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Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitus): Symptome und Therapie

Inhalt

Langwieriger Schnupfen, Kopfschmerzen und Druckgefühl an Stirn und Wangen? Beim Bücken oder Springen verschlimmern sich die Beschwerden? Diese Symptome sprechen für eine akute Nasennebenhöhlenentzündung.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
© Mühlberg – Fotolia

Sinusitis: Was ist das überhaupt?

Sie haben seit Wochen einen Schnupfen und welche Mittel Sie auch immer ausprobieren, er will einfach nicht verschwinden. Eine Erkältung, die einfach nicht weggehen will, könnte nämlich eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sein. Sie gehört zu den häufigsten Gründen, einen Arzt aufzusuchen. Eine Nasennebenhölenentzündung besteht vielleicht nur einige Wochen oder hält einige Monate oder sogar Jahre an. Obwohl sie nur eine harmlose Reizung sein kann, kann sie ebenso zu einer schweren Infektion der benachbarten Knochen oder sogar des Gehirns führen.

Die Nasennebenhölenentzündung ahmt häufig eine Erkältung nach Fieber, Müdigkeit, eine verstopfte oder laufende Nase und Halsweh. Aber sie hat eine andere Ursache und bedarf einer anderen Behandlung. Eine Erkältung bessert sich im Allgemeinen innerhalb einer Woche und ist innerhalb von zwei Wochen völlig verschwunden. Meist bedarf sie keiner medizinischen Behandlung. Die Nasennebenhölenentzündung hält oft länger an und benötigt viel wahrscheinlicher eine Behandlung. Wenn Sie eine Nasennebenhölenentzündung vermuten, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Sinusitis
© Alila – Fotolia

Die Funktion der Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen (Sinus) verursachen aber nicht nur Störungen. Diese Hohlräume innerhalb der Gesichtsknochen befeuchten und erwärmen die eingeatmete Luft, verstärken den Geruchssinn und verbessern den Klang Ihrer Stimme. Sie produzieren auch Schleim, der die Nasengänge reinigt und befeuchtet. Innerhalb der Sinus befinden sich winzige Haare („Cilien”), die ständig Schleim aus den Sinus in die Nase und den Hals befördern.

Die Sinus münden durch kleine Öffnungen in die Nase, die Ostien genannt werden. Wenn die Ostien verstopfen, sammelt sich Schleim in den Sinus an. Dieser Schleim enthält Bakterien, die immer vorhanden sind und normalerweise keine Probleme verursachen. Doch wenn die Sinus sich nicht entleeren können, können sich diese Bakterien vermehren und eine Infektion hervorrufen. Die Infektion verursacht eine Schwellung, die es den Sinus weiter erschwert, sich zu entleeren. Da alle Sinus untereinander verbunden sind, kann sich die Infektion von einer Höhle zu einer anderen ausbreiten. Sie kann auch die Knochen infizieren, die die Sinus umschließen und eine ständige Entzündung der Schleimhäute hervorrufen. Sehr selten kann sie sich zum Gehirn hin ausbreiten, wo sie eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder einen Hirnabszess verursachen kann.

Wie entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Sowohl Bakterien als auch Viren kommen als Auslöser einer Nasennebenhöhlenentzündung in Frage sowie in seltenen Fällen eine allergische Reaktion. Die Nasennebenhöhlenentzündung oder Sinusitis ist eine eitrige Infektion der Nasennebenhöhlen, zu denen die Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhle zählen.

Grob gesagt sind bei einer Sinusitis die Nebenhöhlen nicht mehr mit Luft gefüllt, sondern mit Sekret, das wegen der angeschwollenen Schleimhäute nicht mehr richtig abfließen kann. In dieser warmen, feuchten Umgebung gedeihen Viren und Bakterien ganz hervorragend und greifen die an sich schon geschwächten Schleimhäute zusätzlich an. Die Krankheit lässt sich unterteilen in akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Erkältung mit Schnupfen
© Sergii Kondrytskyi – Fotolia

Symptome bei akuter und chronischer Sinusitis

Zu den Symptomen einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung zählen vor allem Druckschmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich, eitriger Ausfluss aus der Nase, der auch den Rachen hinunterfließt und unter Umständen zu einer Sekundärinfektion des Rachenbereichs führen kann, Fieber, Abgeschlagenheit und chronische Müdigkeit. Die akute Form entsteht häufig aus einem harmlosen Schnupfen, da eine Schwellung der nasalen Schleimhäute den Abfluss von Sekreten behindern kann. Auch eine allergische Reaktion wie Heuschnupfen kann die Entzündung auslösen. Eine akute Nasennebenhölenentzündung kann zwei bis drei Wochen oder auch bis zu zwölf Wochen anhalten. In einigen Fällen kann eine akute Nasennebenhölenentzündung mehrmals im Jahr wiederauftreten.

Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spricht man, wenn die Krankheit auch nach zwei bis drei Monaten noch nicht auskuriert ist. Ursache ist häufig eine nicht befriedigend ausgeheilte akute Nasennebenhöhlenentzündung oder auch ein Krankheitsverlauf, bei dem es zu einem oder mehreren Rückfällen kommt. In einigen Fällen sind auch anatomische Besonderheiten wie zum Beispiel die Verkrümmung der Nasenscheidewand der Grund für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Obwohl die Symptome einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung den Beschwerden einer akuten ähneln, könnten sie weniger ausgeprägt sein, sodass Sie nicht einmal wissen, dass Sie an einer Nasennebenhölenentzündung leiden. Jedoch kann es zu akuten Verschlechterungsepisoden kommen.

Möglichkeiten der Behandlung

Zur Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung steht zum einen die medikamentöse Therapie durch Gaben von Kortison oder Antibiotika zur Verfügung, zum anderen eine Operation, bei der je nach Diagnose Polypen entfernt, natürliche Zugänge zu den betroffenen Nasennebenhöhlen erweitert oder künstliche Zugänge geschaffen werden, um den Ablauf der Sekrete zu unterstützen.

Mit Salz gegen Nasennebenhöhlenentzündung

Als erste Hilfe bekommen Sie in der Regel ein abschwellendes Mittel wie Nasentropfen. Denn schwillt die Schleimhaut ab, kann das Sektret aus den Nasennebenhöhlen besser abfließen. Alternativ haben sich pflanzliche Präparate als sehr hilfreich erwiesen. Hier bieten sich zum Beispiel Mittel mit Myrten-, Eukalyptus- oder Zitronenöl an, genauso wie Extrakte aus Schlüsselblumen oder Enzianwurzel.

Hervorragend funktionieren auch Nasenspülungen. Entsprechendes Salzgemisch bekommen Sie in der Drogerie oder Apotheke. Dies lösen Sie in Wasser auf und ziehen es dann erst durch das eine Nasenloch, dann ist das zweite dran. Theoretisch könnten Sie die Salzlösung auch mit normalem Haushaltssalz anmischen. Allerdings müssen Sie aufpassen, dass Sie das richtige Wasser-Salz-Verhältnis erhalten. Zu wenig Salz bringt nicht viel, zu viel kann schnell unangenehm in der Nase werden.

Nasenspülung bei Sinusitis
© Adobe Stock – Dan Race

Mit natürlichen Senfölen Antibiotikaeinnahme vermeiden

In der allgemeinmedizinischen Praxis ist die akute Sinusitis einer der häufigsten Gründe für den Einsatz von Antibiotika, obwohl nachgewiesen wurde, dass diese bei akuter Sinusitis die Dauer der Erkrankung nicht verkürzen. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen plädiert Prof. Uwe Frank vom Universitätsklinikum Heidelberg bei unkomplizierten Nasennebenhöhlenentzündungen für den Verzicht auf Antibiotika, da sich bei den meisten Patienten die akute Sinusitis auch ohne Antibiotikatherapie bessere. „Eine sinnvolle Mögichkeit ist hier zunächst der Einsatz von Pflanzenstoffen mit antibakterieller Wirkung, sogenannten pflanzlichen Antibiotika“, erklärt Frank.

Studien zufolge sind beispielsweise die Senföle aus Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel wie in ANGOCIN® Anti-Infekt N bei akuter Sinusitis vergleichbar wirksam wie Standardantibiotika. Im Gegensatz zu diesen ist jedoch für das pflanzliche Arzneimittel auch nach Langzeittherapie bisher keine Resistenzentwicklung bekannt.

Antibiotika nur sporadisch und gezielt einsetzen

„Erst bei schweren, anhaltenden Beschwerden (länger als eine Woche) wie Austritt von Eiter aus den Nasennebenhöhlen, Gesichtsschmerz oder Schwellung besteht eine Indikation für ein Antibiotikum“, erklärt Frank. Denn eine Placebo-kontrollierte Studie aus England mit 240 Patienten hat gezeigt, dass Antibiotika die Dauer einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung nicht verkürzen. Obwohl die akute Sinusitis durch Bakterien hervorgerufen werden könne, dürfe man nicht vergessen, dass gewöhnliche Erkältungen, Allergien und irritierende Umweltfaktoren noch häufiger als Bakterien Sinusprobleme verursachen könnten, so der Experte. Frank plädiert daher dafür, Antibiotika nur gezielt einzusetzen und bei unkomplizierten Infektionen auf pflanzliche Arzneimittel in Kombination mit abschwellenden Nasentropfen auszuweichen.

Gerade bei leichten Atemwegsinfektionen wie Sinusitis, Bronchitis, Pharyngitis, Tonsillitis lohne sich ein Therapieversuch mit pflanzlichen Keimkillern auf jeden Fall. Senföle sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen zu ihrem eigenen Schutz produzieren, zum Beispiel vor Fraßschäden oder als Abwehr gegen pathogene Mikroorganismen.Verschiedene Studien zeigen außerdem, dass die Senföle gegen 13 klinisch relevante Erreger von Atemwegs-, Rachen- und Harnwegsinfektionen eine ausgeprägte keimhemmende Wirkung besitzen und sogar gegen den gefährlichen Krankenhausproblemkeim MRSA wirksam sind.

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