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Prostatakrebs: Alles zu Vorbeugung, Risikofaktoren, Behandlung und PSA-Test

Prostatakrebs (auch: Prostatakarzinom oder maligne Prostatahyperplasie) ist die häufigste Krebs-Erkrankung beim Mann und macht etwa 1/4 aller Krebsfälle aus.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es hierzulande jährlich etwa 50.000 Neuerkrankungen; mehr als 10.000 Männer (ca. 7% der insgesamt Betroffenen) sterben jedes Jahr daran.

Wird die bösartige Veränderung der Vorsteherdrüse in einem frühen Stadium entdeckt, so kann dieser Krebs – wie fast jede andere Krebs-Erkrankung auch – geheilt werden.

Die Diagnose wird dabei angesichts des mit dem Alter – und der heute entsprechend höheren Lebenserwartung – steigenden Risikos heute häufiger gestellt als früher.

Allerdings hat sich die Prognose in den letzten Jahrzehnten stark verbessert und hängt insbesondere davon ab, wie weit die Erkrankung vorangeschritten ist.

Inhalt:

  1. Nur jeder 15. Patient stirbt an dem Tumor
  2. Prostatakrebs produziert keine eindeutigen Frühsymptome
  3. Diagnostik bei Prostatakrebs
  4. Ist der PSA-Test wirklich zuverlässig?
  5. Risikofaktoren
  6. Behandlungs-Methoden bei fortgeschrittenem Prostatakrebs
  7. Prostata-Erkrankungen effektiv vorbeugen – so geht’s
  8. Vorbeugung von Prostatakrebs durch die Ernährung
  9. Medikament senkt Risiko für Prostatakrebs

Nur jeder 15. Patient stirbt an dem Tumor

Ein Prostatakarzinom ist vor dem 50. Lebensjahr selten und viele Tumore wachsen sehr langsam.

Aufgrund von Gewebe-Untersuchungen weiß man, dass etwa jeder 2. Mann über 80 Jahren einen Prostatakrebs in sich trägt, der aber keinerlei gesundheitliche Folgen hat und deshalb unentdeckt bleibt.

Aber: Auf der anderen Seite kommen jedoch auch schnell wachsende, aggressive Tumore bei jüngeren Männern vor.

Dieser Facetten-Reichtum macht es schwierig, die Diagnose „Prostatakrebs“ richtig  einzuordnen: Ist es eine gefährliche Erkrankung oder können Sie nach der Diagnose die Hände in den Schoß legen und erst einmal abwarten, wie sich die Erkrankung weiter entwickelt?

Die Antwort auf diese Frage wird sehr von Ihrem Naturell abhängen und es kann keine allgemein gültige Empfehlung geben. Allerdings sollten Sie wissen, dass nur etwa 7% der Patienten tatsächlich an ihrem Krebs sterben.

Das durchschnittliche Alter der Prostatakrebs-Opfer in Deutschland liegt bei 77,6 Jahren – und damit deutlich über dem allgemeinen Sterbealter.

Ist es bei dieser Sachlage überhaupt notwendig, zur Früherkennungs-Untersuchung beim Urologen zu gehen?

Wir meinen:

Ja, gehen Sie hin! Denn nur wenn die Krankheit erkannt ist, haben Sie es selbst in der Hand, das weitere Geschehen zu bestimmen.

Ab 45 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten für diese Untersuchung.

Prostatakrebs produziert keine eindeutigen Frühsymptome

Im Gegensatz zur gutartigen Prostata-Vergrößerung (medizinisch: benigne Prostatahyperplasie; BPH), die sich durch erschwertes Wasserlassen bemerkbar macht, verursacht ein beginnender Krebs der Vorsteherdrüse keine eindeutigen Symptome.

Das liegt daran, dass zunächst nur ein kleiner Teil der Drüse betroffen ist: in 80% der Fälle die rückwärtige Wand der Kapsel, die das walnussgroße Organ unterhalb der Blase umschließt.

Und so führt auch der Prostatakrebs, wie alle anderen Krebs-Erkrankungen, häufig zu unspezifischen Beschwerden.

Zu den allgemeinen Krebs-Frühzeichen zählen:

  • ungewohnte Müdigkeit
  • körperlicher und geistiger Leistungsknick
  • leichtes Fieber
  • Nachtschweiß
  • ungewollter Gewichtsverlust

Erst im fortgeschrittenen Stadium treten folgende Alarmzeichen auf:

Anzeichen für einen Prostatakrebs

  • leichte Blutspuren im Urin
  • plötzliche Impotenz
  • plötzlich auftretende Rückenschmerzen
  • übermäßiger Harndrang
  • unvollständige Blasen-Entleerung
  • schwacher Harnstrahl

Bei diesen Beschwerden sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Hausarzt durchchecken lassen.

Diagnostik bei Prostatakrebs

Die meisten Fälle von Prostatakrebs werden bei der Tast-Untersuchung entdeckt, bei der Ihr Arzt vom Enddarm her die Prostata abtastet. Diese gehört zu der Vorsorge-Untersuchung beim Urologen, auf die jeder Mann ab 45 ein Anrecht hat.

Dabei tastet der Arzt durch den Darm die Rückwand der Prostata ab. Ist ihre Oberfläche knotig verdickt, kann Krebs vorliegen. Doch dann ist die Erkrankung schon fortgeschritten.

Daher setzen viele Ärzte auf die Messung des sogenannten prostataspezifischen Antigens (PSA) Dies ist ein Eiweißstoff, der bei Krebs von den Tumorzellen ins Blut abgegeben wird und dann meist erhöht im Blut nachweisbar ist.

Nur bei einem bestehenden Krebsverdacht übernehmen die Krankenkassen allerdings auch die Kosten für einen Labortest auf das PSA. Der kostet etwa 20 – 30 €. Inzwischen können Sie auch einen PSA-Test zur Selbstmessung für ca. 10 € in Apotheken kaufen.

Ist der PSA-Test wirklich zuverlässig?

Der PSA-Test ist seit 1999 verfügbar und hat verschiedene Vorteile, aber auch ganz erhebliche Nachteile. Wir können Ihnen daher weder ab- noch zuraten, sondern wollen Ihnen kurz das Für und Wider schildern:

Jedes Jahr erkranken rund 22.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs – Anlass für viele Ärzte und Patienten, die Einführung des Früherkennungs-Tests PSA auf Krankenschein zu fordern.

Doch kann dieser einfache und preiswerte Test wirklich Leben retten, wie die Befürworter in großen Pressekampagnen versichern? Selbst aus der Schulmedizin kommen kritische Stimmen…

PSA-Test: keine 100%ige Sicherheit

Das sind die Vor- und Nachteile, welche der PSA-Test aufzuweisen hat:

Für den PSA-Test spricht:

Mit dem Test erkennt Ihr Urologe einen Krebs möglicherweise früher als durch die Tast-Untersuchung:

Seit der Einführung des PSA-Tests stieg der Anteil der noch lokal begrenzten – und damit heilbaren Tumore – von 30 auf etwa 60%. Der Anteil der fortgeschrittenen Tumore sank von 30 auf 6%.

Gegen den PSA-Test spricht:

Er kann nicht unterscheiden, ob einTumor aggressiv oder harmlos ist.

Die meisten Männer, bei denen ein Krebs entdeckt wird, sind dadurch weder beeinträchtigt noch gefährdet.

Trotzdem werden viele dann unnötigerweise operiert – und das mit nicht unerheblichen Folgen: Bis zu 85% haben nach der OP Potenz-Störungen und mindestens 10% leiden unter Inkontinenz.

Weiterer Nachteil:

Nur 1 von 3 Männern mit einem auffälligen PSA-Wert hat tatsächlich Krebs. Denn auch andere Faktoren können den Wert in die Höhe treiben.

So verändert sich der PSA-Wert, abhängig vom Alter:
40 – 50 Jahre2,5 µg/ml
50 – 60 Jahre3,5 µg/ml
60 – 70 Jahre4,5 µg/ml
über 70 Jahre6,5 µg/ml

PSA-Wert kann auch anderweitig erhöht sein

Leider ist der Test kein zuverlässiger Krebs-Anzeiger. Der PSA-Normalwert von 4 ng/ml kann auch durch andere Einflüsse erhöht sein.

Diese anderen Faktoren können den PSA-Wert erhöhen:

  • Entzündung der Prostata
  • andere entzündliche Prozesse (z. B. Fieber, Infektionen)
  • Verstopfung
  • gutartige Prostata-Vergrößerung (BPH)
  • körperliche Anstrengung
  • nach einer Fahrradtour
  • nach einem Samenerguss

Das sorgt bei vielen Männern für große Besorgnis, da manche Ärzte diese Information nicht deutlich genug geben.

Der PSA-Test ist nicht zuverlässig – machen Sie ihn immer 2x!

Falls Ihr PSA-Wert erhöht sein sollte, ist das also noch kein Grund zur Panik!

Es ist ratsam, den Test 2 Wochen später zuwiederholen, in diesem Zeitraum auf körperliche Anstrengung zu verzichten und für diese Zeit Antibiotika einzunehmen. So lässt sich eine Entzündung als Ursache ausschließen, und möglicherweise bleibt Ihnen eine Biopsie erspart.

Erst wenn dieser dann noch erhöht ist, sollte eine weitere Abklärung per Ultraschall und Biopsie erfolgen. Computer- oder Kernspintomografie sind nicht angezeigt, da sie keine zusätzlichen Informationen liefern.

Gesunde Ernährung wichtiger als PSA-Test

Ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Prostatakrebs haben Sie, wenn Verwandte 1. Grades (Vater, Bruder) daran erkrankt sind. Dagegen erhöht eine gutartige Prostata-Vergrößerung (BPH) Ihr Risiko für Prostata-Krebs nicht.

Sehr wohl scheint allerdings Ihre Ernährung eine Rolle zu spielen:

So erkranken in Japan 10x weniger Männer an Prostatakrebs als in Europa oder den USA. Bei Japanern, die in die USA einwandern und die dortigen Ernährungs-Gewohnheiten annehmen, erhöht sich prompt das Risiko für Prostatakrebs.

In Studien hat sich herausgestellt, dass der reichliche Verzehr von Gemüse – insbesondere Tomaten –, Leinsamen, Soja und Hülsenfrüchten vor Prostatakrebs schützen kann:

Offensichtlich vermindern sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe wie Isoflavone, Lignane und ganz besonders der rote Tomaten-Farbstoff Lycopin das Prostatakarzinom-Risiko.

Ebenfalls schützend wirken tägliche Dosen von:

  • Vitamin E (150 – 600 I.E.),
  • Vitamin C (500 – 1.000 mg),
  • Vitamin D (100 – 400 µg)
  • und Selen (50 – 200 µg).

Dagegenerhöhen Milch, Fett undrotes Fleisch IhrKrebsrisiko.

Wir haben für Sie die wichtigsten Ernährungs-Empfehlungen zur Vorbeugung gegen Prostatakrebs zusammengestellt. Wenn Sie sich daran halten, können Sie Ihr Risiko um bis zu 50% senken.

Ob Sie sich darüber hinaus für einen PSA-Test entscheiden, hängt stark von Ihrem persönlichen Sicherheits-Bedürfnis ab.

Diese Ernährung schützt Sie vor Prostatakrebs

  • rote Fleischsorten (Rind, Wild, Schwein): Ernährungshäufigkeit: max. 2x wöchentlich
  • Fisch: 2x wöchentlich
  • Tomaten-Produkte, Soja, Obst, Gemüse: mind. 5x täglich
  • tierische Fette (z. B. Butter): weniger als 20 g täglich
  • pflanzliche Fette (z. B. Raps-, Olivenöl): mind. 30 g täglich
  • Alkohol: höchstens 2 Gläser pro Tag
  • grüner Tee: mehrmals täglich

Mehr dazu, wie Sie Prostatakrebs gezielt durch eine gesunde Ernährung vorbeugen können, erfahren Sie weiter unten.

Risikofaktoren

Hier finden Sie einige der zentralen Risikofaktoren für ein Prostatakarzinom:

Fettzellen sorgen für schlechtere Prostatakrebs-Prognose

Forscher wissen schon seit längerer Zeit, dass Männer mit Prostatakrebs, die Übergewicht haben, eine deutlich schlechtere Prognose haben als schlanke Männer: Bei Übergewichtigen verlassen die Tumorzellen die Prostata deutlich häufiger und bilden eher Metastasen.

Der Grund dafür: Die Prostata wird von einem periprostatischen Fettgewebe umgeben, dass stärker ist, je mehr Gewicht Sie mit sich herumtragen. Dieses Fettgewebe gibt, wie andere Fettzellen auch, Botenstoffe in den Körper ab.

Zu diesen gehört auch das CCL7. Je mehr Fettzellen, desto mehr CCL7. Und dieses hat eine besorgniserregende Fähigkeit: Wissenschaftler der Universität Toulouse fanden heraus, dass sich Tumorzellen an seinen Rezeptoren andocken und es die Tumorzellen so aus der Prostata herausholt.

Im Tierversuch zeigte sich, dass übergewichtige Mäuse aufgrund dessen deutlich mehr Metastasen entwickelten. Gewebe-Untersuchungen von über 100 Männern mit Prostatakrebs bestätigten diese Erkenntnisse.

Die Wissenschaftler hoffen, dass man Stoffe entwickeln kann, die CCL7-Rezeptoren blockieren, um eine Metastasen-Bildung zu verhindern.

Nach Vasektomie deutlich höheres Risiko für Prostatakrebs

Bei Männern, die eine Vasektomie durchführen lassen, sich also sterilisieren lassen, ist das Risiko für Prostatakrebs deutlich erhöht.

Auch erkranken sie deutlich häufiger an der gefährlichen Prostatakrebs-Variante. Bei dieser bösartigen Form handelt es sich um eine Variante, bei der die Tumore schnell wachsen und sich in Art und Verhalten stark von gesunden Prostatazellen unterscheiden.

Studie belegt erhöhtes Risiko

Einen 1. Hinweis hierauf fanden Wissenschaftler der Harvard School of Public Health, Boston, schon vor über 20 Jahren. Im Verlauf der letzten 20 Jahre konnten sie diese Vermutung bestätigen und mit Zahlen untermauern.

Schon 1986 hatten sie mit der Studie begonnen, bei der sie fast 50.000 Männer beobachteten. Diese waren zu Beginn der Untersuchung zwischen 40 und 75 Jahre alt.

Während der Studiendauer erkrankten über 6.000 Männer an Prostatakrebs, über 800 von ihnen starben. 1/4 der Studien-Teilnehmer hatte sich einer Vasektomie unterzogen.

Das Ergebnis: Diese Männer erkrankten um 10% häufiger an Prostatakrebs. Wurden die bösartigen Krebsformen betrachtet, war das Risiko zu erkranken sogar um 20% höher, wenn eine Sterilisation durchgeführt worden war.

Behandlungs-Methoden bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

Anlässlich eines Symposiums der American Society of Clinical Oncology im Jahr 2011 stellten Ärzte der Mayo Clinic ihre neuesten Erkenntnisse bei der Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs vor:

Die Standard-Behandlung

Die übliche Behandlungsmethode zeichnete sich durch eine drastische Verringerung der Testosteron-Produktion aus. Dies ist die Standard-Behandlung und kann an sich schon sehr effektiv sein.

Eine Verringerung des Testosteron-Spiegels schädigt das Prostata-Gewebe. Dies wiederum stimuliert das Immunsystem, körpereigene Immunzellen (T-Zellen) auszuschütten.

Durch diese Immunreaktion und die zusätzliche Reduzierung des Testosteron-Spiegels können die meisten Krebszellen in einen vorübergehenden Ruhezustand versetzt werden. Auf diese Weise wird erreicht, dass Prostata-Krebszellen gezielt geschädigt oder abgetötet werden.

Dadurch gelingt es oft, dass vorhandene Tumore kleiner werden und das Wachstum gehemmt wird, so dass eine operative Entfernung möglich wird.

Aber: Der Krebs kann jedoch die T-Zellen außer Kraft setzen, so dass jegliche Art einer Immunreaktion verhindert wird.

Die neue Alternative

Bei der neuen Behandlungs-Methode werden den betroffenen Männern zusätzlich zur Testosteron-Therapie ein Antikörper-Medikament (Ipilimumab) gespritzt.

Der monoklonale Antikörper soll verhindern, dass der Krebs die T-Zellen angreift. Auf diese Weise wurde es nach einigen Monaten möglich, die Vorsteherdrüse bei einigen Patienten operativ zu entfernen.

Die eigentliche Überraschung war das Ergebnis der anschließenden Untersuchung des Prostata-Gewebes unter dem Mikroskop:

Anstatt vieler Krebszellen im Ruhezustand (wie bei der Testosteron-Therapie üblich), fanden die Forscher eine beträchtliche Anzahl an abgestorbenen und vernarbten Krebszellen.

Die Begeisterung der Experten der Mayo Clinic über diese neuen Ergebnisse ist jedoch noch verhalten. Sie sind der Meinung, dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um die Resultate zu bestätigen.

Hierzu wird eine Studie notwendig sein, die den direkten Vergleich zwischen der üblichen Testosteron-Therapie als einziger Maßnahme und der neuen kombinierten Methode (Testosteron-Therapie und Ipilimumab-Gabe) anstellt.

Prostata-Erkrankungen effektiv vorbeugen – so geht’s

Der Hauptrisikofaktor für ein Prostataleiden ist das Alter. Bei nahezu jedem Über-90-Jährigen kann ein Prostata-Karzinom nachgewiesen werden – und zwar überall auf der Welt.

Die Ausbreitung der aggressiven, schnell voranschreitenden Form ist jedoch regional unterschiedlich, was auf Umwelt-Einflüsse schließen lässt.

Allerdings wurden bisher keine einzelnen Ernährungs-Faktoren identifiziert, die als vorbeugend angesehen werden könnten.

Nicht einmal der Verzehr von Obst und Gemüse hatte in der europäischen Ernährungsstudie EPIC, an der 500.000 Menschen teilnahmen, einen Einfluss auf die Erkrankungs-Häufigkeit.

Dennoch lassen sich aus verschiedenen, auch kleineren Studien ein paar einfache Zusammenhänge benennen und Empfehlungen für die tägliche Ernährung ableiten:

Tipps zur Verringerung Ihres Prostatakrebs-Risikos

  • Vermeiden Sie eine überhöhte Energiezufuhr – speziell durch fetthaltige Nahrungsmittel. Streben Sie dauerhaft Ihr Normalgewicht an. Bauen Sie Übergewicht durch körperliche Aktivität ab; etwa durch Joggen, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Trainieren Sie 4x – 5x wöchentlich jeweils 30 – 45 Min.
  • Pflanzen enthalten bioaktive Substanzen, welche die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen. Dazu gehört z. B. das Lycopin aus Tomaten, das Sulforaphan aus Brokkoli oder die Polyphenole aus grünem Tee und Soja-Produkten.
  • Vitamin D und Selen als Nahrungs-Ergänzung reduzieren das Risiko. – Empfehlenswerte Dosis: 600 bis 800 Internationale Einheiten (I.E.) Vitamin D sowie 200 μg Selen pro Tag.
  • Achten Sie auf Ihre Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Setzen Sie statt roten Fleisches öfter einmal Seefisch auf Ihren Speiseplan (mind. 2x pro Woche).
  • Studien zeigen immer wieder, dass Männer, die Sport treiben oder regelmäßig körperlich aktiv sind, seltener mit Prostata-Vergrößerungen zu tun haben als inaktive. Hervorragend geeignet sind Gymnastik, Wandern, Schwimmen, Nordic Walking oder Geräte-Training. Üben Sie 3x – 5x die Woche jeweils 45 Min. Wegen der Unterbauch-Belastung weniger geeignet sind Reiten und Radfahren.

Vorbeugung von Prostatakrebs durch die Ernährung

Mit viel frischem und gesundem Obst und Gemüse, mit Soja und Leinsamen und mehr können Sie Prostatakrebs auf ganz natürliche Weise vorbeugen. Hier verraten wir Ihnen Näheres:

Die beste Vorbeugung: Ernährung mit frischer Kost und viel Gemüse

Mit frischem Gemüse und Obst nehmen Sie nicht nur reichlich zellschützende Vitamine und Mineralstoffe zu sich, sondern auch wichtige sekundäre Pflanzenstoffe.

An 1. Stelle sei hier der Farbstoff Lycopin genannt, der Tomaten, Paprika, Kürbis und Aprikosen ihre leuchtende gelbe bzw. rote Farbe verleiht. Lycopin wird am besten aus gekochten Früchten resorbiert.

Das gilt auch für das zellschützende Beta-Carotin in Karotten.

Essen Sie daher mindestens 2x pro Woche gekochte Karotten- und Tomaten-Gerichte.

Nehmen Sie auch täglich 50 µg organisch gebundenes Selen (z. B. Selenmethionin oder Selencystein) als Fertig-Präparat ein, da unsere Nahrung nur sehr wenig von diesem wichtigen Krebsschützer enthält.

Soja & Co. liefern Ihnen schützende Phytoöstrogene

Zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen auch die Phytoöstrogene, die als hormonähnliche Stoffe die krebsfördernde Testosteron-Wirkung möglicherweise blockieren können.

Nehmen Sie daher Phytoöstrogene in ihrer natürlichen Form zu sich: Essen Sie viele Soja-Produkte, Hülsenfrüchte und Leinsamen.

Damit erhalten Sie auch die wichtigen Ballaststoffe, die für regelmäßigen Stuhlgang sorgen und so der Speicherung von krebsfördernden Verdauungs-Toxinen vorbeugen.

Leinsamen können Prostatakrebs-Wachstum verringern

30 g Leinsamen pro Tag können das Wachstum von Prostatakrebs signifikant verringern – das zeigte eine Studie, die an der Duke University in North Carolina/USA durchgeführt wurde:

Studie belegt Wirkung

Teilgenommen haben an der Studie 160 Männer mit Prostatakrebs. Allen stand eine entsprechende Operation bevor.

Etwa 1 Monat vor der OP bekam die eine Hälfte der Studien-Teilnehmer täglich 30 g geschroteten Leinsamen, den sie mit ihrer Nahrung oder in einem Getränk zu sich nahmen. Die andere Hälfte ernährte sich wie gewohnt weiter.

Nach der Operation wurden die entfernten Tumore untersucht.

Ergebnis:

Die Krebszellen der Leinsamen-Gruppe hatten sich wesentlich langsamer entwickelt als die der Vergleichs-Gruppe, das Tumor-Wachstum war durch Wirkstoffe im Leinsamen deutlich (um bis zu 40%) gebremst worden!

Die Mediziner führen den Effekt darauf zurück, dass die Omega-3-Fettsäuren im Leinsamen die Art des Zusammenschlusses von Krebszellen verändern. Ebenso wird deren Aggressivität gegenüber gesunden Zellen herabgesetzt.

Hinzu kommt, dass die Lignane in der äußeren Schicht der Leinsamen die Blutversorgung der Krebszellen vermindern und Testosteron binden, was wiederum das Wachstum der  Prostatakrebs-Zellen unterbindet.

Die Studie belegt die Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren im Kampf gegen den Prostatakrebs.

Hinweis: Vor der Einnahme von Leinsamen sollten Sie Ihren Arzt fragen, da manchmal Unverträglichkeits-Reaktionen auftreten.

Weitere Omega-3-Quellen

Weitere gute Omega-3-Fettsäuren-Quellen sind:

  • Weizenkeime,
  • Walnüsse,
  • Sojabohnen,
  • Fisch,
  • Krustentiere
  • und Wild.

Als Nahrungsergänzungsmittel unter der Bezeichnung „Fischöl“ sind diese Fettsäuren auch im Handel erhältlich, z. B. von Warnke, (250 Stück, ca. 20 €) oder von Pharma Aldenhoven (120 Stück, ca. 3 €).

Medikament senkt Risiko für Prostatakrebs

Ein bestimmter Wirkstoff kommt normalerweise an einer anderen Stelle zum Einsatz.

Der Wirkstoff Finasterid (Proscar®) ist in den USA von der dortigen Zulassungs-Behörde FDA zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung sowie der Glatzenbildung bei Männern zugelassen. Auch in Deutschland ist Finasterid für beide Anwendungen zugelassen.

Er senkt aber unter Umständen auch das Risiko von Prostatakrebs – davon gehen die Autoren einer Studie aus. Diese erschien am 17. Juli 2003 in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Allerdings belegte die Studie auch, dass Männer, die diesen Wirkstoff einnahmen und dennoch an Prostatakrebs erkrankten, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine aggressivere Form dieser Krebsart entwickelten.

In der genannten Studie untersuchte man über 18.000 Männer über 55 Jahre. Zu Beginn der Untersuchung zeigte keiner der Studien-Teilnehmer einen Hinweis auf Prostatakrebs.

Etwa die Hälfte der zufällig ausgewählten Männer nahmen den Wirkstoff ein. Die andere Hälfte bekam ein genauso aussehendes Placebo, d. h. eine Pille ohne Wirkstoff. Man untersuchte die Teilnehmer in den folgenden 7 Jahren jährlich auf Prostatakrebs hin.

Das Ergebnis: Die Wissenschaftler belegten mit ihrer Studie, dass 18% der Männer, die Finasterid einnahmen, an Prostatakrebs erkrankten. Im Vergleich dazu erkrankten 24% der Männer aus der Kontrollgruppe mit dem Placebo.

Fazit

Diese Zahlen sagen aus, dass in derFinasterid-Gruppe das Risiko für Prostata-Krebs um 25% sank.

Während das Gesamt-Risiko für Prostatakrebs in der Finasterid-Gruppe niedriger war, entwickelten die dennoch daran erkrankenden Männer mit größerer Wahrscheinlichkeit eine potentiell aggressivere Krankheits-Variante.

Weitere Forschungs-Arbeiten sind notwendig, um genau sagen zu können, ob der Krebs bei Männern, die Finasterid einnehmen, schneller fortschreitet als bei denen, die dieses Medikament nicht einnehmen.

Prostatakrebs Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Prostatakrebs: Sind erhöhte PSA-Werte wirklich immer gefährlich?

Wie aussagekräftig ist der PSA-Test wirklich? Erfahren Sie hier, weshalb die Laborwerte Prostatakrebs signalisieren können, obwohl Sie kerngesund sind.

Prostatakrebs Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Prostatakrebs: Lassen Sie sich durch den PSA-Test nicht verunsichern

Jährlich erkranken in Deutschland über 30.000 Männer an Prostatakrebs. Heute wird zur Früherkennung der PSA-Test angeboten. Alles dazu hier:

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