MenüMenü

Pfingstrose - nicht bloß eine Zierpflanze!

Pfingstrosen gelten nicht als Rosen, sondern als Hahnenfußgewächse. Die bedeutendsten Arten sind die Edelpäonie, die Strauchpfingstrose und die Bauernpfingstrose. Ihre prachtvollen Blüten entwickelt sie von Mai bis Juni. Sie liebt sonnige Standorte und ihre schweren, großen Blüten erreichen mühelos einen Durchmesser von 12 cm.

Die gesamte Pflanze wächst 50 bis 100 cm hoch. Um die üppig blühenden und duftenden Sträucher der Pfingstrose ranken sich von alters her viele Mythen und Sagen. Besonders im Mittelmeerraum galt die Pfingstrose von jeher als magische Pflanze. Auch in China genießt die Pfingstrose hohe Wertschätzung.

Dort sind Päonien als Mou Tan bekannt und genießen das Privileg, die Nationalblume Chinas zu sein. Man pflegt sie mit Hingabe und sie stehen der Begeisterung der Chinesen für Goldfische in nichts nach. Die Pfingstrose enthält unter anderem das Alkaloid Paeonin. Man gewann aus dem Sammelgut von Blüten, Wurzeln und Blättern Tinkturen, Pulver und Essenzen.

In der griechischen Mythologie

Ihr botanischer Name Paeonia officinalis leitet sich vom griechischen Wort Paieon ab. Paieon galt als Schüler des heilkundigen Asklepios und später selbst als großer und bekannter Heiler: der Arzt des Olymps. Mit den Wurzeln der Pfingstrose heilte er der Sage nach die blutende Wunde des Ares mit Päonienwurzeln.

Ares ist der griechische Gott des schrecklichen Krieges, des Blutbades und Massakers. So berichtet die griechische Mythologie unter anderem von Virbios: Nachdem er durch das Pferd seines Vaters Theseus zu Tode gekommen war, erweckte Diana ihn mit einer Päonie zum Leben.

Man glaubte darüber hinaus, die Pflanzen könnten durch den Einfluss des Mondes entstandene Krankheiten heilen. So weihte man die Päonien der Erdgöttin Hekate, die mit dem Mondmythos in Zusammenhang gebracht wurde. Dioscurides empfiehlt die Pfingstrose bei Frauenleiden sowie Blasen- und Nierenschmerzen.

Die „Benediktinerrose“

Erst viel später taucht die Pfingstrose in den Kräuterbüchern des Mittelalters auf. Aufgrund der Vermutung, dass die Benediktiner sie über die Alpen brachten, erhielt sie den Namen „Benediktinerrose“. Von den Klostergärten fand sie rasch den Weg in die Bauerngärten und in die Anwendung für vielerlei Erkrankungen. Alte Gemeindebücher in Bayern und Baden sprechen von der Krankheit Gichter.

Die ist nicht zu verwechseln mit der heute bekannten Gicht. In einem alten Heilkunde-Lexikon steht als Erklärung dazu, dass es sich bei dieser Erkrankung um verschiedene krampfhafte Krankheitserscheinungen bei Kindern mit unterschiedlichen Ursachen handelte: „Acuter Wasserkopf, Zahnentwickelung, Darmreize (heftige Diarrhöe, Würmer), Scharlach, Masern, Harnverhaltung, Lungenentzündung etc.“.

Die Wirksamkeit von Pfingstrosenzubereitungen ist bis heute nicht wissenschaftlich. Aus diesem Grund gerät die vielseitige Pfingstrose als Königin der Kräuter zunehmend in Vergessenheit. Die Liste der Heilwirkungen, die ihr die Heilkundigen des Mittelalters zusprachen, war lang.

Früherer Einsatz von Pfingstrosen

Pfingstrosenblüten:

  • Haut- und Schleimhauterkrankungen
  • Fissuren und Hautrisse
  • Hämorrhoiden (auch heute Einsatz in der Homöopathie)
  • Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege
  • Herzbeschwerden
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Pfingstrosenwurzeln:

  • Krämpfen unterschiedlicher Art und Ursache
  • Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes
  • Verletzungen der Blutgefäße
  • Neuralgien
  • Migräne
  • Mittel zur allgemeinen Stärkung

Aus dem Mittelalter stammt der Brauch, die Samen der Pfingstrosen auf Ketten aufzureihen und zahnenden Kleinkindern zum Kauen zu gegeben. In Bayern nannte man die Samen deshalb Appoloniakörner: zu Ehren der heiligen Appolonia, Patronin der Zahnleidenden.