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Grundlagenwissen über den Sonnenhut (Echinacea)

Jahrhunderte lang nutzten nordamerikanische Indianer die Heilkräfte des roten, des schmalblättrigen und des blassfarbenen Sonnenhuts (Echinacea purpurea, E. angustifolia und E. pallida). Vor allem bei Husten und Halsschmerzen wurde die heilende Wirkung des Sonnenhuts eingesetzt.

In Europa sind diese drei Mitglieder der Astern-Familie seit gut fünfzig Jahren heimisch – und als wirksame Immun-Anreger zu den beliebtesten Heilpflanzen aufgerückt. Am bekanntesten ist der 60 bis 180 cm hoch wachsende Rote Sonnenhut mit seinen blutroten, hängenden Blütenblättern und den purpurfarbenen, igelförmigen Blütenköpfchen, weshalb die ganze Gattung nach dem griechischen Wort für Igel benannt ist: „echinos“.

Inhalt:

  1. Arzneimittel mit vielfältigen Wirkungen
  2. Echinacea bei Erkältung
  3. Echinacea für das weibliche Immunsystem
  4. Sonnenhut auch bei der Wundheilung und in der Zahnmedizin bewährt

Arzneimittel mit vielfältigen Wirkungen

Alle drei Arten weisen hohe Anteile biologisch wirksamer Substanzen auf: mehr als ein Dutzend ätherische Öle, Farbstoffe (Flavonoide) mit adstringierender (zusammenziehender) Wirkung, Harze, Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium sowie Vitamin C, antiseptisch wirkende Abkömmlinge der Kaffeesäure und entzündungs- und reizhemmende, teils stark immunstimulierende Polysaccharide.

Der Rote Sonnenhut enthält darüber hinaus die Substanz Arabinogalaktan, die Candida-Pilze zu hemmen vermag, die Fresszellen der Immunabwehr aktiviert und die körpereigene Produktion des Immun-Stoffes Interferon sowie des Tumor-Nekrose-Faktors anregt. Echinacea purpurea wird daher auch in der begleitenden Krebstherapie eingesetzt.

Bei uns werden alle drei Arten in Pflanzungen kultiviert und von vielen pharmazeutischen Firmen zu immunstärkenden, wundheilenden, schmerz- und entzündungshemmenden Tropfen, Tabletten, Salben, Tees und auch zu homöopathischen Arzneien verarbeitet.

Sonnenhut-Pflanze mit Tinktur© adobe – FomaA

Echinacea bei Erkältung

Die Präparate aus Sonnenhut sind unter den beliebtesten Mitteln, einer Erkältung vorzubeugen oder die Symptome. Doch noch immer ist die Frage nicht ganz geklärt: Wirken diese Mittel oder nicht? Denn von Echinacea werden sowohl verschiedene Pflanzenarten als auch unterschiedliche Pflanzenteile verwendet. Dementsprechend unterscheiden sich verschiedene Präparate auch in ihrer Wirkung.

Es gilt als bewiesen, dass Echinacea, vor allem der Extrakt aus dem Kraut der Echinacea purpurea, Erkältungssymptome lindert. Ob es sich zur Vorbeugung eignet, ist hingegen bisher nicht geklärt.

Die Unwirksamkeit von Extrakten aus der Wurzel der Echinacea gilt als sicher. Bei einigen Studien zeigte sich hier sogar eine erhöhte Konzentration der allergiefördernden Substanzen.

Hinzu kommt, dass nicht jeder Echinacea-Präparate anwenden sollte. Leiden Sie unter einer chronischen Erkrankung, sollten Sie beispielsweise auf die Mittel verzichten. Denn wenn diese Ihr Immunsystem zu sehr anregen, kann sich dies negativ auf Ihren Krankheitsverlauf auswirken.

Sollten Sie häufig unter Erkältungen leiden oder insgesamt schwache Abwehrkräfte haben, könnten Sie zwei- oder dreimal im Jahr eine Drei-Wochen-Kur mit einem Sonnenhut-Präparat durchführen (Hersteller-Anweisungen auf dem Beipackzettel beachten). Mehr bringt dabei nicht mehr. Einmal angeschaukelt, bleibt das Immunsystem lange in Schwung.

Nützlich ist eine solche Kur zudem vor Stressphasen, vor Fernreisen und vor Operationen, die den ganzen Organismus stark mitnehmen. Nach einer solchen Kur haben Erkältung, Husten und Entzündungen keine Chance mehr.

Es ist davon abzuraten sich selbst einige dieser Heilpflanzen zu pflücken und sie medikamentös einzusetzen. Die Vielzahl an Medikamenten mit der Echinacea Wirkung, vor allem aus Echinacea Purpura, die sich in hiesigen Apotheken finden lassen, reichen vollkommen aus. Ihr Arzt oder Apotheker berät Sie gerne. Vorsicht: Es kommen auch Allergien auf Echinacea vor.

Echinacea für das weibliche Immunsystem

Wo das weibliche Immunsystem Stärkung braucht, ist der Sonnenhut ein guter Tipp. Bei Unterleibsentzündungen hilft eine Stoßtherapie mit Echinaceatropfen (nach Anweisung der Packungsbeilage). Nehmen Sie Sitzbäder mit 2-3 Eßlöffeln Preßsaft bei einer Reizblase oder Blasenentzündungen (zusätzlich zur inneren Stoßtherapie).

Gegen Pilzinfektionen der Scheide können Sie probieren, zwei Sitzbäder täglich zu nehmen und tagsüber alle vier bis fünf Stunden einen neuen, mit Salbe bestrichenen Tampon einführen. Entzündliche Aknepickel mit einer Echinaceatinktur aus 10-20 Tropfen bzw. einem Teelöffel Preßsaft in einem halben Glas abgekochtem Wasser betupfen.

Echinaceasalbe wird bei Venengeschwüren oder leichten Verbrennungen angewandt, echinaceahaltiger Lippenstift oder -salbe bei Lippenherpes.

Sonnenhut auch bei der Wundheilung und in der Zahnmedizin bewährt

Auch bei der Wundheilung und Zahnmedizin ist Echinacea bei einigen Ärzten anerkannt. Als Spülung heilt sie Entzündungen und Wunden im Mundraum (Zahnziehen). Mit Preßsaft zu gurgeln hilft bei Racheninfektionen. Echinaceasalben sind bei Ekzemen, Furunkeln, Hämorrhoiden, auch bei Neurodermitis und Psoriasis angezeigt.

Eine Stoß-Selbstbehandlung beim ersten verdächtigen Kribbeln in der Nase soll vielen Studien zufolge die Immunkräfte ankurbeln: Anfangs drei- bis viermal täglich 50 Tropfen (später weniger) Echinaceapreßsaft nach dem Essen einnehmen, wahlweise je eine Pastille lutschen oder je zwei Tabletten mit viel Flüssigkeit nehmen.