Trigeminus-Neuralgie: Behandlung
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Die Behandlung erfolgt in Stufen
Eine Trigeminusneuralgie zu erkennen, mag zwar in der Regel ziemlich einfach sein; sie zu behandeln, ist manchmal sehr viel schwieriger. Dazu hat die Medizin einen Stufenplan entwickelt. Wenn Eines nicht hilft, wird das Nächste versucht.
Zuerst Medikamente
Mittel der Wahl ist Carbamazepin, ein Medikament, das auch in der Therapie von epileptischen Anfällen eingesetzt wird. Wirkt es nicht (oder nicht mehr) oder sind die Nebenwirkungen so ausgeprägt, dass ihretwegen diese Behandlung nicht fortgeführt werden kann, erhalten Sie als Betroffene wahrscheinlich andere Substanzen wie Phenytoin oder Clonazepam. Auch Muskelkrampf lösende Medikamente (z. B. Baclofen) können helfen. All diese Substanzen müssen einschleichend dosiert werden: Die Gabe beginnt mit einer relativ kleinen Dosis und steigert sich allmählich bis zur zulässigen Tagesdosis. Das erfordert ein wenig Geduld von der Patientin.
Diese Medikamente wirken im Allgemeinen gut, sind aber leider nicht frei von Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsstörungen und Gangschwierigkeiten. Auch Auswirkungen auf das Blutbild und die Leber sind möglich. Deshalb müssen unter einer solchen Behandlung regelmäßig Leberwerte und Blutzusammensetzung kontrolliert werden.
Chirurgische Alternativen sind möglich
Wenn alle Möglichkeiten der medikamentösen Therapien ausgeschöpft sind und damit keine Schmerzfreiheit erzielt werden konnte oder wenn die Nebenwirkungen der Medikamente nicht tole-rabel sind, kommen chirurgische Maßnahmen zum Zuge. Heute werden eine ganze Reihe verschiedener operativer Verfahren eingesetzt. Zu den wichtigsten gehören die folgenden Methoden:
Am häufigsten wird versucht, mit Hilfe einer Elektrode den Teil der Tri-geminuswurzel zu verkochen (Elektro-koagulation), der für den schmerzenden Bereich zuständig ist. Die Ergebnisse sind überwiegend sehr gut, wenn sie auch manchmal nicht lebenslang anhalten – d. h. die Attacken können wiederkehren, müssen aber nicht. Der Eingriff kann oft ambulant und unter Lokalanästesie (örtlicher Betäubung) durchgeführt werden. Er belastet die Patienten nur wenig, so dass er auch für alte Menschen geeignet ist. Eine andere Möglichkeit ist die so genannte mikrovaskuläre Dekompression. Dabei wird die Trigeminuswurzel freigelegt; Blutgefäße, die auf die Wurzel drücken könnten, werden abgelöst und durch ein zwischengelegtes Polster von Muskelstückchen oder Kunststoffgewebe von der Wurzel isoliert. Dieser Eingriff ist belastender und mit etwas mehr Komplikationen behaftet, hat aber eine niedrigere Rückfallquote als die Elektrokoagulation.Weniger belastend ist die Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln oder Glyzerin in den Trigeminus. Danach ist es möglich, dass der Nerv für längere Zeit Ruhe gibt. Schmerzt er doch wieder, können immer noch alle anderen Methoden versucht werden. Schließlich besteht noch die Möglichkeit, die Tri-geminuswurzel mit Hilfe eines Ballonkatheters kurzzeitig unter Druck zu setzen. Danach sind die Patienten sofort schmerzfrei. In 25 bis 30% tritt aber ein Rückfall auf.
Neben diesen chirurgischen Maßnahmen bietet sich in besonders gelagerten Einzelfällen eine Strahlenbehandlung an. Sie kommt vor allem für alte, geschwächte Patientinnen in Frage. Es handelt sich dabei um eine palliative Maßnahme, d. h. sie lindert, kann aber nicht heilen. Sie ist also mehr eine Therapieergänzung als eine echte Alternative zu Medikamenten oder Operation.