschwerden treten meistens bei körperlichen Belastungen auf, wenn der Herzmuskel vermehrt Sauerstoff benötigt. Daher kann bereits Treppensteigen, schnelles Laufen oder Heben einen solchen Anfall auslösen. Auch hier kann ein homöopathisches Mittel rasch Erleichterung bringen.

Bei einem Herzinfarkt ist Eile geboten

Ein Herzinfarkt ist ein absoluter Notfall, denn er endet in jedem dritten Fall tödlich. Und selbstverständlich gehört ein solcher Notfall in ärztliche Hände. Doch bis zum Eintreffen des Notarztes können Sie den Betroffenen mit dem richtigen homöopathischen Mittel wirkungsvolle Erste Hilfe leisten.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Herzinfarkt:

  • länger als fünf Minuten anhaltende starke Schmerzen in der Brust, die in Schulter, Arm, Unterkiefer oder Oberbauch ausstrahlen können
  • starkes Engegefühl, das sich durch die Gabe von Nitrospray nicht bessert
  • große Unruhe bis hin zu Todesangst
  • kalter Schweißausbruch und Blässe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Atemnot

Achtung: Frauen haben oft nicht so starke Schmerzen, sondern eher Übelkeit, Atemnot und Bauchschmerzen.

Die wichtigsten Mittel bei Angina pectoris und Herzinfarkt

  • Aconitumbei stechenden Schmerzen die in den linken Arm ziehen und mit beschleunigtem, harten Puls sowie panischer Angst verbunden sind
  • Arnika, wenn sich die Herzenge wie zusammengeschnürt anfühlt und durch Anstrengung ausgelöst wurde
  • Glonoinum, wenn Herzschmerzen in alle Richtungen ausstrahlen, der Kopf hochrot ist und die Kopfarterien pulsieren
  • Tabacum gegen heftige Herzstiche bei schnellem Puls und kaltem Schweiß

So dosieren Sie richtig: Zur Unterstützung Ihres Herzens bei einer Herzinsuffizienz nehmen Sie das am besten passende Mittel einmal täglich ein. Am besten eignet sich hier die Potenz D6, von der Sie drei Globuli oder eine Tablette langsam im Mund zergehen lassen sollten. Als schnelle Hilfe im akuten Fall tropfen Sie am besten drei bis fünf Tropfen von der Potenz LM VI direkt aus der Tropfflasche auf die Zunge.

Homöopathische Globuli und Tabletten© Kathrin39 – Fotolia

Amyloidose: Grüner Tee schützt Herz vor Schäden

Der tägliche Genuss von zwei Litern Grünem Tee kann bei erblichen und altersbedingten Formen der unheilbaren Amyloidose weitere Herzschäden verhindern. Bei dieser Krankheit sammeln sich fehlgebildete Eiweiße im Herzen an und führen schließlich zum Herzversagen. Dafür sprechen die Ergebnisse einer Studie des Amyloidose-Zentrums am Universitätsklinikum Heidelberg mit 14 schwerkranken Patienten im Alter zwischen 64 und 68 Jahren. Die Teilnehmer tranken ein Jahr lang täglich Tee oder nahmen Kapseln mit Grüntee-Extrakt ein.

In dieser Zeit lagerte sich bei den Patienten im Durchschnitt kein weiteres Eiweiß im Herzen ab. Vorhandene Ablagerungen bauten sich in geringem Maße ab. Eine drastische Verringerung der Herzwanddicke mit deutlicher Verbesserung der Herzfunktion, wie bislang von einzelnen Patienten berichtet, trat nicht auf. Dies ist weltweit die erste klinische Studie, die den Einfluss einer festgelegten Menge Grünen Tees auf den Verlauf der Erkrankung untersucht. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal „Clinical Research in Cardiology“.

Ein neuer Wirkstoff verringert heftige Herzattacken

Ranolazin wirkt an den Herzmuskelzellen und hemmt dort den Einstrom von Natrium und Kalzium aus der Gewebsflüssigkeit. Dadurch entspannt sich der Herzmuskel und die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr zum Herzen normalisiert sich. Dass dieser neue Wirkmechanismus eine Verbesserung der bisherigen Behandlungsform ist, zeigte unter anderem eine Studie der Harvard-Universität in Boston im Jahr 2006.

Hier erhielten 565 Patienten, die mindestens drei Angina-pectoris-Anfälle pro Woche hatten, sechs Wochen lang zusätzlich zur Basistherapie (mit dem Kalziumkanalblocker Amlodipin) täglich entweder 1.000 mg Ranolazin (281 Patienten) oder zur Kontrolle ein Scheinpräparat (284 Patienten). Das Ergebnis: Die Angina-pectoris-Attacken gingen in der Ranolazin-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe um 13 Prozent zurück und der Nitroglyzerinverbrauch sank um 24 Prozent.

Besonders geeignet bei der „stabilen“ Angina pectoris

Das Mittel ist besonders bei der stabilen Angina pectoris geeignet. So bezeichnen Mediziner die Krankheit, wenn die Schmerzattacken stets mit gleicher Intensität auftreten und sich über einen längeren Zeitraum nicht weiter verstärken.

Neben dem Rückgang der Attacken fühlten sich die Patienten in den bisher durchgeführten Studien meist auch deutlich leistungsfähiger. Als Patient sollten Sie Ihren Arzt ansprechen, ob dieser neue Ansatz eine Alternative für Sie wäre, möglicherweise auch als Ergänzung zur bisherigen Therapie mit Betablockern oder Kalziumantagonisten.

Herz-OP: Zuversicht beeinflusst die Genesung

Placebo-Effekt – so bezeichnen Mediziner nicht nur, wenn wirkungslose Methoden oder scheinbare Medikamente wirken. Vielmehr ist hiermit jener Anteil gemeint, den Ihre Psyche auf die Genesung ausübt. Und diesen Anteil können Sie stärken. Denn je zuversichtlicher und vertrauensvoller Sie Ihrem Arzt und seiner Behandlung gegenüber stehen, desto besser schlägt die Behandlungsweise an und desto mehr kann sie Ihnen zum Beispiel auch nach einer OP am Herzen helfen.

Psychologische Beratung als Hilfe vor der OP

Forscher der Universität Marburg haben sich jetzt damit befasst, wie hilfreich der Placebo-Effekt nach einer Bypass-OP ist. Psychologen haben mit fast 40 Patienten eine Woche vor dem Eingriff ein Training durchgeführt: Es ging darum, den Teilnehmern Zuversicht zu vermitteln, dass die Genesung gut und rasch verläuft. Die Patienten nahmen an zwei knapp einstündigen Sitzungen teil. Während dieser ging es darum, wie sie ihr Leben nach der OP sahen. Sie sollten es sich in bunten Farben ausmalen. Großer Bestandteil dieses Traumbildes sollte sein, welche Dinge sie nach der OP endlich wieder unternehmen könnten: Im Garten arbeiten oder zurück in den Beruf kehren. Im Anschluss daran erstellten sie mit dem Therapeuten einen Plan, wie sie diese Ziele am besten würden erreichen könnten.

Durch diesen Plan von Dingen, die ihnen Freude machten, wurden die Patienten deutlich zuversichtlicher, dass sie den Eingriff gut überstehen und sich rasch erholen würden. Übrigens: In dem Therapeutengespräch ging es auch um eventuelle Komplikationen, um Ängste in den Griff zu bekommen. Den beiden Sitzungen folgten zwei zwanzigminütige Telefongespräche mit dem Therapeuten direkt vor und sechs Wochen nach dem Eingriff. Eine Kontrollgruppe bildeten 41 Patienten, die zwar auch psychologischen Beistand erhielten, aber es ging dabei nicht darum, Ängste anzusprechen und ein positives Bild von der Zeit nach dem Eingriff zu entwickeln. Hinzu kam eine dritte Gruppe, die keinerlei psychologische Beratung bekam.

Pläne erhöhen das Wohlbefinden deutlich

Es zeigte sich: Die Studienteilnehmer, die vor dem Eingriff am Herzen psychologisch betreut wurden, hatten sich nach einem halben Jahr deutlich besser erholt als die anderen. Sie litten weniger unter Schmerzen oder anderen Beschwerden, waren bzw. fühlten sich leistungsfähiger, konnten körperlich mehr leisten (und taten dies auch) und hatten insgesamt eine deutlich höhere Lebensqualität. Am besten ging es den Menschen, die vor der Operation Pläne für die Zeit nach dem Eingriff aufgestellt hatten.

Und den Forschern gelang es sogar, nachzuweisen, wie sich die psychologische Behandlung positiv auf den Körper der Patienten auswirkt. Bei denjenigen, die vor dem Eingriff eine solche Beratung erhalten hatten, ließen sich nach der Operation deutlich weniger Stresshormone nachweisen. Auch dies, so die Forscher, kann die Genesung deutlich beeinflussen. Nun sollen weitere Beobachtungen folgen, um herauszufinden, in wie weit die psychologische Begleitung vor dem Eingriff die Gesundheit der Patienten über Jahre hinaus beeinflusst.

Herzgesundheit© Robert Kneschke – Fotolia

Bewegungstherapie für Ihr Herz

Wenn Sie bereits unter einer koronaren Herzerkrankung leiden oder als Herzinsuffizienz-Patient über Atemnot klagen: nach einer Studie des Liverpooler Forschers Lloyd-Williams waren erkrankte Teilnehmer nach einer Bewegungstherapie weniger erschöpft. Sie steigerten die Sauerstoffaufnahme ihres Körpers sogar um bis zu 25 Prozent.

Forscher der Northern-Illinois-Universität fanden bei einem Vergleich von 16 wissenschaftlichen Arbeiten heraus, dass regelmäßige Spaziergänge Bluthochdruck senken. Und zwar ebenso wirkungsvoll wie blutdrucksenkende Medikamente. Wenn sich aus dem regelmäßigen Spaziergang regelmäßige Ausdaueraktivitäten (z. B. Walking, Jogging, Fahrradfahren) von mehr als 30 Minuten drei- bis fünfmal pro Woche entwickeln, nimmt das Schlaganfallrisiko um bis zu 30 Prozent ab. Das Herz dankt Ihnen regelmäßige Bewegung mit gleicher Leistung bei weniger Schlägen. Auf ein ganzes Leben betrachtet schlägt es damit weniger oft, aber unter Umständen zuverlässiger.

Herzkrank? Beachten Sie die Vorgaben für’s Autofahren und Fliegen

Die geltenden Vorgaben der Bundesanstalt für Straßenwesen für Autofahrer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten für viele Experten als veraltet. Die Fahrerrlaubnis, deren §2 die Zulassung zur Teilnahme am Straßenverkehr regelt, hinke der Zeit hoffnungslos hinterher, meinen sie. Zum Beispiel seien Personen mit Defibrillator (Defi) überhaupt noch nicht erwähnt, moniert Prof. Hermann H. Klein vom Klinikum Idar-Oberstein.

Bei welchen Herzleiden Sie nicht Autofahren sollten

  • Bluthochdruck: Wenn Ihr Blutdruck zu hoch ist, gelten Sie nur dann als fahruntauglich, wenn Ihr unterer (systolischer) Blutdruckwert über 130 mmHg liegt. Das kommt jedoch recht selten vor.
  • Herzinfarkt: Wenn Ihr Herzinfarkt unkompliziert war, dürfen Sie frühestens nach zwei Wochen wieder ans Steuer. Hatten Sie einen schweren Herzinfarkt, müssen Sie vier Wochen auf das Autofahren verzichten. Setzen Sie sich grundsätzlich nach einem Herzinfarkt nicht wieder ans Steuer, ohne das mit Ihrem Arzt vorher abgesprochen zu haben.
  • Herzschwäche: Bei einer Herzinsuffizienz dürfen Sie in aller Regel Autofahren. Leiden Sie allerdings unter einer schweren Herzschwäche und stellt sich bereits im Ruhezustand Atemnot ein, dann sind Sie fahruntauglich. Das werden Sie aber auch selbst so fühlen.
  • Herzrhythmusstörungen: Das hängt von der Art, der Schwere und der Behandlung der Erkrankung ab. Besteht das Risiko, dass Sie Ihr Bewusstsein verlieren, sind Sie fahruntauglich. Werden Sie nicht ausreichend behandelt, ebenfalls. Besteht kein Risiko, dass Sie das Bewusstsein verlieren, können Sie ohne Einschränkungen Autofahren. Auch hier gilt: Das Autofahren unbedingt mit dem behandelnden Arzt absprechen.
  • Schrittmacher oder Defibrillator: Eine Woche, nachdem Ihnen der Schrittmacher oder Defibrillator eingesetzt wurde, sind Sie fahruntauglich. Hat Ihr „Defi“ einen Schock abgegeben, gelten Sie drei Monate lang als fahruntauglich.

Wie die Körpergröße Ihr Herz krank machen kann

Schon länger war bekannt: Große Männer leiden deutlich häufiger unter Vorhofflimmern als ihre normal gewachsenen Geschlechtsgenossen. Der Grund dafür ist, so konnten Wissenschaftler nachweisen, dass der Herzvorhof ebenfalls größer ist als normal und dies dafür sorgt, dass er beim Pumpen deutlich schneller unregelmäßig wird.

Ob dies bei Frauen auch so ist, konnte lange nicht nachgewiesen werden, erst jetzt haben dies Forscher der Universität Göteborg geschafft. Und sie fanden heraus, dass bei Frauen nicht nur die Körpergröße eine Rolle spielt, sondern auch das Körpergewicht.

Mehr Größe und Gewicht = mehr Vorhofflimmern

Die Wissenschaftler werteten Daten von über 1,5 Millionen Frauen aus. Diese Gesundheitsdaten waren im Verlauf von rund 16 Jahren gesammelt worden. Berechnet wurde die Körperoberfläche der Frauen aus Größe und Körpergewicht. Bezeichnet wird dieser Wert auch als Body Surface Area (BSA).

Dabei entdeckten die Forscher, dass die Frauen, die die größte Körperoberfläche aufwiesen, in der Regel auch eine 2,6-fach höhere Wahrscheinlichkeit für Vorhofflimmern aufwiesen verglichen mit den zierlichsten teilnehmenden Frauen. Dies ergab die Untersuchung der ärztlichen Berichte der Frauen. Hier entnahmen die Wissenschaftler, wie häufig die Frauen sich aufgrund der Herzprobleme im Krankenhaus hatten behandeln lassen. Die Forscher betonen, dass es tatsächlich eine Risikosteigerung gibt, die abhängig von der BSA ist. Die Frauen, die das höchste Risiko für Vorhofflimmern hatten, waren im Schnitt neun Zentimeter größer und 28 Kilogramm schwerer als die Frauen mit dem niedrigsten Risiko.

Worin die Herzprobleme begründet sind

Aber warum kommt es bei großen Menschen so viel häufiger zu dieser Art von Herzproblemen? Das liegt daran, dass Vorhofflimmern seine Ursache in der Regel in Stoffwechselstörungen hat, die durch Übergewicht entstehen. Allerdings: Auch die Größe des Herzens ist nicht zu vernachlässigen, wenn es um die Entstehung von Vorhofflimmern geht.

Die Wissenschaftler hatten in ihrer Datenauswertung festgestellt, das groß gewachsenen Menschen häufiger Übergewicht haben, zudem ihre Herzen durchweg größer sind als die kleinerer Menschen. Beides zusammen sorgt für die Entstehung der Herzerkrankung.

Körpergröße hat auch Vorteile

Allerdings, so die Wissenschaftler: Große Menschen haben auch einen Vorteil: Sie erkranken seltener an anderen Herzkrankheiten. Schlaganfälle und Herzinfarkte kommen bei ihnen deutlich seltener vor als bei kleineren Menschen. Und erleiden sie doch eine solche Herzerkrankung, dann überleben sie sie deutlich häufiger. Allerdings hat die Ursache hierfür nicht unmittelbar mit der Körpergröße zu tun. Sie fanden heraus, dass die Entwicklung in der Embryophase und in der Kindheit hiermit zu tun hat.

Hinzu kommt eine Feststellung, die die Forscher bei der Auswertung der Bildungs- und Lebensdaten der Studienteilnehmer gemacht haben: Größere Menschen haben in der Regel einen höheren Bildungs- und sozioökonomischen Status haben. Das sind alles Dinge, die sich sehr positiv auf die Gesundheit auswirken.

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