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Infos und Hintergründe zum Thema Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch periodisch wiederkehrenden, anfallartig auftretenden, einseitigen Kopfschmerz auszeichnet.

Die Migräne kann von diversen Nebensymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und einer Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen und Licht begleitet werden.

Migräne ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, was bedeutet, dass die Kopfschmerzen nicht die Folge einer bestehenden Erkrankung wie beispielsweise einer Hirnblutung oder eines Tumors sind.

Tritt im Vorfeld der Migräne eine sogenannte Aura auf – eine Aura bezeichnet eine Reihe von neurologischen Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen, Störungen der Sensibilität, des Sprachvermögens und des Geruchsempfindens bis hin zu Halluzinationen – bezeichnet man die Migräne als „klassische Migräne“.

Fehlt die Aura, handelt es sich um eine „gewöhnliche Migräne“.

Besonders bei älteren Migränepatienten kann auch eine Aura auftreten und wieder verschwinden, ohne dass es zu den typischen starken, pulsierenden Kopfschmerzen kommt.

Eine Migräne wird nach gründlicher Anamnese und einer körperlichen Untersuchung zum Ausschluss anderer Krankheiten diagnostiziert; das Führen eines Kopfschmerztagebuches kann hilfreich sein.

Migräne ist nach dem momentanen Forschungsstand nicht heilbar, allerdings können Häufigkeit und Heftigkeit der Anfälle durch eine entsprechende Behandlung günstig beeinflusst werden. Dazu stehen verschiedene Medikamente, aber auch alternativmedizinische Methoden zur Verfügung.

Grünes Licht: Bei Migräne häufig erträglich

Wissenschaftler der Harvard Medical School in Boston (USA) wollten nun untersuchen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, den Aufenthalt in abgedunkelten Räumen, der dementsprechend für fast alle Patienten während eines Anfalls die einzige Möglichkeit ist, zu umgehen.

Die Forscher haben an über 40 Migränepatienten sichtbares Licht in unterschiedlichen Wellenlängen getestet.

Die Testpersonen saßen während eines Migräneanfalls vor Lichtmaschinen mit entweder blauem, grünem, gelbem oder rotem Licht unterschiedlicher Stärke. Danach mussten sie beurteilen, wie sich die Migränebeschwerden durch das verschiedene Licht verändert hatten.

Es zeigte sich: Fast 80 Prozent der Teilnehmer empfanden helles Licht, egal in welcher Farbe, als sehr unangenehm. Doch es gab eine Ausnahme: Grün gehörte nicht dazu.

Sanftes grünes Licht konnte ihn sogar um 20 Prozent lindern. Den Grund dafür fanden die Wissenschaftler im Gehirn, als sie die Signalaktivitäten der Nervenzellen maßen. Das grüne Licht löste im Gehirn deutlich schwächere Impulse aus.

Die Forscher wollen jetzt ihre Ergebnisse durch größere Studien bestätigen und dann grüne Glühlampen sowie Sonnenbrillen entwickeln, die nur grünes Licht durchlassen.

So sollen Migränepatienten in Zukunft wieder aktiver am Leben teilnehmen können.

Weitere Behandlungsoptionen

In manchen Fällen wirken bei Beginn einer Migräneattacke einfache Maßnahmen. Probieren Sie aus, was Ihnen hilft:

  • Eisbeutel oder Kaltkompresse im Nacken
  • Wärmflasche auf der Stirn bzw. im Nacken
  • Fußbad mit warmem Salzwasser (2 bis 3 Esslöffel Salz auf 10 l)
  • Spaziergang oder zügiges Gehen
  • Fußreflexzonenmassage
  • Akupressur
  • eine Tasse Kaffee oder ein Glas Kognak.

Mit Strom gegen Migräne und Clusterkopfschmerzen

Etwa jeder Zehnte in Deutschland leidet regelmäßig unter Migräne-Attacken oder Clusterkopfschmerz. Dabei treten bei dem Betroffenen mehrfach täglich unter einseitigen, um das Auge lokalisierten Schmerzattacken auf.

In einigen Fällen schlagen Medikamente nicht an.

Für diese Patienten kommt eine neue Therapie in Betracht. Dabei pflanzen Ärzte zwei Elektroden im Nackenbereich ein. Die elektrischen Reize wirken auf den Hinterhauptsnerv (Okzipitalnerv).

Sie mindern die Schmerzen bei mehr als 70 Prozent der Patienten mit chronischem Clusterkopfschmerz. Das zeigt eine aktuelle Übersichtsarbeit.

Okzipitale Nervenstimulation

Bei Migräne-Attacken spüren 40 Prozent der Patienten eine deutliche Besserung. Die „Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung“ (DGKN) empfiehlt, die okzipitale Nervenstimulation (ONS) in einer Fachklinik zu erwägen.

Dies gilt insbesondere für chronische Clusterkopfschmerz-Patienten mit hohem Leidensdruck und bisher erfolgloser medikamentöser Prophylaxe.

Für die ONS kommen Patienten in Frage, die trotz Medikamente gleichbleibend unter chronischem Clusterkopfschmerz oder chronischer Migräne leiden.

Die Mediziner setzen diesen Patienten bis zu zwei kleine Elektroden direkt unter der Haut am Nacken ein. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung.

Ob das Verfahren wirkt, prüfen die Patienten mit einem Gerät in Größe einer Scheckkarte. Damit schalten sie die Elektroden an und aus. „Es kann vier bis sechs Wochen dauern, bis der Therapieeffekt einsetzt.“

Das erläutert Professor Dr. Andreas Straube, Kopfschmerzspezialist am Universitätsklinikum Großhadern in München. Schlägt die Methode an, pflanzen Spezialisten einen solchen Generator dauerhaft im Fettgewebe oberhalb des Schlüsselbeines ein.

Alternativ erfolgt dies unterhalb des Rippenbogens oder in der Gesäßregion.

Langfristige Effekte bei Clusterkopfschmerzen

Klinische Neurophysiologen erproben die ONS seit fünf Jahren. Eine aktuell erschienene Übersichtsarbeit fasst die Ergebnisse von 58 Menschen mit Clusterkopfschmerz und mehr als 200 Migräne-Patienten zusammen und belegt die Wirksamkeit.

Bei etwa 72 Prozent der Betroffenen mit Clusterkopfschmerz lässt die Schmerzhäufigkeit und -intensität um mehr als 50 Prozent nach.

„Auch noch nach fünf Jahren war ein Großteil der Betroffenen schmerzfrei“, so der DGKN-Experte Straube. Bei Migräne-Patienten hingegen stünden Langzeitstudien noch aus. Die bisher beobachteten Erfolgsraten seien weniger stabil als bei Clusterkopfschmerz-Patienten.

Es ist noch unklar, wie genau die ONS wirkt. „Wahrscheinlich unterbinden die elektrischen Reize die Weiterleitung der Schmerzsignale im Hirnstamm“, vermutet Straube.

Das ONS-Verfahren sei dennoch sicher und reversibel und die Risiken überschaubar. „Schlägt die Stimulation nicht an, werden die Elektroden entfernt. Bis auf den Hautschnitt bleiben keine körperlichen Veränderungen zurück.“

Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Weitere Behandlungen neurologischer Krankheiten, die auf elektrische Stimulation setzen, werden zurzeit erprobt.

„Das therapeutische Potenzial neurophysiologischer Methoden scheint längst nicht ausgeschöpft“, erklärt Straube. „Wir verfolgen insbesondere Methoden, bei denen elektrische Wellen von außen wirken. Diese erfordern keinen Hautschnitt.“

Dazu zählt die transkutane Nervus-Vagus-Stimulation. Dabei stimulieren die Forscher Kopfschmerz-Patienten und Patienten mit epileptischen Anfällen mehrere Stunden täglich im Bereich der linken Ohrmuschel elektrisch.

Pestwurz und Minzöl helfen gegen Migräne

Fast 15 Prozent der deutschen Frauen und immerhin 7 Prozent der deutschen Männer werden immer wieder durch Migräne-Attacken für Stunden oder sogar Tage regelrecht außer Gefecht gesetzt.

Doch die von Ärzten verordneten Medikamente (Triptane) sind nicht ohne Nebenwirkungen.

Falls Sie selbst von Migräne betroffen sind, sollten Sie daher einmal die natürlichen Alternativen ausprobieren.

Damit es gar nicht erst zum Anfall kommt, können Sie mit Pestwurz vorbeugen. Diese vorbeugende Maßnahme wird sogar von der Deutschen Gesellschaft für Migräne und Kopfschmerz empfohlen. Pestwurz-Präparate erhalten Sie rezeptfrei in jeder Apotheke.

Sollte es Sie trotzdem noch einmal erwischen, lohnt sich ein Versuch mit Minzöl.

Forscher der Universität Würzburg haben in einer Studie herausgefunden, dass das ätherische Öl der Pfefferminze den gleichen schmerzstillenden und krampflösenden Effekt wie das chemische Schmerzmittel Paracetamol hat.

Probieren Sie es einfach einmal aus: Reiben Sie bei den ersten Anzeichen eines drohenden Migräne-Anfalls ein paar Tropfen reines Minzöl auf jede Schläfe, und Sie verhindern dadurch in vielen Fällen, dass Sie sich stundenlang quälen müssen.

Migräne-Entspannungstechniken

Autogenes Training, Yoga und progressive Muskelentspannung reduzieren die Schmerzanfälligkeit Ihres Körpers. Nach einigen Trainingsstunden werden Sie die Schmerzen nicht mehr so heftig wahrnehmen.

Zudem entspannen Sie bei solchen Übungen nicht nur geistig, sondern auch Ihr Körper erfährt Entspannung.

Sie können solche Techniken dazu einsetzen, um die verengte oder erweiterte Blutgefäße wieder in ihre ursprüngliche Größe zurückzubringen. Gerade die progressive Muskelentspannungeignet sich, wenn die Ursachen Ihrer Migräne in einer Verkrampfung der Halsmuskeln zu suchen sind.

Sie lernen, wie Sie Ihre Muskeln gezielt anspannen und wieder bewusst entspannen, sodass Sie damit Verkrampfungen, aber auch psychische Anspannungen lösen können.

Akupunktur gegen Migräne wird von einigen Krankenkassen im Rahmen eines Modellprojekts übernommen. Die Nadeln setzen kann Ihnen ein Heilpraktiker oder ein in Akupunktur ausgebildeter Arzt.

Kurse in Entspannungstechniken gibt es bei Volkshochschulen, aber auch Krankenkassen bieten sie an. Lassen Sie sich bei allen Entspannungstechniken von Ihrem Trainer Übungen zeigen, die Sie für die Migräneprävention, aber auch bei einem akuten Anfall nutzen können.

1. Biofeedback

Bei dieser Methode lernen Sie, willentlich Ihre Körpervorgänge zu beeinflussen. Das geht so weit, dass Sie auch die Spannung in bestimmten Muskelgruppen kontrollierenkönnen.

Ihnen wird beigebracht, wie Sie die Blutgefäße in den Schläfen willentlich verengen und dadurch Schmerzattacken verhindern können. Dazu bekommen Sie einige Sensoren auf die Schläfen geklebt, mit denen der Therapeut die Dicke Ihrer Blutgefäße misst.

Dann entwickelt er mit Ihnen zusammen Strategien, mit denen Sie Ihre Gefäße beeinflussen können: Sie stellen sich zum Beispiel einen Eisklumpen vor, der auf Ihrer Stirn liegt.

Diese Vorstellung wirkt sich sofort auf Ihre Blutgefäße aus: Sie verengen sich und bei einem akuten Migräne-Anfall können Sie so den Schmerzen entgehen.

2. Stressbewältigung

Stress ist einer der Hauptauslöser der Migräne. In einem Anti-Stress-Training, dass Sie bei der VHS, aber auch mit einem persönlichen Trainer durchführen können, lernen Sie Ihre persönlichen Stressoren kennen und bekommen Strategien an die Hand, wie Sie ihnen begegnen.

Alleine nach Ihren Stressauslösern zu fahnden, ist gar nicht so einfach, da Sie Faktoren, die Sie stressen und so zu einem Migräneanfall führen, teilweise gar nicht als Stress wahrnehmen.

3. Atemtherapie

Da Sie bei einem Migräne-Anfall unweigerlich die Nacken- und Schultermuskulatur krampfhaft an- und dadurch verspannen, bieten Ihnen Atemübungen die Möglichkeit zur schnellen Entspannung der Muskulatur.

Es handelt sich dabei um Übungen, die Sie auch zwischendurch anwenden können.

4. Denken Sie positiv

Genau so, wie Sie sich mit negativen Gedanken in den Schmerz hineinsteigern können, können Sie ihn mit positiven Gedanken verdrängen oder zumindest teilweise ausblenden.

Alle diese Methoden müssen Sie natürlich präventiv erst einmal erlernen. Wenn Sie dann aber über das notwendige Wissen verfügen, können Sie im Migränefall die gelernten Übungen anwenden und so die Beschwerden lindern.

Bei einem leichten Anfall können sie sogar ganz verschwinden.

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