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Grundlagenwissen zum Thema Hüftschmerzen

Hüftschmerzen sind nicht klar definiert, werden häufig mit Schmerzen des Beckens oder des Oberschenkelbereichs verwechselt und können eine ganze Reihe von Ursachen haben. Darum ist es nötig, zuallererst Ursachenforschung zu betreiben und eine genaue Diagnose zu stellen, bevor an eine Behandlung gedacht werden kann.

Hüftschmerzen© Alliance – Fotolia

Häufige Ursachen von Hüftschmerzen

  • Hüft-Frakturen, die immer eine Operation erfordern
  • andere Verletzungen der Hüfte
  • sportliche Überlastung
  • Durchblutungsstörungen
  • falsch angewandte physiotherapeutische Maßnahmen
  • das Verrutschen des Gelenkkopfs in der Hüftgelenkschale
  • Osteoporose
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)
  • Muskelverspannungen
  • angeborene Fehlstellungen und daraus resultierende Fehlbelastung der Hüfte
  • Knochentumore
  • Arthritis
  • flüchtige Entzündungen des Hüftgelenks

Die häufigste Ursache von Hüftschmerzen sind aber nach wie vor Abnutzungserscheinungen, also eine Arthrose.

Diagnose und Behandlung

Oft liefert die Schilderung der Beschwerden beim Arzt erste Hinweise zur Ursache. Die Behandlung von Hüftschmerzen hängt immer von der festgestellten Ursache ab; so können verschiedene Optionen in Betracht gezogen werden:

  • Verabreichung entzündungshemmender Medikamente und Schmerzmittel
  • Verordnung von Physiotherapie
  • Operation
  • alternative Heilmethoden wie Akupunktur und Magnetfeldtherapie

Hüft-OP: Wenn Ihr Hüftgelenk zur Schwachstelle wird

Etwa 180.000 künstliche Hüftgelenke werden pro Jahr als Ersatz für verschlissene eigene Gelenke eingesetzt. Hüftoperationen gehören heute zu den Eingriffen, denen am meisten Erfolge nachgesagt werden – vorausgesetzt, es werden belastbare und ordentliche Hüftgelenke eingesetzt. Vor allen Dingen die vorher unerträglichen Schmerzen sind rasch weg. Dennoch handelt es sich um einen großen und komplizierten Eingriff, den Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten.

Eine Ursache für defekte Hüftgelenke liegt oft im Bewegungsmangel. Deshalb müssen vor einem Eingriff alle anderen Maßnahmen ausgereizt sein, vor allem ausreichend gelenkschonende Bewegung, die den Gelenkknorpel wieder aufbaut. Tatsächlich kann das Leiden wieder zum Stillstand kommen, wenn die Gelenke richtig be- und entlastet werden. Denn Bewegung regt die Gelenkinnenhaut an, wieder Gelenkschmiere zu bilden, die den Knorpel ernährt.

Das Hüftgelenk verschleißt schleichend, aber stetig

Meist wird die Operation jedoch nötig, weil der elastische Gelenkknorpel allmählich abnutzt und zerstört wird. Dieser schleichende Verschleißprozess beginnt mit winzigen unbemerkten Verletzungen, kleinen Entzündungen sowie Fehlstellungen von Beinen und Hüften. Die glatte Fläche des Knorpels schrumpft und läuft nicht mehr rund.

Knorpel ist in jedem Gelenk vorhanden und vermindert die Reibung der Knochen. Mit zunehmendem Alter nutzt sich der knochenschützende Gelenkknorpel ab, er wird rau und rissig. Am Anfang macht sich das noch nicht bemerkbar. Schreitet der Verschleiß jedoch fort, können sich die Gelenke entzünden und anschwellen. Im Spätstadium ist der Knorpel völlig „abgewetzt“; Knochen reibt auf Knochen. Die Schmerzen werden schier unerträglich. In diesem Stadium hilft oft nur noch der Austausch des verschlissenen Gelenks gegen ein künstliches.

Mögliche Ursachen für Gelenkverschleiß

  • Bewegungsmangel
  • zu starke Belastung der Gelenke durch Übergewicht (insbesondere bei Knie- und Hüftgelenken)
  • Entzündungen in den Gelenken
  • einseitige Belastung (etwa im Beruf, durch ständiges Tragen von hohen Schuhen oder beim Leistungssport)
  • falsche Ernährung
  • Fehlstellungen der Beine
  • angeborene Hüftfehler (Dysplasien)
  • Infektionen (Borreliose, Streptokokken, Viren, Chlamydien)
  • kleinste Verletzungen (Mikrotraumen), Unfälle mit Gelenkverletzungen und Knorpelschäden
  • Stoffwechselstörungen (Diabetes, Gicht)
  • erbliche Veranlagung

Das geschieht nach der Operation

Nach dem Eingriff müssen Sie quasi zum zweiten Mal laufen lernen. Zudem haben sich die Muskeln oft durch eine Fehlbelastung bzw. durch eine Schonhaltung wegen der Schmerzen in der Zeit vor der OP zurückgebildet und müssen durch die richtige Bewegung erst einmal wieder „aufgepäppelt“ werden. Die ersten Bewegungsübungen beginnen deshalb schon wenige Stunden nach der OP. Die ersten Gehversuche mit Unterarmstützen schließen sich bald an.

Eine zu starke Belastung des operierten Beins sollten Sie jedoch vermeiden. Denn sonst lockert sich die Prothese und heilt nicht richtig in den Knochen ein. Die Schmerzen beim Gehen verbessern sich nach der OP allerdings oft so rasch, dass bereits bald gänzlich auf Schmerzmittel verzichtet werden kann. Hierin schlummert die Gefahr, dass die Operierten ihre Bewegungsübungen nicht ernst nehmen und wieder in ihren alten Schlendrian verfallen.

Wärmstens zu empfehlen: Die „Reha“

Deshalb sollten Sie das Angebot der Anschlussheilbehandlung unbedingt wahrnehmen. Diese findet dann in einer Rehabilitationsklinik statt, die sich auf Erkrankungen des Bewegungsapparates spezialisiert hat und wird von der Krankenkasse oder bei Berufstätigen vom Rententräger gezahlt.

Neuerdings gibt es auch ambulante Reha-Möglichkeiten. Hier werden Sie sehr wahrscheinlich das Gehen neu erlernen. Oft müssen die Muskeln gedehnt oder falsche Bewegungsmuster abtrainiert werden, die sich infolge jahrelanger Schonhaltung oder durch mangelnde Bewegung eingeschlichen haben. Je fleißiger Sie die in der Rehabilitation empfohlenen Übungen anschließend umsetzen, desto höher ist die durchschnittliche Lebensdauer der künstlichen Gelenke –nd desto höher auch die damit verbundene Lebensqualität.

Hilfreiche Naturheilkunde

Neben krankengymnastischen Übungen, Bewegungsbädern und Training für richtiges Bewegen im Alltag werden auch eine Reihe naturheilkundlicher Maßnahmen durchgeführt:

  • Massagen
  • Entspannungsübungen
  • Wärme-Anwendungen einschließlich Bädern
  • Kältepackungen
  • Lymphdrainagen

Medikamentös helfen Rosskastanienextrakte zur inneren Anwendung sowie Arnika, Beinwell und Retterspitz als Salben zur äußeren Anwendung.

Übung für starke Knie und entspannte Hüftgelenke

Diese Übung erinnert ein wenig an die Ballettübung Plié. Sie ist jedoch nichts anderes als Kniebeugen, aber im weiten Stand und als fließende Übung. Sie stärkt neben Gesäß-, vorderer und hinterer Oberschenkelmuskulatur auch die Muskeln auf der Innenseite Ihrer Oberschenkel (Adduktoren). Das schützt Ihre Kniegelenke.

Ausgangsstellung: Sie stehen aufrecht. Ihre Beine öffnen Sie etwas mehr als schulterbreit, Ihre Füße zeigen nach außen. Ihre Hände befinden sich auf den Außenseiten Ihrer Oberschenkel.

Durchführung: Beim Einatmen beugen Sie langsam Ihre Kniegelenke, aber nur so weit, wie es Ihnen angenehm ist. Beim Beugen können Sie Ihre Arme seitlich bis zur Horizontalen anheben. Sie können sich aber auch an einer Tischplatte oder Ähnlichem festhalten. Spannen Sie vor allem die Bauchmuskulatur an und ziehen Sie den Bauchnabel nach innen. Zählen Sie beim Absenken langsam bis drei und atmen Sie dabei ein, beim Aufrichten atmen Sie wieder aus.

Wiederholungen: fünf- bis achtmal, insgesamt zwei bis drei Sätze

So steigern Sie den Schwierigkeitsgrad: Heben Sie mit der Kniebeugung immer abwechselnd eine Ferse an, beispielsweise zuerst des rechten Fußes und bei der nächsten Wiederholung des linken Fußes. Setzen Sie die Ferse mit der Streckung nach oben wieder ab.

Bei Hüftgelenksarthrose: Dehnen Sie Ihren Hüftbeuger

Viele Patienten mit einer Hüftgelenksarthrose haben einen verspannten, verhärteten Musculus iliacus und Musculus psoas major. Diese beiden Muskeln sind für die Hüftbeugung verantwortlich, beim Gehen heben sie bei jedem Schritt das Schwungbein an. Die Gewohnheit des modernen Menschen, die meiste Zeit des Tages sitzend zu verbringen, führt zu einer zunehmenden Verhärtung dieser Muskeln. Damit steigt die Druckbelastung auf die Hüftgelenke. Die folgende Dehnübung entlastet Ihre Hüftgelenke.

Der M. iliacus und der M. psoas major sind zwei sehr kräftige Muskeln, die zusammenfassend auch als Darmbein-Lendenmuskel (M. iliopsoas) bezeichnet werden. Als Hüftbeugemuskeln übernehmen sie nicht nur die wichtige Funktion als Heber Ihres Beines und sind Gegenspieler der Gesäßmuskulatur, vor allem des Hüftstreckers (M. gluteus maximus). Zudem können sie den Oberschenkel nach außen rotieren.

Durchführung

Nehmen Sie einen weiten Ausfallschritt ein. Der vordere Unterschenkel steht senkrecht. Ihre Unterarme stützen Sie auf dem vorderen Oberschenkel ab. Ihr Oberkörper ist leicht aufgerichtet mit einem natürlichen, angedeuteten Hohlkreuz. Schieben Sie Ihr Becken langsam nach vorn. Die Spannung entsteht in der Leistenregion des hinteren Beines. Halten Sie die Dehnung 15 bis 20 Sekunden und wechseln Sie dann die Seite. Insgesamt dreimal pro Seite.

Sollten Sie feststellen (oder eine Hilfsperson, die von der Seite schaut), dass Sie nur etwa einen rechten Winkel (90°) zwischen vorderem und hinterem Oberschenkel erreichen und gelegentlich Schmerzen in der Leiste verspüren, sollten Sie einen Orthopäden aufsuchen, um auszuschließen, dass Ihr Hüftgelenk beeinträchtigt ist.

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