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Löwenzahn - die gesunde Frühlingsblume

Die gelbe Frühlingsblume lacht uns derzeit fast an jeder Ecke der freien Natur munter an. Denn sie wächst überall – selbst auf Schutthalden. Doch Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist vor allem ein kleines Heilwunder und seine Blüten sind eine gesunde Salatbeigabe.

Im Rasen ist uns der Löwenzahn meist nicht so willkommen. Zumal er mit seinen langen Wurzeln und dem klebrigen Saft beim Jäten ein hartnäckiger Gegner ist. Seine federleichten „Fallschirm-Samen“ sorgen zudem dafür, dass er an tausend Ecken immer wieder auftauchen kann.

Nutzen und Wirkung

Doch wer bewusst im Garten eine Wildwiese wachsen lässt, weiß meist um seinen gesundheitlichen und lukullischen Wert. Die Pusteblume – wie die Heilpflanze auch genannt wird – wurde bereits von den bekannten arabischen Ärzten Rhazes und Avicennas erwähnt.

Man vermutet, dass sie ihre Kenntnisse von den alten Griechen übernommen hatten. Auch in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts wird der Löwenzahn als wirksames Heilmittel empfohlen. Er wirkt Appetit anregend, stark Harn treibend, lindert Arthritis, erleichtert Leber- und Gallenblasenleiden, reinigt das Blut und gilt als allgemein kräftigend.

Er soll sogar eines der besten Entwässerungsmittel für den Körper sein, weil er einen relativ hohen Kaliumgehalt hat. Die medikamentöse Anregung des Harnflusses führt in der Regel zu Kaliumverlust, was sich negativ auf das Herz auswirkt.

Superfood Löwenzahn

Löwenzahn ist ein ausgesprochen gesundes Lebensmittel, besonders wenn Sie ihn als Salat genießen. Er übertrifft Kopfsalat mit einem Vielfachen an Vital- und Mineralstoffen: In Löwenzahn steckt etwa vierzigmal so viel Pro-Vitamin A wie Kopfsalat, neunmal so viel Vitamin C, viermal so viel Vitamin E und achtmal so viel Kalzium.

Löwenzahn ist auch reich an Kalium und vielen anderen Mineralstoffen, Spurenelementen und bioaktiven Pflanzenstoffen (z. B. Bitterstoffe und Flavonoide). Und die beste Nachricht ist: Löwenzahn schmeckt sehr gut. Seine Blätter können als Salat, Gemüse, Suppe, Saft, grüne Smoothies oder Tee genießen.

Die Inhaltsstoffe im Überblick:

  • Bitterstoffe
  • Taraxin
  • Vitamin C
  • Mineralstoffe, insbesondere Kalzium und Kalium
  • Inulin
  • Inosit
  • Flavonoide
  • Carotine
  • Fructose
  • Cerylalkohol (im Milchsaft)

Die heilenden Wirkungen des Unkrauts

Zu medizinischen Zwecken wird der ganze Löwenzahn mit seinen Blüten und Wurzeln verwendet. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Löwenzahns sind Bitterstoffe (Sesquiterpene, v. a. Taraxin), Zuckerstoffe (Inulin) und Schleimstoffe.

Besonders die Wurzel ist reich an Inulin. Dabei schwankt die Konzentration im Laufe des Jahres zwischen 2 und 40 Prozent, wobei die Werte im Herbst am höchsten sind. Die Zuckerverbindung ist vor allem für Diabetiker bestens geeignet, denn Inulin wird im Körper nicht zu Einfachzucker abgebaut und benötigt daher kein Insulin. Frischer Löwenzahnsalat ist daher ein ideales Diabetiker-Gemüse.

So wirkt Löwenzahn

  • den Gallenfluss anregend
  • aktivierend auf Leber und Bauchspeicheldrüse
  • appetitanregend
  • entwässernd
  • leicht abführend
  • blutreinigend

Da der Löwenzahn die Leber und die Nierenfunktion anregt, wird er in der Naturheilkunde traditionell im Frühjahr und im Herbst als Entgiftungs- und Blutreinigungskur angewendet. Hierzu ist besonders der Löwenzahntee oder -frischpflanzensaft geeignet. Aufgrund seiner Bitterstoffe regt Löwenzahn den Appetit an und erleichtert die Verdauung.

Anwendungsgebiete

Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamts befürwortet die Anwendung von Löwenzahn bei Störungen des Galleflusses, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit sowie zur Anregung der Ausscheidung über die Nieren.

Löwenzahn bei Verdauungsbeschwerden

Der regelmäßige Verzehr von Löwenzahn regt die Gallensaftsekretion an. Das schützt Sie vor der Bildung von Gallensteinen. Auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsprobleme können Sie mit Löwenzahn eine Linderung erzielen.

So steigert die Heilpflanze die Magensaftsekretion, wirkt appetitanregend und außerdem krampflösend. Neben Löwenzahnsalat ist hier auch Löwenzahntee (Apotheke, Reformhaus) eine gute Hilfe.

Löwenzahn wirkt harntreibend

Löwenzahn ist ein bewährtes Hausmittel gegen Harnwegsinfekte. Wichtig ist bei der Behandlung, dass Ihre Blase gut gespült wird. Daher lautete die Devise: trinken, trinken und nochmal trinken. Steigern können Sie den Spüleffekt durch harntreibende Arzneimittel, (Diuretika). Das Problem: Diese Medikamente sorgen nicht nur für die Ausleitung von Wasser aus Ihrem Körper, sondern schwemmen auch Mineralstoffe hinaus.

Löwenzahn wirkt ebenfalls harntreibend. Er versorgt Ihren Organismus aber gleichzeitig mit wichtigen Mineralstoffen, insbesondere mit Kalium. Im Gegensatz zu synthetischen Diuretika führt diese Anwendung (z. B. in Form von Tee) nicht zu einem Mineralstoffmangel.

Rezeptideen

Löwenzahnkraut sammeln Sie am besten zur Blütezeit, die Wurzeln erst nach der Blüte im Herbst. Sie können die Pflanzenteile im Backofen bei 40 °C trocknen und in einem Schraubdeckelglas aufbewahren. Fertigpräparate und getrockneten Löwenzahn erhalten Sie in Apotheken und Reformhäusern.

Grundrezept für Löwenzahntee

Übergießen Sie zwei gehäufte Teelöffel getrockneten Löwenzahn (Pflanze und Wurzel) mit 200 ml kaltem Wasser und bringen Sie alles zum Kochen. Seihen Sie den Tee nach zehn Minuten ab und trinken Sie als Entschlackungskur vier bis sechs Wochen lang zweimal täglich zwei Tassen davon.

So einfach gelingt Ihnen Löwenzahnsalat

Damit der Salat auch wirklich vollends gesund wird, müssen Sie die Blätter erst einmal von Schmutz befreien und gründlich waschen. Tipp: Wenn Sie ein wenig Bitterkeit von den Blättern nehmen möchten, legen Sie diese für ein paar Minuten in lauwarmes Wasser.

Bedenken Sie, dass Löwenzahnsalat immer eine bittere Note besitzt. Der perfekte Begleiter ist ein süßes Dressing aus Senf, Honig, Zitronensaft und einem kräftigen Olivenöl. Sehr gut schmeckt auch frisches Obst (Erdbeeren, Nektarinen, Kiwi) und Käse in Ihrem Löwenzahnsalat.

Verdauungsfördernde Löwenzahntinktur

Waschen und bürsten Sie vier frische Löwenzahnwurzeln und schneiden Sie sie in Stücke. Übergießen Sie die Wurzelstücke in einem Schraubdeckelglas mit einem halben Liter Doppelkorn und lassen Sie den Ansatz an einem sonnigen Ort drei Wochen lang ziehen, ehe Sie ihn in eine dunkle Flasche abseihen. Trinken Sie zur Verdauungsförderung nach dem Essen ein kleines Schnapsgläschen davon.

Löwenzahnhonig: Der Genuss aus Großmutters Zeiten

Insbesondere Veganer freuen sich über Honigersatz aus Löwenzahn. Der Grund: Bienenhonig ist ein tierisches Produkt, das für Veganer ein Tabu ist. Aber Vorsicht: Genau wie Bienenhonig ist auch Löwenzahnhonig reich an Zucker.

Zutaten:

  • 5 Handvoll Löwenzahnblüten
  • Saft von einer Zitrone
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker

Zubereitung:

  1. Kochen Sie die Blüten mit dem Wasser in einem Topf auf. Lassen Sie die Blüten eine halbe Minute köcheln. Dann stellen Sie den Topf zu Seite und lassen ihn abkühlen. Lassen Sie den Ansatz über Nacht ziehen.
  2. Am nächsten Tag filtern Sie den Saft durch ein Sieb. Geben Sie den Zucker und den Zitronensaft zu.
  3. Kochen Sie die Flüssigkeit auf. Lassen Sie die Flüssigkeit unter Rühren so lange köcheln (mittlere Hitze), bis der Sirup zähflüssig wird. Das kann einige Stunden dauern.
  4. Füllen Sie den Sirup heiß in Gläschen ab und verschließen Sie diese dicht.

Löwenzahn tut Ihrer Haut gut

Eine Untersuchung der Universitäts-Hautklinik Mannheim hat ergeben, dass beispielsweise aus Löwenzahn gewonnener Heilpflanzensaft sowohl trockene Haut als auch Falten verhindern kann. Es muss also nicht immer die teure Creme aus der industriellen Fertigung sein.

Weibliche Versuchspersonen, die einen Monat lang täglich Brennnessel- oder Löwenzahnsaft getrunken hatten, wiesen danach eine wesentlich verbesserte Elastizität und Feuchtigkeit ihrer Haut auf.

Wer seiner Haut auf natürlichem Weg etwas Gutes tun möchte, sollte zweimal täglich 10 Milliliter Löwenzahn- oder Brennnesselsaft trinken, je nach Geschmack pur oder gesüßt. Diese Säfte bekommen Sie im Reformhaus, zum Beispiel von den Herstellern Florabio oder Herbaria.