MenüMenü

Was nützen Ihrer Prostata pflanzliche Mittel?

Männer, die an einem gutartigen Prostatageschwür (BPS = benignes Prostatasyndrom) leiden, greifen gern auf Arzneistoffe aus Pflanzen zurück. Ein deutsch-österreichisches Urologenteam hat diese Mittel einmal unter die Lupe genommen. Sie durchforsteten einen großen Teil der bislang vorliegenden Studien. Voraussetzung: Die pflanzlichen Mittel sollten in den Untersuchungen gegen medizinische Standardmittel oder Placebo getestet worden sein. Die Studienlage erwies sich als spärlich, was sogleich die Kritik des Studienteams fand. Zu den fraglichen pflanzlichen Mitteln zählen Extrakte der amerikanischen Sägezahnpalme. Hier gibt es einige aussagekräftige ältere Studien mit positivem Ergebnis. Zwei neuere Untersuchungen konnten allerdings keine günstigen Ergebnisse für die Pflanzenextrakte erbringen. Es zeigte sich selbst bei Dosiserhöhung nach 72 Wochen kein positiver Effekt. Dieser wurde bislang den sekundären Pflanzenstoffen zugeschrieben, insbesondere den Phytosterolen.

Phytosterolextrakte, die vor allem aus Pinien gewonnen wurden, konnten über sechs Monate lang untersucht werden. Hier zeigt sich der Extrakt dem Placebo gegenüber signifikant überlegen, wie das medizinische Fachblatt „Medical Tribune“ berichtet. Der Harnfluss verbesserte sich deutlicher als mit der medizinischen Standardtherapie. Zum Brennnesselwurzelextrakt gibt es ebenfalls widersprüchliche Ergebnisse. Einmal gab es gar keine Verbesserung und in einer zweiten Studie konnte von positiven Ergebnissen gesprochen werden. Sogar das Prostatavolumen ging zurück. Die Forscher fordern hier dringend weitere Studien. Die bekannten Kürbissamen konnten keine überzeugenden Ergebnisse erbringen. Bei Roggenpollen wurden dagegen günstige Ergebnisse erzielt. Allerdings bemängelten die Wissenschaftler an dieser Studie Formfehler. Ihr Fazit: Aufgrund der unbefriedigenden Datenlage kommen Pflanzenextrakte nur für BPS-Patienten mit geringen Symptomen und wenig Leidensdruck infrage. Die Patienten sollten vor dem Einsatz der pflanzlichen Mittel ausführlich über deren Wirkungen aufgeklärt werden.

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

Regelmäßig Informationen über Urologie erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Helmut Erb. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

Alte Kommentare
  • Schubert schrieb am 12.03.2013, 10:11 Uhr

    Phytosterolextrakte sind also sehr erfolgreich. Schön, nur was kann sich der normale Leser darunter vorstellen??

  • Tonderchen schrieb am 12.03.2013, 11:32 Uhr

    bisher hat mir der Tee aus dem kleinen Weidenröschen sehr geholfen. Gibt es dazu eine wissenschaftliche Studie

  • Dietrich Fauteck schrieb am 12.03.2013, 11:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Erb! Es ist eine gute Idee von Ihnen, dieses Thema anzuschneiden, vor allen Dingen unter dem Blickwinkel der Vorsorge und der international gemachten Erfahrungen: Vor vielen Jahren fand ich im IT einen Hinweis auf amerikanische Quellen. Dort wurde berichtet, daß es nach den gemachten Boabachtungen sinnvoll sei, eine große Menge von Phytosterol während des Tages einzunehmen. Letzteres Mittel soll die Prostata weich halten. Die Tagesmenge wurde mit ca. 325 mg angegeben. Ein auf dem deutschen Markt befindliches Mittel bietet die Weichkapsel mit 65 mg an. Ich nehme die größte Packung. Dieses Präparat benutze ich jetzt seit ca. 8 Jahren, also täglich 5 x 65 mg über den Tag verteilt. Zusätzlich nehme ich während des Tages Kräuterkautabletten zur Stärkung der Blasenfunktion. Eine Tablette enthält 200 mg entöltes Kürbissamenpulver u.a.m., wie die üblichen Zitterpappelblätter und Goldrutenkraut. Ärzte berichten, wer das Alter von ca. 80 Jahren erreicht hat, der braucht sich lt. Statistik weniger vor einer Prostata-OP fürchten. – Wenn ich diese Info früher erfahren hätte, dann hätte ich mit der Einnahme der o.a. Mittel schon mit ca. 55 Jahren begonnen. Interessant ist, daß auf dem Balkan die Prostata-Ops wesentlich weniger auftreten sollen als in Mitteleuropa oder anderen Staaten. Das soll am stärkeren Verbrauch von Kürbissen in der Nahrung liegen. Man muß aber unterscheiden zwischen dem normalen Speisekürbis und dem medizinisch Kürbis für Heilmittel. Wer sich für ein gesundes Leben interessiert, soll sich mal das 2011/2012 publizierte Buch »Alt werden – gesund bleiben« von dem Heilpraktiker Manfred Bruer besorgen Preis: 23 €, Vierfarbdruck, gebunden. Es führt 315 im Text verarbeitete neue internationale Literaturquellen (ausgewählt aus über 600) an und ist leicht verständlich geschrieben. Die IT-Daten des Verfassers lauten: www.manfred-bruer.de und Email: altwerden-gesundbleiben@t-online.de . Dietrich Fauteck

  • wassermann schrieb am 18.03.2013, 17:58 Uhr

    Das Fazit der Wissenschaftler ist das alt bekannte. Meine Prostataprobleme (BPS) sind alles andere als gering. Jahrzehnte lang habe ich Tamsulosin (solange die Kasse bezahlte "Alna", später Ratiopharm) genommen. Habe ich auch nur eine Kapsel vergessen, ging gar nichts mehr. Man hätte schon kathedern müssen, was ich mindestens dreimal hinter mir hatte. Weil dies noch das einzige Pharmazeutikum war, das ich noch nahm, habe ich mir ein pflanzliches Mittel besorgt, das es leider in Deutschland noch nicht gibt. Dies war dem Tamsulosin haushoch überlegen. Nachdem diese jedoch aufgebraucht waren, griff ich auf Prostagutt aus der Apotheke zurück. Auch hier ist die Wirkung mindestens so gut wie beim Tamsulosin. Jetzt hoffe ich auf eine baldige Zulassung des erstgenannten Proktes für Deutschland. Mein Fazit: Pflanzliche Mittel können sehr wohl selbst bei ganz schwierigen Problemen mit BPS helfen und zwar ohne die häßlichen Nebenwirkungen von Tamsulosin & Co. Und bitte schreiben Sie mir jetzt nicht: "Was keine Nebenwirkungen hat, hilft auch nicht." Glauben Sie weiter an diesen Satz, Ihr Körper findet die richtige Antwort.

    • Hans Jürgen Schmacht antwortete am 10.11.2013, 16:45 Uhr

      Suche auch Ersatz für Tamsulosin und hätte grosses Interesse an dem Mittel, das es in D bisher noch nicht gibt, oder inzwischen doch? Wie heisst dieses Präparat, wo kann man es kaufen? Vielen Dank für Informationen!

    • Hans Jürgen Schmacht antwortete am 10.11.2013, 16:48 Uhr

      Bin auf der Suche nach Ersatz für Tamsulosin und habe grosses Interesse an dem Mittel, das es in D noch nicht gibt, oder inzwischen vielleicht doch? Wie heisst dieses Präparat und wo kann man es kaufen? Vielen Dank für Informationen dazu.