Ischias: Diagnose und Behandlung
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Ischias
Wenn bei Ihnen kein Notfall vorliegt und Ihr Arzt die Diagnose Ischiassyndrom stellt, wird er Sie gründlich körperlich untersuchen. Er wird in der Regel die Leistungsfähigkeit Ihrer Muskeln messen, sowie Ihre Reflexe und Ihr Empfindungsvermögen prüfen. Dadurch kann er feststellen, ob das Problem von einem eingeklemmten Nerv herrührt. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Kernspintomographie, können zur Diagnosestellung beitragen. Gegebenenfalls wird der Arzt auch ein Elektromyogramm (EMG) erstellen. Damit kann er die Erregungsleitung im Muskel messen und darstellen.
GNL5356
So werden Probleme mit dem Ischiasnerv behandelt
Sowohl Kälte- als auch Wärme-Anwendungen können schmerzlindernd wirken. Im Allgemeinen können viertelstündige Kälte- oder Wärmeanwendungen, mehrmals am Tag hilfreich sein. Kältepackungen helfen insbesondere dann, wenn sie zu Beginn der Beschwerden angewendet werden.
Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol können die Schmerzen lindern. Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen, die zu den NSAR (Nichtsteroidalen entzündungshemmende Schmerzmitteln) zählen, verringern die Schmerzen und wirken der Entzündung entgegen. Ihr Arzt wird Ihnen ein entzündungshemmendes Medikament und gegebenenfalls ein Muskelrelaxans verordnen.
Injektionen in die betroffene Nervenwurzel
Wenn all diese Wirkstoffe nicht helfen, können Corticoidinjektionen in den Bereich der betroffenen Nervenwurzel den Schmerz reduzieren und die Entzündung eindämmen, so dass Sie in der Lage sind, Ihr Rückentrainingsprogramm zu starten.
Sobald die Schmerzen nachlassen, ist es wichtig, mit den Rückenübungen und der Krankengymnastik zu beginnen. Erstes Ziel ist, die normale Beweglichkeit des Rückens wieder zu erlangen. Durch die Krankengymnastik lernen Sie, sich rückenschonend zu bewegen und wie Sie Ihren Rücken bei den täglichen Aktivitäten schützen können. Auf lange Sicht gesehen, stärken und stabilisieren die Rückenübungen die Rücken- und Bauchmuskulatur. Sie tragen dazu bei, Sie so vor weiteren Verletzungen zu schützen.
In welchen Fällen eine Operation in Frage kommt
In bestimmten Situationen ist eine Operation die beste Behandlungsmethode, insbesondere wenn:
- die Schmerzen sehr stark sind und nicht-operative Behandlungsmethoden nicht ansprechen
- die Beine sehr schwach sind oder die Schwäche zunimmt
- Sie Probleme haben, Ihre Blase oder Ihren Darm zu kontrollieren
Es gibt viele verschiedene Operationsmethoden, um ein Ischiassyndrom zu behandeln. Welche angewendet wird, hängt von der Ursache der Erkrankung und Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Falls ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, sollten Sie die für Sie am besten geeignete Operationsmethode mit Ihrem Arzt besprechen.
Der Behandlungserfolg ist abhängig von der Ursache
90% der Patienten, die ein durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufenes Ischiassyndrom haben und die nicht operiert werden müssen, erholen sich nach Einschätzung der Ärzte der Mayo Clinic innerhalb von 2 Monaten. Dennoch ist ein Rückfall möglich. Die beste Methode dies zu verhindern, ist ein von einem Krankengymnasten ausgearbeitetes Rückenübungsprogramm, das Ihre Rückenmuskulatur stärkt und die Wirbelsäule stabilisiert.
Liegt die Ursache der Beschwerden in einer Verengung im Spinalkanal, so unterscheiden sich die Behandlungserfolge bei verschiedenen Patienten stärker und sind generell weniger gut. Eine erfolgreiche konservative Behandlung ist jedoch auch hier in einigen Fällen möglich.
Übungen für Ihren Rücken können helfen
Legen Sie sich auf den Rücken, beugen Sie die Knie und stellen Sie die Füße auf (Grundstellung). Ziehen Sie dann das linke Knie bis zu Ihrer linken Schulter. Halten Sie diese Position 30 Sekunden und wiederholen Sie die Übung dreimal. Üben Sie danach mit dem rechten Bein.
Heben Sie aus der Grundstellung beide Beine gleichzeitig an und ziehen Sie beide Knie so weit bis an die Schulter bis Sie ein Ziehen im unteren Rücken verspüren. Verharren Sie 30 Sekunden in dieser Position und wiederholen Sie die Übung dreimal.
Legen Sie die Hände in der Grundstellung hinter Ihrem Kopf ab und rollen Sie langsam die angewinkelten Knie und die Hüfte auf die rechte Seite. Und zwar so weit, bis Sie ein leichtes Ziehen im unteren Rücken verspüren. Lassen Sie die Knie nicht sofort wieder hochschnellen, sondern halten Sie diese Stellung für 5 bis 10 Sekunden. Wechseln Sie die Seite und wiederholen Sie die Übung zehnmal.
Legen Sie in der Grundstellung Ihren unteren Rücken flach auf die Erde. Heben Sie dann ein Bein langsam an (a). Senken Sie dieses Bein dann wieder ab ohne den Boden zu berühren (b) und nehmen Sie wieder die Grundstellung ein (c). Wiederholen Sie die Übung mit jedem Bein zehnmal.
In einigen Fällen wird der behandelnde Arzt 1 oder 2 Tag Bettruhe verordnen, um die Entzündung um die Nervenwurzeln zu reduzieren. Eine mehrtägige oder längerfristige Bettruhe wird er normalerweise nicht anordnen, da sie die Genesung verlangsamen kann. Betroffene müssen ihre Aktivitäten umstellen und bestimmte Körperhaltungen, wie Vorbeugen und den Oberkörper drehen, meiden. Spezielle gymnastische Übungen können den Ischias-Patienten Linderung verschaffen.