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Knochensporn: Häufig ein schmerzhaftes Zeichen für Arthrose

Viele medizinische Informationen, die sich mit der Knochengesundheit beschäftigen, konzentrieren sich auf den durch Osteoporose verursachten Knochenverlust. Dabei kann auch das Gegenteil eintreten – ein Knochenwachstum, das starke Probleme verursacht. Beim Knochensporn (Osteophyten) handelt es sich um knöcherne Anbauten an den Rändern der Knochen. Diese können sowohl abgerundet als auch scharfkantig sein. Obwohl sie an sich keine Schmerzen verursachen, kann der Druck auf nebenliegende Knochen, Nerven oder Gewebe wie Sehnen und Bänder Schmerzen hervorrufen.

Meist bleiben Knochensporne über Jahre hinweg unbemerkt. Bei schmerzhaften Knochenspornen hängt die Behandlung davon ab, wo sie sich befinden.

Knochensporn: Scheuerstellen sind die Ursache

Es wird vermutet, dass sich der Körper durch die Bildung eines Knochensporns versucht selbst zu reparieren. Eine weitere Vermutung ist: Der Körper bildet Knochensporne, um alternde Gelenke zu stabilisieren und somit Gewebe, das in überbeanspruchten Gelenken geschädigt werden würde, zu schützen.

Auch wenn die meisten Knochensporne keinerlei Beschwerden verursachen, kann es manchmal zu Gelenkschmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit des Gelenks kommen. Diese Knochenauswüchse sind oft Folgeerscheinungen anderer Erkrankungen. Hier steht Arthrose an erster Stelle. Bei dieser Erkrankung verschleißt mit der Zeit durch Beanspruchung der Knochenknorpel, der die Knochenenden im Gelenk umschließt.

Sitzt der Knochensporn an einer kritischen Stelle, kann es zu vermehrten Beschwerden kommen. Folgende Stellen werden als kritisch angesehen:

  • Schulter – Die Bewegungsfreiheit Ihres Armes kann durch einen Knochensporn in der Schulter beeinträchtigt werden. Drückt der Sporn auf die Sehnen, die die Schulterbewegungen kontrollieren, auch Rotatorenmanschette oder Muskel-Sehnen-Kappe genannt, kann es zu Schwellungen (Tendinitis = Sehnenentzündung) und Verschleißerscheinungen in der Muskel-Sehnen-Kappe kommen.
  • Knie – Hier können Knochensporne die Knochen und Sehnen beeinträchtigen, die normalerweise für geschmeidige Kniebewegungen sorgen, so dass beim Strecken und Beugen des Knies Schmerzen auftreten.
  • Wirbelsäule – Drückt der Sporn auf Rückenmarksnerven, kann es zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Ausfällen in den Körperbereichen kommen, die von diesen Nerven versorgt werden.
  • Hals – Im Hals auftretende Knochensporne haben oft Schluckbeschwerden zur Folge oder behindern die Atmung. Drücken sie auf besonders wichtige Blutgefäße, kann es zu einer Blutunterversorgung des Gehirns kommen.
  • Finger – Hier sind Knochensporne als harte Verdickungen unter der Hautoberfläche erkennbar, die zeitweise für Schmerzen sorgen.

Es gibt keine speziellen Behandlungsmethoden für Knochensporne, da diese meist einer anderen Erkrankung zugrunde liegen. Liegt eine andere Erkrankung wie zum Beispiel Arthrose vor, wird man zuerst versuchen, die Ursache zu bekämpfen, bevor man einfach nur den Knochensporn entfernt.

Wann ein Knochensporn behandelt werden sollte

Erkrankungen, die Knochensporne als Folge haben können, sind:

  • Plantar faciitis – Chronische Reizung oder Entzündung der langen Sehne an der Unterseite des Fersenbeins (plantar fascia). Diese kann manchmal an der Stelle, wo der Sehnenstrang an den Fersenknochen ansetzt, zur Bildung eines Knochensporns führen. Der Schmerz geht normalerweise nicht vom Fersensporn aus, so dass ein Entfernen des Sporns keine Linderung verspricht.
  • Spinalkanalstenose – Hierbei handelt es sich um eine Verengung des Wirbelsäulenkanals, die dann Druck auf das Rückenmark ausübt.
  • Spondylose – Hier kommt es zu Verschleißerscheinungen der Knochen im Halsbereich (Zervikale Spondylose) oder Lendenwirbelbereich (Lumbare Spondylose), hervorgerufen durch Arthrose. Die durch Arthrose entstandenen Knochensporne bereiten Ihnen dann die Probleme.
  • Diffuse idiopathische Skeletthyperostose (DISH-Syndrom) – Bei dieser Erkrankung erfolgt eine Verknöcherung des vorderen Längsbandes der Wirbelsäule.

Unter folgender Voraussetzung kann Ihr Arzt durch verschiedenste Methoden herausfinden, ob ein chirurgischer Eingriff notwendig ist: Wenn man annehmen kann, dass Knochensporne für Gelenkschmerzen, -versteifungen oder Abstandsverkleinerungen in kritischen Bereichen nahe den betroffenen Gelenken verantwortlich sein könnten. Zu den Diagnose-Methoden gehören bildgebende Verfahren, wie Röntgenaufnahmen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).

Arthrosen werden selten chirurgisch behandelt, da das bloße Entfernen von Osteophyten (Knochenspornen) auf längere Zeit gesehen keine Schmerzlinderung bringt. Knochensporne werden meist im Rahmen einer umfassenderen Operation entfernt, wie zum Beispiel beim Gelenkersatz. Je nach dem welche Stelle betroffen ist, wie schwerwiegend das Problem ist und welche Ursache zugrunde liegt, wird das Gelenk bei der Operation freigelegt. Die Entfernung von Knochenspornen kann jedoch auch im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erfolgen.

Hier werden sowohl eine Kamera als auch spezielle chirurgische Instrumente durch mehrere kleinere Schnitte an die betreffende Stelle eingeführt.

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