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Verschiedene Krankenhausformen

1. Allgemeine Krankenhäuser

Ganz gleich, ob „Städtische Krankenanstalten“ oder „Allgemeines Krankenhaus“ über dem Eingangsportal steht: Viele Krankenhäuser in Deutschland gelten als staatliche Einrichtungen, die sich durch Pauschalsätze für bestimmte Behandlungen sowie durch Tagessätze finanzieren. Von diesen Einnahmen bezahlt das Krankenhaus alles, was es zum Funktionieren braucht: Ärzte, Schwestern, Pfleger, Medikamente, Heizöl, Pförtner oder die Reparatur tropfender Wasserhähne.

Allgemeine Krankenhäuser vereinen unter ihrem Dach verschiedene medizinische Fachgebiete. Von der Notfallambulanz über die Abteilung für Innere Medizin bis zum Kreißsaal mangelt es einer Rundumversorgung also in den meisten Fällen an nichts. Der Nachteil: Allgemeine Krankenhäuser leiden nicht selten unter chronischer Geldknappheit. Diese macht sich schnell in überarbeiteten Ärzten, fehlenden Pflegekräften oder veralteten Gebäuden bemerkbar.

2. Universitätskliniken

Fast jede Stadt in Deutschland besitzt eine eigene Universität. Diese wiederum unterhält eine Medizinische Fakultät, an der man Medizin studieren kann. Für die Ausbildung zum Arzt benötigt man allerdings nicht nur dicke Bücher, sondern echte Menschen mit echten Krankheiten. Und diese liegen in der Universitätsklinik.

Als oberste Aufgabe der Universitätskliniken gilt die Forschung und Lehre. Für Sie als Patient zeigt das Vor- und Nachteile: Einerseits befinden sich Universitätskliniken in den meisten Fällen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, als medizinischer Problemfall sind Sie dort gut aufgehoben. Andererseits ist das Geld chronisch knapp und das Personal ständig überarbeitet. Aus diesem Grund lassen die menschlichen Qualitäten des Personals in manchen Fällen zu wünschen übrig.

3. Spezialkliniken

Viele auf ein Fachgebiet spezialisierte Krankenhäuser nennen sich Spezialkliniken. An einer Spezialklinik für Herz-Kreislauf-Rehabilitation konzentrieren sich zum Beispiel alle Mitarbeiter darauf, Sie nach einer Herzattacke wieder fit zu machen.

Der Vorteil für Sie als Patient besteht in dervollen Konzentration auf Ihr Gesundheitsproblem. Spezialkliniken können Teil von allgemeinen Krankenhäusern oder Universitätskliniken sein. Häufig arbeiten an solchen Häusern national und international anerkannte Experten.

4. Privatkliniken

Privat kann in diesem Fall zwei Dinge bedeuten: Die Klinik ist privat finanziert und wird von einem Arzt oder einer Firmengruppe betrieben. Krankenkassen bezahlen einen Aufenthalt in der Klinik in den meisten Fällen nicht. Es existieren Sonderverträge zwischen Privatkliniken und Krankenkassen. Doch meist bekommt der Patient einer privaten Klinik nach der Behandlung eine Rechnung, die er selbst bezahlt.

5. Belegkrankenhäuser

Ärzte, die operieren und eine eigene Praxis besitzen, können in so genannten Belegkliniken OP-Saal und Betten mieten. Ob das für Sie als Patient Vorteile aufweist, hängt von den Umständen ab: Erhält der Belegarzt von der Krankenversicherung seines Patienten ein Pauschalhonorar für die Operation, behält er seinen Patienten unter Umständen möglichst kurz in der Klinik. Er benötigt das Bett für neue, zahlende Kunden. Bekommt der Belegarzt für seine Bemühungen ein Tageshonorar, liegt der Patient unter Umständen länger in der Klinik.

Wie weit die Genesungsfähigkeit von Ärzten und Patienten auseinander liegen, zeigt das Beispiel eines Orthopäden: Bereits zwei Stunden nachdem der Kollege eine Knieoperation erfahren hatte, fuhr er mit dem eigenen Auto nach Hause. Er stand am nächsten Tag im Operationszahl, um die Knie anderer Leute zu operieren. Seine Patienten mussten nach vergleichbaren Knieoperationen in vielen Fällen mehrere Tage im Krankenhaus bleiben.

6. Konfessionelle Krankenhäuser

Meist führen geistliche Orden die konfessionellen Krankenhäuser. Das Pflegepersonal trägt in vielen Fällen eine Ordenskleidung. Darüber hinaus liegt in den Zimmern die Bibel auf dem Nachtisch und/oder hängt ein Kruzifix an der Wand. Während viele konfessionelle Häuser die Krankenpflege als barmherzigen Dienst am Menschen sehen, unterscheiden sie sich nicht in ihren medizinischen Fähigkeiten von „weltlichen“ Krankenhäusern.

Exkurs: So beschweren Sie sich richtig!

Sofern Sie sich nicht während Ihres Klinikaufenthalts über einen Missstand beschwerten, können Sie dies während des Entlassungsgesprächs tun oder von zu Hause aus nachholen. Im folgenden finden Sie sieben Punkte, die die Erfolgsaussichten Ihrer Beschwerde erhöhen.

  • Prüfen Sie genau, ob Sie wirklich einen Grund für eine Beschwerde haben. Eine Banalität wie ein tropfender Wasserhahn in Ihrem Zimmer sollte Ihnen ein „Hinweis“, aber keine Beschwerde wert sein.
  • Beschweren Sie sich „die Leiter herauf“. Verhalten Sie sich in der Sache konsequent, aber in der Tonart diplomatisch. Sollte also zum Beispiel Ihr Stationsarzt nicht auf Ihre Beschwerde reagieren, könnte die nächste Beschwerdeinstanz der Oberarzt, der Chefarzt oder ein leitender Angestellter des Krankenhausmanagements sein.
  • Fragen Sie bei Ihrem Stationsarzt oder der Krankenhausleitung nach: Wer ist für das Problem X verantwortlich? Verlangen Sie, dass man Ihnen klar entweder den Namen der Person oder die Abteilung nennt. Geben Sie sich nicht mit vagen Hinweisen wie „Das müsste eigentlich unsere Frau Y. erledigen“ zufrieden.
  • Machen Sie Fotos sowie schriftliche Notizen von den Missständen und versehen Sie sie mit Datum und Uhrzeit.
  • Führen Sie mit der verantwortlichen Person zunächst ein klärendes, aber ausgleichendes Gespräch. Erwähnen Sie zum Beispiel erst die positiven Aspekte Ihres Klinikaufenthalts und dass Sie die Einrichtung gerne weiterempfehlen oder bei Bedarf selbst wiederkommen. Kommen Sie dann erst auf das Problem zu sprechen.
  • Setzen Sie bei einer schriftlichen Beschwerde eine Frist, bis zu der Sie eine Antwort erbitten. Erhalten Sie bis dahin keine Reaktion, schicken Sie eine Erinnerung mit einer zweiten Frist ab. Erfolgt wieder keine Reaktion, schicken Sie eine Erinnerung ohne Frist, senden eine Kopie an die nächsthöhere Beschwerdeinstanz und nehmen einen entsprechenden Vermerk in Ihr Schreiben auf.
  • Sollten alle Ihre Beschwerdeversuche ohne Reaktion bleiben, können Sie in wirklich harten Fällen mit der Einschaltung der Presse oder (sofern Sie glauben, dass sich durch die Missstände andere Patienten in Gefahr befinden) einer Nachricht an die Staatsanwaltschaft drohen. Notfalls sollten Sie diese Drohung dann in die Tat umsetzen.

 

 

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