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Himalaya-Salz: Das besondere Salz des Himalaya-Gebirges

Inhalt

Steckbrief: Himalaya-Salz

– Inhaltsstoffe: 98% Natriumchlorid
– Beinhaltet im Gegensatz zu anderen Salzen weitere Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium
und Kalzium
– 20-facher Preis zu üblichem Speisesalz (Preis pro Kilo bis zu € 80,-)
– Entstanden durch Austrocknung eines Ur-Meers vor mehr als 220 Millionen Jahren
– Lagert heute in 400-600 Meter Tiefe
– Himalaya-Salz ist eine Markenbezeichnung, keine Herkunftsbezeichnung
– Anwendung als Speisesalz, Nasen- oder Augenspülung, Sole-Inhalation oder Sole-Bad
– Abbau in Pakistan 200 Kilometer südlich des Himalayas

Der Planet Erde befindet sich seit Urzeiten in permanenter Bewegung. Im Laufe dieses über Jahrmillionen andauernden Veränderungsgeschehens türmte sich das Himalaya-Gebirge auf und begrub unter sich ein Meer, das vor geschätzten 220 Millionen Jahren die Erde bedeckte. Die Salzschicht dieses verdunsteten Meeres befindet sich 400 bis 600 Meter tief unter der Erde. Man baut sie händisch und ohne jeglichen Chemieeinsatz ab. Das Himalaya-Salz kommt vollkommen naturbelassen in den Handel und hat aus diesem Grund seinen entsprechenden Preis.

Es soll nicht mit den vielfältigen Verschmutzungen der heutigen Zeit in Berührung gekommen sein und ist bioenergetisch hochwirksam. Es soll alle 84 Elemente enthalten – neueste Untersuchungen zeigen aber, dass das Salz nur 8 der versprochenen 84 Mineralstoffe enthält.

Das Himalaya-Salz enthält 1,5-2,5% Mineralien und Spurenelemente, Meersalz etwa 0,5-0,9%.

Was ist „Himalaya-Salz“?

Himalaya-Salz Grafik

Das unter dem Namen Himalaya-Salz angebotene rosafärbige Steinsalz besteht wie andere unraffinierte Salze aus 98% NaCl und weist zudem Spuren von 8 weiteren Mineralien auf. Zu diesen zählen Gips, Sulfate sowie Kaliumchlorid. Seine rötliche Farbe verdankt das Himalaya- Salz den enthaltenen Eisenionen. Einen gesundheitlichen Vorteil gegenüber anderen Salzen bietet dieses besondere Salz nicht.

Der Abbau des Himalaya-Salzes erfolgt vorwiegend im Salzbergwerk Khewra in der pakistanischen Provinz Punjab, welche ca. 200 Kilometer südlich des Himalaya-Gebirges gelegen ist.

Kommt Himalaya-Salz aus dem Himalaya?

Durch die Bezeichnung wird der Anschein erweckt, dass das Himalaya-Salz tatsächlich aus den Gebirgen des Himalayas stammt. Dem ist allerdings nicht so. Die Salze stammen größtenteils aus Salzminen aus Pakistan, welche zwischen dem Indus und dem Hochgebirge liegen. Sie stammen daher nicht direkt aus dem Himalaya.

Fakt ist allerdings, dass es aus den Meeren entsprang, welche in der Region vor etwas mehr als 100 Millionen Jahren zu finden waren. Aus diesem Grund bedarf das Himalaya-Salz im Gegensatz zu anderen Salzen keiner Reinigung. Bevor es in den Handel gelangt, wird es lediglich in Sole gewaschen und an der Sonne getrocknet.

Im Jahr 2015 entschied ein Gericht, dass die Bezeichnung Himalaya-Salz für alle Salze verwendet werden darf, welche in Ländern abgebaut wurden, die einen Teil des Himalaya-Gebirges beinhalten. Zu diesen zählen unter anderem Indien, Nepal und Tibet.

Himalaya-Salz ist dementsprechend eine Markenbezeichnung und keine Herkunftsbezeichnung.

Herkunft Himalaya-Salz

Inhaltsstoffe Himalaya-Salz

Das rosafarbene Salz ist ein unraffiniertes Steinsalz, welches zu 98% aus Natrium besteht. Zudem sind im Gegensatz zu anderen Speisesalzen weitere Inhaltsstoffe enthalten.

Himalaya-Salz enthält bei guter Qualität folgende Inhaltsstoffe:

98% Natriumchlorid
0,05% Magnesium
0,04% Calcium
0,04% Sulfat
0,01 mg Jod auf 1 Kilogramm
2,38 ppm Zink
3500 mg Kalium

Ist im Himalaya-Salz Jod enthalten?

Jod ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, auf dessen Zufuhr der Körper angewiesen ist. So ist Jod beispielsweise für die Bildung von Schilddrüsenhormonen verantwortlich. Speisesalz enthält im Durchschnitt 15-25 mg Jodat pro Kilogramm. Bei einer normalen Salzaufnahme von 6-8 g pro Tag entspricht dies etwa 90-200 µg Jod. Der durchschnittliche Salzkonsum der Deutschen liegt allerdings bei einem Großteil der Bevölkerung über dem empfohlenen Tageswert.

Salzkonsum Deutschland Himalaya-Salz

Laut WHO ist eine tägliche Jodaufnahme von 1000 µg Jod pro Tag für Erwachsene unbedenklich.

Anders als jodiertes Speisesalz enthält Himalaya-Salz nur eine sehr geringe Menge an Jod und trägt somit nicht zur Deckung des täglichen Bedarfs bei.

Aufgrund der in Deutschland nur geringen Aufnahme von Jod über Nahrungsmittel ist mit Jod angereichertes Salz die bessere Alternative, da die meisten Menschen in Deutschland nicht ausreichend mit Jod versorgt sind.

Anwendung von Himalaya-Salz

Anwendung und Wirkung von Himalaya-Salz

Die Anwendungsgebiete des unjodierten Salzes sind vielfältig. Neben der Hauptanwendung als naturreines Speisesalz findet es vor allem als Nasen- oder Augenspülung, Sole-Inhalation oder Sole-Bad Anwendung.

Anwendung: Solebad und Soletinktur

Himalaya-Salz gilt als hochwertiges Speisesalz. Darüber hinaus wirkt Himalaya-Salz sehr entspannend und hautpflegend als Solebad, vor allen Dingen bei Neurodermitis, Warzen und Akne. Es reguliert den Säurehaushalt der Haut. Des Weiteren verwendet man zur Entschlackung des Körpers (Soletinktur) dieses hochwertige Salz aus dem Himalaya. Hilfreich bei Atemwegsbeschwerden sind Inhalationen mit Soletinktur, die aus diesem speziellen Salz bestehen. Bei Halsschmerzen wirkt das Gurgeln mit Soletinktur lindernd.

AnwendungWirkung
Solebadbei Neurodermitis
bei Warzen
bei Akne
Inhalation mit Soletinkturbei Halsschmerzen
bei Atembeschwerden

Als Badesalz angewendet sollte die Wassertemperatur etwa 37°C betragen.

  • Für eine Badewannenfüllung benötigen Sie je nach gewünschter Intensität zwischen 300 g und 1 kg Himalaya-Salz.
  • Bleiben Sie nicht länger als 12 bis 20 Minuten in der Badewanne.
  • Optimal dringen die Mineralien und Spurenelemente in die Haut ein, wenn Sie sich nicht abtrocknen, sondern die Kristalle erst nach Trocknung der Haut abwischen.

Für die Herstellung von Soletinktur sättigen Sie ein Glas Wasser mit Himalaya-Salz.

Ein abendliches Solebad für geschwollene Füße

  1. Füllen Sie einen viereckigen Eimer oder eine Fußbadewanne mit ca. 15 l handwarmem Wasser.
  2. Geben Sie 2 EL Salz (Meersalz oder Salz aus dem Toten Meer) und 1 EL Natron (Haushaltsnatron, z. B. Kaisernatron® aus dem Supermarkt) hinzu.
  3. Rühren Sie mit einem Holzlöffel so lange um, bis sich das Salz auflöst.
  4. Baden Sie Ihre Füße etwa 10 Minuten lang.
  5. Lassen Sie Ihre Füße anschließend an der Luft trocknen und legen Sie sie dabei hoch.

Dieses Solebad wirkt angenehm kühlend, belebend und abschwellend.

Anwendung: Entschlackung

Das aus Himalaya-Salz herstellbare Solewasser hilft dem Körper sanft zu entgiften und Darm sowie Magen zu reinigen. Es wirkt wie ein natürliches Abführmittel und entfernt Giftstoffe wie Blei, Quecksilber und Arsen aus dem Verdauungstrakt.

Solewasser lässt sich sehr einfach selbst zubereiten. Dazu einfach etwas Salz mit Wasser (ohne Kohlensäure) aufgießen und umrühren. Das Wasser immer wieder mit Salz und Wasser nachfüllen bis sich das Salz nicht mehr auflöst, dann ist eine ca. 26%ige Sole entstanden.

Zur Entschlackung 3 Wochen täglich mindestens 1 Glas des Solewassers auf nüchternen Magen trinken. Schon nach einigen Tagen beginnt der Entschlackungsprozess. Wichtig: Während der Entschlackung täglich mindestens 2 Liter Wasser trinken.

Anwendung: Nasenspülung und Vorbeugen gegen Pollenallergien oder Erkältung

Um eine effiziente Nasenspülung herzustellen einfach 1% Salz (entspricht ca. einem halben Teelöffel) in lauwarmem Wasser auflösen. Mit einer Nasendusche oder mit Hilfe der Hände die Salzlösung in das obere Nasenloch ziehen und über das untere abfließen lassen. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen.

Anwendung: Augenspülung

Auch zur Entspannung der Augen eignet sich Himalaya-Salz. Hierzu die gleiche Salzkonzentration wie für die Nasenspülung (1% Salz) verwenden und mit Hilfe einer Augenbadewanne die Augen kräftig ausspülen. Bei der Anwendung ist besonders darauf zu achten, dass das verwendete Wasser kein Chlor enthält.

Anwendung: Inhalation und Vorbeugen gegen Infektionen

Das Inhalieren der Sole hilft gegen Austrocknen der Schleimhäute und macht diese widerstandsfähiger gegen Infektionen. Gut befeuchtete Schleimhäute vermögen Krankheitserreger besser abzutransportieren. Die Inhalation sollte regelmäßig (vor allem in der kalten Jahreszeit) erfolgen, um eine dauerhafte Befeuchtung der Schleimhäute zu erlangen.

Wirkung von Himalaya-Salz

Trotz der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und der mittlerweile großen Verbreitung im deutschsprachigen Raum ist die gesundheitliche Wirkung des rosafarbenen Steinsalzes umstritten. Die versprochenen gesundheitlichen Vorteile auf den Körper sind umfassend.

Das naturbelassene Salz soll folgende Wirkung den menschlichen Körper haben:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Hilfe bei Schlafstörungen
  • Linderung von Muskelkrämpfen
  • Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Positive Einflüsse auf Atemwegserkrankungen (Asthma, Bronchitis)
  • Reinigung der Lunge sowie des Darmtraktes
  • Entgiftung des Körpers
  • Unterstützung beim Knochenaufbau
  • Anti-Aging- Wirkung

Es gilt zu sagen, dass die einzelnen Wirkungen des Salzes nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind. Die meisten Kritiker schätzen die positiven Einflüsse auf den Körper genauso hoch ein wie jene anderer naturbelassener Mineral- oder Meersalze.

Kritik und Zweifeln an Himalaya-Salz

Chemische Analysen haben gezeigt, dass auch wenn sich einige vermutete Wirkstoffe tatsächlich in Salz befinden, andere nicht gefunden werden:

  • Himalaya-Salz besteht wie andere Steinsalze auch zu 98 % aus Natriumchlorid. Die angeblichen 84 „Elemente“ lassen sich nicht nachweisen.
  • Ein Löffel des „Himalaya-Salz“ deckt gerade einmal 0,5 % Ihres täglichen Magnesium– oder 0,2 % des täglichen Eisenbedarfs.
  • Der Mineralgehalt von Lebensmitteln ist um ein Vielfaches höher. So kommt denn auch die „Unabhängige Verbraucherberatung“ (UGB) in Gießen zu dem Schluss: „Besondere Wirkungen auf den Körper sind bislang nicht wissenschaftlich belegt.“ Und aus ökologischen Gründen sei es völlig unsinnig, ein Lebensmittel, das es hier zu Lande im Überfluss gebe, über Tausende von Kilometern zu transportieren.

Seriöse Kritiker bezweifeln sogar, dass das Salz überhaupt aus dem Himalaya kommt. Denn dort finden sich keine Lagerstätten für Steinsalze. Vermutlich kommt das „Himalaya-Salz“ eher aus der so genannten „Salt-Range“, einem Hügelland in Nordpakistan. In den dortigen Minen wird ein Steinsalz gewonnen, das unter anderem für „Salzlampen“ weltweit Verwendung findet. Das teure Salz könnte also in Wahrheit nur das Abfallprodukt dieser Lampenproduktion sein.

Für diesen vermeintlichen „gesundheitlichen Zusatznutzen“ müssen Sie jedoch tief in die Tasche greifen. Bis zu 80 € verlangen die Händler für ein Kilo Himalaya-Salz.

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