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Kurkuma (Gelbwurz) - die ebenso gesunde Alternative zum üblichen Ingwer

Kurkuma ( lat. Curcuma longa), auch als Gelbwurz bekannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Die Pflanze stammt aus Südasien und kann unter optimalen Bedingungen eine Wachstumshöhe von bis zu einem Meter erreichen.

Currypulver und Gelbwurz© ExQuisine – Fotolia

Kurkuma als Gewürz und Färbemittel

Ähnlich wie der Ingwer bildet auch Kurkuma Rhizome aus. Dabei handelt es sich um knollenähnliche Pflanzenteile, in denen die Pflanze Wasser und Nährstoffe speichert. Zwar werden Rhizome oft als Teile der Wurzeln bezeichnet, was eigentlich naheliegend ist, da sie unterirdisch bzw. unmittelbar über der Erdoberfläche wachsen. Dies ist jedoch falsch. Tatsächlich sind Rhizome Teile der Sprossachse, zu der auch der Stängel gehört, und verfügen über keine Merkmale von Wurzeln. Die Rhizome von Kurkuma enthalten neben ätherische Öle den gelben Farbstoff Curcumin, dem die Pflanze die umgangssprachliche Bezeichnung Gelbwurz, Gelber Ingwer oder Safranwurzel verdankt.

Kurkuma wird vor allem in getrockneter und gemahlener Form verwendet und wird gleichermaßen als Gewürz und als Färbemittel verwendet. Als einer der Hauptbestandteile in Currypulver ist er für dessen kräftige gelbe Färbung verantwortlich. Der Farbstoff Kurkumin wird in der Lebensmittelindustrie vielfältig verwendet, unter anderem zur Färbung von Senfzubereitungen, Marmeladen und Teigwaren. Die Gelbwurz ist in der traditionellen Naturmedizin von großer Bedeutung.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

  • ätherische Öle: Curcuma longa bis 5 Prozent (z. B. Turmeron, ar-Turmeron und Zingiberen) sowie Curcuma xanthorrhiza bis 11 Prozent (z. B. Xanthorrhizol)
  • der natürliche Farbstoff Curcumin
  • Stärke

Frische Gelbwurz schmeckt harzig-brennend, getrocknete eher mild und etwas bitter.

Kurkuma in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Vor allem die Curcumine haben eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem, weshalb Kurkuma in der altindischen ayurvedischen Medizin schon seit über 4.000 Jahren als stärkendes und energetisierendes Mittel angewendet wird. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Chiang Huang, wie sie in China genannt wird, als wärmendes Mittel, das die Abwehr stärkt.

  • Sie regt den Fluss der Lebensenergie Qi an.
  • Sie löst Blutstauungen.
  • Sie beruhigt Nerven und Geist.
  • Sie regt den Gallenfluss an.

Die indonesische Volksmedizin nutzt die Gelbwurz zur Stärkung der Immunabwehrund bei Atemwegsinfektionen. Die meisten dieser Wirkungen wurden auch von der westlichen Pflanzenheilkunde bestätigt.

Die Wirkung nach westlicher Erkenntnis

  • sekretionsfördend, v. a. auf Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse
  • leberstärkend
  • entzündungshemmend
  • verdauungsfördernd
  • lindernd bei Blähungen und Völlegefühlen
  • immunstärkend

Kurkuma kann auch die Blutfettwerte senken. Laborversuche, die auf eine krebshemmende Wirkung von Curcumin hindeuten, konnten am Menschen nicht bestätigt werden. Die Inhaltsstoffe der Gelbwurz regen die Leber dazu an, vermehrt Gallensäuren zu produzieren und fördern gleichzeitig auch die Entleerung der Gallenblase. So gelangen mehr Gallensäuren in den Darm und die Verdauung der Fette in der Nahrung gelingt leichter.

Diskutiert wird auch eine krebshemmende Wirkung der in der Kurkumawurzel enthaltenen Farbstoffe. Zwar gibt es hierfür noch keine wissenschaftlichen Nachweise, die hemmende Wirkung auf die das Tumorwachstum fördernden freien Radikale ist jedoch eindeutig belegt. Onkologen setzen daher Kurkuma zunehmend in der begleitenden Tumortherapie ein.

Bei diesen Beschwerden sollten Sie an Gelbwurz denken

  • Verdauungsschwäche mit Blähungen und Völlegefühl
  • Gallen- und Leberschwäche
  • Nebenhöhlenentzündungen
  • säurebedingte Magenbeschwerden

Curcumin hemmt die entzündungsauslösenden Prostaglandine, weshalb die Weltgesundheitsorganisation WHO Kurkuma auch gegen Rheuma empfiehlt. In den Wintermonaten sind Zubereitungen aus Kurkuma auch ein gutes Mittel, um die Abwehrkräfte zu stärken und grippalen Infekten vorzubeugen. Hierzu hat sich vor allem die „Goldene Milch“ bewährt.

Bei längerem Gebrauch können in Einzelfällen Magenbeschwerden und eine verstärkte Blutungsneigung auftreten. Deshalb darf das Ingwergewächs nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit eingenommen werden. Bei einem Verschluss der Gallenwege ist die Einnahme ebenfalls verboten. Bei Gallensteinleiden dürfen Sie die gelbe Wurzel nur in Absprache mit Ihrem Arzt anwenden.

Kurkuma stoppt Entzündungen

Kurkuma ist grundsätzlich in der Lage, Entzündungen in den Gelenken zu stoppen. Nach aktuellen Erkenntnissen soll es sogar bei Osteoporose wirken. Denn es gelang, die Reaktionskette zu unterbrechen, die zum Zerbröseln der Knochen führt. Hierbei handelt es sich jedoch zunächst nur um Tierversuche.

Wirksam sollen die Kurkuminoide sein. Diese Pflanzenstoffe, so die Forscher der Universität von Tuscon in Arizona, hemmen ein bestimmtes Eiweiß in den Gelenken, das an der Bildung von Entzündungsstoffen beteiligt ist. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Gelbwurz auch gegen andere Krankheiten helfen könnte, die mit Entzündungen einher gehen, etwa Asthma, Multiple Sklerose oder chronische Darmentzündungen.

Gelbwurz - angeschnitten© Swapan – Fotolia

Kurkuma-Inhaltsstoff Turmeron als Therapie bei Alzheimer

Vor einer Demenzerkrankung fürchten sich viele Menschen. Das Schlimme an diesen Erkrankungen sind Gehirnschäden, die sich nicht wieder rückgängig machen lassen. Zumindest sind wir bisher davon ausgegangen. Forscher des Instituts für Neurowissenschaftlen und Medizin Jülich aber haben nun eine Möglichkeit gefunden, die in Zukunft zur Therapie von Demenzerkrankungen gehören könnte. Es kann sein, dass es ihnen tatsächlich gelungen ist, einen Weg zu finden, gesunde Gehirnzellen nachwachsen zu lassen.

In Tierversuchen hatten die Forscher Ratten, die an Alzheimer litten, den Kurkuma-Inhaltsstoff Turmeron gespritzt. Im Laufe der Studie stellten die Wissenschaftler dann fest, dass beschädigte und geschrumpfte Bestandteile des Gehirns langsam wieder wuchsen und zu funktionieren begannen. Turmeron war dafür verantwortlich. Je mehr von diesem Stoff die Wissenschaftler gaben, umso mehr gesundes Gewebe entstand in den Gehirnen. Allerdings reicht es nicht, hohe Dosen an Kurkuma bzw. Curry zu essen. Vielmehr muss der Wirkstoff direkt ins Gehirn injiziert werden, was seinerseits mit hohen Risiken verbunden ist. Auch ist für Menschen eine sehr hohe Menge Turmeron nötig. Dennoch gilt die Entdeckung als Meilenstein, denn es besteht die Aussicht, auf diese Weise Stammzellen behandeln zu können. Diese werden dann zu Gehirnzellen, die Reparaturmechanismen im Gehirn auslösen.

Gelbwurz bekämpft kranke Zellen

Das asiatische Gewürzkraut veranlasst kranke Zellen, sich selbst zu zerstören. Das hat ein Forscherteam der Universität Houston im US-Bundesstaat Texas unter der Leitung von Dr. Bharrat Aggarwal herausgefunden.

Die Selbstzerstörung von kranken Zellen ist ein angeborener Selbstschutzmechanismus des menschlichen Körpers. Auf diese Weise schützt sich der Körper sogar vor Krebszellen. Wie die Forscher im Juli 2005 in der US-Fachzeitschrift Cancer schrieben, unterbindet Gelbwurz die Bildung von zwei Eiweißstoffen, mit deren Hilfe sich beispielsweise Krebszellen der Haut und der Brustdrüse am Leben halten bzw. vermehren.

So wenden Sie Gelbwurz an

Frischen Kurkuma erhalten Sie unter dem indonesischen Namen Temulawak in Asia-Läden. Für medizinische Zwecke kaufen Sie getrockneten Kurkuma (Rhizoma curcumae xanthorrhiza, ganz oder gemahlen) am besten in Apotheken.

Grundrezept für Kurkuma-Tee

Überbrühen Sie einen Teelöffel (1 g) Gelbwurzpulver mit 150 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee zehn Minuten zugedeckt ziehen, ehe Sie ihn ohne ihn Abzuseihen trinken. Trinken Sie zwei- bis dreimal täglich je eine Tasse frisch zubereiteten Tee eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Dieser Tee empfiehlt sich bei leichten Verdauungsbeschwerden. Da die Inhaltsstoffe der Gelbwurz nicht sehr gut wasserlöslich sind, ist die Wirkung dieses Tees allerdings schwächer als die von Fertigpräparaten aus Extrakten.

Immunstärkende „Goldene Milch“

Aus der ayurvedischen Medizin stammt ein Rezept für ein entzündungshemmendes, Immunsteigerndes und entgiftendes Getränk. Bringen Sie dazu zunächst einen Esslöffel Kurkumapulver und 120 ml Wasser zum Kochen und köcheln Sie die Mischung, bis eine leicht flüssige Paste entsteht. Rühren Sie von dieser Paste je nach Geschmack einen Teelöffel bis zu einen Esslöffel in 350 ml erwärmte Pflanzenmilch, fügen Sie einen Esslöffel Kokosmilch hinzu und würzen Sie mit etwas Zimt.

Kurkumapulver gegen Gallenschwäche

Verrühren Sie einen halben bis ganzen Teelöffel Gelbwurzpulver mit etwas warmem Wasser zu einer glatten Paste. Nehmen Sie diese Menge dreimal täglich frisch angerührt eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten ein. Diese Paste hilft Ihnen vor allem bei Gallen- und Leberschwäche. Nehmen Sie nicht mehr als 3 g Kurkumapulver pro Tag ein. Auch Patienten mit Gallensteinen sollten sich vor der Einnahme von Kurkuma erst von ihrem Arzt beraten lassen.

Kurkumapulver und Gewürzlöffel© motorlka – Fotolia

Kurkuma-Rauch befreit verstopfte Nebenhöhlen

Tauchen Sie ein Stück getrocknete Kurkumawurzel in Kokos- oder Neemöl. Rösten Sie die Wurzel in einer feuerfesten Räucherschale. Inhalieren Sie den entstehenden Rauch vorsichtig mittels eines aus Papier gedrehten Trichters; pro Nasenloch dreimal. Wiederholen Sie diese ayurvedische Technik einmal täglich, maximal sieben Tage lang.

Golden Honey“ bei Erkältungen

Verrühren Sie einen Teelöffel Kurkumapulver mit 100 g naturreinem Imkerhonig. Lassen Sie von dieser Mischung bei einer beginnenden Erkältung stündlich einen halben Teelöffel auf der Zunge zergehen.

Gurgellösung bei Halsschmerzen

Verrühren Sie einen Teelöffel Kurkuma in einem Glas warmen Wasser und gurgeln Sie bei Halsschmerzen bis zu dreimal täglich mit dieser Lösung.

Fertigpräparate mit Kurkuma (Gelbwurz)

Wer den Geschmack von Kurkuma nicht mag, kann auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.

  • Mono-Präparate: Curcumen® (20 Kps. ca. 7,59 €), Infitract® (25 Kps. ca. 10,60 €), Pankreaplex® mono (30 Kps. ca. 9,00 €)
  • Kombi-Präparate: Bilisan® duo mit Mariendistel (100 Tabl. ca. 27,84 €), Choleodoron® mit Schöllkraut (20 ml ca. 7,85 €), Hevert-Cholosom-Tee mit Kümmel, Löwenzahn, Mariendistel und Pfefferminze (80 g ca. 4,85 €)
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