MenüMenü

Ischias: Konservative und alternative Behandlungsmöglichkeiten

Die häufigste Ursache für eine Reizung des Ischias sind degenerative Veränderungen an den Bandscheiben zwischen den Wirbeln im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Typischerweise treten die ziehenden Schmerzen plötzlich nach einer kleinen Bewegung wie Bücken oder Heben auf.

Die umgebende Muskulatur verhärtet sich dann sofort, wodurch der Druck auf den Nerv noch verstärkt wird.

Verwechseln Sie eine Ischiasreizung (med.: Ischialgie) nicht mit einem Hexenschuss.

Im Gegensatz zu Ischiasschmerzen bleiben die Schmerzen bei einem Hexenschuss auf den Rücken beschränkt und strahlen nicht aus.

Allerdings können beide Probleme gleichzeitig auftreten (Lumbo-Ischialgie).

Schmerzendes Kreuz

Nehmen Sie als erstes den Druck von der Nervenwurzel

Eine akute Ischialgie können Sie durchaus ein paar Tage lang selbst behandeln.

Leichte Missempfindungen oder Taubheitsgefühle der Haut im Versorgungsgebiet des Ischiasnervs sind hier kein Hinderungsgrund.

Wenn Sie allerdings Schwierigkeiten haben, Ihre Blase oder Ihren Darm zu kontrollieren oder wenn sich Lähmungserscheinungen in einem Bein einstellen, müssen Sie unbedingt zum Arzt.

Hier kann es sich um einen schweren Bandscheibenvorfall handeln, bei dem ärztliches Eingreifen erforderlich ist.

In jedem Fall ist die Druckentlastung der erste Therapieschritt.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollten Sie sich dazu flach auf den Rücken legen und die Unterschenkel so auf einen Stuhl oder auf ein dickes Kissen legen, dass Knie und Hüftgelenk einen rechten Winkel bilden.

Diese Stufenlagerung entlastet die Wirbelsäule und verringert den Druck auf die Nervenwurzeln.

Schonen Sie sich nicht zu lange!

In der akuten Phase werden Bettruhe und Schonung meistens als wohltuend empfunden. Allerdings ist ein wichtiges Ziel der Behandlung, dass Sie schnell wieder beweglich werden.

Dazu muss der Teufelskreis aus Schmerz und Schonhaltung durchbrochen werden.

Je mehr Sie jede Bewegung scheuen und eine Schonhaltung einnehmen, umso mehr verkrampfen sich Ihre Muskeln und der Schmerz verstärkt sich.

Bleiben Sie daher nicht tagelang im Bett liegen und bewegen Sie sich so normal wie möglich.

So werden Probleme mit dem Ischiasnerv behandelt

Sowohl Kälte- als auch Wärmeanwendungen können bei Problemen mit dem Ischias schmerzlindernd wirken.

Im Allgemeinen können viertelstündige Anwendungen mehrmals am Tag hilfreich sein. Kältepackungen helfen insbesondere dann, wenn sie zu Beginn der Beschwerden angewendet werden.

Im Akutfall erhöhen Wärmeanwendungen die Durchblutung, wirken entspannend auf die Muskulatur und dadurch auch schmerzlindernd.

Geeignete Wärmeanwendungen zur Schmerzlinderung sind:

  • Heizkissen
  • im Ofen erwärmtes Kirschkernkissen
  • Rotlicht
  • Fangopackungen
  • Heublumensack

Legen Sie die Wärmequelle Ihrer Wahl direkt auf die untere Wirbelsäule auf, die Rotlichtlampe stellen Sie so auf, dass das warme Licht in etwa 20 cm Entfernung auf den schmerzenden Bereich strahlt.

Freiverkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol können ebenfalls die Schmerzen lindern.

Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure und Ibuprofen, die zu den NSAR (Nichtsteroidalen entzündungshemmende Schmerzmitteln) zählen, verringern die Schmerzen und wirken der Entzündung entgegen.

Ihr Arzt wird Ihnen ein entzündungshemmendes Medikament und gegebenenfalls ein Muskelrelaxans verordnen.

Injektionen in die betroffene Nervenwurzel

Wenn all diese Wirkstoffe nicht helfen, können Corticoidinjektionen in den Bereich der betroffenen Nervenwurzel den Schmerz reduzieren und die Entzündung eindämmen, sodass Sie in der Lage sind, Ihr Rückentrainingsprogramm zu starten.

Sobald die Schmerzen nachlassen, ist es wichtig, mit den Rückenübungen und der Krankengymnastik zu beginnen.

Erstes Ziel ist, die normale Beweglichkeit des Rückens wieder zu erlangen.

Durch die Krankengymnastik lernen Sie, sich rückenschonend zu bewegen und wie Sie Ihren Rücken bei den täglichen Aktivitäten schützen können.

Auf lange Sicht gesehen stärken und stabilisieren die Rückenübungen die Rücken- und Bauchmuskulatur.

Sie tragen dazu bei, Sie so vor weiteren Verletzungen zu schützen.

In welchen Fällen kommt eine Operation in Frage?

In bestimmten Situationen ist eine Operation die beste Behandlungsmethode, insbesondere wenn:

  • die Schmerzen sehr stark sind und nicht-operative Behandlungsmethoden nicht ansprechen
  • die Beine sehr schwach sind oder die Schwäche zunimmt
  • Sie Probleme haben, Ihre Blase oder Ihren Darm zu kontrollieren

Es gibt viele verschiedene Operationsmethoden, um ein Ischiassyndrom zu behandeln.

Welche angewendet wird, hängt von der Ursache der Erkrankung und Ihrenpersönlichen Lebensumständen ab.

Falls ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, sollten Sie die für Sie am besten geeignete Operationsmethode mit Ihrem Arzt besprechen.

Behandlungserfolg abhängig von der Ursache

90 Prozent der Patienten, die ein durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufenes Ischiassyndrom haben und die nicht operiert werden müssen, erholen sich nach Einschätzung der Ärzte der Mayo Clinic innerhalb von zwei Monaten.

Dennoch ist ein Rückfall möglich.

Die beste Methode dies zu verhindern, ist ein von einem Krankengymnasten ausgearbeitetes Rückenübungsprogramm, das Ihre Rückenmuskulatur stärkt und die Wirbelsäule stabilisiert.

Liegt die Ursache der Beschwerden in einer Verengung im Spinalkanal, so unterscheiden sich die Behandlungserfolge bei verschiedenen Patienten stärker und sind generell weniger gut.

Eine erfolgreiche konservative Behandlung ist jedoch auch hier in einigen Fällen möglich.

Übungen für Ihren Rücken können helfen

  • Legen Sie sich auf den Rücken, beugen Sie die Knie und stellen Sie die Füße auf (Grundstellung). Ziehen Sie dann das linke Knie bis zu Ihrer linken Schulter. Halten Sie diese Position 30 Sekunden und wiederholen Sie die Übung dreimal. Üben Sie danach mit dem rechten Bein.
  • Heben Sie aus der Grundstellung beide Beine gleichzeitig an und ziehen Sie beide Knie so weit bis an die Schulter, bis Sie ein Ziehen im unteren Rücken verspüren. Verharren Sie 30 Sekunden in dieser Position und wiederholen Sie die Übung dreimal.
  • Legen Sie die Hände in der Grundstellung hinter Ihrem Kopf ab und rollen Sie langsam die angewinkelten Knie und die Hüfte auf die rechte Seite. Und zwar so weit, bis Sie ein leichtes Ziehen im unteren Rücken verspüren. Lassen Sie die Knie nicht sofort wieder hochschnellen, sondern halten Sie diese Stellung für 5 bis 10 Sekunden. Wechseln Sie die Seite und wiederholen Sie die Übung zehnmal.
  • Legen Sie in der Grundstellung Ihren unteren Rücken flach auf die Erde. Heben Sie dann ein Bein langsam an. Senken Sie dieses Bein dann wieder ab ohne den Boden zu berühren und nehmen Sie wieder die Grundstellung ein. Wiederholen Sie die Übung mit jedem Bein zehnmal.

Rückenübung© Rob Stark - Fotolia

In einigen Fällen wird der behandelnde Arzt ein oder zwei Tage Bettruhe verordnen, um die Entzündung um die Nervenwurzeln zu reduzieren.

Eine mehrtägige oder längerfristige Bettruhe wird er normalerweise nicht anordnen, da sie die Genesung verlangsamen kann.

Betroffene müssen ihre Aktivitäten umstellen und bestimmte Körperhaltungen (z. B. Vorbeugen und den Oberkörper drehen) meiden.

Spezielle gymnastische Übungen können den Ischias-Patienten Linderung verschaffen.

Heilung mit ätherischen Ölen und Heilpflanzen

Zur Schmerzlinderung und Druckentlastung durch Entspannung der Muskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule eignen sich auch Einreibungen mit ätherischen Ölen oder durchblutungssteigernden und erwärmenden Heilpflanzenextrakten.

Diese ätherischen Öle haben sich bewährt:

  • Campher-Öl
  • Menthol-Öl
  • Fichtennadel-Öl
  • Rosmarin-Öl

Von den einzelnen Ölen können Sie jeweils ein paar Tropfen mit einem handelsüblichen Massageöl vermischen und den schmerzenden Bereich damit sanft einreiben.

Fertige Kombinationspräparate aus verschiedenen schmerzstillenden, durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Pflanzenextrakten (Dolocyl©, OLBAS Tropfen) erhalten Sie in der Apotheke.

Achtung: Wenn Sie sich homöopathisch behandeln möchten, sollten Sie kein Campher-Öl anwenden, da es die Wirkung des homöopathischen Mittels abschwächen könnte.

Die wichtigsten homöopathischen Mittel bei Ischias-Schmerzen

  • Aconitum ist ein wirkungsvolles Akutmittel, wenn die Schmerzen plötzlich so stark sind, dass Sie glauben es nicht mehr aushalten zu können.
  • Bryonia hilft bei ziehenden, reißenden Muskelschmerzen, die sich schon bei geringfügigen Bewegungen verschlechtern.
  • Nux vomica lindert nächtliche Kreuzschmerzen bei denen Sie sich im Bett zunächst aufsetzen müssen, wenn Sie sich umdrehen wollen.
  • Rhus toxicodendron hat sich bewährt, wenn Ihre Kreuzschmerzen zu Anfang einer Bewegung schlimmer werden und sich bei fortgesetzter Bewegung wieder bessern.

Nehmen Sie von dem ausgewählten Mittel solange einmal täglich drei Globuli in der Potenz D12, bis Sie sich besser fühlen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten