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Bockshornklee: Bescheidene Pflanze mit vielseitiger Wirkung

Die Heilkräfte des Bockshornklees sind vielfältig, vor allem aber wirkt das Heilmittel entzündungshemmend auf die Haut. Es bekämpft Hühneraugen, Schwielen und Hautirritationen.

Der Bockshornklee ist ein zehn bis fünfzig zentimeter hohes, unscheinbares Kraut, das ursprünglich in Indien beheimatet ist. Bei uns wurde das Heilkraut von den Benediktinermönchen eingeführt und in den Klostergärten angebaut. Heute wird der Bockshornklee bei uns kaum noch kultiviert, findet sich aber verwildert bis in Höhenlagen von 1.000 m. Zu medizinischen Zwecken werden die reifen, getrockneten Samen der Pflanze verwendet.

Die Samen sehen aus wie kleine Ziegenhörner: Diesem Umstand verdankt der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) seinen Namen. Bekannt ist die beliebte Pflanze auch unter den Bezeichnungen Kuhhornklee, gelblicher Schabziegerklee oder Filigrazie.

Inhalt:

  1. Merkmale des Bockshornklees
  2. Die wichtigsten Inhaltsstoffe und ihre Verwendung
  3. Die Wirkung der Bockshornkleesamen
  4. Die bewährtesten Rezepte mit Bockshornklee

Merkmale des Bockshornklees

Schale mit Bockshornkleesamen© adobe – Sea Wave

In Griechenland wurde der Bockshornklee früher hauptsächlich wegen seines hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalts als Viehfutter verwendet, deshalb heißt er auch heute noch mancherorts „Griechisch Heu“. Tatsächlich zeichnet sich der Bockshornklee durch seinen kräftigen Duft aus, der an frisches Heu erinnert.

Allerdings ist die Pflanze nicht nur in Griechenland, sondern im gesamten Mittelmeerraum beheimatet, sowie im Mittleren Osten, Asien und in Indien weit verbreitet.

Bockshornklee ist eine sehr vielseitige Pflanze und zugleich sehr anspruchslos. Sie wächst auf trockenen, salzhaltigen Böden. Zwar ähneln die elliptischen Blätter der Pflanze denen des „echten“ Klees, allerdings gehört das Kraut zur Familie der Hülsenfrüchte.

Seine Blüten riechen außerordentlich stark und angenehm. Die Samen verströmen einen Duft nach Sellerie.Allgemein zeichnet sich Bockshornklee durch einen hohen Eisen- und Kupfergehalt aus und enthält eine große Anzahl von Vitaminen und weiteren Pflanzenstoffen.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe und ihre Verwendung

  • Schleimstoffe
  • fettes Öl
  • Saponine
  • Steroide
  • Flavonoide
  • ätherisches Öl
  • Aminosäuren (u. a. Lysin, Cholin)

Besonders die proteinreichen Samen können vielen unterschiedlichen Verwendungszwecken zugeführt werden. Sie lassen sich zu einem gehaltvollen Öl verarbeiten und werden als Schrot oder Pulver als Gewürz z.B. in Currymischungen, Brot und Käse verwendet.

In der Indischen Küche werden die Blätter, ähnlich dem Spinat, als Gemüse verwendet und verfügen über einen kräftigen Geschmack , der dem Aroma von Sellerie und Liebstöckel ähnelt.

Aufgrund der Schleimstoffe wirkt der Samen des Bockshornklees bei äußerlicher Anwendung erweichend und kann entzündetes Gewebe schützend überziehen. Breiauflagen aus dem zerstoßenen Samen leisten daher bei Hautentzündungen gute Dienste, da die Schleimschicht gleichzeitig Entzündungen und dem Eindringen von weiteren Krankheitserregern entgegenwirkt.

Innerlich angewendet bekämpft das Heilkraut ebenfalls Entzündungen und wirkt lindernd bei Ödemen. So soll es hilfreich sein bei Hämorrhoiden, Krampfadern, Venenleiden und rheumatischen Erkrankungen. Man sagt dem Bockshornklee auch eine harmonisierende Wirkung auf Beschwerden in den Wechseljahren nach. Bei stillenden Frauen fördert Bockshornklee die Milchbildung.

Traditionell wird der Bockshornkleesamen in der Naturheilkunde auch innerlich als Kräftigungsmittel eingesetzt. Nach schwerer Krankheit hilft der Tee, wieder auf die Beine zu kommen. Er hilft bei körperlich-geistiger Erschöpfung, stärkt die Abwehrkräfte und steigert die Leistungskraft.

Ein Effekt auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel, der die Heilkräfte dieser Pflanze ebenfalls auszeichnen soll, ist allerdings umstritten.

Die Wirkung der Bockshornkleesamen

  • gewebeerweichend
  • entzündungswidrig
  • haarwuchsfördernd
  • potenzsteigernd
  • milchbildend bei stillenden Müttern

Die Pflanzenhormone in den Samen steigern die Testosteronproduktion und damit auch die Potenz beim Mann. Hier sollten Sie allerdings zu Fertigpräparaten aus hochkonzentrierten Extrakten greifen.

Bei stillenden Frauen regen die Phytohormone die körpereigene Prolaktin-Produktion an, wodurch die Milch leichter fließt. Als Spülung mit einem Aufguss aus den Samen angewendet, fördern die Pflanzenhormone den Haarwuchs und stärken die Haarwurzel.

Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Wenn Sie sich ein Kind wünschen oder schwanger sind, sollten Sie auf Bockhornklee verzichten, da er Blutungen fördern und abtreibend wirken kann. In der Pharmaindustrie wird der Wirkstoff Diosgenin aus dem Bockshornklee zur Herstellung von Verhütungsmitteln verwendet.

Die bewährtesten Rezepte mit Bockshornklee

Bockshornkleesamen können Sie zwar auch selbst sammeln und trocknen. Unproblematischer ist es allerdings, wenn Sie die fertig getrockneten Samen in der Apotheke kaufen. Hier erhalten Sie auch Fertigpräparate aus den Extrakten.

Wenn Sie den Bockshornklee zur allgemeinen Stärkung einsetzen wollen, nehmen Sie mehrmals täglich einen Teelöffel des gemahlenen Samens oder des fertigen Foenum-graecum-Pulvers aus der Apotheke mit Wasser ein. Aber Achtung: Das regt auch die Tätigkeit Ihres Darms an.

Grundrezept für Bockshornkleesamen-Tee

Zur Teezubereitung gegen Husten und zur Förderung der Milchbildung wird der ganze Samen verwendet. Nehmen Sie zwei gehäufte Teelöffel gemahlenen Bockshornkleesamen oder fertiges Foenum-graecum-Pulver und übergießen Sie diese mit einem Viertelliter kaltem Wasser. Nach drei Stunden bringen Sie dieses Gemisch zum Sieden, abseihen und lauwarm trinken.

Sie können den Tee mit Honig süßen. Ungesüßt eignet er sich für Fuß- und Handbäder, denn er vermindert die Schweißbildung.

Haarwuchsstärkende Bockshornklee-Packung

Verrühren Sie zwei Esslöffel gemahlenen Bockhornklee-Samen mit etwas Kokosöl zu einer Paste und massieren Sie den Brei in die Kopfhaut ein. Waschen Sie die Packung nach einer halben Stunde Einwirkzeit mit warmem Wasser und Shampoo ab.

Heilender Breiumschlag

Verrühren Sie 50 g geschroteten Bockhornkleesamen mit 250 ml Waser und lassen Sie ihn zehn Minuten kochen. Streichen Sie den lauwarmen Brei auf ein Leintuch und legen Sie ihn zwei Stunden auf entzündete Hautstellen auf.

Entzündungshemmende Auflage

Rühren Sie 100 g Foenum-graecum-Pulver oder 100g grob gemahlene Bockshornkleesamen aus der Apotheke mit ein wenig Wasser an und kochen diese Mischung auf. Den warmen Brei streichen Sie dick auf ein Leinentuch und geben dieses etwas abgekühlt auf die zu behandelnde Stelle. Darauf legen Sie noch ein wärmendes, trockenes Wolltuch.

Wenn die Auflage abgekühlt ist, können Sie diese bis zu drei- bis viermal erneuern. Kochen Sie den Brei mit Essig statt mit Wasser auf, erhöhen Sie die Wirkung noch, denn der Essig zieht das Gewebe zusammen. Bewährt hat sich dieser Wickel vor allem auch bei Nagelbettentzündungen.

Bockshornklee-Öl gegen Hautausschläge

Verrühren Sie einen Esslöffel in der Pfanne ohne Fett kurz geröstete, frisch zerstößelte Bockshornklee-Samen mit einem Esslöffel Mandelöl. Tragen Sie diese dicke Masse auf die erkrankte Stelle auf. Nach einer halben Stunde mit viel lauwarmem Wasser abnehmen. Diese Anwendung sollten Sie täglich machen, bis Ihre Haut eine deutliche Besserung zeigt.

Verwendung als Küchengewürz

Als Küchengewürz entfaltet Bockshornklee magenstärkende und anregende Kräfte. Verwenden Sie ihn jedoch sparsam, denn er riecht sehr stark und Sie können schnell damit überwürzen.

In den meisten Currymischungen ist Bockshornklee übrigens ein wichtiger Bestandteil. Auch hier darf er aber nur sparsam eingesetzt werden. Ein besonders empfehlenswerter Genuss sind Bockshornklee-Keimlinge, die Sie fertig kaufen oder in Keimtöpfen selbst ziehen können.

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