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Essen Sie Ihre Gelenke stark: Schwefel schützt Sie vor Arthrose

Schwefel ist Ihnen vielleicht noch aus dem Chemieunterricht bekannt: ein gelbes Pulver, das fürchterlich stinkt. Aber wussten Sie, dass Ihr Körper Schwefel dringend braucht? Nur so können Haare, Haut und Knochen die notwendige Stabilität erreichen und die Eiweiße stabil zusammengefügt werden. Darüber hinaus ist Schwefel wichtig für Ihre Gelenke: Er hilft Ihnen nicht nur, einer

Schwefel© Uros Petrovic - Fotolia
Arthrose vorzubeugen, sondern auch, sie zu lindern. Wie Sie diesen wichtigen Mineralstoff ausreichend zu sich nehmen und wie er sich sonst noch positiv aus Ihre Gesundheit auswirkt, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag. …

Wenn Sie „stabile Knochen“ hören, denken Sie wahrscheinlich zuerst einmal an Vitamin D und Kalzium. Beide Vitalstoffe sind bekannt dafür, dass sie zur Knochenfestigkeit beitragen und so Osteoporose vorbeugen. Vergessen wird dagegen fast immer ein noch wichtigerer Mineralstoff: der Schwefel.

Nur Schwefel sorgt dafür, dass die Eiweiße im Körper richtig zusammengebaut werden können. Das Körpereiweiß besteht aus Aminosäuren, die – je nach Aufgabe im Körper – unterschiedlich zusammengebaut werden. Verbunden werden die einzelnen Aminosäuren durch Schwefelatome. Sie bilden Schwefelbrücken, die nicht nur für den Zusammenhalt der Eiweiße sorgen, sondern auch dafür, dass sie die richtige Form und Stabilität einnehmen. Vor allem die Eiweißstoffe Kollagen und Keratin, die das Grundgerüst der Knochen bilden, sind reich an diesen Schwefelbrücken; nur wenn genügend Schwefel vorhanden ist, können sie den Knochen die ausreichende Festigkeit angedeihen lassen.

Halten Sie mit Schwefel Ihre Gelenke gesund und lindern Sie Arthrose­schmerzen

Da Schwefel vor allem wichtig für den Knochenaufbau ist, haben sich Wissenschaftler in den letzten Jahren damit befasst, wie stark eine ausreichende Versorgung mit Schwefel mit der Bildung von Arthrose, dem gefürchteten Gelenkverschleiß, zusammenhängt. Sie fanden heraus, dass Menschen, die genügend Schwefel im Blut haben, ein deutlich geringeres Risiko haben, an Arthrose zu erkranken.

Forscher aus Arizona/USA gingen noch einen Schritt weiter. Sie gaben 50 Studienteilnehmern zwischen 40 und 76 Jahren jeden Tag bis zu 6 Gramm eines Schwefelpräparats. Eine Kontrollgruppe erhielt lediglich ein Placebo, also ein Scheinmedikament. Alle Studienteilnehmer waren an Arthrose im Knie erkrankt.

Es zeigte sich schon nach drei Monaten, dass diejenigen, die das Schwefelpräparat zu sich genommen hatten, deutlich weniger Arthroseschmerzen hatten. Ihre Schmerzen waren um rund 30 Prozent geringer. Auch schilderten die Teilnehmer, dass sich Ihre Lebensqualität deutlich verbessert hatte und sie sich besser bewegen konnten.

In der Gruppe derjenigen, die das Placebo zu sich genommen hatten, hatten sich die Schmerzen nur um 15 Prozent verringert; die Beweglichkeit hatte kaum zugenommen.

Schwefel senkt Ihr Risiko für bestimmte Krebsarten

Schwefel kann aber noch mehr. Er hält nicht nur Ihre Gelenke jung, sondern hat sich in der richtigen Dosierung auch als Schutz vor Krebs erwiesen. Das zumindest ist das Zwischen­ergebnis einer großen Studie, an der zehn Krebsforschungszentren in ganz Europa beteiligt sind. Hier laufen die Daten von über 500.000 Studienteilnehmern zusammen. Vor sechs Jahren wurden die Studiendaten der Teilnehmer zum ersten Mal ausgewertet. Es zeigte sich, dass ein reichlicher Verzehr von Kohl, egal ob Brokkoli, Grünkohl oder Weißkohl, das Risiko für Brust- und Prostatakrebs deutlich senken kann.

Die Forscher gehen davon aus, dass der in den Kohlsorten enthaltene Schwefel bestimmte Enzyme freisetzt, die in der Leber gebildet werden. Diese bauen nicht nur freie Radikale ab, die Ihre Zellstruktur schädigen und so zu Krebs führen können, sondern sorgen auch für eine Zerstörung von krebserregenden Stoffen.

Diese Nahrungsmittel liefern Ihnen Schwefel

In der Natur gibt es viele schwefelhaltige Nahrungsmittel. Für Ihre ausreichende Versorgung ist es wichtig, dass Sie solche Lebensmittel auswählen, in denen der Mineralstoff an andere organische Substanzen gebunden ist – so kann Ihr Körper ihn besser zu sich nehmen. Hierzu gehören unter anderem

  • alle Kohlsorten,
  • Vollkornprodukte,
  • Milchprodukte und
  • Fisch.

So können Sie Schwefel ergänzen

Aber wie nehmen Sie ausreichend Schwefel zu sich? Leider steht dieser Mineralstoff Ihnen über die Nahrung nicht in so großen Mengen zur Verfügung, wie Ihr Körper ihn braucht. Grund dafür ist, dass Kohlgemüse bei uns traditionell eher im Winter gegessen wird – und auch dann nicht mehr so reichlich wie noch vor einer Generation. Zudem kochen wir das Gemüse in den meisten Fällen zu lange: Der Schwefel wird auf diese Weise zerstört.

Sie müssen Schwefel also ergänzen. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten. Die erste Variante ist ein Stoff namens Methylsulfonylmethan. Bekannt ist es als MSM. Diese Substanz kommt in sämtlichen Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft vor und kann vom Körper besonders gut aufgenommen werden. Leider sorgt die Weiterverarbeitung unserer Lebensmittel, zum Beispiel das Erhitzen, dafür, dass der Gehalt an MSM in den Nahrungsmitteln deutlich absinkt.

Allerdings können Sie MSM als Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Sie erhalten es als Pulver sowohl im Internet als auch in der Apotheke. 100 Gramm kosten zwischen 15 und 20 €. Von diesem Pulver benötigen Sie pro Tag rund einen halben Teelöffel; zur Arthrosevorbeugung können Sie bis zu einem Teelöffel pro Tag zu sich nehmen. Diese Menge sollten Sie auf drei Portionen verteilen und in Wasser oder Tee aufgelöst zu sich nehmen.

Generell ist MSM nebenwirkungsfrei. Wenn Sie mit der Einnahme beginnen, können aber Durchfall oder Kopfschmerzen auftreten. In diesem Fall sollten Sie Ihre Dosis reduzieren und allmählich langsam steigern.

Sulforaphan – eine nebenwirkungsfreie Ergänzung

Die zweite Möglichkeit, sich mit ausreichend Schwefel zu versorgen, ist das so genannte Sulforaphan. Auch dieser Stoff kommt überwiegend in Kohlgemüse vor und wird dann freigesetzt, wenn Sie das Gemüse ausreichend zerkauen. Bei diesem Stoff existiert jedoch ebenfalls das Problem, dass wir alle zu wenig Kohl essen.

Auch Sulforaphan gibt es als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform in der Apotheke. Ich empfehle Ihnen eine Tagesdosis von bis zu 15 mg pro Tag. Im Gegensatz zu MSM kann es bei diesem Schwefelpräparat nicht zu Nebenwirkungen kommen.

Mit diesen Rezepten verbessern Sie Ihre Schwefel-Aufnahme

Brokkolisalat

Sie brauchen für vier Personen:

  • 1 kleinen Brokkoli
  • 1 kleine Kohlrabi
  • 2 Möhren
  • 1 Paprika
  • 200 g Magerjogurt
  • Salz und Pfeffer
  • 1 TL Honig
  • etwas Zitronensaft
  • 1 kleinen Maiskolben
  • 1 EL Sonnenblumenkerne
  • 1 EL Kürbiskerne

Waschen Sie den Brokkoli, schneiden Sie ihn dann in Röschen, und kochen Sie ihn fünf Minuten lang in Salzwasser. Er sollte auf jeden Fall noch biss­fest sein.

In der Zwischenzeit schälen und würfeln Sie den Kohlrabi. Waschen Sie die Paprika, entfernen Sie die Kerne, und schneiden Sie sie in feine Streifen. Die Möhre schälen und raspeln Sie.

Verrühren Sie den Jogurt mit etwas Salz und Pfeffer sowie Honig und einem Spritzer Zitronensaft.

Geben Sie das Gemüse in eine Schüssel, und verrühren Sie das Dressing mit dem Gemüse. Geben Sie den kleinen Maiskolben als Deko dazu, und bestreuen Sie den Salat mit Sonnenblumen- und Kürbiskernen.

Blumenkohl-Oliven-Gemüse

Sie brauchen für zwei Personen:

  • 1 Blumenkohl (rund 1 kg schwer)
  • 2 getrocknete Tomaten, in Olivenöl eingelegt
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 6 EL Oliven
  • 3 EL Olivenöl
  • etwas Salz und Pfeffer

Waschen Sie den Blumenkohl gründlich ab, und teilen Sie ihn in mehrere Stücke. Schneiden Sie die getrockneten Tomaten in dünne Streifen. Schälen Sie den Knoblauch, und schneiden Sie ihn klein, die Oliven waschen Sie.

Geben Sie den Blumenkohl zusammen mit den Tomaten und dem Knob­lauch mit wenig Wasser in einen Topf. Fügen Sie das Olivenöl hinzu und salzen Sie. Kochen Sie das Gemüse, der Blumenkohl sollte bissfest bleiben. Geben Sie ihn anschließend auf den Teller, fügen Sie die Oliven hinzu, und schmecken Sie das Gericht mit Salz und Pfeffer ab.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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