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Meerrettich: Die Wirkung des natürlichen Antibiotikums

Zu medizinischen Zwecken werden von der Meerrettichpflanze ausschließlich die bis zu 50 cm langen und etwa 6 cm dicken Wurzeln des Meerrettichs verwendet. Meerrettichwurzeln können Sie frisch gerieben oder als Aufbereitung in Form von Tabletten und Kapseln sowie als Frischsaft einnehmen. Zur äußerlichen Anwendung sind Einreibungen, Packungen und Auflagen aus der Wurzel geeignet.

Beim Zerkleinern der Wurzel bauen die in der Wurzel enthaltenen Enzyme die Glucosinolate zu flüchtigen Senfölen (Allysenföl und Phenylethylsenföl) ab, die stark keimtötend gegen Viren und Bakterien wirken.

So wirkt Meerrettich

  • keimtötend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • durchblutungssteigernd
  • schleimlösend
  • harntreibend
  • immunstärkend

Meerrettich wird auch das „Penicillin der Bauern“ genannt, denn seine keimtötende Wirkung steht der eines Antibiotikums in nichts nach. Forscher der Universität Freiburg hatten herausgefunden, dass die Senföle aus der Meerrettichwurzel gegen 13 Keime wirksam sind, und konnten vor einiger Zeit nachweisen, dass diese Senföle sogar multiresistente Bakterien wie Staphylococcus aureus abtöten können.

Anwendungsgebiete des Meerrettichs

Innerlich:

  • Infekte der Atemwege (Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung, Erkältungen)
  • Harnwegsinfekte
  • Blasensteine
  • Immunstärkung

Äußerlich:

Meerrettich: Kulinarischer Alleskönner

Kren, Pferderettich, Fleischkraut, Pfefferwurzel: All diese Wörter bezeichnen den Meerrettich. Wir verwenden ihn überwiegend als Gewürz, doch vergessen wir dabei häufig, welche heilenden Wirkungen er hat. Grund dafür sind die enthaltenen Senföle. Sie wirken sich vielfältig auf Ihren Körper aus:

  • Pürieren Sie den Meerrettich, wirkt er etwas verdünnt gegen Bauchschmerzen und Verstopfung. Zudem regt die Wurzel nach schwerem Essen die Bildung von Magensäure und Gallensaft an. So verbessert sich die Verdauung.
  • Seine sekundären Pflanzenstoffe reinigen das Blut und sorgen für eine gute Entgiftung.
  • Die Senföle können Bakterien und Pilze vernichten. Aus diesem Grund wirkt er so erfolgreich gegen Blasenentzündung, Erkältung und Halsbeschwerden.
  • Legen Sie ein Tuch mit geriebenem Meerrettich auf eine schmerzende Stelle und lassen es zehn Minuten einwirken, wirkt die Wurzel als natürliches Schmerzmittel.
  • Verwenden Sie einen Brustwickel mit Meerrettich, löst dieser sogar festsitzende Erkältungen und erleichtert schmerzenden Husten.

Hinzu kommt, dass sich Meerrettich als echterFreund Ihrer schlanken Linie erweisen kann. Die in ihm enthaltenen Senföle sind nämlich in der Lage, Ihren Appetit zu verringern und Heißhunger zu stillen.

So wenden Sie den Meerrettich an

Meerrettichwurzeln können Sie im auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen. Sie bewahren die Wurzeln am besten in einem feuchten Tuch im Gemüsefach Ihres Kühlschranks auf und wenden sie bei Bedarf frisch an. Waschen und schälen Sie die Wurzel und reiben Sie sie auf einer Küchenreibe.

Meerrettich-Honig gegen Bronchitis: Reiben Sie ein etwa 5 cm langes Stück Meerrettichwurzel in ein Schraubdeckelglas. Vermengen Sie den geriebenen Meerrettich mit vier Esslöffeln Honig und heben Sie die Mischung im Kühlschrank auf. Nehmen Sie zweimal täglich einen Teelöffel von der schleimlösenden und entzündungshemmenden Mischung ein.

Immunstärkende Meerrettich-Kur: Um Erkältungen vorzubeugen, können Sie zwei Wochen lang morgens und abends jeweils einen Teelöffel frisch geriebene Meerrettichwurzel einnehmen.

Harntreibender Meerrettichwein: Übergießen Sie zehn dünne Scheiben geschälter Meerrettichwurzel in einem Glas mit 100 ml Weiß- oder Rotwein. Lassen Sie den Ansatz den ganzen Tag ziehen und trinken Sie bei Harnwegsinfekten oder Blasensteinen am Abend schluckweise ein halbes Glas davon.

Durchblutungsfördernde Meerrettichauflage: Legen Sie bei Muskelschmerzen ein Leintuch auf die schmerzende Stelle und bestreichen Sie es mit frisch geriebenem Meerrettich. Decken Sie die Auflage mit einem Tuch ab und lassen Sie sie nicht länger als fünf bis zehn Minuten einwirken. Der Meerrettich sollte keinen Hautkontakt haben, da es sonst zu Hautirritationen kommen könnte.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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