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Diese Therapien sind sinnvoll bei Bänderverletzungen im Fuß

Wenn Sie mit Ihren Fuß umgeknickt sind, sollten Sie auf Folgendes achten:

Schmerz

Schwellung

Bluterguss (kann wandern und ist teilweise auch erst nach ein bis zwei Tagen sichtbar)

Diese drei Symptome weisen auf eine stärkere Verletzung hin. Gehen Sie am besten zu einem Unfallchirurgen oder D-Arzt (mit Zulassung für Behandlungen der gesetzlichen Unfallversicherung). Er kann durch die Anamnese und genaue Untersuchung Ihres Fußes die richtige Diagnose stellen.

Welche Therapie ist sinnvoll?

Welche Therapie sinnvoll ist, hängt vom individuellen Fall ab und richtet sich nach dieser Einteilung der American Medical Association:

Grad I: Zerrung ohne oder mit sehr kleinem Hämatom, Fuß belastbar

Grad II: partieller Riss, eingeschränkt belastbar, deutliches Hämatom

Grad III: vollständiger Riss, nicht belastbar, deutliches Hämatom

Komplikation: Beim Abknicken des Fußes werden die Bänder stark auf Zug belastet. Wenn die einwirkende Kraft zu hoch ist, reißen sie – oder es bricht der Knochen, an dem sie verankert sind. In schweren Fällen kann sogar beides eintreten.

Gar nicht selten ist eine Verletzung der äußeren Bänder und gleichzeitig eine Absprengung am Innenknöchel. Daher ist eine Röntgenkontrolle so wichtig.

Übliche Behandlungsstrategien:

Bei Grad I empfiehlt es sich, den Fuß mindestens ca. zwei bis drei Wochen zu schonen. Ich würde ihn mit einem Tape-Verband fixieren, der alle zwei bis drei Tage gewechselt werden sollte, um die Haut vor Wunden zu schützen.

Bei Grad II und III sind eine Ruhigstellung und Entlastung des Fußes – ggfs. auch unter Verwendung von Unterarmgehstützen – für sechs Wochen sinnvoll. Spezielle Schienen (Caligamed oder Gips) werden vom Arzt verordnet. Achten Sie darauf, dass Sie das Sprunggelenk in der Schiene nicht bewegen können, sonst ist die Wirkung nicht optimal.

Eine Operation wird heute nur empfohlen, wenn mehrere Bänder verletzt sind oder ein Knochenbruch hinzukommt.

Eine gezielte Nachbehandlung kann Folgeverletzungen verhindern

Wenn Sie nach drei oder sechs Wochen die Schienen abnehmen, werden Sie feststellen, dass sich einiges verändert hat. Die Verletzung ist verheilt, aber die Muskulatur hat sich massiv zurückgebildet. Die Beweglichkeit im Sprunggelenk ist verloren gegangen, und vermutlich verspüren Sie bei Ihren ersten Gehversuchen wieder Schmerzen. Was vorher mühelos funktionierte, fällt Ihnen jetzt doppelt schwer.

Zusammen mit einem Physiotherapeuten sollten Sie zunächst mit vorsichtigem, aber gezieltem Training beginnen (Mobilisation, Kräftigung, Koordinationstraining). Mit speziellen Behandlungen und Übungen werden Sie sich Ihre früheren Fähigkeiten nach und nach wieder erschließen.

Das hilft: Gehen Sie erst einmal langsam barfuß – zu Hause auf dem Teppich, im Sommer auch im Garten. Es dauert eine ganze Weile, bis das Gangbild wieder symmetrisch ist und Sie niemand mehr fragt, warum Sie hinken. Bitte trösten Sie sich mit der Erkenntnis, dass es allen Verletzten so geht – auch den Spitzensportlern.

Ich möchte Ihnen folgenden Rat ans Herz legen: Auch wenn Sie noch so gerne Sport treiben möchten oder ein wichtiges Mannschaftsspiel ansteht, lassen Sie sich mit der Genesung viel Zeit! Wer zu schnell wieder einsteigt, riskiert weitere, oft noch ernstere Verletzungen des Sprunggelenks.

Und wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte schon in der Phase der Ruhigstellung versuchen, bewusst abzunehmen. Denn jedes Kilo weniger entlastet auch Ihren Fuß.

Bandagen zur Unterstützung?

Gelegentlich wird empfohlen, beim Sport oder bei anderen Belastungen eine Bandage zu tragen. Die verleiht Ihnen möglicherweise ein stabileres Gefühl, aber sie stabilisiert ihr Gelenk nicht! Dazu sind diese Bandagen viel zu weich, und die auftretenden Kräfte zu hoch. So kann die Gefahr der erneuten Verletzung durchaus höher sein als ohne diese vermeintliche Sicherheit.

Leistungssportler stabilisieren ihre Gelenke – wenn überhaupt – mit nicht-elastischen Sport-Tape- Verbänden. Dabei handelt es sich um sehr festes textiles Klebeband – und ist nicht zu verwechseln mit den bunten Kinesiotapes in blau oder pink, die sich seit Mario Balotelli im Fußball EM-Halbfinale zwischen Italien und Deutschland großer Beliebtheit erfreuen. Kinesiotapes sollen die Verschiebeschichten im Unterhautgewebe aktivieren und auf diese Weise Verspannungen und Schmerzen lindern.

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Prof. DHfPG Dr. Thomas Wessinghage
Über den Autor Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage

Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage ist Prorektor für Hochschulentwicklung und Transfer an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in […]

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