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Arthrose - hier erfahren Sie alle Fakten und Infos zu dem Thema!

Unter Arthrose oder Arthrosis deformans versteht man den Verschleiß eines Gelenks, der deutlich über das übliche altersgemäße Maß hinausgeht. Mediziner gehen davon aus, dass heute jeder Mensch jenseits des 30. Lebensjahres mindestens ein Gelenk hat, das von Arthrose betroffen ist.

Arthrose bzw. Schmerzen im Knie© Sebastian Kaulitzki – Fotolia

Arthrose als Ur- und Volkskrankheit

Arthrose scheint so alt zu sein wie die Menschheit selbst: Schon der in den Ötztaler Alpen gefundene „Ötzi“, Jäger und Sammler vor vermutlich 5000 Jahren, litt an dieser schmerzhaften Verschleißerkrankung der Gelenke.

Auch die altägyptischen Mumien zeigen Spuren dieser Erkrankung. Inzwischen gehört die Arthrose zu den häufigsten Gelenkerkrankungen überhaupt. Etwa jeder dritte Mensch zwischen 25 und 75 Jahren leidet darunter. Ältere Menschen sind dabei öfter betroffen als jüngere; Frauen häufiger als Männer.

Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen primärer und sekundärer Arthrose:

  • Bei einer primären Arthrose geht man von einer zugrundeliegenden Minderwertigkeit des befallenen Knorpelgewebes aus.
  • Dagegen ist eine sekundäre Artrhose die Folge mechanischer Belastung, von Stoffwechselproblemen oder Gelenksentzündungen.

Eine Arthrose lässt sich in vier Stadien einteilen. Die Schädigung reicht dabei von der leichten Erweichung des Knorpels in Stadium 1 bis hin zum völligen Verlust des Knorpels in Stadium 4. Bleibt sie im Stadium 2 unbehandelt, geht sie immer in Stadium 3 über.

Was im Körper geschieht

Während die rheumatoide Arthritis an der Knochenhaut beginnt und erst später den Knorpel angreift, ist der Verlauf bei der Arthrose umgekehrt: Sie fängt am Knorpel an. Er verliert an Elastizität. Der Gelenkspalt wird schmaler und die Gelenkflächen reiben auf einander.

Schilfert der Knorpel ab, ist er im Gelenkspalt ein Fremdkörper. Er drückt auf den gegenüberliegenden Knochen und die Knochenhäute entzünden sich. Die Folge sind in beiden Fällen starke Schmerzen. Kommt noch ein Irritationsfaktor wie eine stärkere Belastung oder eine Verletzung hinzu, nimmt die Entzündung ihren Lauf:

Aus der stummen Arthrose wird eine aktivierte Arthrose (Osteoarthritis). Dabei wird die Gelenk- oder Knochenhaut so gereizt, dass sie anschwillt (Ödem) und sich entzündet. Die Arthrose schmerzt nun nicht nur bei Belastung, sondern auch im Ruhezustand.

Arthrose oder Arthritis: Was ist der Unterschied?

Häufig herrscht Unklarheit darüber, wie sich Arthrose und Arthritis voneinander unterscheiden. Oft werden beide Begriffe im Volksmund auch parallel benutzt. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Ausprägungen des Gelenkverschleißes.

Arthrose:

Unter Arthrose versteht man den reinen Verschleiß, der durch Alterung, fehlende Bewegung oder andere Risikofaktoren ausgelöst bzw. begünstigt wird. Es kommt zu einer geringen Gelenkbelastbarkeit und starken Schmerzen.

Bei der Arthrose wird nicht zwischen akut und chronisch unterschieden, allerdings gibt es die aktivierte Arthrose. Hierunter versteht man eine Arthrose, die nach starker Belastung zu Entzündungen führt.

Arthritis:

Arthritis ist eine akute oder chronische Gelenksentzündung. Dabei muss nicht einmal ein Gelenkverschleiß vorliegen. Stattdessen können Stoffwechselerkrankungen oder extreme Belastungen die Ursachen sein.

Auch Infektionen durch Viren oder Bakterien können eine Arthritis hervorrufen. Gerade Letztere sind sehr gefährlich, da sie zu einer Gelenkzerstörung führen können.

Ursachen und Risikofaktoren

Auslöser einer Arthrose ist eine Verletzung oder dauernde Überbelastung des schützenden Knorpels. Zusammen mit der Gelenkflüssigkeit ist der Knorpel eine Art Stoßdämpfer für Ihre Gelenke. Die Abnutzung kann so weit gehen, dass der Knochen teilweise oder sogar ganz freiliegt.

Generell betrachtet man heute also mechanische Überbelastungen als Ursache eines Gelenkverschleißes. Das Risiko für diese Erkrankung erhöht sich unter anderem mit zunehmendem Alter. Außerdem tragen Frauen nach der Menopause sowie solche, die hohe Schuhe tragen, ein erhöhtes Arthroserisiko.

Doch wir wissen, dass nicht nur das Alter oder Geschlecht die Ursache für die Gelenkprobleme sind. Vielmehr kommt es durch verschiedenste Ursachen zu immer wieder auftretenden Gelenksentzündungen.

Die schädigen das Gelenk auf Dauer so, dass es nicht mehr richtig arbeiten kann. Es wird unregelmäßig abgenutzt und die Nährstoffversorgung funktioniert nicht mehr optimal. Erst dadurch kommt es zum Gelenkverschleiß und zur Arthrose.

Angeborene Beinfehlstellungen

Wenn Sie unter starken X- oder O-Beinen leiden, wird das Kniegelenk entweder auf der inneren oder aber auf der äußeren Seite stark belastet. Es kommt dadurch zu unregelmäßigen, aber starken Abnutzungserscheinungen des Knorpels. Diese lassen sich aber gut vermeiden, da schon in jungen Jahren eine Achskorrektur der Beine durchgeführt werden kann.

Entzündungen

Entzündungen in den Gelenken können das Auftreten einer Arthrose begünstigen. Für diese entzündlichen Vorgänge gibt es zwei Ursachen: Zum einen können fehlgeleitete Zellen des Immunsystems die eigenen Gelenke angreifen und zum anderen gibt es Stoffwechselkrankheiten, die sich negativ auf die Gelenke auswirken.

Hierzu gehört zum Beispiel die Gicht. Wird sie nicht behandelt, kommt es auf Dauer zur kompletten Gelenkzerstörung. Gicht macht sich vor allem in den Zehengelenken, aber auch im Kniegelenk bemerkbar. Sie äußert sich durch eine deutliche Erwärmung des Gelenks. Gerade am Knie kommt es auch zu Flüssigkeitsansammlungen, die zur Schwellung des Gelenks führen.

Falsche Ernährung

Forscher haben herausgefunden, dass unsere Ernährung Stoffe enthalten kann, die Entzündungen im Gelenk hervorrufen und damit das Entstehen einer Arthrose begünstigen können. Hierzu gehören Alkohol und Koffein, zuckerhaltige Lebensmittel, rotes Fleisch und zu viele Eier. Diese Lebensmittel haben noch einen weiteren Nachteil:

Nehmen Sie viel davon zu sich, kommt es zu einer deutlich verringerten Vitalstoffaufnahme. Diese Stoffe aber bräuchten Sie, um die Schäden am Gelenk zu verhindern. Denn ausreichend Vital- und Nährstoffe können sowohl die Selbstheilungskräfte als auch die Regenerationsfähigkeit des Gelenks anregen.

Rohfleischauswahl mit Knoblauch und Kräutern© yamix – Fotolia

Genetisch bedingte Hüftschäden

Durch angeborene Hüftfehlstellungen wird der Druck in der Hüfte nicht richtig verteilt. Es kommt zu einem raschen Hüft­gelenksverschleiß. Dieser Grund für die Arthrose wird aber nach und nach verschwinden.

Denn heute gehört es zur Standarduntersuchung im Säuglingsalter, die Hüfte zu untersuchen und Fehlstellungen bzw. eine unreife Hüfte so früh wie möglich festzustellen. Durch entsprechende Maßnahmen wie breites Wickeln oder Spreizhosen wird die Hüftnachreifung beschleunigt und so einer Arthrose im Erwachsenenalter wirksam vorgebeugt.

Mangelnde Bewegung

Normalerweise wird zu viel Bewegung mit Knochenverschleiß und dadurch mit Arthrose in Verbindung gebracht. Allerdings ist gerade mangelnde Bewegung ein großer Faktor für die Verschleißerkrankung. Im Gegensatz zu unserer einstigen Bestimmung (der Mensch ist ein Bewegungstier) verbringen wir heute den Großteil unserer Zeit im Sitzen.

Die Folge: Muskeln, Sehnen und Bänder werden nicht mehr ausreichend beansprucht; sie verkürzen und verkümmern. Zudem werden die Gelenke vernachlässigt. Bewegen Sie sich dann doch, kommt es durch die Verkürzungen und die ungewohnten Bewegungen zu Schmerzen.

Die Folge: Sie werden sich in Zukunft noch weniger bewegen und schon sind Sie in einem Teufelskreis gefangen. Denn bewegen Sie sich kaum, wird auch das Gelenk nicht mehr ausreichend mit Gelenkschmiere versorgt und es bekommt keine Nährstoffe mehr. Stattdessen wird es nach und nach abgebaut: Einer Arthrose werden so Tor und Tür geöffnet.

Übergewicht

Studien zeigen: Schon einige Kilogramm zu viel auf der Waage führen dazu, dass das Risiko für eine Kniegelenksarthrose stark ansteigt. Dementsprechend sind Menschen mit Übergewicht besonders häufig und schon in jungen Jahren von Arthrose (gerade im Knie, aber auch in der Hüfte) betroffen. Die Gründe:

  1. Übergewicht belastet die Gelenke (v. a. die „tragenden“ Kniegelenke) zusätzlich und andauernd.
  2. Übergewicht fördert entzündliche Erkrankungen.
  3. Übergewicht bewirkt sogar direkt knorpelabbauende Prozesse im Gelenk.

Auch hohe Blutzuckerwerte können Knorpelzellen zerstören und Entzündungen auslösen. Grundsätzlich gilt: Weniger Pfunde = weniger Schmerzen. Der Abbau von Übergewicht ist daher bei einer Arthrose an diesen Gelenken ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität.

Reduzieren Sie Ihr Gewicht um 10 kg, dann verringern Sie das Risiko für eine Kniegelenksarthrose um die Hälfte. Darüber hinaus verhindern Sie schädliche Stoffwechselprozesse, die sich ebenfalls negativ auf Ihre Gelenke auswirken. Im Idealfall unterstützen Sie Ihre Gewichtsabnahme durch körperliche Bewegung, denn Arthrose ist für Sie kein Grund, auf Bewegung zu verzichten.

Überlastung

Es gibt Berufe, die für die Gelenke Gift sind und die überdurchschnittlich häufig zu einer Arthrose führen. Grund hierfür ist eine falsche Haltung. Bestes Beispiel ist der Beruf des Fliesenlegers, der seine Arbeit überwiegend im Knien durchführt und so eine Knie­gelenksarthrose durch Verschleiß geradezu provoziert.

Auch jahrelanges Heben und Tragen von Las­ten über 20 kg erhöht das Risiko für eine Knie- oder Hüftgelenksarthrose deutlich; genauso wie einseitige, immer wiederkehrende Bewegungen (z. B. PC- oder Fließband-Arbeit).

Veränderung des Hormonhaushalts

Frauen haben nach den Wechseljahren ein höheres Risiko für eine Arthrose als Männer im vergleichbaren Alter. Grund dafür ist, dass sich der Hormonstatus deutlich verändert. Früher hat man aus diesem Grund zur Hormon­ersatztherapie geraten.

Heute wissen wir, dass diese das Risiko für Brustkrebs und Herzinfarkt deutlich erhöht. Daher sollten Frauen nach den Wechseljahren eher andere Risikofaktoren wie fehlende Bewegung, Übergewicht oder falsche Ernährung ausschalten und so ihr Risiko senken.

Vererbung

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass auch ein familiäres Risiko zur Entwicklung einer Arthrose besteht. Allerdings bedeutet das nicht, dass Sie auf jeden Fall an Arthrose erkranken werden, wenn auch eines Ihrer Elternteile betroffen war.

Denn ob die Erkrankung ausbricht oder nicht, können Sie durch eine gelenkschonende Lebensweise beeinflussen. Je mehr Sie andere Risikofaktoren wie Bewegungsmangel oder Übergewicht verringern, desto besser ist die Fähigkeit Ihrer Gelenke, mit Belas­tungen umzugehen und einen Gelenkabbau zu verhindern.

Verletzungen

Bänderrisse können schon im frühen Alter auftreten und eine Arthrose begüns­tigen. Grund dafür ist, dass es durch die Verletzungen der Bänder zu einer Gelenkinstabilität kommt. Der Gelenkknochen wird schneller abgerieben und die Entstehung einer Arthrose so begünstigt. Auch Knochenbrüche können den Verschleiß beschleunigen, weil dadurch die Gelenkbewegung nicht mehr reibungslos funktioniert.

Typische Symptome

Allgemeine Symptome der Erkrankung sind:

  • Schmerzen, die besonders unter Belastung oder als Anlaufschmerz auftreten
  • Gelenkergüsse
  • eine Verformung des betroffenen Gelenks
  • Gelenkgeräusche, die mit zunehmender Zerstörung des Knorpelgewebes auffälliger werden

Eine Arthrose führt im Anfangsstadium zu Beschwerden, die häufig erst einmal nicht richtig zugeordnet werden. Es kommt zu Bewegungsproblemen nach dem Aufstehen, so als müssten Sie erst einmal richtig „in Tritt“ kommen.

Viele Menschen schieben diese Morgensteifigkeit allerdings auf das Alter oder schlechten Schlaf, zumal sie relativ schnell wieder verschwindet. Möglich sind aber auch immer wieder einmal auftretende Schwellungen im betroffenen Gelenk oder eine Überwärmung des betroffenen Bereichs.

So macht sich eine Arthrose bemerkbar

Am Anfang der Erkrankung ist meist der Bewegungsschmerz  da. Später folgt der soeben beschriebene Anlaufschmerz: Das Gelenk mit seinen rauhen Knorpelflächen muss sich sozusagen durch Bewegung erst wieder „einschleifen“.

Wenn das Gelenk erst einmal wieder in Funktion ist, wird es durch bessere Durchblutung seiner Umgebung auch besser mit Nährstoffen versorgt. Schmerz, selbst in Ruhe, sowie schmerzhafte Gelenkschwellungen mit Ergüssen (Ödemen) kennzeichnen das entzündete Stadium der Arthrose.

Ist die schmerzhafte Entzündung vorbei, bleibt noch eine mehr oder minder starke Deformation (Schwellung, Höcker) zurück sowie oft eine bleibende Bewegungseinschränkung. Im Röntgenbild zeigt sich eine Verschmälerung des Synovialspaltes (Gelenkspalt).

Die Knorpelschicht, die als Stoßdämpfer zwischen den im Gelenk aufeinander treffenden Knochen wirkt, ist durch die häufige belastende Bewegung abgetragen und damit immer dünner geworden.

Die Gelenkhaut produziert nicht mehr ausreichend Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere), die den Knorpel ernährt. Infolge dieser ineinandergreifenden Vorgänge reiben die Knochen aneinander, was den heftigen Schmerz verursacht.

Anzeichen für eine beginnende Arthrose

  • Fingerarthrose: Die Finger sind morgens sehr steif; nachdem Sie einige Bewegungen durchgeführt haben, verschwindet diese Steifigkeit allerdings rasch wieder. Auch Wärmeanwendungen sorgen dafür, dass sich die Beweglichkeit schnell einstellt. Wärme lässt zudem die Schmerzen verschwinden, die das zweite Symp­tom für eine Fingerarthrose sind.
  • Hüftarthrose: Wenn Sie sich anstrengen, kann es zu Hüftschmerzen kommen, die allerdings auch schnell wieder vergehen. Auch Schmerzen morgens früh, nachdem Sie aufgestanden sind, weisen auf diese Art des Verschleißes hin. Die Beschwerden klingen nach fünf bis zehn Minuten wieder ab. Viele Patienten klagen zudem darüber, dass sich die Hüfte eher eingerostet anfühlt. Schreitet die Erkrankung weiter fort, dauern auch die Schmerzen an. Sie klingen zunächst in Bewegung nicht mehr ab. Nach einiger Zeit kommt es sogar im Ruhezustand zu starken Beschwerden, die sich auf den Oberschenkel- und ­Leistenbereich beschränken.
  • Kniegelenksarthrose:  Auch hier beginnt der Verschleiß mit einem Steifheitsgefühl vor allem beim Auftreten. Nachdem Sie ein paar Meter gegangen sind, kehrt die Fähigkeit zurück, das Knie wieder komplett beugen und strecken zu können. Vielen Menschen bereiten zudem Treppensteigen und/oder Bergabgehen große Probleme. Auch kommt es bei Drehbewegungen im Kniegelenk zu starken Schmerzen.

Eine Arthrose verläuft aber möglicherweise auch ohne Symptome.

Suchen Sie bei Arthrose­verdacht einen Arzt auf

Durch moderne Diagnoseverfahren kann man die Erkrankung heute jedoch früh erkennen und behandeln. Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich bei Ihren (morgend­lichen) Beschwerden um eine Ar­throse handeln könnte, gehen Sie also auf jeden Fall zu einem Orthopäden.

Der erkennt, ob es sich wirklich um eine Arthrose handelt, und weiß, welche Behandlungsmöglichkeiten zu empfehlen sind. Zahlreiche Therapien werden angeboten, um Ihre Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und den Verschleiß zu verlangsamen.

Manche Verfahren wollen sogar den Arthroseprozess komplett stoppen können. Die meisten reduzieren jedoch eher den Inhalt Ihres Geldbeutels als langfristig Ihre Schmerzen. Wichtig für Sie ist eine gute konservative Behandlung als Basis mit aktiven und passiven Methoden, die Sie zum Teil sogar selbstständig ausführen können. Je nach Beschwerden sind ergänzende Maßnahmen sinnvoll.

Behandlungsmöglichkeiten der modernen Therapie

Bei der Arthrosetherapie legt man ein besonderes Augenmerk auf Schmerzfreiheit, um den Patienten ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Darüber hinaus verhindert man durch die Therapie, dass auf lange Sicht Veränderungen und Deformationen im Gelenk entstehen.

Sie führen dazu, dass Bewegung eingeschränkt und unter Schmerzen möglich ist. Dazu stehen neben Medikamenten und Physiotherapie verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung. Auch die Homoöpathie hat ein bewährtes Hilfsmittel zu bieten: Rhus toxicodendron.

Zunächst ist es aber stets empfehlenswert, konservative Methoden zu versuchen. Dazu zählen beispielsweise Physiotherapie, Ergotherapie oder Chiropraktik. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz wie:

  • Hitze- und Kältebehandlung
  • Stressreduktion
  • Korrektur schlechter Haltung
  • vernünftiger Einsatz von Schmerzmitteln

Diese Optionen können wirksam Schmerzen bekämpfen und zwar in vielen Fällen ohne die Kosten und Risiken weiter entwickelter Techniken. Ohne Nebenwirkungen, aber auch mit einer geringeren Wirksamkeit, stehen allen Patienten Physio- und Ergotherapie mit mobilisierenden und dehnenden Verfahren sowie physikalischer Therapie (Massage, Wärme- und Kälteanwendungen) zur Verfügung.

Viele Maßnahmen können Sie in Eigenregie ergänzend zu Hause durchführen. Auch Funktionstraining in der Gruppe kann Ihnen Ihr Arzt als ambulante Reha-Maßnahme verordnen, die von den Krankenkassen bezuschusst wird.

Das hilft bei akuten Gelenkschmerzen

Bei akuten Schmerzen durch eine Gelenkentzündung hilft Ihnen als Sofortmaßnahme meist Kälte: Duschen Sie Ihr schmerzendes Gelenk kalt ab oder legen Sie Kältekompressen (Apotheke, Sanitätshaus) darauf. Lassen Sie die Kompressen nicht im Eisfach kühlen, denn dann verursachen Sie einen Kälteschaden auf Ihrer Haut.

Zu viel Kälte kann zudem die Durchblutung des Gelenkes behindern. Legen Sie danach einen kühlenden Salbenverband an. Ruhen Sie Ihr belastetes Gelenk ein oder zwei Tage aus, bevor Sie es gezielt wieder bewegen.

Bei Schmerzen durch Gelenkverschleiß lindert Wärme Ihre Beschwerden. Diese spendet Ihnen eine Wärmflasche, Gelenkschoner aus Angorawolle (Sanitätshaus) oder Wärmepolster bzw. -pflaster aus der Apotheke. Schwimmen oder leichte Gymnastik im warmen Wasser wärmen und entlasten Ihre schmerzenden Gelenke.

Wie Sie Wärme und Kälte korrekt einsetzen

Wärme

  • bei „normalen“ Arthrosebeschwerden
  • niemals bei akuten Entzündungen

Wirkung:

  • durchblutungs- und heilungsfördernd
  • muskelentspannend
  • beweglichkeitsfördernd
  • schmerzlindernd

Womit?

  • Wärmewickel, -bäder und -packungen
  • Wärmflaschen, Heizkissen, Rotlicht
  • Wärmesalben und -pflaster (z. B. Capsagamma dolor Creme, Finalgon Wärmecreme, Chillsan Balsam)
  • bei Beschwerden in den Fingern: Baden Sie Ihre Hände in warmen Rapssamen

Wo und wie anwenden?

  • nur die Muskulatur ober- und unterhalb des erkrankten Gelenks (etwa 30 Minuten und niemals direkt auf dem Gelenk)

Kälte / Kühlung

  • bei akut entzündeten und geschwollenen Gelenken

Wirkung:

  • stoffwechseldrosselnd
  • entzündungshemmend
  • abschwellend
  • schmerzlindernd

Womit?

  • kaltes Wasser (fast kostenfrei)
  • Eispackungen, Kühlgels
  • bei Beschwerden in den Fingern: Baden in gekühlten Erbsen, Linsen oder Sand (aus dem Kühlschrank); bewegen Sie Ihre Hände im „Kühlgut“ und lassen Sie es durch Ihre Finger rieseln
  • bei Hüftproblemen: Beutel mit Tiefkühlerbsen auf das schmerzende Gelenk

Wo und wie anwenden?

  • direkt am Gelenk (maximal 15 Minuten kühlen)
  • „Kühlgut“ in ein Tuch wickeln, bevor Sie es auf die Haut legen

Tipp: Quarkwickel wirken auf milde Weise wärmeabführend und abschwellend, auch wenn Ihr Gelenk entzündet ist. Lassen Sie den Quark ein bis drei Stunden lang einwirken.

Therapie-Verfahren aus der Schulmedizin

Forschungen zur Behandlung der Arthrose und der resultierenden Schmerzen sollen bei einer frühen Diagnose der Schmerzlinderung helfen. Experten empfehlen eine möglichst frühe Behandlung, zum Beispiel wenn das Knie beim Bergab- oder Bergauflaufen schmerzt oder die Schmerzen in der Hüfte beim Aufstehen oder Hinsetzen belastend sind.

MBST-Therapie

Ein möglicher therapeutischer Ansatz ist die MBST-Therapie (Kernspin-Resonanz-Therapie). Deren Wirkung auf den Schmerz war zunächst eine Zufallsentdeckung: Patienten, die zu diagnostischen Zwecken im Kernspintomografen waren, berichteten anschließend von deutlich weniger Schmerz in den betroffenen Gelenken.

Der Grund ist die impulsgebende Wirkung auf die Zellen im Knorpel, die so zur Neubildung angeregt werden. Damit diese Therapie erfolgreich sein kann, ist es wichtig, dass der Knorpel noch nicht vollständig zerstört ist.

Dieses Verfahren kann auch mit anderen therapeutischen Ansätzen kombiniert werden. Dazu gehört etwa die biomolekulare Therapie mittels Injektionen. Auch die Elektrotherapie hat ihre Anhänger beim Kampf gegen den für die Arthrose typischen Schmerz.

Radiowellentherapie / Radiofrequenzablation

Für die Bekämpfung von durch Arthrose verursachte Rücken– und Nackenschmerzen ist eine neue Therapieform auf dem Vormarsch. Dabei betäubt oder zerstört man Nerven eines schmerzenden Gelenks mithilfe von Hitzeenergie.

In der richtigen Anwendung kann dieses Verfahren willkommene, in den meisten Fällen nicht dauerhafte Erleichterung verschaffen. Entscheidend für die Schmerzbehandlung mittels Radiofrequenzablation ist die Arthrose als Ursache der Rückenschmerzen.

Andere Ursachen wie Muskel- oder Bänderverletzungen, Knochenbrüche oder ein Bandscheibenvorfall eignen sich nicht für den Einsatz der Radiowellentherapie. Am besten eignen sich für diese Therapie Menschen, deren Schmerz hauptsächlich auf die Region der Wirbelsäule beschränkt ist.

Das gilt vor allem im Bereich des Gesäßes im Gegensatz zu Schmerzen, welche die Beine hinunterreichen. Die besten Resultate erreicht die Therapie in den Gelenken des Nackens und des unteren Rückens.

Die häufigste Form der Arthrose kommt unter anderem dadurch zustande, dass sich der Knorpel der 24 Facettengelenke (Wirbelbogengelenke) abnutzt. Diese Gelenke dienen zur Stabilisierung des Rückgrats und zur Beweglichkeit der Wirbel.

Wenn der Knorpel sich abnutzt, berühren sich die Knochenenden und scheuern aneinander. Das bringt Schmerzen, Steifheit und den Verlust der Flexibilität des Rückgrats mit sich. Um Radiowellenenergie für die Behandlung eines Facettengelenknervs einzusetzen, platziert der Therapeut einen isolierten Draht in der Nähe des Nervengewebes.

Die Radiowellentherapie stellt eine ambulante Therapie dar, die der Therapeut in vielen Fällen unter lokaler Betäubung durchführt. Eine spezielle Röntgenbildgebungstechnik ermöglicht es, die Nadel dort zu platzieren, wo der Nerv typischerweise verläuft.

Schmerzmittel

Die Verabreichung von Schmerzmitteln kann ebenfalls nötig sein. Bei chronisch Kranken müssen dann auf Dauer die ausleitenden Organe gestützt werden, um Folgeschäden der Dauermedikation zu vermeiden.

Geeignete Medikamente lindern Beschwerden, heilen die Arthrose aber nicht. Zum Einsatz kommen hier nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen oder auch Coxibe (z. B. Etoricoxib/Arcoxia oder Celecoxib/Celebrex).

Wichtig: Es gibt kein wirksames Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen. Die genannten Medikamente bergen Risiken, etwa für Herz- und Nierenpatienten. Halten Sie sich daher an die Regel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Diese Therapeutika verschreibt Ihnen Ihr Orthopäde. Aus genannten Gründen ist es grundsätzlich wichtig, dass die Erkrankten den Kontakt zu ihrem Therapeuten halten.

Eine Tablette neben einem Wasserglas© rupbilder – Fotolia

Cortisonspritzen

Die Knochen werden brüchig, Gewebe lagern Wasser ein, Muskeln schwinden und die Haut wird dünner: Cortison hat einen schlechten Ruf – und das nicht zu Unrecht: Zu hoch dosiert und zu lange angewendet können Cortison-Präparate zu starken Nebenwirkungen führen.

Doch bei einer akuten Gelenkentzündung (wie eben der Arthrose) ist Cortison nach wie vor die wirksamste Substanz. Die Arthrose wird ebenso wenig geheilt wie eine rheumatoide Arthritis, aber:

  • die Entzündung der Gelenkschleimhaut wird gebremst
  • die Flüssigkeitsproduktion (Erguss) nimmt ab
  • Schmerzen werden reduziert

Doch auch hier drohen Nachteile: Cortison greift die Gelenkflächen an und kann Knorpelschäden verursachen.

Ultraschalltherapie bei Arthrose

Eine Ultraschalltherapie bei Arthrose kann Schmerzen lindern und die Heilung von Knorpelschäden begünstigen. Die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen und für alle Arten von Arthrose geeignet. Ultraschall kommt als Behandlungsmethode nur selten zum Einsatz.

Bei Arthrose kann sich diese Therapieform allerdings auch als hilfreich erweisen. Das Grundprinzip der Ultraschalltherapie: Durch den direkten Kontakt mit den ausgestrahlten Wellen bringt sie das Gewebe  zum Vibrieren und erzeugt dadurch Wärme. Die Anwendung eignet sich bei Gelenkverschleiß in folgenden Regionen:

  • in Knie- und Fußgelenken
  • in den Schultern
  • in den Ellbogen
  • in den Hand- und Fingergelenken

Die Ultraschallwellen dringen nicht sehr tief ins Gewebe ein, deshalb sind kleine und oberflächliche Gelenke besser geeignet als große und tiefliegende. Die Therapie ist praktisch frei von unerwünschten Nebeneffekten.

Als begleitende Maßnahme empfiehlt sie sich also durchaus. Nur an akut entzündeten Gelenken sollte sie nicht angewendet werden. Die Kosten für eine Ultraschall-Therapie werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Maßnahmen aus der Naturheilkunde

Je früher die Therapie gegen Arthrose einsetzt, desto schneller lassen die schmerzhaften Beschwerden als belastendes Symptom nach. Auch wenn Muskelaufbau und Gewichtsreduzierung die wichtigsten Ansätze sind:

Schmerzen lassen sich im Alltag nicht immer verhindern. Dies gilt vor allem bei unvermeidbaren kurzfristigen Überlastungen im Beruf leiden die Erkrankten. Schmerzende Gelenke am Abend sind bei Arthrose keine Seltenheit.

Hier ist die Naturheilkunde gefragt, die eine Reihe von Therapien bietet, die die Schmerzen lindern können. Vor allem Umschläge sind für die lokale Behandlung hilfreich. Das klassische Beispiel dafür ist der Wickel, der Entzündungen lindert und die Durchblutung fördert.

Geeignet sind folgende Behandlungen gegen Schmerzen

  • Fango
  • feuchtheißer Ölumschlag
  • Kälteanwendung
  • Umschlag mit kaltem Quark

Für eine bessere Durchblutung bietet sich ein Umschlag mit schwarzem Senföl an, das mit heißem Wasser zu einer Paste vermischt wird. Senf kann reizend wirken, sollte also durch eine Auflage aus Mull von der Haut ferngehalten werden.

Für Wickel gegen geschwollene Gelenke bei entzündlichen Prozessen

  • Heilerde
  • Beinwell
  • Weißkohl

Apotheken bieten außerdem Mischungen an, die bereits fertig angesetzt und damit schnell zur Anwendung bereit sind. Wichtig ist allerdings, dass bei Kaltanwendungen trotz deutlich schmerzlindernder Wirkung der Wickel nicht zu lange auf dem Gelenk bleibt. Sonst drohen Schäden an der Haut und auch eine allgemeine Verschlimmerung der Symptome im Anschluss.

Alternativen oder Ergänzungen zu Umschlägen

Nicht alle Patienten sind in der Lage, Umschläge für die Therapie vorzubereiten, etwa wenn die körperlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Der Aufwand, um die notwendigen Zutaten zu organisieren, kann überfordern. Das gilt aber auch für Patienten, die voll im Berufsleben stehen und ihre Arthrose nur bei akuten Schüben bemerken.

  • Für sie gibt es entsprechende Pflaster aus der Apotheke, die sich vor allem für die Behandlung am Knie empfehlen.
  • Auch das Tapen eignet sich nicht nur für Therapien bei Muskelproblemen, sondern kann auch bei Arthrose helfen. Entscheidend ist, dass das Tape an der richtigen Stelle aufgeklebt wird. Arzt oder Apotheker können die Betroffenen mit den dazu nötigen Informationen versorgen. Die Tapes regen den Lymphfluss an und entlasten das Knie. Die Schwellungen lassen nach und damit auch der Schmerz. Natürlich eignet sich das Tapen auch für alle anderen Gelenke.
  • Eine ergänzende oder alleinige medizinische Versorgung bietet die Akupunktur. Die Wirkung der Akupunktur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird von Naturheilkundlern und Schulmedizinern gleichermaßen anerkannt. Auch die Beweglichkeit verbessert sich unter der Behandlung, wenn sie von einem fachkundigen Therapeuten durchgeführt wird.

Akupunktur

Akupunktur kann die Schmerzen lindern und eine Operation hinauszögern. Eine Garantie auf eine erfolgreiche Therapie gibt es zwar nicht und die Datenlage ist ebenfalls noch unzureichend. Eine Studie der Berliner Charité (The Lancet, Juni 2005) zeigte jedoch:

Zwölf Akupunkturbehandlungen können die Schmerzen bei einer Kniegelenksarthrose verringern und die Gelenkbeweglichkeit verbessern. Die Besserung durch die Akupunktur nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hielt mindestens acht Wochen an.

Probieren Sie die Akupunkturbehandlung aus, denn sie ist weitestgehend nebenwirkungsfrei und kann möglicherweise einen künstlichen Gelenkersatz hinauszögern. Die gesetzlichen Krankenkassen kommen für eine begrenzte Anzahl von Therapiesitzungen auf.

Sind Sie interessiert, sollten Sie möglichst einen umfassend ausgebildeten Arzt wählen. Adressen von qualifizierten Akupunkteuren in Ihrer Nähe erhalten Sie im Internet unter: www. akupunktur-aktuell.de sowie bei der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA, Telefon: 089/7 10 05 11, www.daegfa.de).

Akupunkturbehandlung© kreativwerden – Fotolia

Tees und Badezusätze lindern Arthrosefinger

An dieser Stelle ein beispielhaftes Rezept für einen Arthrosetee. Übergießen Sie einen Teelöffel getrocknete geschnittene Brennnesselblätter (aus der Apotheke) mit heißem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen, bevor Sie ihn dann schließlich abseihen. Trinken Sie täglich mehrmals eine Tasse, bis zu einem Liter.

Auch Zinnkraut bzw. Ackerschachtelhalm entfaltet entzündungshemmende und schmerzstillende Kräfte. Naturheilkundler empfehlen Gelenkgeschädigten Zinnkrauttee und -bäder bzw. -teilbäder für die erkrankten Gelenke.

Für einen Zinnkrauttee übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel getrocknetes Zinnkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser und seihen Sie dies nach fünf Minuten ab. Trinken Sie davon zwei Tassen täglich.

Fußreflexzonenmassage

Das Ergebnis einer Doktorarbeit der Universität Jena kann Ihnen weiterhelfen, wenn Sie unter Kniegelenksarthrose leiden. Die Forschungen zeigen deutlich: Die Fußreflexzonenmassage hilft, die Knieschmerzen zu lindern. 30 Patienten wurden sechs Wochen vor der Behandlung über Ihre Schmerzen befragt.

Dann erhielten sie zwölf Massagen, jeweils zwei Behandlungen pro Woche. 92 Prozent der Teilnehmer befürworteten die Behandlung, sie fühlten sich besser. Die Schmerzintensität sank um über 60 Prozent und die Beweglichkeit im Gelenk steigerte sich um mehr als 12 Grad.

Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten hielt auch noch acht Wochen nach dem Ende der Behandlungen an und sorgte für eine gesteigerte Lebensqualität. Fußreflexzonenmassagen bieten Physiotherapeuten und Heilpraktiker an. Die Kosten werden von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen; sie liegen bei 25 bis 50 Euro pro 45 Minuten.

Hyaluronsäure polstert Gelenkverschleiß ab

Viele kennen Hyaluronsäure als Faltenkiller, der zu einer jugendlicheren Haut verhelfen kann. Aber wussten Sie auch, dass diese auch gegen Arthrose helfen kann? Hyaluronsäure ist eine natürliche Substanz, die in allen Körpergeweben vorhanden ist.

Sie wird von den kollagenen Fasern produziert und zeichnet sich durch ein hohes Wasserbindungsvermögen aus. Das machen sich inzwischen nicht nur Anti-Aging-Spezialisten, sondern auch Orthopäden zunutze:

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen bei einer Arthrose ja dadurch, dass aufgrund von Abnutzungserscheinungen die Gelenkanteile aneinanderreiben. Hier kann die Hyaluronsäure lindernd wirken.

Mit einer feinen Kanüle direkt ins Gelenk gespritzt, bildet sie hier ein Wasserpolster, das die Funktion des abgenutzten Knorpels übernehmen kann. Sprechen Sie Ihren Arzt doch einmal darauf an.

Letzte Möglichkeit: Gelenk-Ersatz

Allein in Deutschland werden pro Jahr über 400.000 große Gelenkersatz-Operationen durchgeführt: die „neue“ Hüfte, das „neue“ Knie, die „neue“ Schulter. Diese Sparte der modernen Medizin ist natürlich für viele Menschen ein wahrer Segen und befreut sie oft von schrecklichen Schmerzen.

Dennoch hat sie auch Nachteile, die spätestens dann beginnen, wenn eine Wechseloperation ansteht. Wenn die Verschleißerscheinungen der Gelenke zu weit fortgeschritten sowie alle Möglichkeiten der konservativen und medikamentösen Therapie ausgeschöpft sind, bleibt meist nur noch eine Endoprothese (künstliches Gelenk).

Da bei jeder Operation ein Teil des gesunden Knochens zur Verankerung der Prothese geopfert werden muss, wird sie so lange wie möglich hinausgeschoben. Die Frage nach der genauen Technik und dem verwendeten Material bzw. Modell wird Ihnen Ihr Operateur ausführlich erklären.

Viel wichtiger sind seine Erfahrung und die Zahl der von ihm bereits durchgeführten Gelenkersatz-Operationen. Das gilt auch für den von ihm gewählten Gelenkzugang (Schnittführung).

Darüber hinaus sollten Sie sich bei Ihrem Operateur wohlfühlen. Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Operateur und Patienten ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig, auch wenn man das wissenschaftlich nicht messen kann.

Die richtige Ernährung bei Arthrose

Den meisten Betroffenen ist nicht bekannt, dass der Verlauf von Arthrose durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Das gilt natürlich in erster Linie für Übergewicht. Liegt die Diagnose Arthrose vor, sollten die Erkrankten selbst bei leichtem Übergewicht über eine gesunde Diät nachdenken.

Das gilt vor allem bei Erkrankungen von Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Mittelfuß. Die arthrotische Veränderung im Knie kommt besonders häufig vor, wird aber nicht immer früh erkannt. Dafür ist die des Mittelfußes schon sehr früh schmerzhaft, da dieser Bereich sehr viel Gewicht trägt und kaum entlastet werden kann.

Eine kritische Analyse der Essgewohnheiten ist daher wichtig. Naturheilkundler und Schulmediziner empfehlen eine basische Ernährungsgrundlage. Fettreiche Gerichte haben auf dem Speiseplan der Betroffenen nichts zu suchen.

Welche Lebensmittel sind gut gegen Arthrose?

Allgemein sollte der Fleischkonsum reduziert werden. Auch Alkohol sollte die Ausnahme sein. Dafür gehören vitaminreiche Speisen täglich auf den Teller. Besonders empfehlenswert sind:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Chinakohl
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Grünkohl
  • junger Spinat
  • Salat

Auch Gelatine wird seit Generationen gegen Arthrose empfohlen. Gelatine gibt es verarbeitet in verschiedenen Lebensmitteln wie Wackelpudding, aber auch als reinen Stoff. Längst bieten Apotheken auch spezielle Präparate auf der Basis von Gelatine an. Die positive Wirkung auf degenerative Gelenkerkrankungen ist seit 1870 bekannt.

Es lohnt sich also, den Eiweißstoff vermehrt in die Ernährung mit einzubeziehen, um eine Verbesserung der Knorpelstruktur zu erreichen. Grundlage der Wirkung ist, dass die Gelatine beim Menschen vom Darm resorbiert wird. Dabei verändern sich die enthaltenen Substanzen nicht und können ihre Wirkung entfalten.

Obst und Gemüse - Nahaufnahme© Tomo Jesenicnik – Fotolia

Knochengesunde Ernährung und Vitamin D

Mit Ihrer Ernährung leisten Sie also einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Gelenke. Bereits im Jahr 2010 zeigte eine Studie des King’s College in London in Großbritannien, dass der regelmäßige Verzehr (mindestens dreimal pro Woche) von Gemüsesorten mit hohem Gehalt an Schwefelverbindungen das Arthroserisiko um 30 Prozent senken kann.

2013 belegte eine Studie der Universität von East Anglia in Norwich (Großbritannien), dass Brokkoli die Zerstörung des Gelenk-Knorpels aufhält, da seine Inhaltsstoffe knorpelabbauende Enzyme blockieren. Verantwortlich für diese Wirkung ist das im Brokkoli reichlich enthaltene Senföl Sulforaphan.

Diese Substanz ist auch in Kresse, Meerrettich, Rucola und Radieschen enthalten. Diese Gemüsesorten sollten Sie Ihren Gelenken zuliebe am besten täglich auf den Speiseplan setzen. Für den Aufbau einer gesunden Knorpel- und Knochensubstanz benötigt Ihr Körper Vitamin D.

Dieses Vitamin ist dafür notwendig, dass Kalzium aus dem Darm aufgenommen werden und in die Gelenkstrukturen eingebaut werden kann. Zwar kann Ihr Körper durch die Einwirkung von Sonnenlicht auch selbst Vitamin D herstellen.

Dazu müssen Sie sich allerdings bei Sonnenschein täglich mindestens eine halbe Stunde mit unbedeckten Armen im Sonnenlicht aufhalten. Experten empfehlen inzwischen einheitlich, für eine optimale Versorgung täglich 1.000 I. E. Vitamin D einzunehmen. Die entsprechenden Präparate erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Alternativen zur Ernährungsumstellung

Wer seine Ernährung nicht umstellen will, kann sich auch mit einem Entschlackungstag helfen. Ein solcher Tag sollte fleischfrei sein. Auf Genussgifte, also Lebensmittel und bestimmte Wirkstoffe, die nicht wegen ihres Nährwertes, sondern allein aufgrund ihres Geschmacks und ihrer teilweise anregenden Wirkung konsumiert werden, sollten die Arthrosepatienten an diesem Tag ebenfalls verzichten.

Zu den gebräuchlichsten Genussgiften zählen:

Stattdessen empfehlen sich Gemüsesäfte oder auch bittere Tees, die in der Apotheke gemischt werden können. Sie helfen dem Organismus dabei, zu entsäuern. Nicht zu vergessen ist auch die pharmakologische Wirkung von Nahrungsmitteln:

  • Ananas etwa enthält Bromelain, ein Enzym, das die Symptome der Erkrankung lindern kann.
  • Und auch die Papaya gehört auf die Liste der Früchte, die der Gesundheit der Gelenke dienen.

Die verbesserte Gesundheit nach einer Ernährungsumstellung kann so nachhaltig sein, dass sich Arthrosepatienten häufig auch mit dem Heilfasten befassen. Das kann sinnvoll sein, sollte aber in jedem Fall mit dem betreuenden Arzt abgesprochen werden. Sicher ist dazu ein Aufenthalt in einer Kurklinik sinnvoller als ein Selbstversuch.

Fazit zur richtigen Behandlung von Arthrose

Es gibt kein Allheilmittel und auch keine Einzellösung. Für Betroffene ist es wichtig, früh zu reagieren und die schädlichen Faktoren auszuschalten oder wenigstens deutlich zu reduzieren. Dazu gehören die Anpassung der Ernährung und Ausgleichssport.

Auch wenn Schmerzmittel nicht immer zu vermeiden sind, finden Betroffene mit Wickeln eine weitere gute Möglichkeit, den Schmerz deutlich zu lindern. Nur mit einer vernünftigen und breit aufgestellten Therapie kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt oder sogar aufgehalten werden.

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Wenden Sie sich an folgende Institutionen, um weitere Information über Arthrose und künstliche Gelenke einzuholen:

  • Deutsche Arthrose-Hilfe e.V., Postfach 11 05 51, 60040 Frankfurt am Main, Tel. 06831 946677, www.arthrose.de
  • Bei der Endo-Klinik (unter www.endo-klinik.de) gibt es unter dem Stichwort Prothetik gute Patienteninfos zu Hüft- und Kniegelenksprothesen.
  • Informationen über aktuelle Entwicklungen der Endoprothetik und Tipps für das Leben nach der Operation finden Sie unter www.kuenstliches-gelenk-forum.de.
  • Über das Leben (z. B. Sport, Reisen, Freizeit) mit Gelenkersatz gibt es ausführliche Infos beim Infodienst Orthopädie unter www.kkk-bonn.de/kkk/home.htm.
  • Neben den vielen Informations-Angeboten von Orthopäden, Kliniken und anderen Anbietern empfiehlt sich vor allem das Deutsche Arthroseforum. Der Selbsthilfeverein im Internet (www.deutsches-arthrose-forum.de) bietet eine Vielzahl interessanter Patienteninformationen und Kontakte zu Ärzten und Patienten: Deutsches Arthroseforum, Kopernikusallee 56, 75175 Pforzheim, Tel. 07231 280005
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