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Scheidengesundheit: Infektionen und deren Bekämpfungsmöglichkeiten

Die Scheide, dieses schmale und dehnbare Hohlorgan, beginnt am Scheidenvorhof zwischen den Schamlippen (Labien). Es zieht sich 10 bis 12 cm in das Körperinnere hinein. Bei der Geburt ist die Scheidenöffnung mit dem „Jungfernhäutchen“ (Hymen) verschlossen. Dieses besitzt eine kleine Öffnung, durch das ab der Pubertät das Menstruationsblut abfließt. Sie reißt unter Umständen unbemerkt ein (z. B. beim Sport).

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die weiblichen Geschlechtsorgane
  2. Scheidentrockenheit
  3. Pilzerkrankungen der Scheide
  4. Bakterielle Vaginosen
  5. Weitere Mittel gegen Scheidenentzündungen
  6. Tipps für Ihre Scheidengesundheit

Scheidengesundheit© Adobe Stock – puhhha

Die weiblichen Geschlechtsorgane

An ihrer hinteren Wölbung ist die Scheide mit dem Gebärmutterhals (Zervix samt Muttermund) verwachsen. Die muskeldurchzogenen Scheidenwände kleidet eine zarte, von Nervenfasern, Blutgefäßen und Drüsen durchsetzte, tiefrosafarbene Haut aus. Diese Haut bezeichnet man oft fälschlicherweise als Schleimhaut, weil sie von einem Feuchtigkeitsschleier überzogen ist. Dies sind wasserhaltigen Epithelzellen, die der Körper unter hormonellem Einfluss (v. a. der Östrogene) absondert. Zusammen mit dem Zervixschleim hält dieses Sekret die Scheidenwände feucht und gesund. Es duftet und schmeckt leicht nach Meeralgen.

Das Sekret enthält viele Zuckermoleküle, die nützliche, in der Scheide lebende bestimmte Bakterien (Laktobazillen, Döderlein-Stäbchen) zu Milchsäure verarbeiten. Sie vernichten normalerweise alle möglichen krankmachenden Erreger und halten die Scheide gesund. Damit schafft sich die Scheide einen sauren Schutzmantel (natürlicher pH-Wert 4 bis 4,5), der eindringende Krankheitskeime zerstört. Bis zu einem gewissen Grad verfügt die Scheide also über hauseigene Verteidigungsmaßnahmen.

Gründe für Probleme im Intimbereich

Doch dieser Schutzschild kann geschwächt werden, sodass das Abwehrsystem der Scheide nicht mehr genügend Kraft besitzt, um die Gesundheit aufrechtzuerhalten. So kann er beispielsweise beschädigt werden durch folgende Faktoren:

  • Scheidenverletzungen
  • Antibiotika
  • Anti-Baby-Pillen-Hormone
  • Intimsprays
  • Vaginalcremes
  • Seifen
  • Unterwäsche aus Kunstfasern
  • enge Kleidung
  • Stress

Viele Frauen klagen über ständig wiederkehrende Scheidenentzündungen. Das kann zurückzuführen sein auf:

  • Stress
  • Hormonschwankungen während des Zyklus
  • Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika, Kortison, Pille oder Wechseljahrstherapeutika
  • Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
  • zu häufige oder falsche Intimhygiene (zu rigides „Schrubben“ im Intim-Bereich)
  • Intimsprays
  • Scheidenspülungen
  • zu häufige Schaumvollbäder
  • Rauchen

Die Vagina (Scheide)

Nahe ihrer Öffnung ist die Scheide für sexuelle Reize besonders empfänglich. Steigt die Erregung, wird sie immer feuchter und weitet sich in Richtung Muttermund ballonförmig aus. Beim Orgasmus zuckt sie unter Umständen rhythmisch. Um ein Vielfaches stärker dehnt sie sich während des Gebärens; danach zieht sie sich in den meisten Fällen wieder zusammen. Regelmäßiges Training des Beckenbodens kräftigt die Scheidenmuskulatur. Innere Massagen fördern Durchblutung und Feuchtigkeit der Scheide, die mit dem Altern nachlassen.

Die Klitoris

Verborgen unter dem vorderen Zusammenschluss der großen und kleinen Labien liegt ein sehr wichtiges Sexualogan der Frau: die Klitoris, auch „Kitzler“ genannt. Ihr muskulöser, 2 bis 3 cm langer Schaft mit seinem rundlich-glatten, von einer dünnen Haube geschützten Ende ist sehr empfänglich für lustvolle Berührung. Sein dichtes Nervengeflecht ist mit Nervenfasern des gesamten Unterleibs, der Haut, der Brüste und anderer Körperbereiche verbunden. Diese leiten Impulse zu den Sexualzentren im Gehirn und wieder zurück.

Das Lustzentrum der Frau

Bei sexueller Erregung schwillt die Klitoris an. Die Haube rutscht zurück und gibt die Perle frei. Beim Orgasmus zuckt der Kitzler unkontrollierbar und sendet Lustsignale in den Körper. Dies geschieht einmal örtlich begrenzt (kleiner Höhepunkt) und einmal bis unter die Kopfhaut. Sexualforschungen ergaben, dass rund 75 Prozent aller Frauen für den Orgasmus eine ausreichende Reizung der Klitoris benötigen. Das Ende des Klitoriskörpers ist am Schambein verankert. Von dort führen 2 etwa 10 cm lange, schmale Fortsätze im Körperinneren bis in den Afterbereich. Dieser stellt für viele Frauen ebenfalls eine „erogene Zone“ dar. Verletzt man sie bei einer Operation oder Entbindung, beeinträchtigt dies die sexuelle Empfindungsgfähigkeit der Frau.

Zwei zwiebelförmige Gewebestrukturen am Klitoriskörper verbinden die inneren Fortsätze und umschließen die Harnröhre der Frau von drei Seiten. Diese Schwellkörper sind im Mutterleib aus den gleichen Grundstrukturen entstanden wie die Schwellkörper am Penis des männlichen Embryos. Sie verdicken sich bei sexueller Erregung, versteifen dabei die innere Wand der Scheide und drücken die Harnröhre zu. So gelangen beim Sexualverkehr weder Urintropfen aus der Blase heraus noch Krankheitserreger in das Harnsystem hinein. Vor ernsteren, sexuell übertragbaren Infektionen schützt dieser Druckwall nicht.

Die weibliche Beschneidung

Mädchen zu Pubertätsbeginn die Klitoris herauszutrennen, gilt bei vielen arabo-afrikanischen Völkern als brutaler Brauch: Man beraubt die Heranwachsenden dabei nicht nur ihres Lustorgans; viele infizieren sich schwer oder sterben an den Folgen der Operation. Die meisten leiden lebenslang unter Schmerzen. In Europa und den USA galt die Entfernung der Klitoris bis in die 60er-Jahre als probates Mittel, um Psychiatriepatientinnen von nervöser Selbstbefriedigung zu „heilen“.

Scheidentrockenheit

Manche Frauen erleben es bereits mit Mitte 40, wenn sie für sich nicht an die Wechseljahre denken: Das Milieu in der Scheide wird trockener, die Scheidenhaut dünner und empfindlicher und der Geschlechtsverkehr bereitet Schmerzen. Sie denken möglicherweise an eine Scheideninfektion.

Frauen in oder nach den Wechseljahren erleben als unangenehmene Nebenerscheinung dieser Lebensphase eben jenes charakteristische Austrocknen ihrer Scheide, die Scheidentrockenheit. Diese ist oft auch eine Eintrittspforte für krankmachende Keime. Mit den Wechseljahren nimmt die Ausschüttung der Milchsäure in der Scheidenhaut ab. Dadurch wird das sensible Gleichgewicht gestört und die Scheidenflora verändert sich. Ihr Arzt hat eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten.

Scheidentrockenheit© Adobe Stock – aitaku

Die Hormontherapie

Eine davon ist eine Hormontherapie mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Dieses trägt dazu bei, der Trockenheit und dem Dünnerwerden des Scheidengewebes vorzubeugen. Liegt Ihre letzte Monatsblutung eine Weile zurück und stellte man gynäkologisch fest, dass Sie sich in der Menopause befinden, verordnet Ihnen Ihr Arzt vermutlich Östrogene (und Gestagene) in Form von Tabletten, Pflaster auf der Haut oder Gel. Zusätzlicher Vorteil einer Hormontherapie ist etwa ein Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

Nehmen Sie Hormone ein und genügen diese offensichtlich nicht, fragen Sie nach einem zusätzlichen, örtlich wirkenden Östrogenpräparat: Östrogenhaltige Cremes, Gels oder  Zäpfchen (Ovula) sorgen für eine bessere Durchblutung der Scheide, durchfeuchten und stabilisieren die Scheidenhaut. Auf diese Weise ist sie widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung und Krankheitskeime. Diesen günstigen Einfluss bewirken sie übrigens des Weiteren auf Blase und Harnröhre. Ein mit Östrogen gefüllter Ring (Estring) zum Einführen in die Scheide ist in Deutschland nicht zugelassen.

Ebenfalls überwiegend lokal: Estradiol

Bei den meisten Frauen kommt in den Wechseljahren das Östrogen Estradiol zum Einsatz, welches allgemeine Beschwerden am besten lindert. Es wirkt sowohl überwiegend lokal (örtlich) als auch schwächer und der Körper nimmt es kaum durch die Scheidenhaut auf. Daher eignet es sich für Frauen, die sehr östrogenempfindlich sind und die üblichen Östrogene nicht vertragen. (Cremes und Zäpfchen schmieren unter Umständen stark und führen zu vermehrtem Ausfluss. Viele Frauen empfinden das als unangenehm.) Auch als Creme in der Scheide angewandt, gelangt Estradiol in den Kreislauf. Es entfaltet bei höherer Dosierung die Wirkungen und Nebenwirkungen wie östrogenhaltige Tabletten oder Pflaster

Es gibt hier einen Trick: Lassen Sie sich Tabletten mit ausschließlich Estriol verschreiben. Dieses Hormon funktioniert unabhängig vom Zyklus und benötigt keine regelmäßige Einnahme. Darüber hinaus brauchen Sie keine zusätzlichen Gestagene. Anstatt sie zu schlucken, führen Sie eine oder eine halbe Tablette in die Scheide ein. Anfangs brauchen Sie diese täglich, später seltener. Es schmiert nichts, aber das Scheidenmilieu wird wieder feuchter und die Scheidenhaut fester. Jedoch bieten diese lokal angewendeten Präparate nicht die anderen Vorteile einer Hormontherapie.

Alternativen zu Hormonen

Darüber hinaus feuchten frei verkäufliche Gleitmittel oder Feuchtigkeitsgels ohne Hormone aus der Apotheke die Scheide an. Sie verhüten jedoch kein Ausdünnen der Scheidenhaut. Bei regelmäßiger Anwendung lindern sie neben den unangenehmen Begleiterscheinungen beim Geschlechtsverkehr allgemein Reizerscheinungen der Scheide. Gleitmittel auf Wasserbasis wendet man direkt vor dem Geschlechtsverkehr an. Ein Feuchtigkeitsgel hält im Allgemeinen die Scheide länger feucht. Alle Sorten von Pflanzenöl eignen sich darüber hinaus als vorzügliche Gleitmittel.

Neue Zäpfchen für eine angegriffene Scheide

Um Ihre Scheide widerstandsfähig zu halten und Infektionen vorzubeugen, können Sie sich in der Apotheke Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien (z. B. Vagiflor®) kaufen. Neu auf dem Markt sind jedoch auch Scheidenzäpfchen mit Hyaluron- und Milchsäure (Premeno® duo). Sie sind direkt für Frauen in den Wechseljahren gedacht, die unter einer trockenen Scheide leiden. Die in den Zäpfchen eingelassene Hyaluronsäure durchfeuchtet die Scheidenwände und bildet eine Barriere für Krankheitserreger. Sie beschleunigt die Wundheilung und Hautregeneration. Die Milchsäure sorgt für den Wiederaufbau der nützlichen Besiedlung der Scheidenhaut.

Selbstgemachte Rosenzäpfchen helfen bei Scheidentrockenheit

Zur Herstellung von Rosenvaginalzäpfchen brauchen Sie Folgendes:

  • einen Zehnerpack Zäpfchengießformen à 2 g aus der Apotheke
  • 1,5 g Frauenmantel-Tinktur
  • 0,5 g Zäpfchengrundmasse (Hartfett)
  • 3 Tropfen reines ätherisches Rosenöl

Lassen Sie die Grundmasse im Wasserbad schmelzen und geben Sie die getrennt davon erwärmte Frauenmantel-Tinktur tröpfchenweise unter Rühren dazu. Anschließend wird das Rosenblütenöl hineingegeben. Rühren Sie die Masse gut um. Befüllen Sie die Gießformen mit Hilfe einer Spritze. Nach dem Aushärten bewahren Sie die Zäpfchen kühl, luft- und duftdicht auf. Das geht am besten in einer Rührschüssel mit Deckel im Kühlschrank.

Da die Rosenzäpfchen sich in der Körperwärme rasch auflösen, sind sie bei Scheidentrockenheit schnell hilfreich. Zudem wirken sie entzündungshemmend. Sie können sich die Zäpfchen auch in der Apotheke anmischen lassen. Fragen Sie ruhig auch dort nach hauseigenen Rezepturen, denn viele Apotheken bieten ihren Kundinnen selbst angerührte Zäpfchen, Salben und Gels für Scheidentrockenheit an – fast immer aus natürlichen Bestandteilen.

Pilzerkrankungen der Scheide

Infektionen von äußerem Genitale und Vagina spielen bei Frauen eine große Rolle. Sie verursachen mit heftigstem Juckreiz oder starkem Brennen massive Beschwerden. Sogar der Arzt deutet sie nicht immer richtig. Als wichtigste Erkrankungen gelten der Befall mit Pilzen und Viren (Herpesviren, genitale Warzenviren) und der bakterielle Befall der Scheide (bakterielle Vaginose).

Entstehung von Pilzen

Entzündungen des äußeren weiblichen Genitale betreffen immer auch die Scheide. Man bezeichnet sie aus dem Grund als Vulvo-Vaginitis (Vulva = äußeres weibliches Genitale, „Scham“; Vagina = Scheide). An erster Stelle stehen hier die Pilzerkrankungen. Sie entstehen in der Regel durch Candida albicans (Candidiasis). Diese Pilze finden sich bei vielen Menschen als zunächst harmlose Schmarotzer im Mund und Magen-Darm-Trakt. Zur Erkrankung kommt es erst, wenn sich die Immunlage in der Scheide ändert; sei es durch:

  • Schwangerschaft
  • schlecht kontrollierte Zuckerkrankheit
  • langdauernde Kortison- oder Antibiotikagaben
  • allgemeine Schwäche der Immunabwehr

Die Attacken treten bei manchen Frauen über Monate oder Jahre immer wieder auf. Nach den Wechseljahren kommt die Pilzinfektion nur selten vor.

Symptomatik: Im Vordergrund steht der heftige Juckreiz

Dies sind die elementaren Anzeichen einer Pilzerkrankung:

  • An einen Befall mit Pilzen sollten Sie denken, wenn das äußere Genitale hochrot verändert und geschwollen ist und starker Juckreiz besteht.
  • Aus der genauso veränderten Vagina entleert sich weißlicher, manchmal krümeliger oder salbenartiger, geruchloser, manchmal käsiger Ausfluss.
  • In vielen Fällen bestehen Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr.

Gehen Sie sofort zum Gynäkologen. Mit einem Abstrich weist er die Pilze nach und leitet eine Behandlung ein.

Pilzerkrankung der Scheide© Adobe Stock – puhhha

Behandlung von Pilzinfektionen

Die Therapie besteht in lokaler Anwendung von Anti-Pilz-Mitteln, die man als Creme auf die betroffenen Partien aufträgt bzw. als Ovula (kleine eiförmige Präparate) in die Scheide einführt. Bei ausgedehntem Befall kommt die systemische Gabe mit Tabletten in Frage (systemisch = Behandlung des ganzen Körpers). Dafür genügt eine einmalige Gabe.

Achtung: Die Behandlung mit Tabletten darf in der Schwangerschaft aber nicht erfolgen. Den Partner sollte man bei häufig wiederkehrender Candidiasis unbedingt mitbehandeln.

Pilzinfektionen nach Antibiotika-Einnahme

Sie machen gerade eine Antibiotikatherapie und schon folgt das nächste Ärgernis: Sie zogen sich eine vaginale Pilzinfektion zu. Was Sie nicht wussten: Zwischen beidem besteht ein Zusammenhang. Unter normalen Umständen befindet sich im Scheidenmilieu immer eine geringe Anzahl von Pilzorganismen. Sie gehören zur natürlich vorkommenden Scheidenflora, einer Lebensgemeinschaft verschiedener Organismen.

Wenn sich am Scheidenmilieu oder an der Zusammensetzung dieser Flora etwas ändert, sich also beispielsweise der Anteil einer Bakterienart verringert, begünstigt die Verschiebung des Gleichgewichts innerhalb der Organismengemeinschaft ein stärkeres Pilzwachstum. Sie sollten unter diesen Umständen das verordnete Antibiotikum weiter einnehmen. Obwohl eine Pilzinfektion der Scheide unangenehm ausfallen kann, ist sie in der Regel einfach zu behandeln. Wenn man bei Ihnen früher einmal eine Pilzinfektion diagnostizierte und Sie die Symptome kennen, behandeln Sie sich mit freiverkäuflichen Anti-Pilz-Mitteln selbst. Diese wirken in aller Regel gut.

So finden Sie selbst heraus, ob Sie unter einer Pilzinfektion leiden

Mit einem Schnelltest aus der Apotheke können Frauen herausfinden, ob sie an einer vaginalen Infektion mit Hefepilzen leiden. Der Vaginalpilz-Schnelltest CandiCheck® wird ähnlich wie ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Das Untersuchungergebnis liegt nach 20 Minuten vor. Mit einer Trefferquote von 86 Prozent werden im Scheidensekret Hefepilze nachgewiesen. Hat der Test eine Infektion ergeben, können Sie sich in der Apotheke rezeptfrei ein vaginales Pilzmedikament kaufen (Canesten®Gyn) – entweder als Vaginaltablette, Creme oder Kombi-Therapie.

Diese Mittel enthalten außer dem Anti-Pilz-Wirkstoff Clotrimazol ebenfalls einen Milchsäurezusatz. Dieser verstärkt die Wirkung des Anti-Pilz-Mittels und beschleunigt die Heilung der Vaginalhaut. Die Symptome können meist rasch gelindert werden. Verschwinden die Beschwerden nach einigen Tagen trotz Behandlung aus der Apotheke nicht, sollten Sie aber dennoch auf jeden Fall Ihren Frauenarzt aufsuchen, damit er feststellen kann, welcher Keim nun wirklich hinter der Infektion steckt.

Wann Sie einen Arzt brauchen

In folgenden Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • Wenn Sie bereits mehrere Scheideninfektionen hinter sich haben, die nicht alle durch einen Pilz entstanden.
  • Wenn Sie eine freiverkäufliche Therapie zur Pilzbekämpfung beendeten und die Symptome anhalten.
  • Wenn Sie Fieber haben.
  • Wenn Ihre Scheide unangenehm riecht.
  • Wenn die Symptome nach dem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner auftreten.

Sofern Sie wiederholt an vaginalen Pilzinfektionen leiden, die nicht auf eine Behandlung ansprechen, testet Ihr Arzt Sie möglicherweise auf Diabetes oder eine Infektion mit dem AIDS-Virus (HIV). Wenn bei Ihnen wiederholt nach der Einnahme von Antibiotika Pilzinfektionen auftreten, sprechen Sie diesen Zusammenhang bei ihrem nächsten Arztbesuch an.

Bakterielle Vaginosen

Ändert sich das Scheidenmilieu beispielsweise nach einem chirurgischen Eingriff am Genital, nach einer Schwangerschaft oder bei gestörtem Monatszyklus, kippt die Balance der Scheidenflora: Die Milchsäurebakterien werden von anderen Erregern überwuchert (bakterielle Vaginose). Diese Bakterien produzieren Stoffe (Amine) reizen die Schleimhaut. Vordringliches Symptom ist daher der auffallend dünnflüssige, weißlich bis grauweißliche, gelegentlich schaumig-blasige Ausfluss, der in den Bereich der Vulva ausläuft und ein lästiges Gefühl der Nässe verursacht. Er sieht so aus, als ob eine Tasse Milch in die Scheide geschüttet worden wäre.

Überaus störend ist der fischartige Geruch, der sich nach dem Geschlechtsverkehr durch das alkalische Sekret des Partners noch verstärkt. In der Hälfte der Fälle bleibt die Erkrankung ohne Symptome. Jucken, Brennen oder Schmerzen sind selten und meist die Folge von nutzlosen Hygienesprays oder Scheidenduschen. In der Schwangerschaft kann eine solche bakterielle Vaginose einen vorzeitigen Sprung der Fruchtblase und eine Frühgeburt zur Folge haben. Manchmal genügt zur Behandlung schon die Gabe von Laktobazillen- oder Milchsäurepräparaten und von Vitamin C in der Scheide. Wenn das nicht ausreicht, kommt eine örtliche Anwendung von Antibiotika in Frage.

Weitere Mittel gegen Scheidenentzündungen

Übertriebene Intimhygiene, eine Antibiotikabehandlung oder ein Östrogenmangel in den Wechseljahren können das Scheidenmilieu so verändern, dass es zu einer Scheidenentzündung kommt. Ausgelöst wird diese durch Hefepilze, die normalerweise unauffällig und ohne Beschwerden zu verursachen in der Scheide leben. Durch das veränderte Milieu kommt es jedoch zu einem überschießenden Pilzwachstum.

Hier können Sie sich in den meisten Fällen zuverlässig mit Milchsäurebakterien helfen, da diese Keime das Scheidenmilieu ansäuern, dadurch wieder normalisieren und so das Pilzwachstum zurückdrängen. In der Apotheke erhalten Sie Zäpfchen oder Tabletten mit Milchsäurebakterien, die Sie in die Scheide einführen, um die gesunden Keime zur Ansiedlung zu bringen. Alternativ können Sie auch Biojoghurt anwenden. Ziehen Sie entweder 20 ml Joghurt in einer Spritze auf und führen Sie ihn in die Scheide ein oder tränken Sie einen Tampon mit dem Naturjoghurt. Wenn sich Ihre Beschwerden durch diese Behandlung innerhalb einer Woche nicht bessern, sollten Sie allerdings unbedingt einen Frauenarzt aufsuchen.

Selbstgemischtes Vaginalöl

Bei einer Scheideninfektionen kann Ihnen auch noch ein weiteres Rezept helfen: Häufig wiederkehrenden vaginalen Pilzinfektionen ist in vielen Fällen mit einer Ölmischung beizukommen. Diese kann die Infektion nicht nur vertreiben, sondern auch noch weiteren vorbeugen.

Gut miteinander zu vermischen sind:

  • 50 ml Mandelöl
  • 50 ml Sanddornöl als Basisöl
  • 10 Tropfen Teebaumöl
  • 10 Tropfen Lavendelöl
  • 5 Tropfen Majoranöl
  • 5 Tropfen Oreganumöl
  • 5 Tropfen (Berg)-Bohnenkrautöl
  • 5 Tropfen Geraniumöl
  • 1 Tropfen echtes Rosenöl

Wenn die Scheide im Klimakterium zu trocken ist, geben Sie noch drei Tropfen Vetiveröl hinzu. Tampon in das Ölgemisch eintauchen und wie bekannt benützen.

Tipps für die Scheidengesundheit© dondoc foto – Fotolia

Probiotic-Tampon hält nicht, was er verspricht

Ein neuer Probiotic-Tampon soll einen Schutz vor Scheidenentzündungen bieten. Er kommt aus Skandinavien und ist in der Apotheke in drei Größen erhältlich. Er enthält Milchsäurebakterien, die Döderlein-Bakterien, die normal als Schutzfaktor in der Scheidenflora vorkommen. Sie sollen die aus dem Tritt geratene Scheidenflora regenerieren und die Heilungsrate von Scheidenentzündungen steigern. Die Tampons sollen nur während der Menstruation angewendet werden, nicht aber an den Tagen zwischen den Blutungen.

Die erhofften Wirkungen bleiben nach einer vom Hersteller in Auftrag gegebenen Studie jedoch leider aus. Denn wahrscheinlich kann ein solcher Tampon während der Menstruation gar nicht viel ausrichten. Bei einer gestörten Vaginalflora sind die Scheidenhäute angegriffen und es werden generell keine Tampons empfohlen, da diese die Haut zusätzlich austrocknen können.

Tipps für Ihre Scheidengesundheit

  • Wenn Sie Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten Sie unbedingt und stets auf der Verwendung eines Kondoms bestehen.
  • In Schwimmbad, Sauna, FitnessCenter immer auf das eigene Handtuch setzen.
  • Nassen Badeanzug sofort wechseln.
  • Den Intimbereich ohne Seife waschen, Waschlappen immer nur einmal verwenden. Sorgfältig abtrocknen.
  • Den Analbereich immer von vorne nach hinten säubern, damit keine Keime aus dem Darm in die Scheide wandern können.
  • Fremde Toilettenbrillen stets mit Toilettenpapier abdecken, auf keinen Fall direkt draufsetzen.
  • Wenn überhaupt: Slipeinlagen ohne Plastikfolie verwenden.
  • Auf scharfe Speisen, Alkohol, Zucker und Weißmehlprodukte weitgehend verzichten; sie können das Scheidenmilieu negativ verändern.
  • Knoblauch, Kresse und Meerrettich im Essen wirken keimhemmend.
  • Zur Stabilisierung des Scheidenmilieus oder zur Vorbeugung, wenn Sie für solche Infektionen anfällig sind: Döderlein-Zäpfchen (frei verkäuflich in der Apotheke) oder Joghurt-Tamponaden verwenden. Beide Maßnahmen sorgen dafür, dass die Abwehrkräfte der Scheidenhaut gegen Krankheitserreger gestärkt werden.
  • Bei einer Scheidenpilzinfektion hilft es, eine (oder eine halbe je nach Größe) Knoblauchzehe zu schälen und wie ein Vaginalzäpfchen beispielsweise über Nacht in die Scheide einzuführen.
  • Etwas Joghurt mit etwa vier Tropfen Teebaumöl vermischen, einen Tampon damit tränken und für einige Stunden in der Scheide belassen. Auch dies Hilft hervorragend und eignet sich auch als Kur über drei bis vier Tage; dann drei Tage Pause und diesen Zyklus einige Male wiederholen.
  • Es ist nicht unbedingt ein Zäpfchen nötig. Wenn Sie einen Tampon in Quark oder Joghurt tränken und dann einführen, hilft das auch bereits.

Für diese Tipps und Rezepte können wir selbstverständlich keine Garantie übernehmen.

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