Sanddorn
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Pflanzenheilkunde
GNL5223
Der Sanddorn
Bei uns war der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) als Vitamin C-Spender lange unbekannt. Doch die tibetische Medizin nutzt die schützende Kraft seiner Beeren und sein hautpflegendes Öl seit über 1200 Jahren.
Der dornenbewehrte baumartige Strauch mit seinen orangerot leuchtenden Scheinbeeren hat seine Heimat in Zentralasien. Er liebt sandige oder kieshaltige Böden; er gedeiht in Deutschland am besten an Meeresküsten und im Schotter von Gebirgsflüssen. Seine Blätter stehen auf kurzen Stielen, sind schmallanzettlich geformt, auf der Unterseite durch Schuppenhaare silbergrau (manchmal rot) gefärbt. Der Volksmund nennt ihn auch Haffdorn, Seedorn, Stranddorn, Stechdorn, Korallenbeerdorn.
Seine roten Beeren strotzen nur so vor Vitaminen. Die natürliche Gesamtheit der Wirkstoffe ist synthetischen Präparaten überlegen.
Die wichtigsten Wirkstoffe
- Vitamin C (je nach Standort der Pflanze 200 bis 1.000 mg/100 g Frischsubstanz
- alle Vitamine der B-Gruppe
- Beta-Carotin (12 mg /100 g Frischsubstanz; mehr als Karotten)
- Vitamin E (bis zu 15 mg/100 g)
- Flavonoide (s. a. 10/98, S. 10)
- Phytoöstrogene (s. a. 3/99, S. 10)
- biogene Amine (Gewebshormone)
- Mineralstoffe wie Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium, Kalium, Kalzium, Kobalt
- ungesättigte Fettsäuren
Aufgrund dieser einzigartigen Kombination von Inhaltsstoffen wirkt Sanddorn
- immunregulierend
- entzündungshemmend
- krebsvorbeugend
- cholesterinsenkend, Arteriosklerosevorbeugend
Der Freund einer gesunden glatten Haut
Neu erkannt sind die außerordentlich hautgünstigen Eigenschaften des Sanddornöls. Es kann Sonnenlicht absorbieren (Sonnenschutz) und schützt dabei Pigmentflecken vor weiterer Bräunung. Weil es die Regeneration der Haut fördert, hilft es bei Sonnenbrand, Druckgeschwüren, Dekubitus (Wundliegen) und nach Strahlentherapie. Bei allen wiederkehrenden chronischen Hautleiden – Hautausschläge, Ekzeme, Psoriasis und Hautallergien, ja sogar Neurodermitis – ist seine Anwendung einen Versuch wert, obwohl reines Sanddornöl teuer ist.
Inzwischen gibt es Sanddorn in vielerlei Zubereitungen in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Naturkostläden zu kaufen: als Saft (ungesüßt, dann sehr sauer)oder als „Elixier“ (sehr süß!), als Marmelade, Gelee, Vollfruchtzubereitung (mit und ohne Honig), sogar als Dragees – und in Form von Cremes und Ölen.
Zubereitungen und Anwendungsformen
Innerlich zur Unterstützung der Immunabwehr: Sanddornvollfrucht in Joghurt, Müsli, Quark; in Milch oder Wasser verrührt. Als kaltes oder warmes Getränk: 1 Teelöffel Sanddornsaft statt Zucker in 1 Tasse Erkältungstee, schweißtreibend. Bei erhöhter Erkältungsgefahr: 1 Glas Orangensaft (1/8 l; am besten frisch gepreßt) mit 2 Eßlöffeln Heidelbeersaft, 1 Eßlöffel Sanddornsaft und dem Saft einer Zitrone mischen; täglich 1 Glas trinken.
Äußerlich als Sonnenschutz: 100 ml reines Sesamöl mit 3 bis 5 ml Sanddornöl und einigen Tropfen Lavendelöl mischen, rasch aufbrauchen.
Vorsicht: Bei einigen Frauen kann Sanddornöl ohne Wirkung bleiben, bei manchen kann es eine Allergie auslösen. Testen Sie Ihre Reaktion in der Ellenbeuge aus. Es darf sich keine Rötung zeigen.
Sylvia Luetjohann: Sanddorn. Starke Frucht und heilsames Öl. 112 Seiten, EUR 9,90. Windpferd Verlag 2001