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Johanniskraut – Der pflanzliche Stimmungsaufheller

Für Johanniskraut (lateinische Bezeichnung: Hypericum perforatum) gibt es eine Vielzahl von alternativen Bezeichnungen wie etwa „Echtes Johanniskraut“, „Gewöhnliches Johanniskraut“, „Tüpfel-Johanniskraut“ oder auch „Durchlöchertes Johanniskraut“.

Die Pflanze wächst in Europa, im Westen Asiens und in Nordafrika. Schon lange Zeit sind seine wohltuenden Wirkungen auf Körper und Seele bekannt. Früher galt das Kraut nicht nur als Schutz vor Erkrankungen, auch gegen bösen Zauber sollte es wirken.

Wirkung im Körper

  • regt die Verdauung an
  • stärkt den Kreislauf an
  • stärkt die Psyche
  • fördert das Wohlbefinden
  • kann die Gedächtnisleistung verbessern

Äußerliche Wirkung

  • lindert Blutergüsse
  • lindert Verstauchungen
  • verbessert unreine Haut

Die antidepressive Wirkung ist wissenschaftlich belegt

Dass hoch dosierte Extrakte aus Johanniskraut (Hypericum perforatum) bei leichten bis mittelschweren Depressionen den synthetischen Antidepressiva in der Wirkung ebenbürtig sind, ist durch zahlreiche Studien aus den 90er Jahren an mehreren tausend Probanden eindeutig bewiesen.

Aber nicht nur das: Johanniskraut ist auch wesentlich verträglicher. So beeinträchtigt es im Gegensatz zu synthetischen Antidepressiva nicht Ihr Reaktionsvermögen und Ihre Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen. Auch Störungen des Herzrhythmus treten nicht auf.

Aus diesem Grund empfiehlt die Amerikanische Gesellschaft für innere Medizin seit Juni 2000 hoch dosiertes Johanniskraut als einziges Naturheilmittel zur Behandlung von Depressionen.

Bei diesen seelischen Beschwerden kann Johanniskraut helfen:

  • leichte bis mittelschwere Depressionen, auch Winterdepressionen
  • Schlafstörungen, besonders mit frühmorgendlichem Erwachen
  • nervöse Angst-, Erregungs- und Spannungszustände
  • nervöse Erschöpfung, z. B. durch Überarbeitung
  • Die Volksmedizin verwendet das Öl aus Johanniskraut auch gegen Hautbeschwerden und Entzündungen der Magenschleimhaut.

Nur der Gesamtextrakt aus der Pflanze ist wirksam

Zwar ist das genaue Wirkprinzip von Johanniskraut noch nicht entschlüsselt. Neuere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass nur der Extrakt aus der gesamten Pflanze antidepressiv wirkt.

Wie die Ärztezeitung im Herbst 2001 berichtete, spielt dabei der sekundäre Pflanzenstoff Rutin eine zentrale Rolle, der offenbar den Hauptwirkstoff Hyperforin erst aktiviert. Denn Johanniskraut-Zubereitungen ohne Rutin seien wirkungslos. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müsse der Rutingehalt bei 2 % pro Tablette liegen.

Wirkt Johanniskraut antibakteriell?

Je besser dieses die Seele pflegende Kraut erforscht wird, desto mehr andere wohltuende Wirkungen entdecken die Forscher: Zu den bereits nachgewiesenen Erfolgen bei Depressionen, Neuralgien, Hautverletzungen und -verbrennungen (Johanniskrautöl) gibt es die ersten Hinweise, daß Johanniskraut auch antibakterielle Wirkungen entfaltet, schreibt das Ärztemagazin „selecta“.

Verantwortlich dafür machen amerikanische Wissenschaftler den Inhaltsstoff Hyperforin. In Laborversuchen hemmte er das Wachstum verschiedener grampositiver Bakterien wie z. B. Staphylococus aureus. Besonders interessant ist aber, daß Johanniskraut offensichtlich auch solche Bakterien blockiert, die gegenüber Antibiotika resistent geworden sind.

Gramnegative Bakterien oder Pilze wie Candida albicans hingegen kann Hyperforin nicht bekämpfen. Schwere Nebenwirkungen von Johanniskraut sind bisher nicht entdeckt worden. Bekannt ist nur, daß es bei manchen Personen die Haut gegenüber Sonneneinstrahlung empfindlicher macht.

Merkmale von Johanniskraut

Als weitverzweigte Staude kann das Johanniskraut bis zu 1 Meter hoch werden. Die Blätter sind ölhaltig – hält man sie gegen das Licht, sieht man winzige Ölbläschen, die die Blätter sogar löchrig erscheinen lassen. Im Hochsommer zieren seine leuchtend gelben Blüten den Garten.

Die Blüten und die Blätter enthalten den Wirkstoff Hyperizin, der für die antidepressive Wirkung des Johanniskrauts verantwortlich ist. Außerdem liefert das Kraut Flavonoide mit antioxidativer Wirkung, wertvolle ätherische Öle und Gerbstoffe.

Das Mannsblut (Hypericum androsaemum) ist eine verwandte Art mit gleicher medizinischer Wirkung. Im Herbst zeigt Mannsblut eine attraktive rote Blattfärbung und die orangeroten Früchte zieren viele Floristensträuße. Großblütiges Johanniskraut (H. calycinum) ist als opulent blühender Bodenbedecker beliebt.

Johanniskraut wächst an sonnigen, warmen Orten. Dort kann es seine wichtigen Inhaltsstoffe gut herausbilden. Steht das Kraut in voller Blüte, kann es geschnitten werden. Man hängt es in Bündeln zum Trocknen auf oder legt Blätter und Blüten in gutem Öl ein, um sie zu konservieren.

Anwendung

Johanniskraut findet Verwendung als

  • Tee
  • Öl (Rotöl)
  • Nahrungsmittelergänzung (Kapseln)

Trinken Sie Johanniskraut beispielsweise als Tee über mehrere Wochen. Dann lindert es depressive Verstimmungen und nervöse Beschwerden. Dazu rechnet man auf eine Tasse zwei Teelöffel getrocknete Blüten und Blätter. Johanniskraut regt auch die Verdauung an und stärkt außerdem den Kreislauf.

Johanniskrauttinktur stärkt die Psyche und die Leistungskraft. Auch äußerlich aufgetragen zeigt das Johanniskraut Wirkung: Es lindert Blutergüsse und Verstauchungen. Wer das Kraut nicht selbst anbauen, trocken und verarbeiten möchte, kann auf eine reiche Auswahl an fertigen Produkten in Drogeriemärkten und Apotheken zurückgreifen.

Die pharmazeutische Industrie offeriert Johanniskraut als Extrakt in Form von Tabletten, Dragees, Kapseln, Filmtabletten, Tee und Öl. Wo Wirkung ist, ist oft auch Nebenwirkung und so hat auch das Johanniskraut eine Nebenwirkung und verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Mitteln.

Sprechen Sie also, wenn Sie Medikamente einnehmen, erst mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit der Einnahme von Johanniskraut beginnen. Besonders in Kombination mit antidepressiv wirkenden Medikamenten, mit Herzmitteln, Lipidsenkern und mit Schlafmitteln kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen.

Der Wirkstoff Hyperizin bewirkt zudem, dass die Haut lichtempfindlich wird. Während der Zeit der Behandlung sollten Sie sich deshalb direkter Sonneneinstrahlung nicht aussetzen und auch kein Solarium aufsuchen. Der Kontakt mit der Pflanze an Sonnentagen kann bei besonders empfindlichen Personen zu Hautreizungen führen.

Johanniskraut: Rotes Öl

Das Rotöl, oder auch Johanniskrautöl genannt, kann sowohl innerlich, als auch äußerlich angewendet werden. Welche Wirkung das Rotöl bei der äußerlichen Anwendung erzielen kann und was Sie bei der Anwendung beachten sollten, erfahren Sie hier.

Dabei hilft Johanniskrautöl

Reiben Sie die gelben Blütenblättchen zwischen den Fingern, färben sie sich blutrot. So sieht auch das Öl aus, das aus ihnen gewonnen wird. Johanniskrautöl (oder Rotöl) hilft bei Verbrennungen, Schnittwunden sowie Geschwüren, und es hemmt Entzündungen.

Johanniskraut und Hexentum

Der Name „Hexenkraut“läßt vermuten, daß schon die weisen, heilkundigen Frauen des Altertums, die später als Hexen gebrandmarkt wurden, wußten, was die Frauen in schweren Zeiten brauchen: einen Seelentröster.

Auch heute, da das Johanniskraut – das Hexenkraut – zum Objekt vieler klinischer Studien geworden ist, erscheint es manchmal wie Zauberei, wenn sich trübe Stimmungen sanft verabschieden. Zwei bis drei Wochen kann es allerdings dauern, bis sich die volle Wirkung entfaltet. Dafür wirkt es sanft, ohne müde zu machen.

Zubereitung des Öls

Zerkleinern Sie 50 bis 100 g frische Blüten des Johanniskrauts – oder besser: zerstoßen Sie sie in einem Mörser – und übergießen Sie sie in einem Gefäß aus weißem Glas mit 1000 g Olivenöl. Unter gelegentlichem Umrühren überlassen Sie die Mischung unverschlossen 3 bis 5 Tage der Gärung.

Dann verschließen Sie die Flasche und setzen sie dem Sonnenlicht aus. Gelegentlich umrühren oder schütteln; dabei nimmt das Öl zusehends eine leuchtend rote Farbe an. Nach 5 bis 6 Wochen können Sie abtrennen: über feines Tuch, beispielsweise Gaze, gießen und Rückstand auspressen.

Danach etwa eine Woche stehen lassen; das Öl trennt sich dabei vom Wasser, das aus den Blüten zurückgeblieben ist. Öl vorsichtig von der wässrigen Schicht abgießen. In gut schließende, ausgekochte braune Glasflaschen abfüllen. Kühl lagern.

Kosmetik und Zierwert

Johanniskrautöle sind ihrer antiseptischen und entzündungshemmenden Eigenschaften wegen als Bade- oder Waschzusatz beliebt. Das Kraut hilft gegen unreine Haut und macht die Haut geschmeidig und weich.

Aus den Blütentrieben werden orangefarbene und rote Farbstoffe gewonnen. Im Hochsommer ist das Johanniskraut mit seinen leuchtenden, gelben Blüten im Garten eine Pracht.

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