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Basilikum: Beliebtes Würzkraut und pflanzliches Heilmittel

Basilikum ist bei uns hauptsächlich als Würzkraut bekannt und wird vornehmlich für Gerichte aus der mediterranen Küche verwendet. Aber auch in der Naturmedizin ist die Pflanze als Heilmittel von Bedeutung.

Zur Gattung der Basilikumpflanzen, (botanisch die Gattung Ocimum) gehören mehr als 60 Arten. Die Basilikumgruppe selbst gehört zur Familie der sog. Lippenblütengewächse, deren Mitglieder – darunter einige Bäume, Sträucher und Lianen – sich oft durch einen hohen Anteil an ätherischen Ölen auszeichnen.

Im üblichen Sprachgebraucht ist mit „Basilikum“ meistens die Sorte Ocimum basilicum gemeint, die im Volksmund auch unter dem Namen Königskraut bekannt ist. (Dieser alte Name bezieht sich auf das altgriechische Wort „basileús“, das „König“ bedeutet.)

Das Kraut wächst in warmen bis gemäßigten Klimazonen, wobei es üblicherweise Höhen zwischen 30 und 50 cm erreicht. Ein charakteristisches Merkmal sind die großen, speerförmigen Blätter. Außerdem hat es einen würzigen, kräftigen Geschmack und duftet angenehm aromatisch. Da es sehr wärmebedürftig ist und niedrige Temperaturen nicht gut verkraftet, benötigt es im Freiland ein warmes bis mäßiges Klima.

Die Anbaugebiete erstrecken sich von Afrika über Südeuropa bis nach Indien. Unter optimalen Bedingungen kann die Pflanze sogar mehrjährig gedeihen. In Deutschland übersteht die sensible Pflanze den Winter draußen aber meistens nicht.

Wegen seiner weiten Verbreitung ist die genaue Herkunft des Basilikums nicht bekannt. Forscher vermuten, dass die Pflanze aus Indien stammt, wo sie seit ca. 3000 Jahren als Küchen-, Heil- und Zierpflanze angebaut wird.

Inhalt:

  1. Inhaltsstoffe
  2. Verwendung in der Küche
  3. Wirkung als Heilkraut
  4. Kritik an Basilikum
  5. Warum geht Basilikum auf der Fensterbank immer so schnell ein?
  6. So pflegen Sie Ihr Basilikum

 

Frischer Basilikum mit Schneidebrett© adobe – Mara Zemgaliete

Inhaltsstoffe

Die Blätter des Krauts enthalten ätherische Öle, Gerbstoffe, die Vitamine A, C, D und E sowie sämtliche B-Vitamine. Hauptinhaltsstoffe des europäischen Basilikums sind ätherische Öle wie:

  • Cineol,
  • Kampfer,
  • Linalool,
  • Citral,
  • Estragol,
  • Eugenol
  • und Methylcinnamat.

Im Zitronenbasilikum ist mehr Citral enthalten, während im Thai-Basilikum mehr Estragol enthalten ist, das für dessen typischen Anis-Lakritz-Geschmack verantwortlich ist.

Verwendung in der Küche

Besonders als Gewürz ist Basilikum heute wegen seines kräftigen, aromatischen Geschmacks sehr beliebt und wird beinahe weltweit angebaut. Es ist darüber hinaus eine wichtige Zutat in der mediterranen Küche.

Es passt perfekt zu Tomaten, Olivenöl und Zitronen. Auch Suppen, Soßen und Salate können Sie mit Basilikum verfeinern. Die Blätter vertragen allerdings keine Hitze. Verwenden Sie Basilikum daher am besten roh.

Zu den bekanntesten Rezepten mit Basilikum gehören die Pizza Margherita, die in den italienischen Farben mit frischem grünen Basilikum, weißem Mozarella und roten Tomaten belegt wird. Beliebt ist auch Pesto Genovese, das u. a. mit Olivenöl, gemahlenen Pinienkernen und zerstampftem Basilikum hergestellt wird.

Wirkung als Heilkraut

Schon seit Jahrtausenden wird Basilikum als Heilmittel eingesetzt und seine gesundheitsfördernde Wirkung ist auch medizinisch heute anerkannt. Für etwaige potenzsteigernde Effekte, die ihm gelegentlich nachgesagt werden, gibt es allerdings keinen Beweis.

Stattdessen wird es benutzt, um die Produktion von Magensaft sowie die Verdauung anzuregen. Relativ neu ist auch der wissenschaftliche Beweis, dass Basilikum bei Müttern die Milchproduktion steigern kann.

In Deutschland ist Basilikum seit dem Mittelalter bekannt und wurde in den Klostergärten als Heilmittel angebaut. Hildegard von Bingen empfahl es bei Sprachstörungen. In der modernen Pflanzenheilkunde werden die Stängel und Blätter des Königskrauts wegen ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen empfohlen bei:

  • Appetitlosigkeit,
  • zur Anregung der Verdauung,
  • gegen Depressionen und Stimmungsschwankungen,
  • Migräne
  • und Regelschmerzen.

Die Blüten der Pflanze sollen zudem gegen Magenschmerzen helfen und als Wickel oder Badezusatz bei Hautentzündungen Linderung verschaffen. Zur Behandlung von Magen- und Verdauungsproblemen wird es als Tee eingesetzt, der auch bei Völlegefühl und Blähungen helfen kann. Diesen können Sie auch ganz einfach zubereiten:

Rezept für Basilikumtee

Überbrühen Sie dazu 1 Handvoll frischer Basilikumblätter mit 1 Tasse sprudelnd kochendem Wasser und lassen es 7 Min. ziehen. Haben Sie kein frisches Basilikum zur Hand, können Sie auch 1 TL getrocknetes Basilikum aus der Apotheke verwenden. Geben sie die getrockneten Blätter am besten in einen Tee- oder einen losen Beutel. Trinken Sie 2- bis 3-mal täglich eine Tasse vor den Mahlzeiten.

Die Aromastoffe des ätherischen Basilikumöls, die in den Tee gelangen, helfen außerdem gegen nervöse Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. Es kann im Winter zudem als Handbad gegen rissige Hände helfen und wirkt bei vielen Menschen auch gegen Übelkeit.

Kritik an Basilikum

Die Wirkung von Basilikum ist in Frage gestellt worden, als das Bundesinstitut für Risikobewertung Verbrauchern den Rat gab, das Kraut nur in geringen Mengen zu verwenden, da es in Tierversuchen krebserregende Wirkung gezeigt hat.

Viele fragen sich daher: Ist Basilikum gesund? Die Frage ist berechtigt, doch gibt es noch keine Untersuchung, die einen Hinweis auf eine Gesundheitsgefährdung beim Menschen belegt. Als Pesto, auf Pizza und Tomaten darf es also bedenkenlos genossen werden.

Unbestritten ist aber, dass Basilikum die gleichen Enzyme hat, wie sie in entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen enthalten sind. Basilikum wirkt antibakteriell und kann möglicherweise sogar freie Radikale abfangen. Es wirkt stimmungsaufhellend und klärt den Kopf, wenn dunkle Gedanken darin kreisen.

Trotz dieser unbestritten positiven Wirkungen sollte man über einen längeren Zeitraum Basilikum nicht in größeren Mengen einnehmen, sondern das Kraut nur zu Würzzwecken einsetzen.

Warum geht Basilikum auf der Fensterbank immer so schnell ein?

Kennen Sie das auch? Sie kaufen im Supermarkt herrlich duftendes Basilikum im Topf. Natürlich freuen Sie sich auf einen langen Genuss, denn das Kräutlein soll ja auf der Fensterbank lange wachsen und gedeihen. Aber kaum haben Sie den Topf in Ihrer Küche ausgepackt, lassen die Kräuter auch schon den Kopf hängen. Schon nach den ersten Tagen welkt die Pflanze und geht dann meist schnell ein.

Wie kann das sein? Im Internet werden die wildesten Gerüchte ausgetauscht. Eine Variante: Die Lieferanten verwendeten absichtlich mit Mikroben oder Pilzen verseuchte Böden, um den Absatz anzukurbeln – das dürfte wohl kaum der Fall sein.

Richtig ist aber, dass es sich bei Basilikum um ein äußerst sensibles Pflänzchen handelt: Großgärtnereien züchten es in Massen auf den Punkt, sodass es exakt zum Verkaufszeitpunkt gut aussieht.

Auch hier gilt das Motto: „Zeit ist Geld“. In den Gärtnereien wird das Wachstum beschleunigt. Das beginnt mit der Auswahl des Saatguts, dem gezielten Einsatz von Licht und einer optimalen Bodentemperatur. Als eigentlich mediterrane Pflanze hat Basilikum es gerne warm.

Die Pflanzen hatten keine Zeit zum Wachsen

Wenn Basilikum verkauft wird, sind die jugendlichen Pflanzen schlank und schlaksig. Sie hatten noch keine Zeit, sich zu stärken. Dazu kommt, dass die Pflänzchen während des Transports durchgeschüttelt werden und oft wenig Licht und Wasser erhalten.

Daher wird das noch fragile Grünzeug in aller Regel in einer durchsichtigen Plastikumhüllung verkauft. Sie gibt dem schnell gezüchteten Gewächs Licht, Halt und eine geschützte Mikro-Atmosphäre – zumindest, bis es in der Kundenküche landet. Kurzum: Die Pflanzen hatten nicht die Chance, erwachsen zu werden.

So pflegen Sie Ihr Basilikum

Dennoch: Völlig aussichtslos ist der Versuch, Ihrem Basilikum zu längeren Leben zu verhelfen, nicht. Wichtig: Reißen Sie die Plastikumhüllung nicht direkt ab. Besser ist es, wenn Sie jeden Tag ungefähr 1 cm abschneiden. So erhält das junge Basilikum die Möglichkeit, sich nach und nach an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Gehen Sie auch beim Ernten vorsichtig zu Werke: Schneiden Sie nur die größeren Blätter heraus, damit kleinere nachwachsen können. Wichtig ist auch die richtige Menge Feuchtigkeit. Auf Trockenheit reagiert Basilikum empfindlich, bei zu viel Nässe droht Grauschimmel. Die Stängel zeigen Schimmelbefall und faulen ab. Basilikum braucht gleichmäßig Wasser, verträgt aber keine Staunässe.