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ASR-Hüften können Schadstoffe freisetzen

Erst waren es Brust-Implantate, hergestellt in Frankreich, die sich als krebserregend erwiesen haben. Nun sind es die nächsten Implantate, die Schlagzeilen machen: Hunderttausende Patienten weltweit bekamen künstliche Hüften – die sogenannten ASR-Hüften – eingesetzt, die eventuell giftige Schwermetalle freisetzen.

Darum geht es en detail

Es handelt sich um Prothesen von der Firma DePuy Orthopaedics, die wiederum eine Tochter von Johnson & Johnson ist. Und nur, weil der Konzern 3 Mrd. Dollar Rücklagen für ausstehende Prozesse zurückgelegt hat, ist überhaupt ans Licht gekommen, dass die Prothesen gefährlich sind.

ASR-Hüften: Das steckt dahinter

Bei den Hüftprothesen handelt es sich um Prothesen Typ ASR. Sie verfügen über 2 Metallschichten und gelten dadurch deutlich widerstandsfähiger als die Prothesen, die aus Keramik bestehen. In der Praxis dagegen zeigten sie sich als deutlich anfälliger und mussten schneller ausgetauscht werden.

Das können Sie nun tun

Wenn bei Ihnen eine künstliche Hüfte vom Typ ARS eingesetzt wurde, empfiehlt der Hersteller, dass Sie sich mit Ihrem Operateur oder behandelnden Arzt in Verbindung setzen. Dieser soll durch Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren die Hüftprothese begutachten.

ASR-Hüften: Das geschieht im Körper

Diese Informationen gelten schon seit 2011; damals standen die Hüftprothesen in der Kritik, weil sie sich zu schnell abnutzten. Neu dagegen ist die Erkenntnis, dass Schadstoffe in Ihrem Körper freigesetzt werden. Denn durch Reibung der Teile aneinander werden Metall-Ionen freigesetzt. Obwohl nicht klar war, welche Auswirkungen diese Ionen auf die Gesundheit haben, wurden die Prothesen verwendet.

Schadstoff absondernde Hüftimplantate verwenden – Wie kann das sein?

Schon 2009 wurden die Prothesen aufgrund dieser Tatsache in Australien und Amerika verboten, in Frankreich aber noch bis Sommer 2010 weiterverwendet. Dies ist möglich, da Arznei-Produkte im Gegensatz zu Medikamenten in der EU keine Zulassungsverfahren durchlaufen müssen.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
Über den Autor Dr. Martina Hahn-Hübner

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