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Thymian: gesundes Kraut mit heilender Wirkung

Der echte Thymian (Thymus vulgaris), auch Quendel genannt, ist ein bis zu 50 cm hoher und zu den Lippenblütengewächsen gehörender Zwergstrauch, dessen verholzende Zweige Stängel mit filzig behaarten, schmalen Blättern tragen.

Diese bilden im Frühjahr hübsche rosafarbene bzw. blassviolette Blüten. Die Blättchen, die sich leicht von den holzigen Stengeln lösen lassen, können bis in den Winter hinein geerntet werden.

Thymian © Guido Miller – Fotolia

Herkunft, Verbreitung und Anwendung

Der Name Thymian leitet sich aus dem griechischen Wort „Thymos“ her, was so viel wie Mut oder Kraft bedeutet. Das Kraut, das bei uns als Gartenthymian beliebt ist, wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze und Küchengewürz geschätzt.

Erste Dokumentationen stammen aus Ägypten, wo es vor tausenden von Jahren schon zur Einbalsamierung der Toten verwendet wurde. Mönche des Benediktiner-Ordens brachten die Pflanze später über die Alpen in die Mittelmeerländer.

Heutzutage kommt Thymian von Natur aus in den gemäßigten Zonen Asiens sowie in Europa vor, sein Hauptverbreitungsgebiet liegt heute im Mittelmeerraum, wo er in Südeuropa wild an Berghängen wächst.

Ursprünglich nicht winterhart, kann er dank neuer Züchtungen mittlerweile auch in unserem Klima angebaut werden und gedeiht gut im heimischen Garten. So hat sich die Pflanze also auch in unseren Kräutergärten heimisch gemacht, nachdem es mit den Mönchen zu uns gekommen war.

Thymian duftet stark aromatisch und schmeckt charakteristisch bitterwürzig. Das gesunde Kraut wird – besonders in der mediterranen Küche – zum Würzen von vielen Fleisch-, Fisch-, Kartoffel- und Gemüsegerichten verwendet.

Als Heilpflanze wird es zumeist als Tinktur oder Tee verwendet, kommt sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung und ist auch als ätherisches Öl erhältlich. Thymian baut auf – körperlich und seelisch – und ist außerdem gut gegen:

  • Angstzustände,
  • trübe Gedanken,
  • niedrigen Blutdruck,
  • Antriebslosigkeit,
  • Ermüdungs- und Schwächezustände
  • sowie zur Anregung einer langsamen oder empfindlichen Verdauung.

Zu medizinischen Zwecken werden nur die von den Stängeln getrennten Blätter und Blüten des Thymians verwendet, als Küchengewürz sind die getrockneten Blätter beliebt. Im Jahr 2006 wurde das Gewächs aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Inhaltsstoffe des Thymian:

  • ätherisches Öl mit Thymol
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide
  • Triterpene

Offiziell wird Thymian bei Bronchitis und Katarrhen der oberen Luftwege empfohlen. Kräuterkundler verwenden das heilsame Kraut aber wegen seiner beruhigenden Wirkung auch gegen Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.

Das ätherische Öl des Thymians ist ebenfalls beliebt. Es hat einen würzigen Kräuterduft und wirkt allgemein anregend. Es hilft z. B. als Badezusatz bei Erschöpfung, regt den Kreislauf an, soll Hautprobleme lindern sowie als Einreibemittel Haarausfall aufhalten.

Wirkungsweise des Thymian:

Das Gewürzkraut ist seit alters her bekannt für seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Im alten Ägypten wurden v. a. die Einbalsamierungssalben für die Mumien mit dem konservierenden Thymian versetzt.

Man verwendete die Salbe aber auch bei Hautflechten. Bei den alten Griechen stand sein Duft für Eigenschaften wie Tapferkeit, Aktivität und Mut.

Das perfekte natürliche Antibiotikum

Thymian ist außerdem eines der wirksamsten natürlichen Antibiotika. Das o. g. in den Blättern und Blüten enthaltene ätherische Öl besteht aus den Bestandteilen Thymol und Carvacrol, von denen für die gesundheitlichen Wirkungen vor allem ersterer Bestandteil verantwortlich ist.

Die Substanz Thymol wirkt wachstumshemmend auf Keime wie Bakterien, Pilze und Viren. Die Gerbstoffe verstärken zudem die entzündungshemmende Wirkung des Thymols und regulieren gleichzeitig die Verdauung. Außerdem greift das ätherische Öl auch direkt an den feinen Schleimhäuten der Atemwege an.

Hier regt es die Tätigkeit der feinen auf der Schleimhaut sitzenden Flimmerhärchen (Flimmerepithel) an, so dass diese die Verunreinigungen leichter hinaustransportieren können. Gleichzeitig verflüssigen die Inhaltsstoffe des Thymians festsitzende Verschleimungen in den Bronchien, so dass diese abgehustet werden können.

Thymian ist also ein ausgezeichnetes Heilmittel für:

  • akute und chronische Bronchitis
  • Erkältungshusten
  • Keuchhusten
  • Nebenhöhlenentzündung

Somit ist Thymian eine der wichtigsten Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten, Husten und Schnupfen – und wird daher auch zu Recht als natürliches Antibiotikum bezeichnet. Darüber hinaus steht Thymian in dem Ruf (nicht durch Studien bestätigt!), die Intelligenz und den sexuellen Appetit anzuregen.

Warnung:  Menschen mit schweren Leberschäden oder Funktionsstörungen der Schilddrüse sollten mit der Anwendung von Thymian zurückhaltend sein.

Interessant für Frauen

Die Flavonoide aus dem Thymian haben eine östrogenartige Wirkung, weshalb dieser in der Volksheilkunde als Frauenmittel galt. Thymian hilft dabei, unregelmäßige Menstruation zu regeln und übermäßige Blutungen einzudämmen, prämenstruelle Beschwerden zu lindern und Wechseljahrsprobleme wie Reizbarkeit, Nervosität und lustlose Abgeschlafftheit zu beheben.

Jeden Morgen eine Tasse Thymiantee statt Kaffee erfrischt, ohne aufzuregen, weckt die Geisteskräfte, sorgt für ein leichtes Gefühl im Magen und nach längerer Einnahme für allgemeines Wohlbefinden.

Gebärenden verhilft Thymian zu einer leichteren Niederkunft. Während der Schwangerschaft selbst wird Thymian wegen seiner gebärmutterstimulierenden Wirkung grundsätzlich nicht empfohlen – mehr noch: Er verbietet er sich, weil er abtreibend wirken kann.

Zubereitungsformen und Anwendung

Thymian ist also, wie bereits geschildert, besonders für seinen günstigen Einfluss auf Atemwegserkrankungen bekannt, doch kann er auch bei Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Harnwege, Frauenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden und Hautkrankheiten eine Besserung herbeiführen. Mit getrocknetem Thymian können Sie ganz leicht wirkungsvolle natürliche Anwendungen durchführen.

Inhalation bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Geben Sie dazu etwa 2 EL getrockneten Thymian in eine große Schüssel und übergießen Sie ihn mit ca. 2 l kochendem Wasser. Inhalieren Sie nun den aufsteigenden Dampf für 10-15 Min., wobei Sie Ihren Kopf mit einem großen Handtuch bedecken, damit der heilende Dampf nicht entweichen kann.

So wirkt Thymian also:

  • desinfizierend,
  • entzündungshemmend,
  • krampflösend,
  • schleimlösend,
  • hustenlindernd,
  • schmerzstillend,
  • schweißtreibend,
  • verdauungsfördernd,
  • und beruhigend.

Sie können getrockneten Thymian übrigens in der Apotheke kaufen oder auch selbst herstellen. Binden Sie dazu die holzigen Stängel zu kleinen Sträußen und hängen Sie diese kopfüber zum Trocknen an einem schattigen Ort auf. Nach dem Trocknen können Sie die Blätter einfach abrebeln und lichtgeschützt aufbewahren.

Thymiantee gegen Halsentzündungen

Bei Infektionen der Atemwege empfiehlt die französische Pflanzentherapeutin Fabrice Bardeau einen Tee aus der antiseptischen und hustenlindernden Kombination von Thymian (oder Quendel), Eukalyptus und Zypresse. Übergießen Sie 1-2 TL Thymiankraut mit 250 ml kochendem Wasser und seihen Sie den Tee nach 10 Min.

Ziehzeit ab. Trinken Sie davon nach dem Abseihen bei Bedarf bis zu 3 Tassen täglich in kleinen Schlucken. Bei Husten und Bronchitis sollten Sie den Tee für eine noch intensivere Wirkung mit Honig gesüßt trinken, bei Verdauungsbeschwerden ungesüßt.

Mit dem abgekühlten Tee können Sie auch gurgeln oder Wunden damit abtupfen. Sie können sich auch in der Apotheke die jeweiligen Essenzen in Form von Fertigpräparaten wie Aspecton oder Soledum besorgen, die hohe Konzentrationen von Thymianextrakten enthalten.

Oder Sie lassen sich dort die Kombination gleich fertigstellen und nehmen davon 2 x täglich 20 Tropfen auf ein kleines Glas Wasser ein. Ebenso wirkungsvoll ist auch ein Thymian-Frischpresssaft, den Sie im Reformhaus erhalten. Und wenn in Ihrem Kräutergarten frischer Thymian wächst, können Sie natürlich auch frische Thymianblättchen überbrühen.

Thymianöl zum Einreiben bei Husten

Zu diesem Zweck sind 10 Tropfen Thymianöl mit 20 Tropfen Mandelöl zu verdünnen. Damit massieren Sie dann bei Husten und Brustinfektionen die Brust ein. Diese Mischung ist auch zum Einreiben bei Muskelverspannungen geeignet. Außerdem kann Sie Thymianöl auch effektiv vor Krankheitserregern schützen.

Thymianbad bei Erkältungen

Hängen Sie ein mit einer Handvoll Thymian gefülltes Mullsäckchen in ein 37-38 °C warmes Vollbad oder geben Sie einige Tropfen ätherisches Thymianöl (Bioladen oder Reformhaus) hinein. Entspannen Sie für etwa 20 Min. im warmen Wasser und atmen Sie dabei die entzündungshemmenden Dämpfe ein.

Alternativ wirkt ein Badezusatz mit einer Abkochung (60 g Thymian auf 1 l Wasser) allgemein kräftigend und belebend. Rheumakranke erfahren damit Linderung.

Thymianbad bei gereizter, juckender Haut

Leiden Sie unter angegriffener Haut? Dann kochen Sie einfach 100 g getrocknetes Kraut oder nur Blätter mit 1 l Wasser auf, lassen es etwa eine Viertelstunde zugedeckt ziehen, gießen es ab und schütten es in das Badewasser. Das wirkt schlaffördernd und stillt den Juckreiz. Fertige Thymian-Badezusätze gibt es im Fachhandel.

Thymiankissen fördern den Schlaf

Auf der einen Seite können Sie die Thymianblüten getrost in einem Salat essen; ihnen wird eine den Schlaf fördernde Eigenschaft nachgesagt. Aber auch ein mit Kräutern und Blüten gefülltes Schlummerkissen kann den ersehnten Schlaf andererseits herbeizaubern.

Dafür eignen sich Thymian, Oregano, Lavendel, Baldrian und Hopfen – gemischt oder einzeln. Diese Kissen können Sie in Reformhäusern und in manchen Apotheken gebrauchsfertig kaufen. Sie können sich aber auch selbst ein kleines Kissen füllen. Dieses sollten Sie dann im Bett in der Nähe Ihres Kopfes haben, damit es durch Ihre Körperwärme seine wohltuenden Wirkungen entfalten kann.