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Depression: Definition, Symptome und Therapie

Depressionen nehmen Hoffnung, Freude und häufig auch den Lebenswillen. Wie sie entstehen und welche Ursachen sie haben, wissen wir heute immer noch nicht wirklich, obwohl diese Frage schon lange Grundlage von Forschungen ist. Schon das ist der Grund, warum es immer noch nicht viele Behandlungsmöglichkeiten gibt. Überwiegend werden Antidepressiva eingesetzt und eine Psychotherapie durchgeführt. Allerdings helfen diese Maßnahmen längst nicht jedem Patienten. Bei bis zu 45 Prozent haben sie keine Wirkung.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Daran erkennen Sie eine echte Depression
  2. Möglichkeiten der Behandlung
  3. Achten Sie auf Ihre Ernährung
  4. 10-Punkte-Selbsthilfeprogramm bei Depressionen
  5. Altersdepression: Seelische und körperliche Ursachen

Depression© Adobe Stock – Sergey Nivens

Daran erkennen Sie eine echte Depression

Bei einer Depression hegen die meisten der Betroffenen im Verlauf der Erkrankung Selbstmordgedanken. 10 bis 15 Prozent aller Patienten mit schweren Depressionen setzen diesen Vorsatz in die Tat um. Leider scheuen viele Menschen in depressiven Episoden den Gang zum Arzt und selbst Hausärzte erkennen aufgrund des vielschichtigen Beschwerdebilds die dahintersteckende Depression nicht immer. Diese ersten Anzeichen sollten Sie unbedingt ernst nehmen:

  • zunehmende Lustlosigkeit
  • anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • unklare Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen)
  • Angst
  • Schlafstörungen
  • missmutige Stimmung
  • Appetitlosigkeit
  • fehlendes sexuelles Interesse

All diese Frühsymptome entstehen nicht plötzlich nach einem belastenden Ereignis. Sie entwickeln sich langsam und führen im Verlauf von mehreren Wochen zu einer depressiven Erkrankung.

Wie kommt es dazu?

Manchmal kann ein Verlust oder eine tief greifende Änderung zu Depressionen führen: Ein klinischer Zustand, der sowohl die Seele als auch den Körper beeinflussen kann. Mehr als 16 Millionen Deutsche leiden an Depressionen. Bei einigen werden sie durch eine belastende Lebenssituation ausgelöst. Bei anderen scheinen sie spontan aufzutreten, ohne dass ein erkennbarer Grund vorliegt. Was auch immer der Auslöser sein mag: Eine Depression ist weit mehr als Trauer oder ein bisschen „Weltschmerz”. Sie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die einen schrecklichen Tribut von Individuen und Familien fordern kann.

Unbehandelt kann eine Depression eine Abwärtsspirale in Gang setzen, aus der Behinderung, Abhängigkeit und Selbstmord resultieren können. Bis zu 70 Prozent aller Menschen, die Selbstmord begehen, litten wahrscheinlich an einer Form der Depression. Glücklicherweise gab es in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Behandlung der Depression. Es gibt neue Medikamente, die sicher und effektiv sogar gegen die schwersten Depressionen wirken. Mit der richtigen Behandlung kommen die Menschen häufig schon innerhalb weniger Wochen aus Ihrem Seelentief heraus und können wieder ihr normales Leben führen.

Depression© Mitarat – Fotolia

Der Verlust eines geliebten Menschen

In den ersten Wochen nach dem Tod seiner Frau konnte Wilhelm kaum über sie sprechen. Nach 47 gemeinsamen Jahren hatte er Angst davor, durch das Sprechen die Stimme seiner Frau zu „verscheuchen”, die immer noch in seinem Kopf war. Also fing er an, ein Tagebuch zu führen. Diese Seiten enthüllen einen Weg des „erfolgreichen” Trauerns, von Verzweiflung bis zum ersten Hoffnungsschimmer.

„Alles ist schwer,” schrieb er. „Ich fühle mich, als ob jemand auf meinem Brustkorb steht. Beim Laufen merke ich plötzlich, dass ich atmen muss. Und ich muss immer seufzen. Am Anfang dachte ich, es wäre ein Herzinfarkt. Aber es sind die Schultern. Sie schmerzen, weil ich ständig versuche, sie hochzuziehen. Wenn ich aufwache, gibt es einen Moment, an dem ich mich frage, ob die Trauer wiederkehrt: Sie ist nicht mehr da. Dann dehnt es sich über meinen Körper aus wie ein schweres Gewicht.” Ein paar Monate später lautet der Eintrag: „Das Leben ist manchmal schon ein bisschen rauh, aber es geht schon besser.” Und auf den letzten Seiten: „Ich habe draußen einen Baum und 100 Petunien gepflanzt. Johanna hätte die Petunien schon vor Wochen in der Erde gehabt, aber jetzt ist es getan und das Haus sieht hübsch aus.” Und bald darauf hören die Einträge auf. Belastende Lebenssituationen wie der Tod eines Lebensgefährten, eine Krankheit oder Behinderung können den Alltag sehr mühsam werden lassen. Häufig finden die Menschen einen Weg, um diese schweren Zeiten zu überwinden.

Oft unerkannt und unbehandelt

Etwa ein Drittel aller depressiven Menschen wissen nichts von ihrer Erkrankung und zwei Drittel scheuen sich vor einer Behandlung. Dafür gibt es viele Gründe:

  • Unkenntnis – Viele Menschen verstehen nicht, dass Ihre Symptome von einer Depression stammen. Viele glauben, dass ihre Symptome ein normaler Teil des Lebens seien, also eine Form der Melancholie. Das gilt besonders, wenn Gereiztheit ein Symptom ist und nicht depressive Stimmungen.
  • Schamgefühl und fehlendes Vertrauen – Einigen Patienten ist es peinlich, ärztlichen Beistand zu suchen, weil sie glauben, dass eine Depression als Gemütskrankheit betrachtet wird. Außerdem befürchten sie, dass der Arbeitgeber von der Behandlung erfahren könnte.
  • Kostenübernahme – Einige Menschen sorgen sich, dass ihre Versicherung die Kosten für eine Behandlung nicht übernehmen wird.
  • Auswirkungen der Depression – In vielen Fällen wissen die Patienten von ihrer Depression oder vermuten, dass etwas nicht stimmt. Aber die Hilfs- und Hoffnungslosigkeit, die durch ihre eigene Depression hervorgerufen wird, hindert sie daran, zum Arzt zu gehen.

Diese Symptome sollten Sie kennen

Wenn Sie bei den ersten Warnzeichen nicht aktiv werden, gräbt sich das Gefühl der Verzweiflung tiefer ein. Viele Patienten schildern ihren Zustand als eine innere Leere mit der Unfähigkeit, etwas zu fühlen. Der Antrieb, überhaupt irgendetwas zu tun, wird immer geringer und die Betroffenen zwingen sich regelrecht zu den einfachsten Dingen des Alltags.

Dabei vernachlässigen sie zunehmend nicht nur die Familie und Freunde, sondern auch sich selbst, da schon schlichte Tätigkeiten wie die körperliche Hygiene oder Zubereitung der Nahrung zur untragbaren Anstrengung werden. Den Schweregrad der Erkrankung teilen Neurologen und Psychiater anhand folgender Symptome ein:

Hauptsymptome:

  • depressive Stimmung
  • Interessenverlust
  • Antriebslosigkeit

Zusatzsymptome:

  • Konzentrationsstörungen
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • verminderter Appetit
  • Schlafstörungen
  • Selbstmordgedanken
  • Pessimismus in Bezug auf die Zukunft

Wenn zwei Haupt- und zwei Zusatzsymptome vorliegen, handelt es sich um eine leichte depressive Episode. Eine mittelschwere depressive Phase liegt vor, wenn außer zwei Hauptsymptomen noch drei Zusatzsymptome auftreten. Sind alle drei Hauptsymptome und mindestens vier zusätzliche Symptome vorhanden, handelt es sich um eine schwere depressive Episode.

Möglichkeiten der Behandlung

Wenn Sie sich nicht in einer schweren depressiven Episode befinden, verzichten Sie besser auf die Einnahme chemischer Antidepressiva. Studien ergaben eindeutig, dass hier die Wirkung der Antidepressiva nicht besser ist als die von beispielsweise Johanniskraut. Kombinieren Sie lieber bewährte natürliche Verfahren, um die Depression zu überwinden. Diese natürlichen Methoden holen Sie aus dem Seelentief:

Zwar ist bei einer depressiven Episode eine homöopathische Konstitutionsbehandlung bei einem Homöopathen am effektivsten, ein Selbstversuch mit einem Einzelmittel ist jedoch lohnenswert.

Homöopathische Mittel

Leichte bis mittelschwere Depressionen sprechen gut auf eine homöopathische Behandlung an. Mit den folgenden Mitteln können Sie mit drei Globuli täglich in der Potenz C6 durchaus einen Selbstversuch starten. Wenn sich dadurch nach etwa einer Woche Ihr Befinden nicht verbessert, suchen Sie einen erfahrenen Homöopathen auf.

  • Causticum ist passend bei stiller Schwermut mit anhaltend traurigen Gedanken. Es besteht Zukunftsangst und große Unzufriedenheit mit sich selbst.
  • Natrium muriaticum gilt als das beste Mittel, wenn die Depression durch eine enttäuschte Liebe oder den Verlust des Partners entstand. Die Betroffenen lehnen Trost und Gesellschaft ab und können nicht weinen.
  • Sepia hilft bei Depressionen in den Wechseljahren. Es kommt zur Ablehnung der eigenen Familienmitglieder und die Patientinnen weinen heftig, wenn sie von ihrer Krankheit erzählen.
  • Staphisagria hat Selbstmordgedanken aber gleichzeitig Furcht vor dem Tod. Die Depression ist hier häufig eine Folge von verletztem Ehrgefühl und starker Entrüstung darüber.

Heilung durch Johanniskraut?

Die neuen S3-Leitlinien zur unipolaren Depression für Ärzte weisen eindeutig darauf hin, dass bei leichten oder mittelgradig verlaufenden Episoden einer Depression ein erster Therapieversuch mit Johanniskraut angemessen ist. Damit hat das Kraut eine steile Karriere hinter sich. Vor wenigen Jahren noch ein von Schulmedizinern belächeltes Kräutlein, darf es sich jetzt in eine Reihe stellen mit synthetischen Antidepressiva.

Besser noch: Die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, ihm den Vorzug zu geben, weil es gut wirksam und verträglich ist. In einer groß angelegten Studie waren die Johanniskraut-Präparate dem Placebo weit überlegen, hatten eine ähnliche Wirkung wie synthetische Antidepressiva und das ohne Nebenwirkungen. Der einzige Wermutstropfen, den dieser steile Aufstieg des Johanniskrauts hat: Es ist seit einiger Zeit verschreibungspflichtig.

Johanniskrauttabletten und -blüten© Printemps – Fotolia

Magnesium kann helfen

Forscher der University of Vermont haben herausgefunden, dass einfaches Magnesium häufig reicht, um die Depressionen zu besiegen. Die Wissenschaftler haben 126 Studienteilnehmer untersucht, die an milden bis mittelschweren Depressionen litten. Im Durchschnitt waren sie 52 Jahre alt. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt sechs Wochen lang pro Tag 248 Milligramm Magnesium. Die andere Hälfte wurde nicht behandelt. Danach erhielten die Teilnehmer in der zweiten Gruppe sechs Wochen lang Magnesium, während die der ersten Gruppe keine Behandlung mehr bekamen. Jede Woche füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, mit dem erfasst wurde, wie sich ihre Depressionen entwickelten.

Es zeigte sich, dass das Magnesium sich bei 112 Teilnehmern positiv auswirkte. Depressive Symptome und Angstsymptome wurden so gebessert, dass die Wirkung des Magnesiums mit denen von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) verglichen werden kann. SSRI sind die modernsten Antidepressiva, die auch am häufigsten verordnet werden. Hinzu kam: Alle Teilnehmer vertrugen die Magnesiumtabletten sehr gut, auch gab es sehr schnell eine Wirkung. Schon nach zwei Wochen verbesserten sich die Symptome deutlich. Bei Medikamenten gegen Depressionen dauert es in der Regel länger, bis eine Wirkung eintritt.

Alternative zu Antidepressiva und Psychotherapie

Die Forscher zeigten sich sehr angetan von den Ergebnissen, allein deshalb, weil sie lange schon neue Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Depressionen suchen. Der Grund: Es gibt etliche Patienten, bei denen die Antidepressiva nicht anschlagen und auch Psychotherapien nicht wirklich helfen. Andere Patienten scheuen sich vor den Medikamenten bzw. der Therapie. Und Magnesium hat noch einen weiteren Vorteil: Hiermit können auch Menschen versorgt werden, die in Ländern leben, die gesundheitlich nicht so gut versorgt sind.

Die Forscher weisen aber auch darauf hin, dass noch größere Studien mit mehreren Teilnehmern durchgeführt werden müssen, die zudem länger dauern. Diese sollen dann helfen, herauszufinden, wie gut man Depressionen mit Magnesium wirklich behandeln kann. Auch wäre interessant, wie gut Magnesium bei schweren Depressionen hilft. Eventuell kann, so die Forscher, auch eine Kombination aus Antidepressiva und Magnesium ein erster Schritt sein. Allerdings dürfen Sie auf keinen Fall Ihre Antidepressiva eigenmächtig absetzen und gegen Magnesiumtabletten austauschen. Wenn Sie dies vorhaben, müssen Sie Ihr Vorgehen immer mit Ihrem behandelnden Arzt abklären. Setzen Sie Ihre Medikamente einfach so unkontrolliert ab, kann es Ihnen passieren, dass es zu einem schweren Rückfall in die Depression kommt.

Elektrokonvulsive Therapie

Bei dieser Behandlung reizt man das Gehirn für einige Sekunden elektrisch, während sich der Patient in einer Kurzzeitnarkose befindet. Dadurch provoziert man einen kontrollierten (epileptischen) Anfall. Wissenschaftler sind sich noch nicht klar, wie diese Therapie die Symptome einer Depression lindert. Der Anfall beeinflusst unter Umständen den Spiegel der Neurotransmitter. Das Verfahren eignet sich für Menschen mit schweren Depressionen oder für solche, die nicht auf andere Behandlungen ansprechen. Die Medien stellten die elektrokonvulsive Therapie manchmal in negativer Weise dar.

Entgegen weit verbreiteten Vorurteilen gilt die elektrokonvulsive Therapie als sichere Behandlungsmethode. Bei der negativen Darstellung dieser Therapie übersieht man häufig, dass dieses Verfahren dramatische und teilweise lebensrettende Verbesserungen für Patienten mit schwerer Depression bringen kann. Andererseits sollte nicht unerwähnt bleiben, dass als mögliche Nebenwirkung eine vorrübergehende Erinerungseinbuße unmittelbar nach der Behandlung auftreten kann.

Lichttherapie

Menschen mit einer Winterdepression (Seasonal Affective Disorder, SAD) erkranken zu bestimmten Jahreszeiten (meist im Herbst oder Winter) an einer Depression. Wissenschaftler glauben, dass das verringerte Sonnenlicht zu einer vermehrten Bildung von Melatonin führt.

Melatonin ist ein Hormon des Gehirns, das als schlaffördernd und stimmungsdrückend gilt. Die Behandlung mit einer besonders hellen Lampe, die die Melatoninproduktion herabsetzt, scheint einigen Patienten mit dieser Störung zu helfen. Weiterhin konnten Studien zeigen, dass Sport und bessere Schlafgewohnheiten die Symptome verbessern.

Kuscheln Sie doch mal wieder!

Wenn Sie sich alleine fühlen, Kummer empfinden oder lediglich ein Kuschelbedürfnis verspüren, machen Sie es wie die Kinder: Kuscheln Sie mal wieder! Unter Umständen haben Sie noch ein Stofftier aus Ihrer Kindheit oder Sie kaufen sich ein Exemplar, das Ihnen besonders gut gefällt. Nur weich und schmusefähig sollte es sein.

Das Kuscheln mit einem Plüschtier wirkt entspannend und beruhigend. Das Stofftier ist warm und weich und vermittelt Ihnen Geborgenheit. Es gibt sogar Menschen, die Ihrem Stofftier Ihre Sorgen erzählen und das sollten Sie nicht als Spleen abtun. Auch dies wirkt beruhigend.

Achten Sie auf Ihre Ernährung

Dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Ernährungsgewohnheiten und dem Auftreten einer depressiven Erkrankung gibt, fand aktuell eine Gemeinschaftsstudie mehrerer spanischer Universitäten heraus. Die Forscher erhoben sechs Monate lang die Daten von fast 9.000 Probanden, die vorher nie psychisch erkrankt waren oder Antidepressiva einnahmen. Innerhalb dieses Zeitraums entwickelten fast 500 der Studienteilnehmer eine Depression.

Dabei war das Risiko für eine Depression bei den Probanden, die regelmäßig Fast Food aßen, um 51 Prozent höher als bei denen, die nur selten oder nie zu Hamburgern, Pizza & Co. griffen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Transfettsäuren im Fast Food Entzündungsprozesse im Körper auslösen, die vermutlich eine Depression fördern. Allerdings müsse hier weiter geforscht werden. Sicher ist, dass Sie mit Obst und frisch gekochten Speisen mit Fisch, Gemüse und Olivenöl auch etwas Gutes für Ihre Seele tun.

Gesunde Ernährung© kropic – Fotolia

Falsche Ernährung erhöht das Depressionsrisiko

Forscher der Universität Melbourne haben herausgefunden, dass es eine sehr einfache Methode gibt, die vielen Menschen helfen könnte: eine recht einfache Ernährungsumstellung. Sie befassten sich nämlich mit der Frage, ob es einen Zusammenhang geben könnte zwischen der Tatsache, dass immer mehr Menschen weltweit immer dicker werden aufgrund falscher Ernährung und der Tatsache, dass es auch immer mehr Depressionen gibt – und das in jeder Altersklasse.

Schon 2013 hatten die Wissenschaftler in einer Untersuchung bestätigen können, dass gesunde, seelisch stabile Menschen ein um ein Drittel erhöhtes Risiko für Depressionen oder Angststörungen entwickelten, wenn sie anfingen, sich von reichlich Weißmehl, gesättigten Fetten, Zucker und Fast Food zu ernähren.

Kann eine Ernährungsumstellung helfen?

Die Frage, die die Forscher sich aber stellten: Reicht eine Ernährungsumstellung aus, zeigt sie Wirkung, wenn die psychische Krankheit schon vorhanden ist? Dazu führten die Wissenschaftler eine Studie mit 67 Menschen durch, die unter Depressionen litten. Ein Teil machte schon eine Psychotherapie bzw. nahm Antidepressiva ein. Die anderen waren noch nicht behandelt worden. Allerdings: Alle hatten sich ungesund ernährt.

Die Hälfte der Studienteilnehmer bekam dann strenge Ernährungsregeln. Sie hatten pro Tag fünf bis acht Portionen Lebensmittel auf Vollkornbasis sowie sechs Portionen Gemüse, dreimal Obst und zwei bis drei Portionen fettarme ungesüßte Milchprodukte, dazu eine Portion Nüsse und drei Esslöffel Olivenöl zu verzehren. Hinzu kamen wöchentlich vier Portionen Hülsenfrüchte, zweimal Fisch, drei bis vier Portionen mageres rotes Fleisch, zwei- bis viermal Huhn und bis zu sechs Eier. Süßes, Fast Food und Co. durften maximal dreimal pro Woche verzehrt werden. Für die anderen gab es keine Ernährungsregeln. Sie bekamen stattdessen eine Gesprächstherapie, dabei ging es um Themen eigener Wahl.

Sinnvolle Ergänzung zu althergebrachten Therapien

Nach zwölf Wochen zeigte sich ein erstaunlicher Effekt: In der Ernährungsgruppe war jeder Dritte frei von depressiven Beschwerden. Je strenger sie sich an den Ernährungsplan gehalten hatten, desto größer war der Erfolg. In der anderen Gruppe traf dies nur auf einen von acht zu. Aber was ist der Grund hierfür? Die Forscher verweisen darauf, dass wichtige Mikronährstoffe nötig sind, um die Hirnfunktionen gesund ablaufen zu lassen. Hinzu kommt: ungesunde Ernährung fördert schädliche Abläufe im Gehirn, zum Beispiel Entzündungen oder die Bildung freier Radikale.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass eine Ernährungsumstellung natürlich nicht jedem Menschen helfen kann, der an Depressionen leidet. Aber sie ist einen Versuch wert als Ergänzung zu Psychotherapie und medikamentöser Behandlung.

Wie scharfe Schoten Ihre Stimmung steigern

In scharfen Schoten wie Chili oder auch in Cayennepfeffer steckt Capsaicin. Wissenschaftler vermuten, dass dieser Stoff bei Ihnen für die Ausschüttung von Endorphinen sorgen kann. Diese Hormone entfalten eine euphorische Wirkung und werden beispielsweise auch bei Extremsportlern ausgeschüttet. Scharfe Speisen können so kurzzeitig Ihre Stimmung heben. Aber Vorsicht: Wenn Sie es mit der Schärfe übertreiben, drohen Nebenwirkungen wie Sodbrennen oder Magenbeschwerden.

Einige Inhaltsstoffe von Lebensmitteln können Ihre Stimmung zwar heben, aber nur kurzfristig. Sie können sich aber trotzdem glücklich essen. Dabei sind es nicht unbedingt die Inhaltsstoffe, die Ihre Laune steigern. Gönnen Sie sich einfach bei trüben Gedanken Ihre Lieblingsessen. Forscher haben herausgefunden: Der Verzehr Ihrer Lieblingsspeise macht glücklich. Das mag für den einen die Schokolade sein, für den anderen Pizza oder Gulasch. Dann werden in Ihrem Belohnungssystem im Gehirn Botenstoffe wie Dopamin ausgeschüttet, die für ein Wohlgefühl sorgen.

Depression mit Paleo-Ernährung heilen

Eine Ernährung aus natürlichen unverarbeiteten Nahrungsmitteln nach der Paleo-Ernährung ist der beste Schlüssel, um Depressionen zu heilen. Wenn Sie unter Depressionen, Stimmungsschwankungen oder Melancholie leiden, unternehmen Sie folgendes:

  • Richten Sie Ihren Speiseplan nach der Paleo-Ernährung aus
  • Reduzieren Sie Kohlenhydrate
  • Gleichen Sie Nährstoffmängel aus
  • Verbessern Sie Ihre Darmgesundheit
  • Bewegen Sie sich regelmäßig
  • 2 bis 3 kurze intensive Fitnesstrainings pro Woche

Forschungen haben einen klaren Zusammenhang zwischen Inaktivität und Depressionen aufgezeigt. Frauen, die mehr als sieben Stunden pro Tag sitzen, haben ein 47 % höheres Risiko an einer Depression zu erkranken, als Frauen, die vier Stunden oder weniger am Tag sitzen. Bei Frauen, die überhaupt keine physische Aktivität ausübten, sah man ein 99 % höheres Risiko für die Entwicklung einer Depression.

Viel Bewegung wie spazieren gehen, Radfahren, wandern, tanzen und Fitnesstrainings sind die effektivsten Hilfen, damit Sie Depressionen verhindern. Leider wird diese Therapie noch viel zu wenig wahrgenommen und Medikamenten den Vorzug gegeben. Deshalb ist Bewegung so wichtig, um Depressionen zu verhindern oder zu heilen:

  • Insulinresistenz kann normalisiert werden
  • „Feel Good“-Hormone und Neurotransmitter werden aktiviert
  • Gifte werden aus dem Körper geschwitzt
  • Fördert die Neurogenese (Fähigkeit des Hirns Gehirnzellen zu
  • adaptieren und wachsen zu lassen)

Zucker behindert die Neurogenese, Sport und Bewegung fördert die Neurogenese. Auch Meditation ist ein hilfreiches Mittel, um Ihre geistige Gesundheit zu fördern. Das Gedächtnis und die Lernfähigkeit werden dabei verbessert, Angstgefühle vermindert und Sie fühlen sich entspannter.

Prävention

Mit der Paleo-Ernährung können Sie Depressionen merklich lindern. Beachten Sie außerdem folgende Maßnahmen in Ihrem Tagesplan:

  1. Regelmäßiges Sonnenbaden oder Vitamin-D-Nahrungsergänzung
  2. Regelmäßige Einnahmen von Omega-3-Fettsäuren über die Paleo-Ernährung oder mit Supplementen
  3. Omega-6-Fettsäuren vermeiden
  4. Bewegung im Alltag einbauen (10.000 Schritte täglich)
  5. 2 bis 3 Fitnesstrainings pro Woche (kurz und intensiv)
  6. Regelmäßig genügend schlafen
  7. Entspannung in den Alltag einbauen (Meditation, malen, singen 
)
  8. regelmäßig Blut auf Entzündungen und Nährstoffmängel kontrollieren

10-Punkte-Selbsthilfeprogramm bei Depressionen

  1. Halten Sie sich an die Anweisungen und Dosierungen, die Ihnen Ihr Arzt für Ihre Medikamente gegeben hat. Setzen Sie diese keinesfalls eigenmächtig ab, denn das kann zu einer abrupten Stimmungsverschlechterung führen. Wenn Sie suizidgefährdet sind, kann das hochriskant sein.
  2. Auch wenn es Ihnen noch so schwer fällt, bleiben Sie morgens nicht im Bett liegen. Zwingen Sie sich dazu aufzustehen und etwas zu unternehmen.
  3. Treiben Sie am besten morgens Sport. Laufen und Schwimmen haben sich bei Depressionen besonders gut bewährt.
  4. Stellen Sie sich jeweils am Tag vorher einen genauen Tagesplan auf und versuchen Sie unbedingt, sich daran zu halten. Das gibt Ihnen ein stützendes Zeitkorsett.
  5. Listen Sie sich Tätigkeiten auf, die Sie gern tun. Davon dürfen Sie eine Extraportion in den Tagesablauf einbauen.
  6. Nehmen Sie sich nicht zuviel vor, damit Sie auch schaffen, was Sie sich vorgenommen haben. Sonst keimen schnell Versagensgefühle auf.
  7. Seien Sie stolz auf das, was Sie schaffen, und loben Sie sich ausgiebig dafür.
  8. Versuchen Sie negative Gedanken zu bekämpfen. Sie sind ein Symptom Ihrer Erkrankung und nicht ein Beweis Ihres Versagens.
  9. Essen Sie gut, frisch, ausreichend und regelmäßig, denn das brauchen Sie für einen gut funktionierenden Stoffwechsel. Außerdem sind viele Inhaltsstoffe wichtig für Ihre gute Laune.
  10. Suchen Sie sich Freunde, die Sie stützen, Ihnen helfen und mit denen Sie etwas unternehmen können.

Altersdepression: Seelische und körperliche Ursachen

Es ist erschreckend: Fast 40 Prozent aller Selbstmorde werden in Deutschland von Männern über 60 begangen, bei Frauen ist die Zahl noch höher. Hoffnungslos, einsam und voller Ängste sehen immer mehr Senioren keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Insbesondere in den dunklen Wochen des Jahres nehmen die depressiven Vestimmungen wieder zu.

Altersdepression© Adobe Stock – bilderstoeckchen

So äußern sich Depressionen im Alter

Wenn sich bei Menschen über 65 Jahren die Stimmung anhaltend negativ verändert, sprechen Mediziner von einer Altersdepression. Von den zu Hause lebenden über 65-Jährigen sind etwa 10 Prozent davon betroffen, von den in Altenheimen Lebenden leiden bis zu 40 Prozent daran. Typisch für eine Altersdepression sind:

  • emotionale Abgestumpftheit
  • ängstliches Klagen
  • Überbewertung vorhandener Beschwerden
  • Rückzug
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (Pseudodemenz)

Anders als bei einer Depression in jungen Jahren stehen hier jedoch meistens körperliche Beschwerden im Vordergrund. Am häufigsten wird dabei über Kopf– und Rückenschmerzen sowie über Schwindel und Magen-Darm-Probleme geklagt. Daher behandeln die Ärzte oft die körperlichen Symptome und die dahintersteckende Depression bleibt unerkannt und unbehandelt.

Emotionale Herausforderungen im Alter

Altern ist mit einer ganzen Reihe von emotionalen Belastungen und Herausforderungen verbunden. Dabei geht es im Wesentlichen immer um einschrittweises Abschiednehmen, das den endgültigen Abschied vor Augen treten lässt. So liegen die Hauptursachen für eine Altersdepression auch in einer unzureichenden Bewältigung dieser für das Alter typischen emotionalen Anforderungen. Häufig nicht bewältigt werden:

  • der Wechsel vom Berufs- ins Rentnerleben
  • der Auszug der Kinder
  • der Verlust des Partners oder enger Freunde
  • die Abnahme sozialer Kontakte
  • die nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • eine drohende Pflegebedürftigkeit

Krankheiten und Medikamente als Auslöser

Doch neben diesen psychosozialen Ursachen können auch körperliche Erkrankungen und Medikamente die Depression im Alter auslösen. Körperliche Erkrankungen, die im höheren Lebensalter gehäuft auftreten, gehen in vielen Fällen mit einer Depression einher. Auch einige Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, lösen als Nebenwirkung depressive Beschwerden aus. Hier sind besonders Blutdrucksenker, Krebsmedikamente (Zytostatika) und Kortison potentielle Depressionsauslöser.

Sprechen Sie daher unbedingt Ihren Arzt an, wenn sich seit der Einnahme eines Medikaments Ihre Stimmungslage negativ verändert hat. Generell kann man sagen, dass sich Depressionen im Alter auf dem Boden mehrerer Faktoren aus dem seelischen und körperlichen Bereich entwickeln.

Psychotherapie hilft auch im Alter gegen Depressionen

Für junge Menschen ist es selbstverständlich, bei seelischen Problemen die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Die ältere Generation würde niemals aus eigenem Antrieb einen „Seelenklempner“ aufsuchen und auch viele Ärzte denken immer noch, dass eine solche Behandlung im höheren Alter nichts mehr bringt. Doch diese Ansicht ist grundfalsch. Auf einem Symposium der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (PtV) in Berlin stellten die Experten fest, dass es zum Thema Psychotherapie bei älteren Menschen immer noch zu viele „Vorbehalte in den Köpfen“ gäbe.

Immerhin seien in Deutschland bis zu 20 Prozent der Senioren von Depressionen betroffen, eine Psychotherapie würden jedoch nur 1,5 Prozent der über 60-Jährigen erhalten. Dabei seien therapeutische Maßnahmen selbst im hohen Alter meistens sinnvoller als Seelenpillen. Sprechen Sie daher unbedingt Ihren Hausarzt auf die Möglichkeit einer Psychotherapie an, wenn Sie sich freudlos und ängstlich fühlen. Er kann Ihnen eine entsprechende Verordnung ausstellen und geeignete Therapeuten benennen.