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Ingwer - die gesunde Wurzel gegen Erkältung

Bekannt sind sicherlich auch Ihnen die gängigen Anwendungsgebiete der scharf schmeckenden Ingwerwurzel: Erkältung oder Übelkeit. Darüber hinaus werden derzeit viele weitere Wirkungen erforscht. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Die Knolle kann Ihnen bei Rückenschmerzen genauso helfen wie auch bei Diabetes mellitus.

Der wissenschaftliche Name für den Ingwer lautet Zingiber officinale. Alternativ ist er unter den Bezeichnungen Ingwerwurzel, Immerwurzel sowie Ingber und Imber im deutschsprachigen Raum bekannt. Die Römer verlangten Steuer für die heilende Wurzel, so lieb und teuer war ihnen der Ingwer. Heute findet er auch bei uns in Medizin wie Küche mehr und mehr Wertschätzung. Seine exotischen Blüten können Sie sogar in der Blumenvase bewundern. Doch die Hauptanwendung der Pflanze liegt in der Heilung.

Angeschnittene Ingwerwurzel und Zitronen

Die Herkunft der Ingwerstaude

Die Ingwerstaude stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Südasien. Im Fernen Osten schätzte und schätzt man noch heute Ingwer als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Er ist dort deshalb in vielen traditionellen Mahlzeiten zu finden. Auch die Chinesen vertrauten seinen Heilwirkungen und im Ayurveda galt er als Universalheilmittel.

Im Orient wurde der Wurzel eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Noch vor dem Mittelalter gelangte sie nach Europa und wurde für eine Weile ein Tischgewürz, das wie Salz benutzt wurde. Heute ist die Ingwerwurzel Bestandteil vieler Würzmischungen wie Curry.

Die wirkungsvollen Inhaltsstoffe

Verantwortlich für die Hauptwirkungen des Ingwers sind die zu den Scharfstoffen gehörenden Gingerole und das ätherische Öl. Die Scharfstoffe regen die Magensaftproduktion an und bringen dadurch die Verdauung in Schwung. Studien konnten zeigen, dass Gingerole entzündungshemmende, schleimlösende und schmerzstillende Eigenschaften haben.

Nicht ohne Grund: Die chemische Struktur von Gingerol ähnelt der von Aspirin. Ingwer steigert außerdem Ihren Speichelfluss, die Magensaftsekretion, den Gallenfluss und aktiviert Ihre Darmperistaltik. Daher hilft die Wurzel auch bei Verdauungsbeschwerden. Sie sehen: Der Verzehr lohnt sich!

So wirkt die gesunde Wurzel

  • Übelkeit beseitigend
  • Brechreiz lindernd
  • anregend auf die Verdauung
  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend

Am besten ist die Wirkung von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen belegt. Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben entschlüsseln können, worauf diese Wirkung beruht. Die Inhaltstoffe docken an den Rezeptorstellen eines Nervenbotenstoffs (Serotonin) auf den Nervenzellen an. So kann das Brechzentrum im Gehirn nicht aktiviert werden und die Übelkeit belibt aus. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Ingwerwurzel als wärmendes Heilmittel. Die TCM setzt die Pflanze daher auch gegen Erkältungskrankheiten ein.

Ingwer senkt Ihren Blutzuckerspiegel

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist ein Zeichen dafür, dass Glukose nicht in genügendem Maße in die Körperzellen eingelagert werden kann und deshalb in erhöhter Konzentration im Blut zirkuliert. Forscher der Universität Sydney fanden heraus, dass aus der Ingwerwurzel gewonnene Extrakte die Aufnahme des Blutzuckers in die Zellen unterstützt und den Blutzuckerspiegel senkt. Dies ist möglicherweise ein vielversprechender Therapieansatz beim Diabetes mellitus.

Ingwerknolle, -scheiben und -stückchen© WavebreakmediaMicro – Fotolia

Ursächlich für diese Wirkung sind ebenfalls die Gingerole. Diese veranlassen bestimmte Proteine, an die Muskelzellen anzudocken und den Glukose-Transport in die Zellen zu ermöglichen. In weiterführenden klinischen Studien soll jetzt geprüft werden, ob dieser Effekt zur Therapie von Diabetes-Patienten eingesetzt werden kann.

Das sagt die aktuelle Forschung über Ingwer

  • wirkt genauso gut wie ein Migränemittel: Forscher der Zanjan Universität im Iran verglichen 2014 Ingwer mit dem Migränehemmer Sumatriptan. Das Ergebnis: Beide wirken gleich. Ingwer hatte zudem weniger Nebenwirkungen.
  • hilft bei Arthritis: Im Jahr 2012 zeigte eine Studie der Thammasat Universität in Bangkok (Thailand), dass bei Knie-Arthritis eine sechswöchige Behandlung mit Ingwergel genauso schmerzlindernd ist wie 1% Diclofenac-Gel.
  • reduziert Nebenwirkungen der Chemotherapie: Ebenfalls 2012 zeigte eine Studie der Universität von Rochester in New York (USA), dass Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung einer Chemotherapie bei einer täglichen Einnahme von 0,5 Gramm Ingwer um 40 Prozent zurückgehen.
  • hilft gegen Rückenschmerzen: Forscher der Griffith Universität im australischen Nathan zeigten 2014, dass Auftragen von Ingwer-Öl auf eine schmerzende Rückenpartie genauso effektiv ist wie eine traditionelle Thaimassage.
  • hilft gegen Muskelschmerzen: Forscher der Universität von Georgia Milledgeville (USA) fanden 2010 heraus: zwei Gramm der gesunden Wurzel reduzieren Muskelschmerzen nach sportlicher Betätigung um etwa 25 Prozent.
  • senkt den Zuckerspiegel bei Diabetikern: Eine Studie der Universität von Yazd im Iran zeigte 2014, dass Ingwer Diabetikern eine wertvolle Hilfe sein kann: Insgesamt 88 Menschen mit Diabetes Typ II bekamen über acht Wochen hinweg dreimal täglich eine 1-Gramm-Ingwerkapsel oder ein wirkstofffreies Placebo. In der Ingwergruppe reduzierte sich der Blutzuckerspiegel um 10,5 Prozent. In der Placebo-Gruppe stieg er dagegen um 21 Prozent an. Auch der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) konnte durch die Wurzel deutlich gesenkt werden. Der Grund: Ingwer-Inhaltsstoffe unterstützen die Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen unabhängig von einer Insulingabe.

Wie wird Ingwer verwendet?

In der asiatischen Küche ist Ingwer ein gängiges Gewürz. Aber auch unseren europäischen Gerichten kann die Wurzel mit ihrem leicht scharfen und aromatischen Geschmack das gewisse Etwas verleihen. Verwendet wird die geschälte Wurzel in frischer oder pulverisierter Form. Sie riecht und schmeckt unverwechselbar würzig. Ingwer wirkt anregend, blähungstreibend, krampflösend und schweißtreibend. Er lindert Durchblutungsstörungen, Bauchkrämpfe und Fieber. Der Kreislauf wird ebenso sanft stimuliert wie die Gebärmutter. Ingwer fördert die Menstruation, wenn sie sich verspätet, lindert Regelschmerzen und stärkt allgemein die Fortpflanzungsorgane. Die Wurzel beruhigt die Nerven und vertreibt sorgenvolle Gedanken. Auf jeden Fall wirkt keine andere Heilpflanze so gut gegen Reiseübelkeit. Darüber hinaus wirkt die Wurzel schmerzlindernd.

Die Wurzel ist vor allem reich an ätherischen Ölen wie Zingiberen, Zingiberol, Phellandren, Borneol, Cineol und Zitral. Man verwendet Ingwer unter anderem für Desserts, zum Backen, für Chutneys und asiatische Pfannengerichte. Die beliebten Sushis und Sashimis enthalten fast alle Ingwer. In England sind Ingwerbier (Ginger ale) und Ingwerplätzchen (Gingerbread) beliebt. Nutzen Sie Ingwer in der Küche entweder zerrieben oder in Scheiben geschnitten beispielsweise zu Fleisch- oder Fischgerichten. Ingwer passt aber auch zu Gemüsebeilagen und Aufläufen.

Ingwer-Tee gegen Erkältungen und Verdauungsschwäche

Schneiden Sie ein daumengroßes Stück frischen Ingwer in dünne Scheiben und übergießen Sie diese mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee etwa zehn Minuten zugedeckt ziehen, bevor Sie ihn möglichst heiß in kleinen Schlucken vor, zum oder nach dem Essen trinken. Dieser Tee hilft bei allen Verdauungsbeschwerden und machtfettreiche Nahrung bekömmlicher. Frische Ingwerwurzel öffnet die Oberfläche und ist leicht warm. Geröstete Ingwerwurzel wirkt im Inneren des Körpers sehr warm und scharf.

Ingwertee mit Zitrone© Hetizia – Fotolia

Bei einer beginnenden Erkältung mit Kopf- und Gliederschmerzen trinken Sie rasch hintereinander ein bis zwei Tassen mit Honig gesüßten Ingwertee, bis Ihnen innerlich richtig warm ist. Schlafen Sie anschließend einige Stunden.

Ingwer-Sirup befreit Ihre Nase

Köcheln Sie zwei Teelöffel frischen, klein gehackten Ingwer etwa 30 Minuten in 200 ml Wasser. Geben Sie 100 g braunen Zucker sowie zwei Gewürznelken hinzu und lassen Sie das Ganze eindicken. Bei Halsschmerzen und verstopfter Nase nehmen Sie den Sirup teelöffelweise pur oder in heißem Tee ein. Im Kühlschrank hält sich dieser Sirup etwa zwei Monate.

Ingwer-Walnuss-Elixier löst Bronchitis

Zerkleinern Sie 50 g frischen, geschälten Ingwer und 50 g Walnusskerne im Mixer. Geben Sie 50 g braunen Zucker sowie einen Esslöffel abgekochtes Wasser hinzu und mixen Sie, bis die Mischung schaumig aussieht. Nehmen Sie morgens und abends einen Esslöffel des Elixiers in heißem Wasser ein, bis Ihr Vorrat aufgebraucht ist. Bewahren Sie das Mittel im Kühlschrank auf.

Ingwertee mit Orangensaft

Wollen Sie gezielt Ihre Abwehrkräfte stärken? Dann profitieren Sie von Ingwer als Vitamin-C-Quelle: Auf 100 Gramm Wurzel kommen etwa 6.000 Milligramm Vitamin C. Wenn Sie bedenken, dass Ernährungsmediziner täglich zur Immunstärkung 100 Milligramm Vitamin C empfehlen, dann würden Sie bereits mit 2 Gramm Ingwer-Wurzel Ihren Tagesbedarf decken. Probieren Sie zur Stärkung Ihrer Abwehrkräfte doch Ingwer-Tee kombiniert mit Orangensaft:

  • 1 Liter Wasser
  • ein etwa 5 cm großes Stück einer Ingwerwurzel
  • 3 Orangen
  • brauner Zucker oder Honig

Zerschneiden Sie die Ingwerwurzel in kleine Stücke oder Scheiben. Anschließend den Ingwer mit einem Liter Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Dann 10 bis 20 Minuten köcheln lassen (je länger Sie köcheln lassen, umso intensiver wird später der Geschmack). Geben Sie anschließend den Saft von zwei ausgepressten Orangen hinzu. Alles zehn Minuten ziehen lassen. Den Tee abseihen. Falls gewünscht mit braunem Zucker oder Honig süßen.