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TIA: Der oft verkannte Alarm: Übersehen Sie das Warnzeichen für einen Schlaganfall nicht!

Ein Schlaganfall trifft viele Menschen aus heiterem Himmel – so scheint es zumindest.

Dabei hat es in etlichen Fällen vorher eine Warnung gegeben: die transitorische ischämische Attacke, kurz TIA. Aber nur in wenigen Fällen wird sie erkannt und ausreichend beachtet.

Ich erkläre Ihnen, was eine TIA ist und wie Sie sich nach einer solchen Attacke vor einem „richtigen“ Schlaganfall schützen können. …

Ältere Frau mit Tennisball und Schläger© auremar - Fotolia

Die Bezeichnung transitorische ischämische Attacke (TIA) ist im Bewusstsein der meisten Menschen nicht vorhanden.

Dabei sind mindestens 1,5 Millionen Deutsche schon davon betroffen gewesen.

Erschreckend: Nur rund die Hälfte von ihnen hat die so genannte TIA überhaupt bemerkt.

Dabei ist sie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, handelt es sich bei ihr doch um einen, wenn auch sehr leichten, Schlaganfall.

Schwache Symptome – geringer Handlungsbedarf

Dass eine TIA häufig unbemerkt verläuft, liegt daran, dass die Symptome zwar denen eines Schlaganfalls gleichen, aber schwächer sind sowie relativ schnell und von allein wieder verschwinden.

So werden sie häufig auf andere Ursachen geschoben – auf eine andere Erkrankung oder auch schon einmal auf das Wetter.

Dementsprechend suchen die meisten Menschen auch keinen Arzt auf. Das kann gefährlich werden.

Denn eine TIA erhöht das Risiko deutlich, einige Zeit später einen schwerwiegenden Schlaganfall zu erleiden: Es steigt um das Zehnfache an.

Wie groß ist Ihre TIA-Gefahr?

Eine TIA wird durch die gleichen Risikofaktoren begünstigt wie ein Schlaganfall oder andere Herzerkrankungen. Dazu gehören

  • falsche, zu fette und zuckerreiche Ernährung,
  • geringe oder gar keine Bewegung,
  • hoher Blutdruck,
  • Diabetes,
  • schlechte Blutfettwerte,
  • genetische Veranlagung.

Zudem erhöht sich das TIA-Risiko genauso wie das Schlaganfallrisiko mit zunehmendem Alter.

Ab 55 Jahre verdoppelt es sich alle zehn Jahre – Männer haben außerdem ein höheres Risiko als Frauen.

So äußert sich die TIA

Bei einer TIA werden – wie bei einem Schlaganfall auch – bestimmte Teile Ihres Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt.

Schuld daran können eine Blockade oder sogar eine Verstopfung der Gefäße sein, die ins Gehirn führen.

Bemerkbar macht sich das durch

  • Gleichgewichtsprobleme, sowohl beim Gehen als auch beim Stehen,
  • Sprech- und Hörprobleme,
  • Sehverlust oder sogar Blindheit,
  • Schwäche oder gar Taubheit in einem Arm, Bein oder einer Körperhälfte.

Auch wenn die Symptome schnell wieder vergehen, müssen Sie auf jeden Fall einen Notarzt rufen, wenn eine dieser Beschwerden bei Ihnen auftritt.

Es ist sehr wichtig, dass die Gefäßverengung möglichst schnell gefunden wird.

Denn Sie sind nicht nur im Falle einer nicht erkannten TIA besonders gefährdet, einen späteren Schlaganfall zu erleiden, sondern auch, wenn Ihre TIA falsch behandelt wird.

Das ist tragischerweise bei zwei von drei Patienten der Fall. Sie werden nicht ausreichend untersucht, dadurch wird der Schlaganfall-Vorbote nicht erkannt.

Infolgedessen wird natürlich auch eine Therapie, die einen Schlaganfall verhindern kann, nicht durchgeführt.

So können Sie nach der TIA einem Schlaganfall vorbeugen

Wurde bei Ihnen eine TIA festgestellt, sollten Sie diese nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Setzen Sie alles daran, einen richtigen, schweren Schlaganfall zu vermeiden:

Die richtige Ernährung. Ihre Ernährung sollte Ihre Gefäße schützen. Das bedeutet, dass Sie zunächst einmal auf tierische Fette und sonstige gesättigte Fettsäuren verzichten.

Unter anderem Margarine oder industrielle Fertiggerichte sind reich an solchen Fettsäuren. Sie sollten sie daher von Ihrem Speiseplan so weit wie möglich verbannen.

Das gilt für jede Margarine – auch die, die als „gesund“ beworben werden. Gesättigte Fette sind und bleiben schädlich – das ändert sich auch nicht, wenn Prominente sie als gesundheitsfördernd anpreisen.

Bei Ölen sollten Sie zum Beispiel Rapsöl verwenden. Aber bedenken Sie: Auch gesündere Öle sind ungesund, wenn Sie sie in zu großer Menge verwenden. Mehr als drei Ess­löffel pro Tag brauchen Sie nicht.

Essen Sie Süßigkeiten nur noch in Maßen. Stattdessen ist es wichtig, dass Sie tatsächlich die oft empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse zu sich nehmen, um sich ausreichend mit Vitalstoffen zu versorgen.

Tauschen Sie Weißmehlprodukte gegen Vollkorn aus – nicht nur bei Brot, sondern auch bei Nudeln oder Reis.

Ausreichend Bewegung. Mit Sport bauen Sie die gefährlichen Blutfette ab, die Ihre Arterien verstopfen können. Außerdem hilft Ihnen die Bewegung, überflüssiges Gewicht abzubauen und so einen weiteren Risikofaktor für den Schlaganfall zu vermeiden.

Ihr Blutdruck sinkt, die Gefäße erweitern sich, das Diabetes-Risiko wird reduziert. Um von Ihrem Sport richtig zu profitieren, sollten Sie sich mindestens dreimal pro Woche dreißig Minuten lang bewegen.

Ich rate Ihnen zu einer Ausdauersportart wie Walking, Nordic Walking, Joggen oder Radfahren.

Der richtige Blutdruck. Gelingt es Ihnen, Ihren oberen Blutdruckwert um 10 mmHg und den unteren um 5 mmHg zu senken, können Sie Ihr Schlaganfallrisiko nach einer TIA um bis zu 40 % reduzieren.

Bewegung ist das beste Mittel, um das zu erreichen. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass Sie ausreichend Magnesium zu sich nehmen.

Magnesium erweitert Ihre Gefäße und verbessert so Ihren Blutdurchfluss. Und das senkt wiederum den Blutdruck. Sie brauchen pro Tag 400 mg Magnesium.

Der richtige Cholesterinspiegel. Fakt ist, dass ein geringerer Choleste­rinspiegel auch Ihr Schlaganfall-Risiko reduziert. Viele Ärzte machen es sich einfach und verschreiben Cholesterinsenker.

Aber diese reduzieren nicht nur das schlechte LDL-, sondern auch das gute HDL-Cholesterin. Der HDL-Wert sollte aber möglichst hoch sein, denn HDL schützt Ihre Gefäße. Besser ist es, Sie greifen zu natürlichen Alternativen.

Auch hier bietet sich wieder Bewegung an. So bauen Sie nicht nur das LDL-Cholesterin ab, sondern erhöhen Ihren HDL-Spiegel und damit Ihren Schlaganfall-Schutz.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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