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Linde - vielseitig anwendbar und gesund

Bei den Linden handelt es sich um eine Pflanzengattung in der Familie der Lindengewächse; es sind laubabwerfende Bäume, die je nach Art bis zu 25 Metern hoch werden können und deren Stamm einen Durchmesser von knapp zwei Metern erreichen kann. Sie kommen in Europa und Westasien vor, wo sie häufig in lichten Laubwäldern wachsen.

Kleine Geschichte der Linde als Heilpflanze

Bei den Germanen galt die Linde als heiliger Baum, die möglicherweise mit der Göttin Freya in Verbindung gebracht wurde; in vielen Orten in Mitteleuropa bildete eine Linde den Mittelpunkt des Dorfes, unter der Heiraten vereinbart und Verbrechen abgeurteilt wurden.

Der herrlich-hohe Lindenbaum (Tilia europaea L.), einst als Dorflinde ein Zentrum der Kommunikation, kommt in mehreren Variationen vor, bei uns als im Mai blühende Sommerund im Juni/Juli blühende Winterlinde. Beide sind als Heilpflanzen gleich wirkungsvoll.

Erst im 18. Jahrhundert hat man begonnen, die Blätter und Blüten der Linde zu Heilzwecken zu sammeln. Bis dahin begnügte man sich mit Abkochungen der Rinde, die allerdings erstaunliche Resultate bei den kolikartigen Schmerzen von Blasen-, Nieren- und Gallensteinleiden erbrachten.

Als Heilpflanze wirkt sie blutreinigend, schweißtreibend, beruhigend auf die Nerven und entzündungshemmend. Sie wird bei Erkältungskrankheiten, Kopfschmerzen und auch Hexenschuss verwendet – zur Anwendung kommt hier die Lindenblüte.

Lindenblüten können gesammelt werden, sobald der Baum blüht – in Deutschland blüht die Sommerlinde Anfang Juni, während die Winterlinde sich noch ein paar Wochen Zeit lässt. Regen kann dafür sorgen, dass die Inhaltsstoffe der Blüten nicht mehr so konzentriert sind, weshalb man relativ früh in der Saison auf Sammeltour gehen sollte.

So wenden Sie die Linde an

Die Blüten sollten locker in einem Korb aufbewahrt werden, da ihnen ein Aufenthalt in einer stickigen Plastiktüte schadet. Zuhause angekommen, sollte man die Blüten von den Dolden abstreifen und auf einem Stück Zeitungspapier an einem warmen, trockenen und nicht zu sonnigen Platz auslegen.

Sollte das Wetter zu feucht sein, können sie auch bei 50°C im Backofen getrocknet werden. Vollständig getrocknet sind sie, wenn sie bei Berührung auseinanderfallen. Aus den Blüten können nun Tees, Tinkturen, Umschläge und Bäder zubereitet werden, welche aufgrund der enthaltenen Schleimstoffe trockenen Reizhusten lindern können.

Insbesondere warme Bäder wirken beruhigend und können sogar leichte Depressionen lindern. Wählen Sie jedoch beim Sammeln von Lindenblüten im Juni nur frisch geöffnete Blüten. Getrocknet (auch aus der Apotheke) sind sie nur 1 Jahr haltbar.

Grundrezept für Lindenblütentee

Überbrühen Sie 1 Handvoll (getrocknete Lindenblüten mit 1 l heißem Wasser. Lassen Sie den Tee 5 Minuten zugedeckt ziehen, seihen Sie ihn ab und trinken Sie bei einer herannahenden Erkältung so viel heißen Tee wie möglich in kleinen Schlucken.

Lindenblütenhonig (aus dem Bioladen) oder selbst gemachter Sirup (siehe unten) verstärkt seine Wirkung. Wenn Sie die gleiche Menge getrocknete Holunderblüten (aus der Apotheke) mit aufbrühen, erzielen Sie einen intensiveren schweißtreibenden Effekt.

Kalter Lindenblütenauszug gegen Hitzewallungen

Setzen Sie 2 Hand voll getrocknete Lindenblüten in 1 l kaltem Wasser an, lassen Sie den Ansatz 8 Stunden zugedeckt ziehen und seihen sie ihn dann ab. Diesen kühlenden Durstlöscher können Sie ebenfalls mit Lindenblütenhonig oder -sirup süßen.

Lindenblütensirup gegen Erkältungen

Kochen Sie 840 g braunen Zucker in 1,5 l Wasser auf, rühren Sie 150 g Bio-Honig und 1 Handvoll frische Lindenblüten hinein und lassen Sie den Sirup abkühlen.

Fügen Sie 2 Scheiben Bio-Zitrone und 30 g Zitronensäure (aus dem Supermarkt) hinzu und lassen Sie die Lösung an einem kühlen, dunklen Ort (Keller) zugedeckt 5 Tage ziehen. Seihen Sie den Sirup in dunkle Flaschen ab. Fest verschlossen, hält er sich im Kühlschrank ca. 1/2 Jahr.

Beruhigendes Lindenblütenbad

Überbrühen Sie 4 Handvoll getrocknete Lindenblüten mit 2 l kochendem Wasser und seihen Sie den Aufguss nach 5 Minuten durch ein Sieb direkt in die bereits gefüllte Badewanne ab. Baden Sie ca. 15 Minuten bei etwa 36 bis 38 °C und gehen Sie anschließend gleich zu Bett.

Warum vor allem Frauen von der Heilwirkung profitieren

Für unsere Großmütter war Lindenblütentee das Hausmittel Nr. 1 bei Erkältungen, weil er nicht nur abwehrsteigernd, sondern auch schweißtreibend und damit entgiftend wirkt und den Krankheitsprozeß abkürzt. Doch Vorsicht: Starkes Schwitzen kann bei Herz- Kreislauferkrankungen sehr belasten.

Lindenblüten wirken bei

  • Hustenreiz,
  • Katarrhen der oberen Atemwege,
  • als Schwitzkur bei fieberhaften Erkältungen,
  • entkrampfend,
  • entwässernd,
  • magenberuhigend.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

  • ätherische Öle (einschließlich Farnesol)
  • Flavonglykoside (einschließlich Hesperidin und Quercitrin)
  • Saponine
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe

Wovon Frauen profitieren

Lindenblütentee entspannt die Muskeln, entstreßt die Nerven und löst Angst. Daher kommt er in einem weiblichen Leben oft in Frage. Spannungsschmerzen vor oder während der Menstruation,vor allem Kopfschmerzen, reagieren auf Lindenblütentee.

Früher gab man den Tee Gebärenden zu trinken, weil er angstvolle Verspannungen löst, damit die Geburt erleichtert und Entbindungsschmerzen mildert. Nach der Geburt stärkt er den Milchfluß der Frau und hilft dem Säugling bei Koliken, Erbrechen oder Verstopfung.

Wenn Sie in den Wechseljahren plötzlich Herzklopfen bekommen, kann die beruhigende Wirkung von Lindenblütentee Linderung bringen. Die Linde besänftigt wohltuend ein aufgeregtes Herz. Ihr entspannender Effekt wirkt sich außerdem auf einen Stress-erhöhten Blutdruck aus, den sie milde senken kann.

Auch wenn Sie chronisch schlecht schlafen, können Sie Lindenblütentee sicher gut gebrauchen – allerdings wegen seiner schweiß- bzw. harntreibenden Wirkung nicht vor dem Schlafengehen. Für den Abend besser geeignet ist ein Bad mit Lindenblüten. Es soll außerdem zur Straffung der Haut beitragen und bei Migräne Erleichterung bringen.

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