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Schluss mit Ammenmärchen! 8 Mythen rund um Yoga

Yoga ist mittlerweile eine Trendsportart geworden, die viele positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit hat. Umso mehr ärgert es mich, dass sich einige Mythen hartnäckig halten, die viele Menschen davon abhalten, diesen so empfehlenswerten Sport für Körper und Geist auszuüben. Daher will ich mit diesen gängigen Behauptungen aufräumen. Was Yoga wirklich für Vorteile bietet, erkläre ich Ihn

Eine Frau steht am Strand© Claus Mikosch - Fotolia
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Yoga – längst hat diese fernöstliche Sportart bei uns ihren Siegeszug angetreten. Und das nicht umsonst: Yoga ist nicht nur ein gutes Training für Muskeln, die bei vielen anderen Sportarten vernachlässigt werden. Es hat einen weiteren bedeutenden Vorteil: Yoga sorgt auch für geistige Entspannung.

Ich empfehle Yoga sehr gerne zur Stressprävention, aber auch als Akutmittel, um Stress abzubauen. Doch häufig konfrontieren mich Patienten und Leser mit Argumenten, warum sie Yoga nicht ausüben können oder wollen. Fast alle dieser Argumente sind allerdings nichts anderes als Ammenmärchen.

Die 8 größten Yoga-Mythen

  1. Yoga können nur sehr gelenkige Menschen ausüben. Das stimmt nicht, ganz im Gegenteil. Gerade Menschen, die sehr ungelenkig sind, sollten mit Yoga beginnen. Denn der Grund, Yoga auszuüben, ist nicht, dass man gelenkig ist. Vielmehr beginnt man mit Yoga, um gelenkiger zu werden. Natürlich dauert das einige Zeit – aber Sie werden merken, wie sich Ihre Fähigkeiten verbessern und Sie immer beweglicher werden.
  2. Yoga ist nur etwas für Menschen, die kein Übergewicht haben. Nein, Sie müssen nicht schlank sein, um Yoga auszuüben. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Menschen, die mit Yoga beginnen und übergewichtig sind, nach und nach schlanker werden. Der Grund dafür ist nicht nur in der Bewegung zu suchen. Vielmehr lernen Sie durch Yoga, achtsamer mit Ihrem Körper umzugehen. Und dazu gehört auch, dass Sie sich anders ernähren, was wiederum Ihre Pfunde purzeln lässt.
  3. Yoga machen nur Vegetarier oder „Ökos“. Diese Aussage hält sich hartnäckig, obwohl Yoga in den letzten Jahren ein echter Trendsport geworden ist. Sie müssen Ihr Leben in keinerlei Richtung umstellen, um Yoga auszuüben. Allerdings gilt auch hier: Sie werden durch das Training Ihren Lebensstil eventuell verändern und sich gesünder ernähren.
  4. Yoga ist langweilig. Das mag am Anfang so erscheinen, da sie erst einmal einige Zeit brauchen, bis Sie die Grundübungen beherrschen. Dann aber werden Sie sich so auf die einzelnen Übungen konzentrieren, dass Sie keine Langeweile mehr haben. Manche der Asanas genannten Übungen sind echte Herausforderungen – da kann gar keine Langeweile aufkommen.
  5. Yoga ist ein typischer Frauensport. Das ist nicht richtig – vielmehr wurde Yoga einst von Männern entwickelt und jahrhundertelang auch von ihnen ausgeübt. Viele der bekanntesten Yogalehrer sind Männer. Eines stimmt allerdings: Im Westen üben mehr Frauen als Männer Yoga aus. Allerdings sind auch bei uns die Männer auf dem Vormarsch, und es gibt in manchen Fitness-Studios sogar Yoga-Kurse speziell für Männer.
  6. Yoga verhilft zu einem erfüllteren Sexualleben. Dieses Ammenmärchen hält sich und ist nicht auszurotten. Spätestens seit der Sänger Sting behauptet hat, er könne stundenlang Geschlechtsverkehr haben, hat diese Behauptung neue Nahrung bekommen. Sie werden durch Yoga sicherlich kein Hochleistungssportler in puncto Sex werden. Allerdings sorgt Yoga dafür, dass Ihr Beckenboden besser durchblutet wird. Es kann sein, dass Sie den Geschlechtsverkehr einfach intensiver erleben. Hinzu kommt, dass Sie durch Yoga gelenkiger werden und Sie so auch – wie man umgangssprachlich sagt – besser im Bett sind.
  7. Yoga ist nichts für Menschen über 40 Jahre. Gerade für ältere Menschen ist Yoga besonders gut geeignet. Denn es sorgt dafür, dass Sie gelenkiger werden bzw. bleiben. Zudem werden im Knie- und Fußbereich sowie an der Wirbelsäule Muskeln aufgebaut. Diese sorgen dafür, dass Sie im Alltag besser Balance halten können. Sie beugen auf diese Art Verletzungen vor. Hinzu kommt, dass Yoga ganz automatisch Ihr Aussehen verbessert. Denn mehr Muskeln sorgen dafür, dass Sie aufrechter gehen und jünger aussehen. So stärkt der Sport zusätzlich Ihr Selbstbewusstsein: Wer möchte nicht gerne jünger aussehen?
  8. Yoga ist nur Gymnastik, die keine Muskeln aufbaut. Das Gegenteil ist der Fall. Zwar stimmt es, dass Yoga-Übungen in erster Linie den Eindruck harmloser Gymnastik machen. Zudem sind einige von ihnen inzwischen Teil von Stretching-Einheiten. Der Unterschied zur Gymnastik: Yoga dehnt nicht nur die Muskeln. Im Gegenteil: Es sorgt  dafür, dass neue Muskeln ausgebildet werden. Hinzu kommt, dass Yoga auch eine meditative Komponente aufweist.

Der Sonnengruß

Diese klassische Yoga-Übung können Sie leicht zu Hause nachturnen. Machen Sie alle Bewegungen sehr langsam und nur so weit, wie Sie können, ohne dass es wehtut. Die verschiedenen Übungsteile sollten einen gleichmäßigen, harmonischen Ablauf ergeben. Nach einiger Zeit des Trainings können Sie diese zwölf Sequenzen als zusammenhängenden Bewegungsablauf durchführen. Der Sonnengruß reguliert die Atmung, Wirbelsäule und Gelenke werden beweglicher. Das Ziel ist es, den Sonnengruß zwölfmal hintereinander durchzuführen; achtmal sind aber schon sehr gut.

  1. Stellen Sie sich aufrecht hin. Schließen Sie die Füße, und legen Sie die Hände vor der Brust zusammen. Atmen Sie aus.
  2. Atmen Sie ein, und strecken Sie die Hände über den Kopf nach oben. Dann beugen Sie sich aus der Taille heraus zurück und drücken die Hüften nach vorne. Lassen Sie die Beine dabei gerade.
  3. Atmen Sie aus, beugen Sie sich nach vorne, und versuchen Sie, die Hand­flä­chen auf den Boden zu le­gen. Die Fingerspitzen bilden mit den Zehen eine Linie. Kommen Sie nicht ganz auf den Boden, können Sie auch die Knie beugen.
  4. Atmen Sie ein, und stre­cken Sie das rechte Bein nach hinten, bis Sie mit dem Knie den Boden berüh­ren. Legen Sie den Kopf in den Nacken.
  5. Halten Sie den Atem an, und strecken Sie auch das linke Bein nach hinten. Halten Sie Kopf und Körper in einer Linie, und schauen Sie auf den Boden.
  6. Atmen Sie aus, und senken Sie dabei Knie, Brust und Stirn auf den Boden. Heben Sie die Hüften an.
  7. Atmen Sie ein, und senken Sie die Hüften. Strecken Sie die Zehen nach hinten, und beugen Sie den Oberkörper zurück. Die Beine bleiben geschlossen, die Schultern werden nicht angehoben. Schauen Sie nach oben.
  8. Atmen Sie aus. Heben Sie die Hüften, stellen Sie die ganze Fußsohle auf, und erheben Sie den Körper in ein umgedrehtes „V“. Der Kopf sollte den Boden berühren.
  9. Atmen Sie ein. Lassen Sie das linke Bein nach hinten gestreckt, das rechte stellen Sie angewinkelt nach vorne zwischen die beiden Hände. Schauen Sie nach oben.
  10. Atmen Sie aus. Stellen Sie auch das linke Bein nach vorne, strecken Sie die Beine durch, und beugen Sie sich aus der Taille nach unten. Versuchen Sie, wie in Sequenz 3 mit den Handflächen den Boden zu berühren.
  11. Atmen Sie ein, nehmen Sie die Arme hoch, und strecken Sie sie über den Kopf. Dann beugen Sie sich langsam aus der Taille heraus nach hinten.
  12. Atmen Sie aus. Stellen Sie sich langsam wieder aufrecht hin, und lassen Sie die Arme links und rechts locker herunterhängen.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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